RB Leipzig - Borussia Mönchengladbach: Leitfaden zum Bundesliga-Saisonauftakt in Leipzig
Die neue Bundesliga-Saison für RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach beginnt mit dem direkten Duell in der Red Bull Arena am 29. August um 15:30 Uhr, und die Ausgangslage der beiden Klubs ist ziemlich unterschiedlich. Leipzig beendete die vergangene Saison mit 65 Punkten auf dem dritten Platz, während Gladbach mit 38 Punkten Zwölfter wurde. Für die Gastgeber ist dies der Beginn einer Saison, in der sie ihre Rückkehr an die Spitze bestätigen wollen, während die Gäste nach einem Beweis suchen, dass der sommerliche Umbau ein ruhigeres Jahr bringen kann.
Die Begegnung wird in der Red Bull Arena ausgetragen, einem Stadion mit einer Kapazität von 47.800 Zuschauern bei nationalen Wettbewerben. Das letzte direkte Duell am selben Ort endete mit einem 1:0-Sieg für Leipzig, und die Gastgeber haben in zehn Bundesliga-Heimspielen gegen Gladbach in Leipzig noch nicht verloren.
Die Eintrittskarten für diese Begegnung sind bei den Fans stark gefragt.
Leipzig beginnt mit Martín Demichelis eine neue Ära
Die größte Veränderung bei den Gastgebern befindet sich an der Seitenlinie. Martín Demichelis übernahm die Mannschaft nach Ole Werner, obwohl Leipzig unter Werner Dritter geworden war. Der Argentinier gewann in seiner Trainerkarriere die Meisterschaft mit River Plate und übernimmt nun eine Mannschaft mit viel Geschwindigkeit auf den Flügeln, allerdings ohne den Spieler, der in der vergangenen Saison gegnerische Abwehrreihen am häufigsten mit individuellen Aktionen auseinanderbrach.
Yan Diomande wechselte nach einer Saison zu Real Madrid, in der er in 33 Bundesliga-Einsätzen zwölf Tore und acht Assists verbuchte. In allen Wettbewerben kam er auf 13 Tore und zehn Assists. Sein Abgang ist im Zusammenhang mit diesem Duell besonders interessant: Diomande erzielte den einzigen Treffer beim letzten Aufeinandertreffen von Leipzig und Gladbach.
Christoph Baumgartner, Leipzigs bester Liga-Torschütze der vergangenen Saison mit 13 Toren und acht Assists, arbeitet nach einer schweren Verletzung der Oberschenkelsehne noch an seiner Rückkehr. Assan Ouédraogo fällt nach einer Verletzung an der rechten Schulter ebenfalls aus. Leipzig muss deshalb zu Saisonbeginn einen großen Teil der offensiven Produktion aus der vergangenen Spielzeit neu verteilen.
Bei einem anspruchsvollen Vorbereitungstest gegen Bayern München, den Leipzig mit 1:3 verlor, setzte Demichelis auf eine Viererkette und drei Spieler im Angriff. David Raum und Ridle Baku sorgten für Breite, während Brajan Gruda zum zwischenzeitlichen 1:1 traf. Johan Bakayoko traf nach der Pause das Aluminium.
Ohne Diomande und Baumgartner werden die Gastgeber verstärkt Kombinationen über Nusa, Gruda und Bakayoko suchen, ergänzt durch das Nachrücken der Außenverteidiger. Raum kann dabei eine wichtige Rolle spielen, weil seine Vorstöße den gegnerischen Flügelspieler tief in Richtung des eigenen Tores drängen.
Rocco Reitz sofort gegen den Klub, in dem er aufgewachsen ist
Die interessanteste persönliche Geschichte der Partie ist Rocco Reitz. Der Mittelfeldspieler war seit seinem siebten Lebensjahr im Gladbacher System, durchlief die Jugendmannschaften und schaffte es bis in die erste Mannschaft. Leipzig verpflichtete ihn mit einem Vertrag bis 2031, und sein erster Bundesliga-Einsatz für den neuen Klub könnte ausgerechnet gegen Borussia Mönchengladbach erfolgen.
Reitz' Sommerprogramm verlief nicht normal. Eine schwere Infektion aus der Schlussphase der vergangenen Saison bremste seine Vorbereitung, sodass er erst Mitte August seine ersten Minuten für Leipzig absolvierte. Gegen Bayern München kam er nach der Pause ins Spiel und absolvierte ungefähr eine halbe Stunde. Deshalb ist nicht sicher, ob er gegen seinen ehemaligen Klub sofort für die volle Spielzeit bereit sein wird, aber seine Energie gegen den Ball und seine Kenntnis des Gladbacher Mittelfelds können auch dann wichtig sein, wenn er von der Bank kommt.
Gladbach verlor im Sommer Reitz, und der als wichtiger Mann im Mittelfeld eingeplante Jens Castrop verletzte sich in einem Vorbereitungsspiel an der Schulter und musste sich nach weiteren Untersuchungen einer Operation unterziehen. Polanski hat damit bereits vor dem ersten Spieltag einen Spieler verloren, der im Zentrum für Dynamik sorgen sollte.
Gladbach kommt wieder mit einem gefährlichen Kleindienst
Tim Kleindienst erlebte wegen einer Knieverletzung eine sehr schwierige Saison 2025/26 und kam nur in drei Bundesliga-Spielen zum Einsatz, behielt aber die Kapitänsbinde. Seine Form in der Vorbereitung ist deshalb eine der wichtigsten Nachrichten für die Gäste.
Im letzten anspruchsvollen Test besiegte Borussia Mönchengladbach Aston Villa vor 50.148 Zuschauern im Borussia-Park mit 2:1. Kleindienst erzielte beide Tore innerhalb weniger Minuten - das erste aus kurzer Distanz, das zweite per Kopf nach einer Ecke. Für eine Mannschaft, die in der vergangenen Saison 42 Bundesliga-Tore erzielte, verändert die Rückkehr eines Stürmers, der sowohl flache Rückpässe als auch hohe Flanken verwerten kann, die Art und Weise, wie der Gegner den Strafraum verteidigen muss.
Gegen Aston Villa spielte Polanski mit einer Viererkette, Philipp Sander und Kevin Stöger im Mittelfeld sowie Franck Honorat, Hugo Bolin und Robin Hack hinter Kleindienst. Die Logik ist klar: Kleindienst bindet die Innenverteidiger, die Flügelspieler attackieren den Raum um ihn herum, und Stöger sucht den vertikalen Pass.
Leipzig darf deshalb nicht zu viele unbedrängte Flanken zulassen. Willi Orbán ist wegen seiner Stärke in der Luft wichtig, doch die Leipziger Außenverteidiger müssen die Läufe von Honorat und Hack verfolgen. Verliert Leipzig den Ball, während beide Außenspieler weit aufgerückt sind, kann Gladbach schnell Kleindienst suchen.
Ausfälle, die die ursprünglichen Pläne verändern
Beide Mannschaften gehen mit wichtigen personellen Problemen in die Saison, und bei Gladbach veränderte sich das Bild durch den Abgang von Nico Elvedi zu Leeds United zusätzlich. Elvedi verließ den Klub nach mehr als einem Jahrzehnt und 318 Bundesliga-Einsätzen, sodass Polanski nicht mehr über einen Innenverteidiger verfügt, der jahrelang eine Konstante in der letzten Linie gewesen war.
Die wichtigsten bestätigten Umstände vor dem Saisonbeginn sind:
- RB Leipzig - Christoph Baumgartner befindet sich nach einer schweren Verletzung der Oberschenkelsehne in der Rehabilitation.
- RB Leipzig - Assan Ouédraogo verletzte sich an der rechten Schulter, und der Klub bestätigte, dass er mehrere Wochen ausfallen wird.
- Borussia Mönchengladbach - Jens Castrop kugelte sich die Schulter aus, musste operiert werden und wird mehrere Monate ausfallen.
- Borussia Mönchengladbach - Fabio Chiarodia und Yukhym Konoplya fehlten während der Vorbereitung verletzungsbedingt im Mannschaftskader.
- Borussia Mönchengladbach - Nico Elvedi ist nach seinem Transfer zu Leeds United keine Option mehr.
Bei Leipzig treffen diese Ausfälle vor allem die Kreativität und den Torabschluss aus der zweiten Reihe. Bei Gladbach ist der größere Einschnitt im Mittelfeld und in der letzten Linie zu spüren. Die Tiefe des Kaders könnte daher eine größere Bedeutung haben, als es für den ersten Spieltag üblich ist.
Die direkte Bilanz gibt Leipzig Grund zum Selbstvertrauen
In 20 Bundesliga-Duellen kommt Leipzig auf elf Siege, Gladbach auf vier, während fünf Spiele ohne Sieger endeten. Noch wichtiger für die Red Bull Arena ist folgende Zahl: Leipzig hat in zehn Liga-Heimspielen gegen Gladbach sechs Siege und vier Unentschieden verbucht und noch nie verloren.
Die letzten fünf direkten Ligaduelle:
- RB Leipzig - Borussia Mönchengladbach 1:0, April 2026.
- Borussia Mönchengladbach - RB Leipzig 0:0, November 2025.
- Borussia Mönchengladbach - RB Leipzig 1:0, März 2025.
- RB Leipzig - Borussia Mönchengladbach 0:0, November 2024.
- RB Leipzig - Borussia Mönchengladbach 2:0, Februar 2024.
Diese fünf Spiele brachten nur vier Tore. Zwei endeten 0:0, und keines hatte mehr als zwei Treffer. Das bedeutet nicht, dass sich dieses Muster wiederholen muss, erklärt aber, warum das erste Tor einen großen taktischen Wert haben könnte. Erzielt Leipzig den ersten Treffer, können sich Räume für Nusa, Gruda und Bakayoko im Umschaltspiel öffnen. Trifft Gladbach zuerst, kann Polanski den Block tiefer stellen und die Gastgeber zu Positionsangriffen zwingen, obwohl mehrere der besten Torschützen der vergangenen Saison fehlen.
Der letzte Test vor dem Ligastart
Leipzig gewann die ersten drei Vorbereitungsspiele und verlor anschließend mit 0:2 gegen Leeds United sowie mit 1:3 gegen Bayern München. Gladbach reihte in der Vorbereitung mehrere Siege aneinander und gewann den abschließenden Test gegen Aston Villa mit 2:1.
Vor dem Bundesliga-Duell haben beide Mannschaften zudem Pokalpflichten: Leipzig gastiert am 22. August bei Eintracht Trier, Gladbach spielt am 23. August gegen TSV Schott Mainz. Diese Begegnungen können die Einschätzung der Form und der Verfügbarkeit der Spieler verändern.
Was die Partie taktisch entscheiden kann
Das interessanteste Duell könnte auf den Flügeln stattfinden. Leipzig verfügt über genügend Geschwindigkeit, um Gladbachs Viererkette auseinanderzuziehen, muss ohne Diomande jedoch eine neue Balance zwischen Dribbling und letztem Pass finden. Nusa kann im Eins-gegen-eins angreifen, Gruda ins Zentrum ziehen und Raum sowie Baku können außen Überzahlsituationen schaffen.
Gladbach hat nach Ballgewinnen ein sehr klares Ziel: Kleindienst früh und mit Qualität zu finden. Er kann den Ball mit dem Rücken zum Tor festmachen, Räume für Hack und Honorat öffnen oder eine Flanke attackieren. Stöger ist besonders wichtig, weil er die Qualität besitzt, Pressing mit einem einzigen vertikalen Zuspiel zu überspielen.
Das Mittelfeld wird für beide neuen Konstruktionen zum Test. Leipzig muss die Abwesenheit von Baumgartner und Ouédraogo kompensieren, Gladbach jene von Reitz und Castrop. Nicolas Seiwald, Ezechiel Banzuzi und möglicherweise Reitz können den Gastgebern physische Kontrolle geben, während Polanski von Sander und Stöger Sicherheit am Ball verlangen wird.
Auch Standardsituationen haben Gewicht. Kleindienst zeigte bereits gegen Aston Villa, wie gefährlich er nach einer Ecke mit dem Kopf ist. Leipzig hat mit Orbán einen starken Abwehrspieler in der Luft, doch jedes unnötige Foul und jede Ecke kann Gladbach den kürzesten Weg zum Tor bieten.
Red Bull Arena und die Atmosphäre beim Saisonauftakt
Die Red Bull Arena befindet sich innerhalb des alten Zentralstadion-Komplexes, nahe dem Zentrum von Leipzig. Die heutige Arena wurde 2004 eröffnet und fasst nach Modernisierungen bei nationalen Wettbewerben 47.800 Zuschauer. Leipzigs letztes Heimspiel gegen Gladbach im April war mit 47.800 Zuschauern ausverkauft.
Das Stadion wurde innerhalb der Erdwälle des alten Zentralstadions errichtet, sodass der Zugang zu den Tribünen über Brücken der Anlage ein unverwechselbares Erscheinungsbild verleiht.
Der Saisonauftakt, der neue Trainer der Gastgeber und Reitz' Wiedersehen mit seinem ehemaligen Klub verleihen der Partie eine zusätzliche emotionale Ebene. Gladbachs Fans reisen nach einer guten Vorbereitung und Kleindiensts Rückkehr mit Grund zum Optimismus an, während das Heimpublikum erstmals in der Bundesliga sieht, wie Demichelis nach Diomandes Abgang die Verantwortung verteilen wird.
Die Plätze auf den Tribünen werden schnell knapp.
Anreise zum Stadion und was zu planen ist
Die Red Bull Arena befindet sich an der Adresse Am Sportforum 3, 04105 Leipzig. Die Lage ist nah genug am Stadtzentrum, sodass öffentliche Verkehrsmittel praktischer sind als der Versuch, unmittelbar mit dem Auto zum Stadion zu fahren. Der Klub empfiehlt an Spieltagen die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und weist darauf hin, dass es rund um das Stadion Verkehrsbeschränkungen geben kann.
- Leipzig Hauptbahnhof und das Stadtzentrum sind per Straßenbahn mit dem Bereich Sportforum verbunden.
- Von der Haltestelle Sportforum folgt ein kurzer Fußweg durch den Sportkomplex zu den Eingängen.
- Im Umfeld des Sportforums gibt es Parkflächen, allerdings ändern sich Verfügbarkeit und Verkehrsregelung an Spieltagen.
- Der Klub empfiehlt eine frühzeitige Anreise wegen möglicher Straßensperrungen und Kontrollen an den Eingängen.
- Taschen, die größer als das Format A4 sind, sind nach den aktuellen Stadionhinweisen nicht erlaubt.
Die genaue Öffnungszeit der Eingänge für diese Begegnung war in den eine Woche vor dem Spiel verfügbaren Informationen noch nicht bestätigt, deshalb sollte sie in den aktuellen Informationen zum Heimspiel überprüft werden, die der Klub unmittelbar vor der Veranstaltung veröffentlicht.
Für Reisende, die mit dem Zug ankommen, ist es praktisch, vom Stadtzentrum mit der Straßenbahn in Richtung Sportforum weiterzufahren und den Verkehrsdruck rund um das Stadion zu vermeiden.
Es lohnt sich, die Eintrittskarten rechtzeitig zu sichern.
Was man von den Tribünen besonders beobachten sollte
Leipzig hat den Trainer gewechselt und Diomande verloren, während Gladbach Elvedi und Reitz verloren hat, dafür aber wieder über einen gesunden Kleindienst verfügt.
Besonders im Blick behalten sollte man Leipzigs linke Seite mit Raum und Nusa, Gladbachs schnelle Zuspiele auf Kleindienst sowie Reitz' Rolle, falls er einsatzbereit ist. Sein erster Liga-Einsatz im neuen Trikot gegen den Klub, bei dem er fast seine gesamte fußballerische Ausbildung verbracht hat, wäre einer der emotional stärksten Momente des ersten Spieltags.
Quellen:
- Bundesliga.com - Spielplan, direkte Bilanz, Kader für die Saison 2026/27, Trainerwechsel, Transfers und aktuelle Verletzungen.
- DFB Datencenter - Abschlusstabelle der Bundesliga 2025/26, direkte Ergebnisse und Kader beider Klubs.
- Bundesliga.com - Überblick über die Vorbereitungsspiele beider Klubs und Bericht zu Bayern München - RB Leipzig.
- WDR/Sportschau - Bericht zu Borussia Mönchengladbach - Aston Villa 2:1 und den beiden Toren von Tim Kleindienst.
- RB Leipzig - Informationen über Rocco Reitz' Rückkehr nach seiner Erkrankung und Stadionregeln für die Anreise.
- Bundesliga.com und Sportforum Leipzig - Kapazität, Geschichte und grundlegende Informationen zur Red Bull Arena.
- DFB - Spielplan der ersten Runde des nationalen Pokals vor dem Beginn der Bundesliga.