Moses Sumney kündigt seinen ersten Filmsoundtrack an, die Musik für den Thriller Is God Is
Moses Sumney betritt ein neues schöpferisches Feld: Sein erster Filmsoundtrack wird am 22. Mai 2026 als musikalische Veröffentlichung zum Film Is God Is erscheinen, dem abendfüllenden Regiedebüt der amerikanischen Dramatikerin, Drehbuchautorin und Regisseurin Aleshea Harris. Laut der Ankündigung von Pitchfork arbeitete Sumney an der Musik für den Film in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Joseph Shirley, und die Veröffentlichung erscheint bei Lakeshore Records. Der Film läuft nach seinem US-Kinostart am 15. Mai 2026 bereits in den Kinos, sodass der Soundtrack in einem Moment erscheint, in dem der Titel bereits die Aufmerksamkeit eines Publikums auf sich zieht, das sich für die Verbindung von Drama, Thriller, familiärer Rache und stilisierter Southern Gothic interessiert. Im Vorfeld der Albumveröffentlichung wurde der Song Sins of the Father vorgestellt, den Sumney gemeinsam mit der Singer-Songwriterin Kara Jackson aufführt. Dieser Song wurde als erster Einblick in die Klangwelt des Films und zugleich als wichtiger Hinweis auf die Richtung angekündigt, in der Sumney und Shirley die Atmosphäre der Geschichte formen.
Der erste vollständige Einstieg ins Komponieren für den Film
Obwohl Moses Sumney seit Jahren eine erkennbare musikalische Identität an der Grenze von experimentellem Soul, Art-Pop, Folk und ambienten Texturen aufbaut, markiert Is God Is seinen ersten veröffentlichten vollständigen Filmsoundtrack. Es handelt sich um einen wichtigen beruflichen Schritt, denn Filmmusik verlangt ein anderes Verhältnis zu Struktur, Rhythmus und Dramaturgie als ein eigenständiges Studioalbum. Im filmischen Kontext existieren ein Song und ein instrumentales Thema nicht nur als separate schöpferische Einheiten, sondern müssen Figuren, Raum, Spannung und die emotionale Logik einer Szene begleiten. Sumneys bisherige Arbeit, geprägt von ausdrucksstarkem Falsett, ungewöhnlichen Harmonien und einem starken Sinn für Atmosphäre, schließt natürlich an eine solche Aufgabe an.
Nach den von Pitchfork veröffentlichten Informationen zeichnen Moses Sumney und Joseph Shirley für den Soundtrack verantwortlich, und die Veröffentlichung umfasst 19 Kompositionen. Shirley beschrieb die Zusammenarbeit mit Sumney in einer in der Ankündigung wiedergegebenen Aussage als ausgesprochen intuitives und genreoffenes Erlebnis. Besonders hob er hervor, dass die Autoren mehrere Stimmungen und musikalische Richtungen erforschten, um auf die filmische Mischung aus Southern Gothic, griechischer Tragödie und zeitgenössischem Thriller zu reagieren. Eine solche Beschreibung deutet auf einen Soundtrack hin, der sich nicht nur auf die klassische Spannung eines Filmthrillers stützt, sondern auch versucht, die mythische Dimension der Geschichte, familiäre Gewalt, vererbte Traumata und den Racheimpuls, der die Handlung antreibt, musikalisch zu begleiten.
Joseph Shirley ist dem Publikum als Komponist bekannt, der mit großen Fernseh- und Filmprojekten verbunden ist. Film Music Reporter nennt seine früheren Verdienste bei Projekten wie Creed III, The Book of Boba Fett, The Mandalorian, Bad Trip und The Underdoggs. Gerade deshalb hat diese Zusammenarbeit doppeltes Gewicht: Sumney bringt die schöpferische Stimme eines Musikers ein, der aus der Welt der unabhängigen und experimentellen Popmusik kommt, während Shirley Erfahrung im Komponieren für narrative Formate mitbringt, in denen Musik im Verhältnis zum Bild präzise funktionieren muss. Die gemeinsame Signatur kann daher als Versuch gelesen werden, die Filmpartitur nicht auf konventionelle Begleitung zu reduzieren, sondern sie zu einem aktiven Teil der Filmsprache werden zu lassen.
Is God Is als Filmadaption eines preisgekrönten Dramas
Den Film Is God Is schrieb und inszenierte Aleshea Harris, die Autorin des gleichnamigen Dramas, das 2018 Off-Broadway uraufgeführt wurde. Laut Vogues Gespräch mit Harris begleitete der Theatertext Zwillinge auf einer Reise der Rache und verband bereits in der Bühnenfassung Elemente von Familientragödie, Gewalt, schwarzem Humor, Western und Mythos. In der Filmadaption übernimmt Harris selbst die Regie, was wichtig ist, weil die Verfilmung dadurch fest mit der Autorin des ursprünglichen Materials verbunden bleibt. Nach den verfügbaren Informationen folgt der Film zwei Schwestern, die sich einer schweren familiären Vergangenheit stellen und sich auf einen gefährlichen Weg begeben, der durch die Forderung ihrer Mutter nach Rache ausgelöst wird.
Die offiziellen Werbematerialien zum Film beschreiben die Handlung als Geschichte über zwei Schwestern, die sich auf eine epische Suche nach Rache begeben und dabei mit einer Familiengeschichte konfrontiert werden, die sie bis an ihre äußersten Grenzen treibt. In der Besetzung werden Kara Young, Mallori Johnson, Janelle Monáe, Erika Alexander, Mykelti Williamson, Josiah Cross, Vivica A. Fox und Sterling K. Brown genannt. Eine solche Kombination von Darstellern verbindet Theater- und Filmerfahrung, betont aber auch den Ehrgeiz des Projekts, eine ursprünglich auf der Bühne entstandene Geschichte in einen breiteren, visuell starken filmischen Rahmen zu übertragen. Der Film wird als Drama, Thriller und zeitgenössische Rachegeschichte präsentiert, und seine Motive stützen sich auf erkennbare amerikanische Genremuster, formen sie jedoch durch die Perspektive von Familie, Trauma und weiblichen Figuren um.
Für den Soundtrack ist besonders wichtig, dass sich die Geschichte nicht nur auf der Ebene der Handlung entfaltet. Is God Is funktioniert durch den Konflikt des Realen und des Stilisierten, des Intimen und des Mythischen, des Komischen und des Brutalen. Musik in einem solchen Film muss gleichzeitig Spannung aufrechterhalten und suggerieren, dass die Figuren in einer Welt handeln, die eine beinahe rituelle Logik besitzt. Deshalb ist die Ankündigung, Sumney und Shirley hätten auf unterschiedliche Genres zurückgegriffen, nicht bloß eine werbliche Formulierung, sondern die Beschreibung eines notwendigen Verfahrens: Die Filmmusik muss emotionale Brüche begleiten, aber auch die ausgeprägte Theatralität der Vorlage hervorheben. In diesem Sinn kann der Soundtrack eine größere Rolle haben als eine klassische Hintergrundpartitur, weil er dem Zuschauer hilft, den Ton des Films zu verstehen.
Sins of the Father als erstes Signal der klanglichen Richtung
Vor der Veröffentlichung des gesamten Albums wurde der Song Sins of the Father veröffentlicht, den Moses Sumney mit Kara Jackson aufführt. Laut Pitchfork wurde der Song im Vorfeld der Veröffentlichung des Soundtracks vorgestellt und als Teil der Ausgabe von Lakeshore Records angekündigt. Schon der Titel des Songs fügt sich direkt in den thematischen Kern des Films ein, denn er verweist auf vererbte Schuld, familiäre Gewalt und die Folgen der Taten der vorherigen Generation. Im Kontext der Geschichte über Schwestern, die sich mit der Vergangenheit ihres Vaters und der Forderung ihrer Mutter auseinandersetzen, wirkt ein solcher Titel nicht wie ein allgemeines poetisches Bild, sondern wie eine Zusammenfassung des zentralen Konflikts des Films.
Kara Jackson tritt in diesem Kontext auch als musikalische Partnerin bei einem Song auf, der vor dem gesamten Album erscheint. Damit eröffnet sich der Soundtrack mit einer Stimme, die zwischen filmischem Erzählen und eigenständigem Song stehen kann. Für Sumney, dessen bisheriges Werk häufig Einsamkeit, Körper, Identität und Verletzlichkeit erforscht hat, ermöglicht eine solche Zusammenarbeit, das filmische Thema mit einem schöpferischen Ansatz zu verbinden, der aus seinen früheren Arbeiten bekannt ist. Der Song dient zugleich als Einstiegspunkt für Hörer, die den Film vielleicht noch nicht gesehen haben, aber seine Atmosphäre durch das musikalische Material erkennen können.
Die Veröffentlichung einer Single vor dem Soundtrack ist in der Filmmusikindustrie gängige Praxis, doch hier hat sie zusätzliches Gewicht, weil sie Sumneys Übergang von der Rolle eines Musikers, der gelegentlich Songs zu Filmen beiträgt, in die Rolle eines Autors eines vollständigen Filmklangs betont. Früher beteiligte er sich an Musik- und Filmprojekten, die ihn mit der Leinwand verbanden, doch Is God Is bringt eine andere Verantwortung mit sich. Der Soundtrack muss Kontinuität von der Eröffnungs- bis zur Schlussszene formen und nicht nur einen herausgelösten musikalischen Moment. Genau deshalb sollte Sins of the Father als Ankündigung eines größeren Ganzen und nicht nur als eigenständige Single betrachtet werden.
Die Titelliste offenbart die Dramaturgie des Albums
Laut der veröffentlichten Titelliste enthält der Soundtrack Is God Is 19 Kompositionen. Zu den Titeln gehören Sins of the Father, Don't Leave Me Be, Bang! Bang! Bang!, Man's Blues, Bargain, Twintuition, The Letter, Meeting God, Them Twins Burnin, Make Your Daddy Dead, The Mission, White Teeth, Ezekiel, Mirage, The Good House, Angie, His Other Family, Man und Somebody Gotta Go Today. Schon aus den Titeln wird deutlich, dass das Album die zentralen Motive des Films verfolgt: Zwillingsschaft, den Vater, Familie, religiöse Aufladung, Rache und Gewalt. Diese Titel wirken nicht neutral oder dekorativ, sondern verweisen auf dramatische Punkte und emotionale Bruchstellen.
Besonders sticht der Titel Twintuition hervor, der den Begriff der Zwillinge mit Intuition verbindet und die untrennbare Verbindung der beiden Protagonistinnen suggeriert. Meeting God und Ezekiel führen eine religiöse und biblische Schicht ein, während Make Your Daddy Dead und Somebody Gotta Go Today die rachsüchtige, beinahe fatalistische Dimension der Geschichte direkt betonen. Eine solche Titelliste stützt die These, dass die Musik im Film nicht nur als Atmosphäre gedacht ist, sondern als paralleles narratives System. Schon aus der Reihenfolge und den Titeln kann der Hörer eine Bahn vom familiären Ruf hin zur gewaltsamen Auflösung herauslesen.
Für die Filmindustrie hat ein Soundtrack wie dieser auch eine Marktfunktion. Er wird einige Tage nach Beginn der Kinoauswertung veröffentlicht, wodurch das öffentliche Interesse am Film verlängert und seinen Themen ein zusätzliches Leben außerhalb des Kinosaals ermöglicht wird. Lakeshore Records, das sich auf Film-, Fernseh- und Gamesoundtracks spezialisiert hat, ist in diesem Sinn ein logischer Herausgeber. Nach Angaben des Labels selbst handelt es sich um ein Plattenlabel, das auf Veröffentlichungen von Film- und Fernsehmusik ausgerichtet ist. In einem solchen Katalog erhält Is God Is Raum als Veröffentlichung, die eine schöpferische musikalische Persönlichkeit mit den narrativen Bedürfnissen eines Genre-Films verbindet.
Sumney zwischen Musik, Film und Theater
Moses Sumney trat bereits früher in Projekten auf, die mit Film und Fernsehen verbunden waren. Pitchfork erinnert daran, dass er in der HBO-Serie The Idol mitspielte, und 2024 erschien er im Film MaXXXine des Regisseurs Ti West. In einem neueren Theaterkontext trat er auch in einer Produktion von Twelfth Night auf, an der Lupita Nyong'o, Sandra Oh und Peter Dinklage beteiligt waren. Diese Engagements zeigen, dass Sumneys Verhältnis zur Performance nicht auf das Konzertformat beschränkt ist. Er wirkt immer häufiger in einem Raum, in dem sich Musik, Schauspiel, visuelle Identität und Bühnenpräsenz gegenseitig ergänzen.
Seine früheren Alben und Projekte deuteten bereits auf ein Interesse an konzeptionellen Ganzheiten hin, und nicht nur an einzelnen Songs. Das Debütalbum Aromanticism von 2017 positionierte ihn als Autor, der Liebe, Einsamkeit und Körper außerhalb der üblichen Popmuster bedenkt. Das Album græ von 2020 erweiterte diesen Raum zusätzlich, und das Projekt Blackalachia verband Konzertfilm, Performance und Landschaft. In diesem Sinn wirkt der Wechsel zur Filmmusik nicht wie ein isoliertes Experiment, sondern wie eine Fortsetzung des Interesses an audiovisuellen Formen und an Musik, die in Beziehung zu Bild, Raum und Körper des Darstellers existiert.
Für Sumneys Karriere kann Is God Is ein wichtiger Wendepunkt sein, weil es die Möglichkeit weiterer Arbeit an Film- und Fernsehpartituren eröffnet. In der zeitgenössischen Industrie werden die Grenzen zwischen unabhängiger Musik, Filmkomposition und darstellenden Künsten immer durchlässiger. Autoren mit einem starken eigenen Klang sind oft gerade deshalb gefragt, weil sie einem Film eine erkennbare Identität geben können. Wenn der Soundtrack als integraler Teil des Eindrucks aufgenommen wird, den der Film hinterlässt, könnte sich Sumney zusätzlich als Künstler positionieren, dessen Arbeit sich nicht nur auf das Format von Album oder Konzert reduzieren lässt.
Warum diese Veröffentlichung über die reine Filmpromotion hinaus wichtig ist
Die Veröffentlichung des Soundtracks zu Is God Is ist auch deshalb wichtig, weil sie zeigt, dass Filmmusik immer häufiger als eigenständige kulturelle Veröffentlichung betrachtet wird und nicht nur als Zusatz zum Film. Ein Soundtrack kann in digitalen Diensten, Musikkritiken und Playlists leben, bleibt aber gleichzeitig mit der Erzählung und der visuellen Identität des Films verbunden. In diesem Fall zieht zusätzlich Aufmerksamkeit auf sich, dass der Soundtrack von einem Musiker verantwortet wird, dessen Werk bereits auf starker Atmosphäre und ausdrucksvoller vokaler Architektur aufgebaut ist. Deshalb wird von der Veröffentlichung nicht nur funktionale Begleitung erwartet, sondern auch eine schöpferisch geformte Klangwelt.
Für den Film von Aleshea Harris hat Musik besondere Bedeutung, weil es sich um die Adaption eines Textes mit ausgeprägter Bühnenenergie handelt. Wenn Theatermaterial auf den Film übergeht, muss die Regisseurin einen Weg finden, die Intensität von Sprache und Darstellung zu bewahren, die Geschichte aber zugleich für Raum, Montage und filmischen Rhythmus zu öffnen. Musik ist eines der Schlüsselwerkzeuge in diesem Übergang. Sie kann die episodische Struktur der Reise verbinden, das Gefühl der Bedrohung verstärken und Momenten emotionale Tiefe geben, die ohne klangliche Unterstützung zu stilisiert oder distanziert wirken könnten.
Nach den bisher veröffentlichten Informationen stützt sich Is God Is auf eine Kombination aus Familientragödie, Western, Thriller und Southern Gothic. Gerade eine solche Mischung verlangt einen Soundtrack, der zwischen Härte und Lyrik, Gewalt und Stille, Ironie und Ernst wechseln kann. Sumney und Shirley haben nach den verfügbaren Ankündigungen versucht, diese Herausforderung durch genrebezogene Erweiterung zu lösen und nicht durch einen dominanten musikalischen Schlüssel. Das Ergebnis wird sich nach der Veröffentlichung des Albums vollständig beurteilen lassen, doch schon die Tatsache, dass die Veröffentlichung als Sumneys erster Filmsoundtrack vorgestellt wird, macht sie zu einem relevanten Moment in seiner Karriere.
Der Soundtrack Is God Is erscheint am 22. Mai 2026 bei Lakeshore Records. Der Film ist seit dem 15. Mai 2026 in der amerikanischen Kinoauswertung, und die Veröffentlichung des Musikalbums folgt eine Woche nach Beginn der Vorführungen. Damit richtet sich die Aufmerksamkeit von der Filmpremiere auch auf den schöpferischen Klang, der die Geschichte über Schwestern, Rache und familiäre Vergangenheit begleitet. Für Sumney ist dies der erste offizielle Schritt ins vollständige Komponieren für den Film, und für das Publikum eine Gelegenheit, seine erkennbare musikalische Sensibilität in einer neuen, dramaturgisch anspruchsvolleren Form zu hören.
Quellen:
- Pitchfork – Ankündigung der Veröffentlichung des Soundtracks, Angaben zur Zusammenarbeit von Moses Sumney und Joseph Shirley, zur Single Sins of the Father und zur Titelliste (link)
- Film Music Reporter – frühere Meldung darüber, dass Joseph Shirley und Moses Sumney die Musik für den Film Is God Is komponieren, sowie Überblick über Shirleys frühere Projekte (link)
- Vogue – Gespräch mit Aleshea Harris über den Übergang des Werks Is God Is von der Bühne zum Film und den Kontext ihres Regiedebüts (link)
- Orion Pictures / Amazon MGM Studios – offizieller Trailer und Werbebeschreibung des Films Is God Is mit grundlegenden Informationen zur Handlung und Besetzung (link)
- Lakeshore Records – Informationen über den auf Film-, Fernseh- und andere Soundtracks spezialisierten Herausgeber (link)