VfB Stuttgart und 1. FC Köln eröffnen ihre Bundesliga-Heimspielgeschichte in Cannstatt
Der VfB Stuttgart wird das erste Heimspielkapitel der Ligasaison 2026/2027 gegen den 1. FC Köln in der MHP Arena eröffnen. Der Termin, den der Ligaspielplan und beide Vereine bestätigen, ist Freitag, der 4. September 2026, um 20:30 CEST. Das ist für die Reiseplanung wichtig, weil in früheren Ankündigungen eine andere Anstoßzeit auftauchen kann.
Die Begegnung findet sehr früh, am 2. Spieltag, statt, sodass die tatsächliche Tabelle erst beginnen wird, Gestalt anzunehmen. Zuvor gastiert der VfB bei Bayern München, während Köln am 1. Spieltag TSG Hoffenheim empfängt. Deshalb lässt sich im Voraus nichts über die Punktesituation nach dem ersten Wochenende sagen, aber die vergangene Saison liefert einen klaren Rahmen: Stuttgart wurde mit 62 Punkten Vierter, Köln mit 32 Punkten 14. Der Unterschied bei den Ausgangsambitionen ist daher groß - der Gastgeber möchte seinen Status als Mannschaft aus dem oberen Tabellenbereich bestätigen, während Köln mit dem klar formulierten Ziel der Stabilisierung in der Bundesliga in die neue Saison geht.
Für den VfB ist dies zugleich der erste Ligaauftritt vor den eigenen Fans nach dem Sommer. In einem solchen Kontext hat das Ergebnis mehr Gewicht als an einem gewöhnlichen frühen Spieltag: Ein Sieg würde einen ruhigeren Einstieg in den anspruchsvollen September-Spielplan ermöglichen, während ein gutes Ergebnis für Köln in Stuttgart ein starkes Signal wäre, dass die Mannschaft auch auf den Plätzen jener Teams Punkte holen kann, die in der vergangenen Saison im oberen Bereich abgeschlossen haben. Die Eintrittskarten für diese Begegnung sind bei den Fans sehr gefragt.
Stuttgart geht mit einer starken offensiven Basis in die Saison
Sebastian Hoeneß führt den VfB weiterhin, und das Grundgerüst im Angriff bietet mehrere unterschiedliche Lösungen. Deniz Undav bleibt einer der zentralen Namen. In der Saison 2025/2026 kam er in 46 Pflichtspieleinsätzen für Stuttgart auf 25 Tore und 14 Vorlagen und verlängerte anschließend seinen Vertrag. Auch Ermedin Demirović bleibt wegen seines Spiels im Strafraum, seiner Zweikämpfe und seines Abschlusses wichtig, und gerade gegen Köln erzielte er im Februar 2026 beim 3:1-Sieg zwei Tore.
Der Sommer brachte zusätzliche Konkurrenz. Der VfB verpflichtete den 20-jährigen Leo Sauer von Feyenoord, einen schnellen Angreifer, der gerne ins Eins-gegen-eins geht, sowie den 21-jährigen Dzenan Pejcinovic vom VfL Wolfsburg. Pejcinovic kam nach 12 Toren in 39 Pflichtspielen für Wolfsburg nach Stuttgart und hinterließ anschließend sofort einen starken ersten Eindruck: Beim 4:0-Pokalsieg bei Hansa Rostock erzielte er drei Treffer. Ein solcher Start garantiert ihm keinen Platz in der Startelf gegen Köln, gibt Hoeneß aber eine weitere Möglichkeit, den Rhythmus des Spiels zu verändern.
Stuttgart zeigte in der Vorbereitung auch die Breite hinter den Angreifern. Gegen Everton FC gewann die Mannschaft 3:1, die Torschützen waren Nikolas Nartey, Ramon Hendriks und Badredine Bouanani. Zum Kader gehören außerdem Angelo Stiller, Chris Führich, Bilal El Khannouss, Atakan Karazor, Jamie Leweling und Maximilian Mittelstädt, sodass der Gastgeber seine Angriffe sowohl durch das Zentrum als auch über die Flügel aufbauen kann.
Ein wichtiges Fragezeichen in der Abwehr
Dan-Axel Zagadou verletzte sich im Vorbereitungsspiel gegen Everton an der hinteren Oberschenkelmuskulatur. Am 11. August teilte der Verein mit, dass er mehrere Wochen ausfallen werde. Das ist keine Bestätigung dafür, dass er das Spiel gegen Köln verpassen wird, sein Status sollte jedoch unmittelbar vor der Partie überprüft werden. Bei einem so frühen Termin in der Saison ergibt es keinen Sinn, im Voraus davon auszugehen, dass jeder Spieler, der Mitte August verletzt war, Anfang September automatisch nicht zur Verfügung stehen wird.
Für Hoeneß ist auch die Verteilung der Spielminuten wichtig. Der VfB eröffnet die Liga am 28. August auswärts bei Bayern München, spielt sechs Tage später gegen Köln und hat anschließend weitere anspruchsvolle Termine vor sich. Deshalb ist zu erwarten, dass Stuttgart versucht, durch Ballbesitz und eine gute Struktur die Kontrolle zu übernehmen, zugleich aber die Frische von der Bank früher nutzt als in Spielen ohne einen solchen Zeitplan.
Köln verändert das Gesicht der Mannschaft, behält aber eine klare Identität
1. FC Köln geht mit René Wagner als Trainer in die neue Saison. Nach dem Trainerwechsel im Frühjahr schenkte ihm der Verein auch für die Vorbereitung auf 2026/2027 das Vertrauen, und die Botschaft des Klubs vor Saisonbeginn war klar: Das erste Ziel ist der Verbleib in der Bundesliga und eine längerfristige Stabilisierung.
Wagners Mannschaft erhielt im Laufe des Sommers mehrere interessante Verstärkungen. Thijs Dallinga kam auf Leihbasis von Bologna FC als zusätzliche Option im Sturmzentrum, und am 21. August kehrte Ellyes Skhiri zurück, ein Mittelfeldspieler, der den Verein gut kennt und Erfahrung im Zentrum mitbringt. Dazu kommen Ragnar Ache, Said El Mala, Jan Thielmann, Linton Maina, Isak Johannesson und Marius Bülter. Said El Mala ist besonders interessant, wenn Köln Raum für Umschaltaktionen gewinnt: Er ist schnell, kann den Ball bis ins letzte Drittel tragen und erhielt in der Vorbereitung eine wichtige Rolle.
Köln spielte im August zweimal gegen Real Sociedad und verbuchte Siege, während die letzten beiden Tests gegen SC Paderborn mit Niederlagen von 2:3 und 3:4 endeten. Wagner betonte nach diesen Spielen bei beiden dieselbe Problematik: Seine Mannschaft spielte gute erste Halbzeiten, verlor dann jedoch in kurzen Phasen die Kontrolle und kassierte mehrere Treffer. Das ist für das Gastspiel in Stuttgart besonders relevant, denn der Gastgeber verfügt über genügend Qualität, um mehrere aufeinanderfolgende Fehler beim Herausspielen aus dem Pressing oder bei der Verteidigung des eigenen Strafraums zu bestrafen.
Am Tag der Erstellung dieses Leitfadens hatte Köln sein erstes Pflichtspiel der Saison noch nicht absolviert. Das Pokal-Auswärtsspiel bei den Würzburger Kickers ist für den 24. August angesetzt, die Bundesliga beginnt fünf Tage später. Deshalb sollte die endgültige Einschätzung der Form bis zu den Tagen nach diesen Spielen aufgeschoben werden.
Personalsituation bei den Gästen
Vor dem Pokalspiel erklärte Wagner, dass Luca Waldschmidt wegen muskulärer Probleme pausiert, während Timo Hübers und Sebastian Sebulonsen in einem Rehabilitationsprogramm arbeiten. Wie bei Zagadou in Stuttgart handelt es sich dabei um den Stand aus der zweiten Augusthälfte und nicht um eine bestätigte Ausfallliste für den 4. September. Fans, die einen möglichst genauen Überblick über den Kader wünschen, werden vom letzten Training und von der Pressekonferenz unmittelbar vor der Reise mehr haben als von früheren Prognosen.
Die jüngste Bilanz im direkten Vergleich spricht für den VfB
Stuttgart war in der jüngeren Vergangenheit ein sehr unangenehmer Gegner für Köln. Im September 2025 gewann der VfB in Köln mit 2:1, nachdem die Gastgeber durch Jakub Kamiński früh in Führung gegangen waren. Demirović glich aus, und Josha Vagnoman erzielte in der Schlussphase den Siegtreffer.
Im Rückspiel im Februar 2026 gewann der VfB in der MHP Arena mit 3:1. Demirović traf zweimal, Ragnar Ache glich in der 79. Minute für Köln aus, und Undav machte in der Nachspielzeit den Sieg perfekt. Nach dieser Begegnung wuchs Kölns Serie ohne Bundesliga-Sieg gegen Stuttgart auf sechs Spiele an - vier Niederlagen und zwei Unentschieden - und der letzte Kölner Sieg in diesem Ligaduell blieb jener aus dem Dezember 2021.
Taktisches Bild: VfB-Kontrolle gegen Kölns Umschaltspiel
Bei ihrem letzten Aufeinandertreffen in der MHP Arena betonte Hoeneß die Notwendigkeit von Struktur, Ballkontrolle und proaktivem Spiel. Dieser Rahmen ergibt weiterhin Sinn. Stuttgart verfügt über Mittelfeldspieler, die auch unter Druck den Ball halten können, und über Angreifer, die sich gut zwischen den Linien bewegen. Wenn Stiller und Karazor oder ein anderer Partner im Zentrum die Angriffsseite schnell wechseln können, werden Kölns Außenspieler ohne Ball viel Arbeit leisten müssen.
Der VfB kann auf mehrere Arten gefährlich werden: durch Kombinationen von Undav und Demirović im Zentrum, durch Einrücken von Führich und Leweling aus der Breite sowie durch späte Vorstöße der Mittelfeldspieler. Pejcinovic verändert das Profil des Angriffs zusätzlich, weil er im Abschlussraum eine klassischere Präsenz bietet und nach seinem Hattrick in Rostock mit großem Selbstvertrauen kommt.
Köln möchte unter Wagner gegen den Ball aggressiv sein, aber nach Ballgewinn auch in der Lage sein, den Besitz zu kontrollieren. In der Vorbereitung gegen Real Sociedad hob der Trainer besonders die Arbeit gegen den Ball, das Herausspielen von Chancen aus dem Ballbesitz und das Umschaltspiel hervor. Gerade das Umschalten könnte in Stuttgart das wichtigste Werkzeug der Gäste sein. Wenn El Mala, Maina oder Thielmann nach einem Ballverlust des VfB freien Raum bekommen, muss der Gastgeber den Raum hinter seinen Außenspielern schnell schließen.
Für Köln wird entscheidend sein, jene Phasen zu überstehen, in denen Stuttgart mehrere Angriffe aneinanderreiht. Paderborn zeigte in zwei Vorbereitungsspielen, wie schnell die Gästeabwehr das Gleichgewicht verlieren kann, wenn die Mannschaft die vereinbarten Prinzipien nicht mehr konsequent befolgt. Gegen den VfB kann ein solcher Konzentrationsabfall von etwa zehn Minuten ausreichen, um das Spiel vollständig zu drehen.
MHP Arena: erstes Liga-Heimspiel der Saison
Die MHP Arena liegt im NeckarPark im Stuttgarter Stadtbezirk Bad Cannstatt, an der Adresse Mercedesstraße 87. Bei Bundesligaspielen beträgt die Kapazität 60.058 Zuschauer. Das Stadion wurde mit einer umfassenden Modernisierung der Haupttribüne erneuert, und die Heimspiele des VfB erzeugen regelmäßig großen Druck auf die Gäste, besonders wenn die Heimmannschaft in Richtung Cannstatter Kurve spielt.
Schon die Saisoneröffnung im Sommer zeigte das Interesse des Publikums: Das Freundschaftsspiel gegen Everton sahen 43.000 Menschen, obwohl es keine Punkte zu gewinnen gab. Das erste Bundesliga-Heimspiel, an einem Freitagabend und gegen einen Verein mit einer großen mitreisenden Fangemeinde, dürfte eine deutlich intensivere Atmosphäre bringen. Die Plätze auf den Tribünen werden schnell knapp.
Die MHP Arena ist Teil des größeren NeckarPark-Komplexes in Bad Cannstatt. Für Besucher, die von außerhalb der Stadt anreisen, ist es praktisch, die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu planen und wegen des Andrangs vor dem Spiel zusätzliche Zeit einzuplanen.
Anreise zum Stadion
- Die S-Bahn-Linie S1 fährt direkt bis zur Station NeckarPark, während S2 und S3 am Bahnhof Bad Cannstatt halten.
- Die Stadtbahnlinien U1 und U2 können bis Mercedesstraße oder Wilhelmsplatz genutzt werden, während die U11 eine Sonderlinie ist, die bei Großveranstaltungen bis NeckarPark (Stadion) fährt.
- Die Buslinien 45 und 56 fahren bis zur Haltestelle NeckarPark (Stadion).
- Bei der Anreise mit dem Auto folgt man der Verkehrsführung zum NeckarPark; im weiteren Umfeld werden rund 12.000 öffentliche Parkplätze angegeben, bei Spielen kann es jedoch zu Straßensperrungen und besonderen Verkehrsregelungen kommen.
- Für Gästefans nutzen die Blöcke 61-65 den Eingang D5, während die übrigen Eingänge den jeweiligen Stadionsektoren zugeordnet sind.
Die genaue Öffnungszeit der Eingänge für das Spiel gegen Köln war in den bis zum 23. August verfügbaren Informationen noch nicht veröffentlicht worden. Bei früheren VfB-Heimspielen war der Einlass ungefähr zwei Stunden vor dem Anpfiff möglich, für diese Begegnung sollten die aktuellen Informationen jedoch unmittelbar vor der Abfahrt überprüft werden. Dasselbe gilt für mögliche vorübergehende Änderungen im öffentlichen Nahverkehr und Sperrungen der Mercedesstraße.
Bei der Anreise mit dem Auto ist es sinnvoll, auf den letzten Kilometern mit einer langsameren Zufahrt zu rechnen. Wer mit dem Zug nach Stuttgart kommt, kann durch die Weiterfahrt mit dem städtischen Nahverkehr in Richtung Bad Cannstatt in der Regel vermeiden, im am stärksten belasteten Teil des NeckarParks nach einem Parkplatz suchen zu müssen.
Was auf den Tribünen und rund um das Spiel zu erwarten ist
Dies ist keine Begegnung, die mit großen Worten aufgebaut werden muss: Der konkrete Kontext ist bereits interessant genug. Stuttgart eröffnet seine Liga-Heimsaison nach Platz vier, Köln kommt nach einer Saison, in der die Mannschaft 14. wurde, und beide Teams haben genügend neue Gesichter, sodass sich das Kräfteverhältnis noch von Woche zu Woche verändern kann.
Das Heimpublikum wird von der ersten Minute an Initiative erwarten. Auch der Gästeblock von Köln dürfte laut sein, sodass das Spiel einen klaren Kontrast zwischen längeren Phasen des Stuttgarter Drucks und den Versuchen der Gäste bieten wird, das Stadion durch schnelles Umschalten zum Schweigen zu bringen. Besonders interessant wird sein, ob Stuttgart früh seinen Ballbesitz durchsetzen kann oder ob Köln den Gastgeber mit aggressivem Pressing zu einem direkteren Spiel zwingt.
Es lohnt sich, die Eintrittskarten rechtzeitig zu sichern. Für Besucher ist es ebenso wichtig, ausreichend Zeit für die Anreise, Sicherheitskontrollen und das Auffinden des eigenen Sektors einzuplanen, insbesondere weil es sich um das erste Bundesliga-Heimspiel des VfB in der neuen Saison handelt.
Quellen:
Bundesliga.com - Bestätigung des Termins des 2. Spieltags, Abschlusstabelle der Saison 2025/2026, Berichte und statistischer Kontext der jüngsten direkten Duelle.
VfB Stuttgart - Spielplan 2026/2027, Kader und Trainer, Angaben zu Undav, den Verpflichtungen von Sauer und Pejcinovic, Zagadous Verletzung, dem Vorbereitungsspiel gegen Everton sowie Informationen zur Anreise und zu den Eingängen der MHP Arena.
1. FC Köln - Spielplan, Trainer René Wagner, Sommerneuzugänge, Zustand der verletzten Spieler, Vorbereitungsspiele gegen Real Sociedad und SC Paderborn sowie das Vereinsziel für die neue Saison.
MHP Arena Stuttgart - Kapazität, Adresse und grundlegende Angaben zum Stadion.
Landeshauptstadt Stuttgart - räumlicher Kontext der MHP Arena und des NeckarParks.