Jethro Tull in Cambrils: sechs Jahrzehnte Prog-Rock an einem Konzertabend
Jethro Tull kommt am 4. August 2026 um 22:00 Uhr mit dem Programm Curiosity Tour 1968-2026 in den Parc del Pinaret in Cambrils. Der Name der Tour beschreibt ihr Konzept sehr prĂ€zise: ein RĂŒckblick auf den Weg, der 1968 im Londoner Marquee Club begann, ohne das Konzert jedoch in eine museale Rekonstruktion zu verwandeln. Ian Anderson und die aktuelle Besetzung verbinden Lieder, die den Progressive- und Folk-Rock geprĂ€gt haben, mit Material aus dem 2025 veröffentlichten Album "Curious Ruminant".
FĂŒr das Publikum ist besonders wichtig, dass der Veranstalter das Konzert als einzigen Auftritt der Tour in Katalonien ankĂŒndigt. Dadurch erhĂ€lt Cambrils eine gröĂere Bedeutung als eine weitere beilĂ€ufige Festivalstation, insbesondere fĂŒr Zuhörer, die Jethro Tull unter freiem Himmel in einem Programm erleben möchten, das nahezu die gesamte Geschichte der Band umfasst. Die Eintrittskarten fĂŒr diese Veranstaltung sind stark gefragt.
Was fĂŒr das Repertoire in Cambrils bestĂ€tigt ist
Die vollstĂ€ndige Setliste wurde nicht veröffentlicht und sollte nicht im Voraus erfunden werden. Dennoch wird in der KonzertankĂŒndigung ausdrĂŒcklich darauf hingewiesen, dass neben Liedern des neuen Albums auch "Thick As A Brick", "Aqualung" und "Locomotive Breath" zu hören sein werden. Das sind drei sehr unterschiedliche Bestandteile der IdentitĂ€t von Jethro Tull: eine komplexe progressive Form, ein schweres und sofort erkennbares Gitarrenriff sowie ein StĂŒck, dessen Rhythmus und abschlieĂende Energie seit Jahrzehnten als natĂŒrlicher Höhepunkt eines Konzerts wirken.
Die Curiosity Tour ist nicht nur als Abfolge der gröĂten Hits gedacht. Bei Auftritten im Vereinigten Königreich im FrĂŒhjahr 2026 wurde ein breiterer Querschnitt des Katalogs dokumentiert, von der frĂŒhen Blues-Rock-Phase und akustischeren Liedern bis hin zu neueren Kompositionen. In Rezensionen erschienen Titel wie "A Song for Jeffrey", "Mother Goose", "Fat Man", "Budapest", "Living in the Past", "The Navigators", "The Zealot Gene" und das TitelstĂŒck "Curious Ruminant". Das ist keine Garantie dafĂŒr, dass alle diese StĂŒcke in Cambrils gespielt werden, zeigt aber die Logik der Tour: Die Geschichte wird nicht chronologisch wie eine Unterrichtsstunde angeordnet, sondern unterschiedliche Epochen werden durch die Klangfarbe der Flöte, dynamische VerĂ€nderungen und Andersons unverwechselbaren erzĂ€hlerischen Stil miteinander verbunden.
Neuere Tourneeberichte heben insbesondere lĂ€ngere instrumentale Passagen, den Raum fĂŒr Jack Clarks Gitarre und die Art hervor, wie die aktuelle Besetzung bekannte Motive bewahrt, sie aber nicht als bloĂe Kopie der Studioaufnahmen spielt. FĂŒr den Zuhörer bedeutet dies, dass "Aqualung" oder "Locomotive Breath" nicht nur Momente des Wiedererkennens sind. Sie werden zu einem Rahmen fĂŒr ein lebendiges Zusammenspiel von Flöte, elektrischer Gitarre, Keyboards, Bass und Schlagzeug.
Ian Anderson und die Besetzung, die die Tour trÀgt
Die zentrale Figur bleibt Ian Anderson an Gesang, Flöte und Gitarren. Seine Art, die Flöte in eine Rockband einzufĂŒhren, ist eines der markantesten Kennzeichen in der Geschichte des Genres: Das Instrument dient nicht als Verzierung, sondern ĂŒbernimmt hĂ€ufig die Rolle der melodischen Hauptstimme, eines rhythmischen Akzents oder eines gleichberechtigten Partners der elektrischen Gitarre.
Die Besetzung fĂŒr diese Phase von Jethro Tull besteht aus:
- Ian Anderson - Gesang, Flöte, akustische und elektrische Gitarre sowie weitere Instrumente
- Jack Clark - elektrische Gitarre
- David Goodier - Bassgitarre und Begleitgesang
- John O'Hara - Keyboards, Klavier, Akkordeon und Begleitgesang
- Scott Hammond - Schlagzeug
Diese Besetzung kann ein breites Spektrum abdecken: von akustischem Folk und von der Renaissance gefĂ€rbten Melodien bis zu hĂ€rterem Rock, unregelmĂ€Ăigen Rhythmen und langen progressiven Strukturen. Clark gehört seit 2024 zur Band, und "Curious Ruminant" ist sein erstes Studioalbum mit Jethro Tull. Goodier, O'Hara und Hammond sorgen durch ihre langjĂ€hrige Zusammenarbeit mit Anderson fĂŒr KontinuitĂ€t, was bei einer Musik wichtig ist, deren Arrangements sich hĂ€ufig innerhalb eines einzigen Liedes verĂ€ndern.
"Curious Ruminant" als Grund dafĂŒr, dass die Tour auch nach vorn blickt
"Curious Ruminant" ist das 24. Studioalbum von Jethro Tull. Es wurde am 7. MÀrz 2025 veröffentlicht und enthÀlt neun Lieder, die Progressive Rock, Folk, akustische Texturen und Andersons unverwechselbare Flöte miteinander verbinden. Gleichzeitig ist es nach "The Zealot Gene" aus dem Jahr 2022 und "RökFlöte" aus dem Jahr 2023 das dritte Album der Band innerhalb von vier Jahren, sodass es in der aktuellen Konzertphase nicht nur um die Wiederbelebung des alten Repertoires geht.
Das Album reicht von kĂŒrzeren, prĂ€zise gestalteten Liedern bis zu dem fast siebzehn Minuten langen StĂŒck "Drink From the Same Well". Das TitelstĂŒck, "Puppet and the Puppet Master", "The Tipu House" und das abschlieĂende "Interim Sleep" zeigen mehrere typische Seiten der Band: erzĂ€hlerische Texte, abrupte ĂbergĂ€nge zwischen akustischem und elektrischem Klang, Akkordeon und Mandoline neben der Rockinstrumentierung sowie lĂ€ngere Formen, die aufmerksameres Zuhören verlangen.
Das Konzert in Cambrils findet zudem in einer Phase statt, in der die Band erneut zu ihrem eigenen Archiv zurĂŒckkehrt. Zehn Tage nach dem Auftritt ist eine erweiterte Ausgabe des Albums "J-Tull Dot Com" von 1999 unter dem Titel "Another Cast Of The Net" angekĂŒndigt, mit einem neuen Mix von Bruce Soord, zusĂ€tzlichem Studiomaterial und Konzertaufnahmen aus dem Jahr 2000. Dieses Detail beschreibt die gegenwĂ€rtige Phase von Jethro Tull treffend: Neue Alben entstehen regelmĂ€Ăig, wĂ€hrend der Ă€ltere Katalog gleichzeitig neu bearbeitet und in einen neuen klanglichen Zusammenhang gestellt wird.
Welches Konzerterlebnis zu erwarten ist
Jethro Tull eignet sich am besten fĂŒr ein Publikum, das bei einem Konzert aktiv zuhören möchte. Die Lieder wechseln hĂ€ufig das Tempo, die Instrumente ĂŒbernehmen unterschiedliche Rollen, und der Ăbergang von einer ruhigen akustischen Passage zu einem kraftvollen Rockriff kann ohne lange Vorwarnung erfolgen. Es handelt sich nicht um ein Programm, bei dem jedes StĂŒck fĂŒr das gemeinsame Singen des Refrains aufgebaut ist. Ein groĂer Teil der Anziehungskraft liegt in den Details der Arrangements und in der Spannung zwischen Disziplin und Exzentrik.
LangjÀhrige Fans erhalten bestÀtigte Klassiker und einen Querschnitt durch verschiedene Epochen. Liebhaber des Progressive Rock können vielschichtige Formen und instrumentale PrÀzision erwarten. Ein Publikum, das stÀrker zum Folk neigt, wird von akustischen Gitarren, Akkordeon, Mandoline und Melodien mit Bezug zur britischen Tradition angesprochen. Selbst Zuhörer, die nur "Aqualung" kennen, können leicht erkennen, warum diese Band sich vom typischen Hardrock der siebziger Jahre abhob.
Rezensionen der Curiosity Tour aus dem Jahr 2026 beschreiben das Konzert als eine Verbindung aus Respekt vor den ursprĂŒnglichen instrumentalen Passagen und neuen interpretatorischen Details, insbesondere bei den Gitarrensoli. AuĂerdem wird festgehalten, dass Anderson den Auftritt weiterhin um die Flöte, das szenische ErzĂ€hlen und charakteristische Posen aufbaut, ohne dabei vorzugeben, die heutige Darbietung sei dieselbe wie vor mehreren Jahrzehnten. Gerade dieses Gleichgewicht ist entscheidend: Das Publikum erhĂ€lt vertraute Musik, jedoch in der Darbietung der heutigen Band.
Die PlÀtze werden schnell knapp, daher lohnt es sich, rechtzeitig Eintrittskarten zu sichern.
Parc del Pinaret als offene KonzertbĂŒhne
Der Parc del Pinaret ist ein eingezĂ€unter stĂ€dtischer Park mit einer GesamtflĂ€che von 44.352 Quadratmetern und fĂŒnf öffentlichen ZugĂ€ngen. Diese Zahl beschreibt den gesamten Park und nicht die GröĂe des Konzertbereichs fĂŒr das Publikum. Die KapazitĂ€t der konkreten Konfiguration fĂŒr Jethro Tull wurde nicht veröffentlicht, sodass es keine Grundlage fĂŒr Spekulationen ĂŒber die Zahl der Besucher gibt. Die HaupteingĂ€nge des Parks befinden sich an der Avinguda del Mil·lenari und am Carrer de Josep Serra i Dalmau.
FĂŒr das Konzerterlebnis ist vor allem wichtig, dass es sich um einen Veranstaltungsort unter freiem Himmel und nicht um eine geschlossene Arena handelt. Der Klang hĂ€ngt daher stĂ€rker von der Festivalbeschallung als von der natĂŒrlichen Nachhallwirkung eines Saals ab. Das vermittelt ĂŒblicherweise ein klareres GefĂŒhl von rĂ€umlicher Weite, fĂŒhrt jedoch auch zu einer stĂ€rkeren AbhĂ€ngigkeit von der Position des Zuhörers, vom Wind und von der Anordnung der Lautsprecher. Bei einer Band mit so vielen feinen Details in Flöte, Keyboards und akustischen Instrumenten ist es sinnvoll, frĂŒher zu kommen, in Ruhe einen Platz zu finden und nicht mitten im ersten Lied einzutreten.
Der Park ist Teil der Stadt und kein abgelegener Ort auĂerhalb des Siedlungsgebiets. Dadurch lĂ€sst sich das Konzert leichter mit einem Spaziergang durch Cambrils oder einem frĂŒheren Abendessen im Zentrum und im Hafengebiet verbinden. Gleichzeitig bedeutet der sommerliche Festivaltermin, dass sich innerhalb kurzer Zeit mehr Besucher durch dieselben StraĂen bewegen werden. Eine Ankunft unmittelbar vor 22:00 Uhr erhöht das Risiko, am Eingang warten und im verkehrsreichsten Moment einen Parkplatz suchen zu mĂŒssen.
Zeitplan des Abends und Angebote vor dem Hauptauftritt
Das Programm ist nicht ausschlieĂlich auf das Konzert von Jethro Tull beschrĂ€nkt. Der Parc del Pinaret öffnet den Festivalbereich frĂŒher, sodass Besucher vor Beginn des Hauptauftritts eintreten, essen und ein zusĂ€tzliches Programm hören können.
- 20:00 - Ăffnung der EingĂ€nge und des Village-Bereichs mit Bar und Foodtrucks
- 20:30 - musikalischer Auftritt im Village
- 21:00 - gestisches Theater S.A.C. mit Edu Méndez, Gerard DomÚnech und Carles Bigorra von der Gruppe Clownic
- 22:00 - Beginn des Konzerts von Jethro Tull
- 00:00-02:00 - DJ-Programm im Village
Das Festival nennt als durchschnittliche Dauer des Hauptkonzerts etwa eineinhalb Stunden, doch dies ist keine bestĂ€tigte genaue Spielzeit fĂŒr den Auftritt von Jethro Tull. An anderen Stationen der Curiosity Tour wurden auch lĂ€ngere Programme dokumentiert, weshalb die RĂŒckfahrt nicht unter der Annahme geplant werden sollte, dass das Konzert zu einer exakt festgelegten Minute endet.
Das Village ist bis 02:00 Uhr geöffnet und bietet Speisen, GetrĂ€nke und Sitzgelegenheiten. Speisen und GetrĂ€nke von auĂerhalb dĂŒrfen nicht in den Konzertbereich mitgebracht werden. Fotografieren und Aufnehmen wĂ€hrend des Konzerts sind ebenfalls nicht gestattet. Besucher unter 16 Jahren mĂŒssen von einem Elternteil oder gesetzlichen Vormund begleitet werden und eine unterzeichnete EinverstĂ€ndniserklĂ€rung besitzen. Ein verspĂ€teter Einlass nach Beginn kann von der Entscheidung des KĂŒnstlers und der Organisation der Platzierung des Publikums abhĂ€ngen, was ein weiterer Grund ist, vor 22:00 Uhr einzutreffen.
Anreise nach Cambrils und Organisation der RĂŒckfahrt
Cambrils ist gut ĂŒber StraĂen, Bahn und Busse angebunden, doch das spĂ€te Ende des Programms erfordert einen im Voraus geprĂŒften RĂŒckreiseplan. Der stĂ€dtische Bahnhof befindet sich an der Avinguda Charles Darwin am mediterranen Eisenbahnkorridor zwischen Valencia und Barcelona. Am Bahnhof halten stĂ€dtische Buslinien; auĂerdem stehen Taxis, FahrradparkplĂ€tze und Zonen zum Absetzen von FahrgĂ€sten zur VerfĂŒgung.
Der nĂ€chstgelegene Hochgeschwindigkeitsbahnhof ist Camp de Tarragona in 32 Kilometern Entfernung und mit einer Busverbindung nach Cambrils. Der Flughafen Reus ist 12 Kilometer und der Flughafen Barcelona 100 Kilometer entfernt; von beiden bestehen Busverbindungen in die Stadt. Reisende, die aus anderen Orten an der Costa Daurada kommen, können regionale Buslinien nutzen, sollten jedoch den Fahrplan der letzten abendlichen Abfahrten gesondert ĂŒberprĂŒfen.
Bei der Anreise mit dem Auto ist Cambrils ĂŒber die N-340 sowie die Autobahnen AP-7 und A-7 erreichbar. Es sollte nicht damit gerechnet werden, dass unmittelbar vor Konzertbeginn ein Parkplatz direkt am Parc del Pinaret verfĂŒgbar sein wird. Ein vernĂŒnftigerer Plan besteht darin, vor der Ăffnung oder kurz nach 20:00 Uhr einzutreffen, die stĂ€dtischen Parkzonen zu nutzen und genĂŒgend Zeit fĂŒr den FuĂweg zu einem der HaupteingĂ€nge einzuplanen. Der Parkplatz am Bahnhof schlieĂt laut touristischen Informationen um 23:00 Uhr und ist daher nicht fĂŒr ein Fahrzeug geeignet, das dort bis zum Ende des gesamten Konzertprogramms stehen bleiben soll.
Praktische ĂberprĂŒfung vor dem Einlass
Vor der Abfahrt ist es sinnvoll, die Eintrittskarte so zu speichern, dass sie auch ohne stabile Mobilfunkverbindung geöffnet werden kann, die Regeln fĂŒr MinderjĂ€hrige zu prĂŒfen und einen Treffpunkt zu vereinbaren, falls die Gruppe getrennt eintritt. Da sich der Veranstaltungsort im Freien befindet, sind geeignete leichte Kleidung und bequemes Schuhwerk wichtiger als ein formeller Konzertlook. Auch die Wettervorhersage fĂŒr Cambrils am Tag des Auftritts sollte verfolgt werden, ohne davon auszugehen, dass ein Sommerabend zwangslĂ€ufig völlig trocken oder windstill bleibt.
Eine Ankunft um 20:00 Uhr ist nicht nur eine Möglichkeit, den Andrang zu vermeiden. Sie ermöglicht es, den Veranstaltungsort kennenzulernen, das Village zu nutzen und das Vorprogramm ohne Eile zu verfolgen. Bei einer Band, deren Musik hÀufig mit einem leisen Detail beginnt, bevor sie sich zu einem vollstÀndigen Arrangement entwickelt, ist ein rechtzeitiger Einlass ein wesentlicher Teil des Erlebnisses.
Der Verkauf der Eintrittskarten fĂŒr diese Veranstaltung lĂ€uft.
Quellen:
- Festival Internacional de MĂșsica de Cambrils - Datum, Zeitplan, bestĂ€tigte Lieder, Besetzung, zusĂ€tzliches Programm, Einlassregeln und Angebote des Village.
- Jethro Tull - Angaben zur Curiosity Tour, zum Album "Curious Ruminant", zu den aktuellen Mitgliedern und zur Veröffentlichung "J-Tull Dot Com: Another Cast Of The Net".
- Ajuntament de Cambrils - FlÀche, Charakter und HauptzugÀnge des Parc del Pinaret.
- Cambrils Turisme - Anreise ĂŒber StraĂe, Bahn, Bus und Flugzeug sowie Informationen zum Bahnhof.
- At The Barrier und musicOMH - Berichte von Konzerten der Curiosity Tour 2026 und die Art, wie die aktuelle Besetzung Klassiker mit neuerem Material verbindet.