Milwaukee Brewers gewinnen nach Sieg in Pittsburgh zum vierten Mal in Folge die NL Central
Die Milwaukee Brewers haben sich mathematisch ihren vierten Divisionstitel in Folge in der National League Central gesichert und damit eine der beständigsten Erfolgsserien der modernen MLB fortgesetzt. Den entscheidenden Teil der Arbeit erledigten sie am 15. September nach Ortszeit in den USA mit einem 5:1-Sieg gegen die Pittsburgh Pirates im PNC Park, und der Titel wurde offiziell, nachdem die Chicago Cubs später am selben Abend im Wrigley Field mit 3:6 gegen die Atlanta Braves verloren hatten. Nach offiziellen MLB-Daten stand Milwaukee nach diesem Sieg bei 94-57, während Chicago auf 84-68 zurückfiel und die führende Mannschaft der Division damit nicht mehr einholen konnte. Die Brewers bestätigten den Titel somit einige Tage, nachdem sie sich bereits die Teilnahme an den Playoffs gesichert hatten. Für einen Klub, der in den vergangenen Jahren zu einem regelmäßigen Teilnehmer an den Spielen im Oktober geworden ist, eröffnet der Gewinn der Division nun eine neue Phase der Saison: den Kampf um eine möglichst gute Position in der National League und um den Heimvorteil in den Playoffs.
Misiorowski stoppte Pittsburgh und untermauerte seine außergewöhnliche Saison weiter
Die wichtigste Rolle beim Sieg gegen die Pirates spielte Jacob Misiorowski. Der rechtshändige Pitcher von Milwaukee absolvierte fünf Innings ohne zugelassenen Run, erlaubte fünf Hits, allesamt Singles, einen Walk und verbuchte sieben Strikeouts. Laut dem Bericht der Associated Press überschritten neun seiner ersten zehn Pitches 100 Meilen pro Stunde, also ungefähr 161 Kilometer pro Stunde, und insgesamt warf er 43 seiner 82 Pitches mit einer Geschwindigkeit von mindestens 100 Meilen pro Stunde. Mit dem Sieg verbesserte er seine Saisonbilanz auf 15-5 und senkte seine ERA auf 1,89, was zum Zeitpunkt dieses Spiels der beste Wert in der Major League Baseball war. Gleichzeitig erreichte er 243 Strikeouts, laut MLB-Daten ebenfalls der beste Wert der Liga.
Misiorowski arbeitete sich dabei auch in der klubinternen Rangliste der besten Pitching-Saisons weiter nach oben. MLB erklärte, dass er während der Partie in Pittsburgh Teddy Higuera überholte, der die Saison 1987 mit 240 Strikeouts beendet hatte, und auf den dritten Platz in der Geschichte der Brewers bei den Strikeouts in einer Saison vorrückte. Besonders beeindruckend war der Beginn seines Einsatzes: Er schickte die ersten vier Batter, denen er gegenüberstand, per Strikeout zurück, und fünf der ersten sechs brachten den Ball ebenfalls nicht ins Spiel. Ein solcher Start in die Partie ermöglichte es Milwaukee, die Kontrolle zu übernehmen, noch bevor die Offensive einen größeren Vorsprung herausspielte. In der Schlussphase der regulären Saison wird auch seine Belastung zu einem wichtigen Faktor, denn laut MLB hat er bereits 166 und ein Drittel Innings absolviert, so viele wie noch nie zuvor in seiner Profikarriere.
Brewers gingen mit einer typischen Kombination kleiner Details in Führung und entschieden danach die Partie
Milwaukee kam nicht durch einen spektakulären Schlag zur frühen Führung, sondern durch eine Reihe präzise ausgeführter Spielzüge, die gut beschreiben, auf welche Weise die Mannschaft während der Saison Druck auf ihre Gegner ausübte. Laut dem Bericht der Associated Press eröffnete Jake Bauers die Aktion mit einem Single, rückte danach durch einen Groundball eines Mitspielers auf die zweite Base vor, erreichte nach einem Wild Pitch die dritte Base und erzielte schließlich nach einem Sacrifice Fly von Luis Lara den Run. Dieser eine Run genügte, solange Misiorowski Pittsburgh ohne Antwort hielt. Die Brewers erzielten anschließend im sechsten Inning vier weitere Runs und entschieden die Begegnung damit praktisch.
Luis Lara und Joey Ortiz beendeten das Spiel mit jeweils zwei RBI, sodass vier der fünf Runs von Milwaukee von Schlagmännern aus dem unteren Teil der Aufstellung kamen. Das war besonders wichtig, weil es die Breite der Offensive in einem Spiel zeigte, in dem der obere Teil des Lineups das Ergebnis nicht allein tragen musste. MLB hob hervor, dass Lara erst im Juli während der Saison zur Mannschaft gekommen war, während Ortiz nach Veränderungen seiner Rolle und einer schwächeren Phase des Jahres in der zweiten Saisonhälfte zu besserer Form fand. Die Brewers kamen insgesamt auf acht Hits, die Pirates auf zehn, doch Milwaukee verwandelte seine Chancen in deutlich mehr Runs. Dieser Unterschied zwischen der Zahl der Hits und dem Endergebnis zeigt zusätzlich, wie wichtig rechtzeitiger Kontakt, Baserunning und die Verwertung von Situationen mit Läufern in Scoring Position waren.
Pittsburgh erzielte seinen einzigen Run im achten Inning, als Brandon Lowe einen Solo-Home-Run schlug. Es war sein 30. Home Run der Saison und laut Associated Press insgesamt Pittsburghs 171. Home Run im Jahr 2026, womit der Klub seinen eigenen Saisonrekord aus dem Jahr 1999 einstellte. Rafael Flores Jr. verbuchte vier Hits für die Pirates, doch die Gastgeber konnten keine ernsthafte Gefahr erzeugen, solange Misiorowski auf dem Mound stand. Durch die Niederlage fiel Pittsburgh nach der Partie auf eine Bilanz von 75-76 und damit erneut unter die Marke von 50 Prozent Siegen. Die Begegnung wurde an einem Tag ausgetragen, an dem der Klub das Vermächtnis von Roberto Clemente würdigte, und die Spieler der Pirates trugen seine unverwechselbare Nummer 21.
Der Titel wurde erst nach der Entscheidung im Wrigley Field bestätigt
Der Sieg in Pittsburgh bedeutete für sich allein noch nicht, dass der Titel mathematisch gesichert war. Milwaukee senkte damit die sogenannte Magic Number auf eins, sodass für die Bestätigung des ersten Platzes noch ein weiterer Sieg oder eine Niederlage der Cubs nötig war. Die Antwort kam einige Stunden später aus Chicago, wo die Atlanta Braves die Cubs mit 6:3 besiegten. Laut der offiziellen MLB-Zusammenfassung führte Chicago nach vier Innings mit 3:0, doch Atlanta drehte die Partie mit zwei Runs im sechsten, zwei im siebten und zwei weiteren im neunten Inning.
Ronald Acuña Jr. schlug im sechsten Inning einen Two-Run-Home-Run und verkürzte Atlantas Rückstand auf 3:2. Ozzie Albies schlug danach im siebten Inning einen weiteren Home Run für zwei Runs und brachte die Braves mit 4:3 in Führung, während Drake Baldwin im neunten Inning ebenfalls einen Ball über den Zaun schlug und zwei weitere Runs zum Endstand von 6:3 beisteuerte. Raisel Iglesias beendete die Partie und verbuchte seinen 33. Save der Saison. Mit diesem Ergebnis verschwand auch die letzte mathematische Möglichkeit der Cubs, die Division zu gewinnen, sodass die Feier in Milwaukee beginnen konnte, obwohl die Brewers ihre Partie in Pittsburgh zu diesem Zeitpunkt bereits beendet hatten.
Nach dem vollständigen Ausgang des Abends zeigte die MLB-Tabelle Milwaukee mit 94 Siegen und 57 Niederlagen und Chicago mit 84-68. Ein Abstand von 10,5 Spielen bedeutete angesichts der verbleibenden Zahl an Partien, dass die Brewers in der NL Central nicht mehr eingeholt werden konnten. Milwaukee hatte gleichzeitig die beste Gesamtbilanz in der MLB und lag zwei Spiele vor den Los Angeles Dodgers, die zu diesem Zeitpunkt bei 92-59 standen. Das war wichtig, weil neben dem Divisionstitel selbst der Kampf um eine möglichst hohe Setzposition in den Playoffs und einen möglichen Heimvorteil offenblieb.
Erste Mannschaft, die vier Jahre in Folge die NL Central gewann
Der vierte Titel in Folge besitzt auch historische Bedeutung. Laut MLB wurde die National League Central 1994 gegründet, und die Brewers wurden zur ersten Mannschaft, die diese Division in vier aufeinanderfolgenden Spielzeiten gewann. Ihre aktuelle Serie umfasst die Titel von 2023 bis 2026, insgesamt wurden sie in fünf der vergangenen sechs und in sechs der vergangenen neun Spielzeiten Divisionsmeister. Eine solche kontinuierliche Erfolgsbilanz sticht besonders in einer Sportart hervor, in der sich Kader, Form und finanzielle Rahmenbedingungen von Jahr zu Jahr häufig erheblich verändern.
Präsident der Baseball-Operationen Matt Arnold betonte nach der Titelbestätigung die Bedeutung des vierten Erfolgs in Folge für die Organisation und die Spieler, während Manager Pat Murphy die Entwicklung der Mannschaft im Laufe der Saison hervorhob. Laut MLB ereignete sich einer der wichtigen Momente im Mai, als die Brewers die Cubs im Wrigley Field sweep-ten und den ersten Platz übernahmen, den sie anschließend nicht mehr abgaben. Ein weiterer wichtiger Test folgte im August: Nach einer schlechten Serie in San Diego antwortete Milwaukee mit drei Siegen in vier Spielen gegen die Dodgers in Los Angeles. Misiorowski spielte in beiden Phasen eine wichtige Rolle, wodurch sein Auftritt in der Partie unmittelbar vor der Sicherung des Titels zu einer logischen Fortsetzung seiner Saison wurde.
Milwaukee hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der regelmäßigsten Postseason-Mannschaften der Liga entwickelt. Die Associated Press berichtet, dass die Brewers 2026 zum achten Mal in den vergangenen neun Spielzeiten die Playoffs erreichten. Ein Jahr zuvor waren sie bis in die National League Championship Series vorgedrungen, wo sie von den Los Angeles Dodgers gestoppt wurden, weshalb der aktuelle Divisionstitel nicht das endgültige Ziel der Saison ist. Der Klub versucht weiterhin, erstmals seit 1982 wieder die World Series zu erreichen, und laut MLB gehört Milwaukee zu den fünf aktuellen Franchises, die noch auf ihren ersten Meistertitel in der Major League Baseball warten.
Division gesichert, doch das Rennen um die beste Position ist noch nicht beendet
Mit dem Gewinn der NL Central haben die Brewers eine große Ungewissheit beseitigt, doch die verbleibenden Spiele der regulären Saison besitzen weiterhin unmittelbaren Wert. Das Playoff-Format der MLB sieht vor, dass sechs Mannschaften aus jeder Liga in die Postseason einziehen: drei Divisionsmeister und drei Wild-Card-Mannschaften. Die beiden bestplatzierten Divisionsmeister jeder Liga überspringen die Wild Card Series und ziehen direkt in die Division Series ein, während die übrigen vier Teams Serien im Best-of-Three-Format spielen. Deshalb ist es Milwaukee nicht gleichgültig, mit welcher Bilanz die Mannschaft die reguläre Saison beendet.
Laut der MLB-Tabelle nach den Spielen vom 15. September lagen die Brewers mit 94-57 in der National League vor den Dodgers mit 92-59 und den Atlanta Braves mit 89-63. Damit befanden sie sich in einer sehr guten Position im Kampf um einen der beiden direkten Plätze in der Division Series, aber auch um die höchste Setzposition. MLB erklärte in seinem Bericht über den Gewinn der Division, dass Milwaukee versuche, den Vorsprung nicht nur vor den Dodgers und Braves in der National League zu halten, sondern auch gegenüber den führenden Mannschaften der American League, wenn es um die beste Gesamtbilanz in der gesamten MLB gehe. Das beste Ergebnis der regulären Saison kann auch in späteren Runden zusätzlichen Wert haben, weil sich der Heimvorteil in der World Series nach der besseren Bilanz der regulären Saison richtet.
Die Brewers blieben zugleich in der Nähe des Klubrekords von 97 Siegen, der laut MLB im Jahr 2025 aufgestellt wurde. Da sie den Divisionstitel elf Spiele vor dem Ende der regulären Saison gesichert hatten, blieb auch die Marke von 100 Siegen erreichbar. Die letzte Mannschaft aus der NL Central, die eine Saison mit mindestens 100 Siegen beendete, waren die Chicago Cubs 2016, als sie 103 Siege erzielten und anschließend die World Series gewannen. Für Milwaukee sind solche Zahlen nicht nur statistische Kuriositäten: Jeder weitere Erfolg in der Schlussphase kann den Spielplan, die Erholung und den Heimvorteil im Oktober beeinflussen.
Balance zwischen Erholung und dem Erhalt des Wettkampfrhythmus
Nach der mathematischen Sicherung der Division erhält der Trainerstab die Möglichkeit, Spielzeit und Belastung der Schlüsselspieler vorsichtiger zu steuern. Das ist besonders bei Misiorowski wichtig, der bereits die höchste Anzahl an Innings seiner Karriere erreicht hat, aber auch bei anderen Spielern, die nahezu die gesamte Saison ohne längere Pause absolviert haben. Pat Murphy erklärte nach dem Gewinn der Division, dass die Mannschaft noch Dinge verbessern müsse und dass die verbleibenden Spiele weiterhin wichtig seien. Die Idee besteht nicht nur darin, die Leistungsträger zu schonen, sondern ein Gleichgewicht zwischen dem Erhalt der Frische und dem Bewahren des Rhythmus vor Beginn der Playoffs zu finden.
Nach dem von der MLB für 2026 veröffentlichten Spielplan beginnt die Wild Card Series am 29. September, wobei die beiden besten gesetzten Teams jeder Liga diese Phase überspringen. Wenn Milwaukee seinen Platz unter den beiden bestplatzierten Divisionsmeistern der National League behauptet, würde die Mannschaft vor der Division Series mehrere zusätzliche Ruhetage erhalten. Eine solche Pause kann der Pitching-Rotation und Spielern mit kleineren Verletzungen helfen, wirft aber gleichzeitig die Frage auf, wie man ohne Spiele wettkampfbereit bleibt. Genau deshalb bleibt die Schlussphase der regulären Saison für die Brewers strategisch wichtig, obwohl sie nicht mehr über den Titel in der NL Central entscheidet.
Der 5:1-Sieg in Pittsburgh war daher mehr als nur ein weiterer Schritt in Richtung Playoffs. Er bestätigte durch Misiorowskis dominanten Auftritt die Stärke der Pitching-Rotation, zeigte, wie viel Milwaukee aus dem unteren Teil der Aufstellung herausholen kann, und setzte den einzigen verbliebenen Konkurrenten in der Division unter Druck. Einige Stunden später verwandelte Chicagos Niederlage diesen Sieg in den vierten NL-Central-Titel in Folge, die erste derartige Serie in der Geschichte der Division. Die Brewers können den Oktober nun mit dem sicheren Status als Divisionsmeister planen, doch das endgültige Ziel der Organisation bleibt deutlich größer als eine weitere Feier in der regulären Saison.
Quellen:
- MLB - offizieller Bericht über den Sieg der Brewers, den Auftritt von Jacob Misiorowski und den Gewinn des vierten NL-Central-Titels in Folge (Link)
- MLB Film Room - offizielle Zusammenfassung des Spiels Milwaukee Brewers - Pittsburgh Pirates 5:1 vom 15. September 2026 (Link)
- MLB Film Room - offizielle Zusammenfassung des Spiels Atlanta Braves - Chicago Cubs 6:3 vom 15. September 2026 (Link)
- MLB - offizielle Tabelle der regulären Saison 2026 und Rangliste nach den entscheidenden Spielen im Rennen um die Setzpositionen (Link)
- MLB - Übersicht der Mannschaften, die sich für die Playoffs 2026 qualifiziert haben, sowie das Datum, an dem die Brewers ihren Postseason-Platz bestätigten (Link)
- MLB - offizieller Spielplan und Erklärung des Playoff-Formats für die Saison 2026 (Link)
- Associated Press / CBS News Pittsburgh - Spielbericht, Einzelheiten zu Misiorowski, zur Offensive der Brewers und zum Kontext von Pittsburgh (Link)