NJPW G1 CLIMAX 36 im Ryogoku Kokugikan: Halbfinaldrama und Abschied von Hiroyoshi Tenzan
New Japan Pro-Wrestling bringt den G1 CLIMAX 36 für das Abschlusswochenende des Turniers zurück ins Ryogoku Kokugikan, und der Samstagabend besitzt zwei unterschiedliche Bedeutungen. Die eine ist sportlich: Nach einer kräftezehrenden Blockphase, die von Chicago bis zu einer Reihe japanischer Hallen reicht, geht das Programm in die K.-o.-Phase über, die zum Finale am folgenden Tag führt. Die andere ist historisch und persönlich: Hiroyoshi Tenzan bestreitet das letzte Match seiner Karriere gegen Satoshi Kojima, den Mann, mit dem er jahrzehntelang sowohl Partner als auch Rivale war.
Die Veranstaltung beginnt um 15:00 Uhr, während die Türen des Ryogoku Kokugikan um 13:30 Uhr öffnen. Für Besucher ist noch etwas wichtig: Alle Plätze für diesen Abend sind ausverkauft, und ein Ticketverkauf am Veranstaltungstag wurde nicht angekündigt. Wenn du bereits eine Eintrittskarte hast, lohnt es sich, früher zu kommen, denn es handelt sich um ein Programm, bei dem große Turniereinsätze auf den Abschied einer der bekanntesten Figuren von NJPW treffen.
Warum dieser Abend für den G1 CLIMAX 36 wichtig ist
Der G1 CLIMAX ist keine Reihe unzusammenhängender Einzelmatches. Seine Stärke liegt darin, dass sich dieselbe Gruppe von Wrestlern über mehrere Wochen hinweg an völlig unterschiedliche Gegner anpassen, Punkte sammeln und einen Rhythmus überstehen muss, in dem eine einzige Niederlage die gesamte Tabelle verändern kann. Der G1 CLIMAX 36 dauert vom 11. Juli bis zum 16. August und umfasst 20 Teilnehmer, die auf die Blöcke A und B verteilt sind. Die Blockphase endet am 13. August in der Korakuen Hall, danach zieht der Wettbewerb für das Abschlusswochenende nach Ryogoku um.
Das bedeutet, dass die endgültigen Paarungen für den 15. August nicht verantwortungsvoll im Voraus genannt werden können. Zum Zeitpunkt des Schreibens läuft die Blockphase noch, weshalb jede Darstellung konkreter Halbfinalisten als bestätigt reine Spekulation wäre. Bestätigt ist, dass der 15. August der Abend der Halbfinalphase des G1 CLIMAX 36 ist, während das Finale für den 16. August in derselben Halle angesetzt ist.
Was ein Turniermatch von den übrigen Kämpfen des Programms unterscheidet
Ein Turnier-Einzelmatch im G1 ist nicht dasselbe wie ein Titelkampf. Ein Gürtel muss nicht auf dem Spiel stehen, damit die Folgen groß sind: Jedes Ergebnis beeinflusst die Platzierung, Tie-Break-Situationen und den Weg in die Schlussphase. In der K.-o.-Phase verschwindet die Mathematik - übrig bleiben nur Weiterkommen oder Ausscheiden.
Tenzan gegen Kojima erfüllt eine völlig andere Funktion. Auch dies ist ein Einzelmatch, aber es geht weder um Punkte noch wurde es als Titelmatch angekündigt. Es besitzt den besonderen Status eines Abschiedsmatches und ein Zeitlimit von 5 Minuten. Gerade dieses kurze Limit verändert den erwarteten Rhythmus. Statt eines langen Matchaufbaus, wie er einige ihrer historischen Begegnungen prägte, erhalten jeder Kontakt, jeder Versuch eines Finishes und jeder Tempowechsel zusätzliche Dringlichkeit.
Tenzan gegen Kojima: Eine Partnerschaft endet eins gegen eins
Hiroyoshi Tenzan und Satoshi Kojima sind nicht nur durch Nostalgie miteinander verbunden. Ihre Karrieren kreuzten sich immer wieder in Momenten, in denen viel auf dem Spiel stand. Kojima bestritt sein erstes professionelles Match 1991 ausgerechnet gegen den Mann, der damals unter dem Namen Hiroyoshi Yamamoto auftrat, den heutigen Tenzan. Später wurden sie zu Tencozy, einem der bekanntesten Heavyweight-Tag-Teams in der Geschichte von NJPW.
Als Tencozy gewannen sie die IWGP Tag Team Championship sechsmal. Ihren ersten gemeinsamen Titel holten sie am 4. Januar 1999 im Tokyo Dome, außerdem gewannen sie gemeinsam die G1 TAG LEAGUE. Doch ihre Geschichte war niemals nur eine Teamgeschichte. Als Kojima NJPW verließ und zu All Japan Pro Wrestling wechselte, entwickelte sich die Beziehung der Partner zugleich zu einer großen Einzelrivalität.
Einer der zentralen Punkte dieser Geschichte ereignete sich am 20. Februar 2005 im Ryogoku Kokugikan. Tenzan war damals IWGP Heavyweight Champion, Kojima hingegen Triple Crown Heavyweight Champion. Ihr Match um beide Titel dauerte 59 Minuten und 45 Sekunden, bevor Kojima gewann, nachdem Tenzan nicht mehr weitermachen konnte. Einige Monate später gewann Tenzan den IWGP-Titel zurück, und 2006 standen sich die beiden im Finale des G1 CLIMAX erneut auf gegenüberliegenden Seiten gegenüber - diesmal gewann Tenzan und holte seinen dritten G1-Sieg.
Eine solche Geschichte erklärt, warum das Abschiedsmatch keine künstlich konstruierte Fehde benötigt. Im Kayfabe-Sinn verfügen sie über genügend gemeinsame Siege, Niederlagen, Trennungen und erneute Bündnisse, damit das Publikum ihre Beziehung sofort versteht. In der tatsächlichen Chronologie ihrer Karrieren handelt es sich um zwei Veteranen, deren berufliche Wege sich von Kojimas Debüt bis zu Tenzans letztem Auftritt berühren.
Stile, die das Publikum sofort erkennt
Tenzans Karriere ist mit dem Heavyweight-Stil der älteren NJPW-Schule verbunden - harte Schläge, Druck, Kämpfe um Kontrolle und Finishes, die er über Jahre um Aktionen wie den Anaconda Vice aufbaute. In wichtigen G1-Matches setzte er außerdem den TTD und den Moonsault ein, und seine Auftritte besaßen stets einen unverwechselbaren körperlichen Rhythmus.
Bei Kojima ist der Lariat die zentrale Bedrohung. Sein NJPW-Profil führt unter seinen Finishing- und charakteristischen Aktionen den Lariat, Diving Elbow Drop, Koji Koji Cutter und CCD auf. In einem Match von nur 5 Minuten ist das besonders wichtig: Kojima benötigt keine lange Sequenz, um das Gefühl eines bevorstehenden Endes zu erzeugen, und Tenzan besitzt nicht den Luxus, seinen Gegner langsam auszutesten.
Tenzan traf die Entscheidung über seinen Rücktritt nach Problemen mit dem Knie und dem unteren Rücken, die eine vollständige Rückkehr in einen regulären Rhythmus verhinderten. NJPW erklärte, dass er nach seinem Rücktritt hinter den Kulissen der Promotion aktiv bleiben wird. Deshalb sollte dieses Match als letzte Episode im Ring betrachtet werden und nicht als Versuch, die körperlichen Extreme früherer Jahrzehnte zu wiederholen.
Worauf man in der Schlussphase des G1 achten sollte
Da die Namen der Teilnehmer an der Schlussphase von Ergebnissen abhängen, die noch bevorstehen, ist es am nützlichsten, die Arten von Duellen zu verfolgen, die der G1 hervorbringt. In den letzten Runden treten besonders deutlich die Unterschiede zwischen Wrestlern hervor, die ihre Matches auf Geschwindigkeit aufbauen, jenen, die technische Kontrolle suchen, und Heavyweight-Wrestlern, denen einige wenige kraftvolle Sequenzen genügen, um den Verlauf einer Begegnung zu verändern.
- Konosuke Takeshita geht mit dem Druck des Titelverteidigers des letztjährigen G1-Sieges in das Turnier und mit einem Stil, der explosive Athletik, Kraft und Schläge verbindet.
- Yota Tsuji repräsentiert die neue Spitzengeneration von NJPW und ging als IWGP Heavyweight Champion in das Turnier, weshalb jede Niederlage oder jedes direkte Duell mit einem Konkurrenten zusätzliche Symbolik trägt.
- Zack Sabre Jr. bringt durch technisches Wrestling und Submission-Bedrohungen eine völlig andere Gefahr mit, weshalb Gegner ihren üblichen Kampfplan ändern müssen.
- Gabe Kidd bringt ein aggressives, auf Schläge ausgerichtetes Tempo ein und ging als IWGP Global Heavyweight Champion in den G1.
- Boltin Oleg, Yuya Uemura, Shota Umino und andere Vertreter der jüngeren Generation geben dem Turnier eine Frage, die größer ist als ein einzelnes Ergebnis - wer wird aus dem Sommermarathon als dauerhafter Kandidat für die Spitze der Promotion hervorgehen.
Wenn solche Stile vom Punktesystem in die K.-o.-Phase wechseln, verändert sich die Denkweise. In der Blockphase kann ein Wrestler eine Niederlage überstehen und trotzdem im Rennen bleiben. In der Schlussphase gibt es keine zweite Chance. Deshalb sind Halbfinalmatches strategisch gewöhnlich kompakter: weniger Raum für Kalkulation, mehr Gewicht auf Aktionen, die während des Turniers bereits Siege gebracht haben, und auf den Versuch, Schwächen auszunutzen, die der Gegner in den vorherigen Runden gezeigt hat.
Ryogoku Kokugikan als Bühne für professionelles Wrestling
Das Ryogoku Kokugikan wird in erster Linie mit Sumo verbunden, doch seine Gestaltung und seine Geschichte großer Kampfsportveranstaltungen verleihen ihm einen ganz besonderen Charakter, wenn in der Mitte des Raumes ein Wrestling-Ring steht. Die Halle kann ungefähr 10.000 Besucher aufnehmen, und die Tribünen sowie die tiefer gelegenen Zuschauerbereiche schaffen einen steilen visuellen Bezug zur Kampffläche. Beim professionellen Wrestling verstärkt das die Einzüge zum Ring, die Reaktionen des Publikums und den Moment, in dem die Halle vor einer großen Schlusssequenz verstummt.
Für NJPW ist Ryogoku kein neutrales Gebäude. Zahlreiche Titelmatches, G1-Schlussphasen und Generationswechsel fanden genau hier statt. Tenzan und Kojima besitzen ihre eigene große Geschichte in dieser Arena, darunter ihr fast einstündiges Match um zwei Titel aus dem Jahr 2005. Deshalb ist die Wahl von Ryogoku für Tenzans letzten Auftritt nicht nur eine logistische Entscheidung - der Ort ist direkt mit seinem Vermächtnis als Einzel- und Tag-Team-Wrestler verbunden.
Die Atmosphäre wird sich im Laufe des Abends wahrscheinlich je nach Art des Matches verändern. Die Schlussphase des Turniers verlangt Nervosität und sportlichen Fokus, weil das Ergebnis bestimmt, wer ins Finale einzieht. Tenzans Abschied hat eine andere emotionale Färbung: Die Einzugsmusik, die Reaktion des Publikums auf die ersten bekannten Aktionen und die letzten Momente nach dem Match können ebenso wichtig sein wie das Ergebnis selbst, das im Voraus weder vorhergesagt werden kann noch sollte.
Wenn du bereits eine Eintrittskarte hast, rechne damit, dass der Zustrom vieler Menschen vor Beginn im unmittelbaren Umfeld der Halle für Gedränge sorgen wird. Die Türen öffnen 90 Minuten vor Programmbeginn, sodass eine frühere Ankunft mehr Zeit für die Einlasskontrolle und das Finden des Platzes ohne Eile bietet.
Anreise nach Ryogoku und was man vor der Abfahrt wissen sollte
Die Halle befindet sich im Stadtteil Ryogoku in Sumida City, auf der östlichen Seite des Zentrums von Tokyo, neben einem Gebiet, das stark mit Sumo und der Kultur der Edo-Zeit verbunden ist. Für Besucher, die aus anderen Teilen von Tokyo kommen, ist die Bahn die einfachste Möglichkeit.
- JR Sobu Line: Ryogoku Station, West Exit - etwa 2 Minuten zu Fuß bis zur Halle.
- Toei Oedo Line: Ryogoku Station, Exit A3 - etwa 5 Minuten zu Fuß.
- Adresse: 1-3-28 Yokoami, Sumida-ku, Tokyo 130-0015.
- Die Halle verfügt über keine Besucherparkplätze, und auch in unmittelbarer Umgebung gibt es keine großen Parkmöglichkeiten, weshalb öffentliche Verkehrsmittel empfohlen werden.
- Die Türen öffnen um 13:30 Uhr, der Programmbeginn ist um 15:00 Uhr.
Für Reisende, die die Veranstaltung mit einer Stadtbesichtigung verbinden, ist Ryogoku praktisch, weil kein besonderer Ausflug aus Tokyo erforderlich ist. GO TOKYO gibt an, dass das Gebiet über die JR Sobu und Toei Oedo Linien erreichbar ist und die Fahrt aus dem Bereich Tokyo Station mit Umstieg in Akihabara ungefähr 16 Minuten dauert. In der Nähe befinden sich das Edo-Tokyo Museum, das Sumida Hokusai Museum und weitere Einrichtungen, die mit der Geschichte und Kunst der Stadt verbunden sind, doch am Veranstaltungstag sollte der Zeitplan mit genügend Reserve für die Rückkehr zur Halle geplant werden.
August in Tokyo bedeutet außerdem, dass ein Teil der Wege bei sommerlichen Bedingungen zurückgelegt wird, weshalb es praktischer ist, die nächstgelegenen Bahnausgänge zu nutzen, statt einen längeren Fußweg einzuplanen. Prüfe vor der Abfahrt die Angaben auf deiner Eintrittskarte und die aktuellen Einlasshinweise. Da die Veranstaltung ausverkauft ist, sollte man nicht damit rechnen, am Veranstaltungstag noch eine Eintrittskarte an der Kasse kaufen zu können.
Ein Abend mit zwei Arten von Spannung
Für das Publikum in Ryogoku am 15. August wird ungewöhnlich sein, wie unterschiedlich die beiden Geschichten sind und wie gut sie dennoch zueinander passen. Der G1 CLIMAX blickt nach vorn: auf das Finale, einen neuen Sieger und die nächste Verschiebung in der Hierarchie von NJPW. Tenzans Match blickt zurück auf 35 Jahre Karriere, 3 G1-Siege, 4 Regentschaften als IWGP Heavyweight Champion und 12 Regentschaften mit der IWGP Tag Team Championship.
Kojima ist für diesen Abschied gerade deshalb der logische Gegner, weil er an Tenzans Seite beide Rollen verkörperte, die professionelles Wrestling am besten nutzt - als Verbündeter und als Hindernis. Ihr letztes Einzelmatch muss nicht zusätzlich überhöht werden. Das Fünf-Minuten-Limit, die bekannte Geschichte und der Austragungsort liefern bereits genügend Kontext.
Alle Plätze für diesen Abend sind ausverkauft, daher ist es für die Besucher am wichtigsten, Anreise und Einlass zu organisieren, ohne sich auf einen Ticketkauf am Veranstaltungstag zu verlassen. Komm mit genügend Zeit vor 15:00 Uhr, nutze öffentliche Verkehrsmittel und plane Spielraum für Gedränge rund um Ryogoku Station und die Arena selbst ein. In der Halle bleibt dann das, was diesen Termin so interessant macht: der K.-o.-Druck des G1 und die letzten 5 Minuten der Karriere von Hiroyoshi Tenzan, ohne dass irgendjemand im Voraus wissen muss, wie es enden wird.
Quellen:
- New Japan Pro-Wrestling - Veranstaltungsseite des G1 CLIMAX 36 im Ryogoku Kokugikan, bestätigtes Datum, Türöffnung, Beginn, Adresse und angekündigtes Match Tenzan - Kojima.
- New Japan Pro-Wrestling - Ankündigung des Abschiedsmatches von Hiroyoshi Tenzan, Gegner Satoshi Kojima, Zeitlimit sowie Geschichte ihrer wichtigsten direkten Matches und der Tencozy-Partnerschaft.
- New Japan Pro-Wrestling - Ankündigung von Tenzans Rücktritt, Karrieretitel und Kontext der gesundheitlichen Probleme vor seinem letzten Match.
- New Japan Pro-Wrestling - Profile von Hiroyoshi Tenzan und Satoshi Kojima sowie Materialien zum G1 CLIMAX 36 über Teilnehmer und Turnier.
- Ryogoku Kokugikan - Angaben zu Kapazität, Adresse, öffentlichen Verkehrsmitteln, Entfernung von den Stationen und dem Fehlen von Besucherparkplätzen.
- GO TOKYO - Kontext zum Stadtteil Ryogoku, Verkehrsverbindungen und Informationen für Besucher von Tokyo.