Deutschland bestätigte in Stožice den ersten Platz: Slowenien geht nach der Niederlage in die Play-offs
Die deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen schloss die Ligaphase der europäischen UEFA-Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2027 mit einem 2:0-Sieg gegen Slowenien im Stadion Stožice in Ljubljana ab. Das Spiel des sechsten Spieltags der Gruppe A4 wurde am 9. Juni 2026 ab 18 Uhr ausgetragen, und laut Spielbericht des Deutschen Fußball-Bundes endete es mit 0:2, bei einem Halbzeitstand von 0:1. Deutschland ging gegen Ende der ersten Hälfte nach einem Eigentor von Lara Prašnikar in Führung, während Shekiera Martinez zu Beginn der zweiten Hälfte den Endstand herstellte. Das Duell bestätigte damit das Kräfteverhältnis in der Gruppe, in der sich die deutsche Nationalmannschaft bereits zuvor direkt für die Endrunde in Brasilien qualifiziert hatte. Slowenien blieb trotz der Niederlage und des letzten Platzes in der Gruppe laut UEFA-Rangfolge unter den Nationalmannschaften, die ihren Qualifikationsweg über die Play-offs im Herbst fortsetzen.
Für Deutschland hatte die Begegnung vor allem sportliche und vorbereitende Bedeutung, denn die Mannschaft von Christian Wück ging als sicherer Gruppensieger in den letzten Spieltag. Nach Angaben der UEFA beendete Deutschland die Gruppe A4 mit 16 Punkten, fünf Siegen und einem Unentschieden sowie einem Torverhältnis von 18:1. Norwegen wurde mit 12 Punkten Zweiter, Österreich mit vier Punkten Dritter und Slowenien mit drei Punkten Vierter. Dieser Ausgang bedeutet, dass Deutschland direkt zur FIFA-Frauen-Weltmeisterschaft 2027 fährt, während Norwegen, Österreich und Slowenien in die zusätzlichen Qualifikationsspiele gehen. Die UEFA weist zugleich darauf hin, dass Slowenien als viertplatzierte Nationalmannschaft der Liga A für den nächsten Wettbewerbszyklus in eine niedrigere Liga abgestiegen ist.
Ein Eigentor vor der Pause öffnete ein Spiel, das Deutschland kontrollierte
Slowenien versuchte vor heimischem Publikum in Ljubljana, eine kompakte Abwehr zu bewahren und das Spiel so lange wie möglich vom Ergebnis her offen zu halten. Laut offiziellem UEFA-Bericht und DFB-Spielbericht wurde der erste Treffer Lara Prašnikar als Eigentor nach einer Situation in der Schlussphase der ersten Halbzeit zugeschrieben. Der DFB nennt in seinem Datencenter die 39. Minute, während die UEFA den Treffer in der Spielzusammenfassung in der 40. Minute erfasste, was nichts an der wesentlichen Angabe ändert, dass Deutschland mit einer knappen Führung in die Pause ging. Dieser Verlauf war für die Gastmannschaft wichtig, weil er den slowenischen Abwehrriegel aufbrach und den weiteren Verlauf des Spiels in das erwartete Szenario lenkte. Slowenien kassierte kein frühes Gegentor, schaffte es aber nicht, gegen Gegnerinnen, die im gesamten Qualifikationszyklus die mit Abstand stabilste Abwehr der Gruppe hatten, bis zur Halbzeit die Null zu halten.
Deutschland bestätigte den Sieg in der zweiten Hälfte schnell. Laut DFB-Spielbericht traf Shekiera Martinez in der 50. Minute zum 0:2, womit das Spiel in eine ruhigere Phase überging. Nach dem zweiten Treffer konnte Deutschland den Rhythmus kontrollieren und die Einsatzzeiten verteilen, und Wück brachte bereits zu Beginn der zweiten Hälfte Larissa Mühlhaus, Sophia Kleinherne und Selina Cerci. Später kamen auch Sjoeke Nüsken und Jule Brand ins Spiel, was zeigt, dass der deutsche Stab die Begegnung auch nutzte, um die Breite des Kaders zu überprüfen. Der slowenische Trainer Saša Kolman griff im Verlauf der zweiten Hälfte zu Wechseln, mit denen er die Mannschaft auffrischen wollte, unter anderem durch die Einwechslungen von Nina Kajzba, Zala Kuštrin, Sara Ketiš und Mirjam Kastelec.
Stožice als Test für die slowenische Widerstandsfähigkeit
Auch wenn das 0:2 keine Punkte bringt, erlebte die slowenische Nationalmannschaft keinen ergebnismäßigen Zusammenbruch, wie er gegen eine der stärksten europäischen Auswahlen häufig vorkommt. Deutschland hatte Slowenien im März, im ersten direkten Duell dieser Qualifikationsgruppe, in Dresden mit 5:0 besiegt, was bestätigt, dass die Begegnung in Ljubljana enger und vorsichtiger war. Laut offiziellem Spielbericht begann Slowenien die Partie mit Zala Meršnik im Tor, und in der Startelf standen außerdem Izabela Križaj, Dominika Čonč, Lana Golob, Sara Agrež, Tinkara Testen, Zara Kramžar, Kaja Korošec, Mateja Zver, Maja Sternad und Lara Prašnikar. Die Heimmannschaft versuchte, die Erfahrung von Spielerinnen wie Mateja Zver und Lara Prašnikar mit jüngeren Leistungsträgerinnen zu verbinden, unter denen Zara Kramžar hervorsticht. Gegen Deutschland reichte das für eine längere Phase ergebnismäßiger Ungewissheit, aber nicht für einen Punkt gegen den Favoriten der Gruppe.
Deutschland begann laut DFB mit Ena Mahmutovic im Tor, und in der Startelf standen außerdem Carlotta Wamser, Janina Minge, Camilla Küver, Sarai Linder, Elisa Senß, Shekiera Martinez, Lisanne Gräwe, Vivien Endemann, Melissa Kössler und Klara Bühl. Eine solche Aufstellung deutet auf eine breitere Rotation im Vergleich zum Spiel gegen Norwegen hin, in dem Deutschland einige Tage zuvor die direkte Qualifikation bestätigt hatte. Der dpa-Bericht, den deutsche Medien übernahmen, nennt eine größere Zahl von Veränderungen in Wücks Startelf, was angesichts des bereits gesicherten Tickets für Brasilien zu erwarten war. Trotz der Änderungen behielt die deutsche Nationalmannschaft die Kontrolle und beendete die Qualifikation in Ljubljana ohne Gegentor. Dieses Ergebnis setzt das Muster des gesamten Zyklus fort, in dem Deutschland in sechs Spielen nur einen Treffer kassierte.
Deutschland bestätigte den Status einer der europäischen Führungsnationen
Nach Abschluss der Ligaphase gab die UEFA bekannt, dass aus Liga A vier Gruppensiegerinnen direkt zur Weltmeisterschaft 2027 fahren: Dänemark, Frankreich, Deutschland und Spanien. Deutschland erreichte dieses Ergebnis zunächst mit einem überzeugenden Auftakt gegen Slowenien, danach mit einem Auswärtssieg gegen Norwegen, einem Sieg über Österreich, einem Unentschieden gegen Österreich, einem entscheidenden Triumph gegen Norwegen und dem abschließenden Sieg in Ljubljana. Laut UEFA-Ergebnisliste bestand Deutschlands Zyklus in Gruppe A4 aus Siegen von 5:0 gegen Slowenien, 4:0 gegen Norwegen, 5:1 gegen Österreich, einem 0:0 gegen Österreich, einem 2:0 gegen Norwegen und einem 2:0 gegen Slowenien. Eine solche Serie zeigt sowohl offensive Breite als auch defensive Stabilität, insbesondere weil der einzige Gegentreffer beim Sieg über Österreich zugelassen wurde. Für eine Nationalmannschaft aus der europäischen Spitze endete die Qualifikation damit ohne Ungewissheit am letzten Spieltag.
Die direkte Qualifikation ist zusätzlich wichtig, weil das europäische Qualifikationssystem selbst Nationalmannschaften aus Liga A nur wenig Spielraum für Fehler lässt. Die UEFA gibt an, dass Europa für die Weltmeisterschaft 2027 über 11 direkte Plätze und einen weiteren möglichen Platz über die interkontinentalen Play-offs verfügt. Vier Plätze gehören den Siegerinnen der Gruppen der Liga A, während die verbleibenden sieben direkten europäischen Tickets über zwei Play-off-Runden verteilt werden. Eine Nationalmannschaft aus der letzten Runde der europäischen Play-offs geht in die interkontinentalen Qualifikationsspiele, was bedeutet, dass selbst das Durchkommen durch den europäischen Play-off-Weg nicht immer automatisch eine direkte Reise zur Endrunde garantiert. Deutschland vermied durch den Gruppensieg diesen komplizierteren Weg und erhielt mehr Zeit für die Vorbereitung auf die Endrunde.
Slowenien bleibt in den Play-offs, steigt aber aus Liga A ab
Für Slowenien hat die Niederlage gegen Deutschland eine doppelte Bedeutung. Einerseits beendete die Nationalmannschaft die Gruppe A4 laut UEFA-Rangliste mit drei Punkten auf dem letzten Platz und wird deshalb im nächsten Zyklus aus Liga A absteigen. Andererseits ermöglicht das Qualifikationssystem allen Nationalmannschaften aus Liga A, die ihre Gruppe nicht gewonnen haben, die Fortsetzung des Kampfes über die Play-offs, sodass Slowenien weiterhin einen rechnerischen Weg zur Weltmeisterschaft hat. Die UEFA gibt an, dass sich 32 Nationalmannschaften aus allen drei Ligen in den Play-offs befinden, darunter alle übrigen Mitglieder der Liga A, die besten Nationalmannschaften der Liga B sowie ein Teil der Nationalmannschaften aus Liga C. Die Auslosung der Play-offs ist für den 18. Juni 2026 vorgesehen, und die Spiele der ersten Runde werden vom 7. bis 13. Oktober ausgetragen. Die zweite Runde ist vom 25. November bis 5. Dezember 2026 vorgesehen.
Sloweniens Position in den Play-offs wird nicht einfach sein, denn die viertplatzierten Mannschaften der Liga A treten in einem eigenen Pfad zusammen mit den Gruppensiegerinnen der Liga B und den übrigen Vertreterinnen der Liga B an. Laut UEFA-Erklärung des Formats werden die viertplatzierten Nationalmannschaften der Liga A und die Gruppensiegerinnen der Liga B in der ersten Runde ihres Pfads gesetzt sein und das Rückspiel zu Hause austragen. Das kann Slowenien bei der Auslosung einen gewissen Vorteil bringen, ändert aber nichts daran, dass für die Qualifikation zwei Duelle mit Hin- und Rückspiel überstanden werden müssen und anschließend die Gesamtrangfolge der Siegerinnen der zweiten Runde entscheidend ist. Die UEFA gibt an, dass die sieben bestplatzierten Siegerinnen der zweiten Play-off-Runde direkt zur Weltmeisterschaft fahren, während eine verbleibende Siegerin in die interkontinentalen Play-offs geht. Deshalb werden jedes Tor, jedes Ergebnis und die Gesamtrangfolge zusätzliches Gewicht haben.
Brasilien 2027 als übergeordnetes Ziel der europäischen Qualifikation
Die FIFA gibt an, dass die FIFA-Frauen-Weltmeisterschaft 2027 vom 24. Juni bis 25. Juli 2027 in Brasilien ausgetragen wird. Es wird die erste Ausgabe des Wettbewerbs in Südamerika und insgesamt die zehnte Frauen-Weltmeisterschaft sein. Gerade wegen der wachsenden globalen Bedeutung des Turniers haben die europäischen Qualifikationen zusätzliches Gewicht, besonders für Nationalmannschaften, die versuchen, erstmals ein großes Endturnier zu erreichen. Deutschland verteidigte als mehrfache Welt- und Europameisterin in der Qualifikation den Status einer Nationalmannschaft, die regelmäßig zum Kreis der Kandidatinnen für eine hohe Platzierung gehört. Slowenien hingegen spielte in Liga A gegen ausgesprochen anspruchsvolle Gegnerinnen und sammelte Erfahrung in einem Umfeld, in dem Fehler schnell bestraft werden.
Das Spiel in Ljubljana lässt sich deshalb nicht nur durch das endgültige 0:2 betrachten. Für Deutschland war es ein professionell erledigter Abschluss der Gruppe, ohne Gegentor und ohne Ergebnisstress. Für Slowenien war es eine Begegnung, die den Unterschied in individueller Qualität und Kaderbreite bestätigte, aber auch ein Spiel, nach dem die Qualifikationsgeschichte nicht abgeschlossen ist. Nach den verfügbaren offiziellen Informationen wartet die slowenische Nationalmannschaft auf die Auslosung der Play-offs und den Gegner für den Oktober-Zyklus. Deutschland hingegen wechselt nach dem bestätigten ersten Platz vom Qualifikationsmodus in eine Phase der Planung und Vorbereitung auf Brasilien, wo die europäischen Gruppensiegerinnen zu den übrigen Nationalmannschaften stoßen werden, die sich über kontinentale Qualifikationen die Teilnahme sichern.
Quellen:
- UEFA – offizielle Angaben zum Spiel Slowenien – Deutschland, zum Stadion, zu den Offiziellen und zum Ergebnis (Link)
- UEFA – Übersicht der Ergebnisse der Ligaphase der europäischen Qualifikation für die FIFA-Frauen-Weltmeisterschaft 2027 (Link)
- UEFA – Übersicht über qualifizierte Nationalmannschaften, Play-offs, Gruppentabellen und Qualifikationssystem (Link)
- Deutscher Fußball-Bund, DFB Datencenter – offizieller Spielbericht, Torschützinnen, Aufstellungen, Wechsel und Karten (Link)
- FIFA – offizielle Informationen zur FIFA-Frauen-Weltmeisterschaft Brasilien 2027, Wettbewerbstermine und Turnierkontext (Link)
- WELT / dpa – Bericht über Deutschlands abschließenden Sieg in Ljubljana und Rotationen in der Aufstellung (Link)