Klopp und der DFB immer näher an einer Einigung: Die deutsche Nationalmannschaft wartet auf den Ausgang mit Red Bull
Jürgen Klopp könnte neuer Bundestrainer der deutschen Fußballnationalmannschaft werden, doch seine Ernennung am 11. Juli 2026 ist noch nicht offiziell abgeschlossen. Der Deutsche Fußball-Bund, DFB, teilte mit, dass Verbandspräsident Bernd Neuendorf und Vizepräsident Hans-Joachim Watzke in New York ein erstes intensives Gespräch mit Klopp über eine mögliche Übernahme des Bundestraineramts geführt haben. Laut dieser offiziellen DFB-Mitteilung wurde in dem Gespräch Einvernehmen über die wesentlichen Punkte eines möglichen Vertrags erzielt, die Verhandlungen werden jedoch in der kommenden Woche fortgesetzt. Der Verband betonte besonders, dass der Abschluss der Angelegenheit auch von einer Einigung mit Klopps aktuellem Arbeitgeber Red Bull abhängt. Deshalb lässt sich die Situation im Moment als sehr fortgeschrittene Verhandlungsphase beschreiben, aber nicht als formelle Ernennung.
Die Informationen aus dem ursprünglichen Text, wonach Klopp grundsätzlich die Übernahme der deutschen Nationalmannschaft vereinbart habe, wurden durch die offizielle DFB-Erklärung größtenteils bestätigt, jedoch mit einem wichtigen Vorbehalt. Der Verband spricht nicht von einem unterzeichneten Vertrag, sondern von einem möglichen Vertrag und von der Fortsetzung der Verhandlungen. Der DFB führte außerdem aus, dass ein etwaiger Vertrag endgültig in einer gemeinsamen Sitzung des Aufsichtsrats und der Gesellschafterversammlung der DFB GmbH und Co. KG genehmigt werden müsste. Das bedeutet, dass die politische und sportliche Führung des Verbandes den Weg für Klopps Ankunft geöffnet hat, dass aber noch rechtliche, organisatorische und vertragliche Schritte ausstehen. In der Praxis bestimmen gerade diese letzten Details häufig das Tempo der offiziellen Bekanntgabe, insbesondere wenn der Kandidat bereits an eine andere große Sportorganisation gebunden ist.
Nagelsmanns Abschied eröffnete eine dringende Suche nach einem Nachfolger
Deutschland begann die Suche nach einem neuen Bundestrainer nach dem Abschied von Julian Nagelsmann, dessen Vertrag mit dem DFB am 3. Juli 2026 aufgelöst wurde. Laut der offiziellen Mitteilung des Verbandes nahmen die Vertreter der DFB GmbH und Co. KG sowie der Aufsichtsrat den Vorschlag von Präsident Bernd Neuendorf zur sofortigen Beendigung des Vertragsverhältnisses mit dem damaligen Bundestrainer einstimmig an. Der DFB erklärte, Nagelsmann habe einen Tag zuvor in einem vertraulichen Gespräch mit der Verbandsführung darum gebeten, nach dem enttäuschenden Auftritt bei der Weltmeisterschaft 2026 in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada und Mexiko von seinen Aufgaben entbunden zu werden. In derselben Mitteilung erklärte Nagelsmann, die Entscheidung sei schwierig gewesen, doch die Mannschaft verdiene nach einer großen Enttäuschung einen unbelasteten Neuanfang. Damit endete ein Zeitraum, der im September 2023 begonnen hatte, als Nagelsmann die Nationalmannschaft in einer anspruchsvollen Phase nach früheren sportlichen Misserfolgen übernommen hatte.
Der Kontext des Abschieds wurde zusätzlich durch die Art und Weise verstärkt, wie Deutschland seinen Auftritt bei der Weltmeisterschaft beendete. Nach den DFB-Informationen zum Turnier schied die Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale nach einer Niederlage gegen Paraguay nach Elfmeterschießen aus. Es war ein besonders schmerzhafter Ausgang, weil die Weltmeisterschaft 2026 erstmals in einem erweiterten Format mit 48 Nationalmannschaften und einer zusätzlichen K.-o.-Runde ausgetragen wurde, was die Zahl der Spiele, aber auch den Druck auf die großen Fußballnationen erhöhte. Die FIFA führt in ihrer offiziellen Darstellung des Formats aus, dass nach 12 Gruppen die beiden bestplatzierten Mannschaften jeder Gruppe sowie die acht besten drittplatzierten Nationalmannschaften in die K.-o.-Phase einziehen, wodurch das Sechzehntelfinale gebildet wird. In einem solchen System hatte das frühe Ausscheiden einer der erfolgreichsten Nationalmannschaften des Weltfußballs eine starke Wirkung und beschleunigte die Debatte über die Richtung, in die sich der DFB bewegen sollte.
Der DFB bezeichnete Klopp öffentlich als Wunschkandidaten
Besonders bezeichnend ist, dass der DFB Jürgen Klopp bereits in der Mitteilung über Nagelsmanns Abschied direkt erwähnte. Der Verband erklärte damals, die Führung werde mit Klopp über die Besetzung des Bundestrainerpostens sprechen und er habe bereits grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, die Aufgabe zu übernehmen. Ein solches Maß an Offenheit ist für Verfahren zur Ernennung eines Bundestrainers ungewöhnlich, weil sich Verbände meist auf allgemeine Formulierungen über die Suche nach der besten Lösung beschränken. Der DFB zeigte damit klar, dass Klopp nicht nur einer der Kandidaten ist, sondern die zentrale Figur des Plans zum Wiederaufbau der Nationalmannschaft. Die spätere Mitteilung über die Gespräche in New York bestätigte, dass die Verhandlungen inzwischen von einem öffentlich geäußerten Wunsch in eine konkrete Phase der Abstimmung vertraglicher und sportlicher Rahmenbedingungen übergegangen sind.
Klopp wird im deutschen und europäischen Fußball seit Langem als Trainer wahrgenommen, der taktische Klarheit, starke Kommunikation und einen intensiven Spielstil verbinden kann. Das DFB-Datencenter gibt an, dass er als Trainer 828 Spiele geleitet hat, mit 423 Siegen, 206 Unentschieden und 199 Niederlagen. In dieser Statistik enthalten sind seine Amtszeiten bei Mainz 05, Borussia Dortmund und Liverpool, Vereinen, bei denen er den Ruf eines Fachmanns aufbaute, der zu langfristigen Projekten und zu einer starken Identifikation der Spieler mit der Mannschaft fähig ist. Red Bull betont in seiner offiziellen Darstellung von Klopps Rolle, dass er nach Liverpool eine strategische und nicht eine alltägliche operative Aufgabe im Fußballsystem des Unternehmens übernommen habe. Gerade der Wechsel aus einer solchen globalen Beratungsrolle in die Funktion des Bundestrainers würde seine Rückkehr zur direkten Arbeit mit einer Mannschaft auf höchstem Niveau bedeuten.
Red Bull bleibt der entscheidende Teil der abschließenden Verhandlungen
Das größte verbleibende Hindernis ist laut der offiziellen DFB-Mitteilung vom 11. Juli die Einigung mit Red Bull. Klopp begann im Januar 2025 als Red Bulls Head of Global Soccer zu arbeiten, und das Unternehmen teilte damals mit, dass er das internationale Vereinsnetzwerk beaufsichtigen, Sportdirektoren unterstützen, zum globalen Scouting beitragen und an der Entwicklung von Trainern mitwirken werde. Red Bull betonte, dass Klopp in dieser Funktion nicht die alltäglichen Operationen der Vereine leiten werde, sondern eine strategische und mentorische Rolle innerhalb des breiteren Fußballsystems haben werde. Dieser Unterschied ist wichtig für das Verständnis einer möglichen Einigung mit dem DFB, denn ein Bundestrainer arbeitet nicht im selben Rhythmus wie ein Vereinstrainer, übernimmt aber dennoch die unmittelbare sportliche Verantwortung für Spiele, Zusammenkünfte und die langfristige Auswahl der Spieler. Deshalb muss geklärt werden, unter welchen Bedingungen Klopp seine Verpflichtungen gegenüber Red Bull verlassen, ruhen lassen oder neu gestalten würde.
Laut DFB wird die Fortsetzung der Verhandlungen in der kommenden Woche erwartet, und beide Seiten gehen davon aus, dass die Gespräche erfolgreich enden könnten, wenn eine Einigung mit Klopps aktuellem Arbeitgeber erzielt wird. Das lässt mehrere offene Fragen: wann Klopp offiziell mit der Arbeit beginnen könnte, wie sein Trainerstab zusammengesetzt wäre, wie viele Befugnisse er im breiteren Umbau des Nationalmannschaftsprogramms hätte und wie das Verhältnis zur bestehenden sportlichen Führung des Verbandes geregelt würde. Der DFB hat bereits mitgeteilt, dass mit Nagelsmann auch seine Assistenten Benjamin Glück und Benjamin Hübner gehen, was zusätzlich auf die Möglichkeit einer umfassenderen Veränderung im Trainerstab hindeutet. In derselben Mitteilung hieß es auch, dass Sportdirektor Andreas Rettig den Ende 2026 auslaufenden Vertrag nicht verlängern werde, obwohl er den Verbandspräsidenten darüber bereits vor Beginn der Weltmeisterschaft informiert hatte. All das zeigt, dass die Frage des neuen Bundestrainers keine isolierte Personalentscheidung ist, sondern Teil einer breiteren Umstrukturierung nach dem Turniermisserfolg.
Warum Klopp eine andere Wahl wäre als ein klassischer Bundestrainer
Sollten die Verhandlungen abgeschlossen werden, würde Klopp die Nationalmannschaft in einem Moment übernehmen, in dem vom DFB nicht nur ein Namenswechsel auf der Bank erwartet wird, sondern auch eine überzeugende Antwort auf die Frage, wie erneut eine stabile Wettbewerbsidentität geschaffen werden kann. Deutschland verband in der Vergangenheit große Nationalmannschaftszyklen häufig mit einem klar definierten Spielmodell, Disziplin und einem starken System der Spielerentwicklung. In den vergangenen Jahren waren die Debatten über die Nationalmannschaft von fehlender Kontinuität, öffentlichem Druck und häufigen Veränderungen der Erwartungen geprägt. Klopp würde in einem solchen Umfeld ein erkennbares Trainerprofil mitbringen, aber auch große Erwartungen, die unmittelbar nach der offiziellen Bekanntgabe beginnen würden. Sein Vorteil wäre die Fähigkeit zur Kommunikation mit Spielern und Öffentlichkeit, während die größte Herausforderung darin bestünde, eine intensive Denkweise aus dem Vereinsfußball an die begrenzte Zeit anzupassen, die ein Bundestrainer mit den Nationalspielern hat.
Klopps Karriere zeigt, dass er dort am erfolgreichsten war, wo er über einen längeren Zeitraum eine Mannschaftskultur aufbauen konnte. Mainz wuchs unter seiner Führung zu einem stabileren Verein mit klarer Identität, Borussia Dortmund wurde zum Symbol für aggressives Pressing und schnelles Umschalten, und Liverpool gewann in seiner Amtszeit erneut die wichtigsten nationalen und europäischen Trophäen. Red Bull erinnert im offiziellen Profil daran, dass Klopp nach fast 25 Jahren an der Seitenlinie eine andere Rolle wählte, mit Schwerpunkt auf der Entwicklung von Fußball, Trainern und Talenten. Ein Bundestrainer hat jedoch nicht den Luxus täglichen Trainings, von Transfers und des Vereinsmarktes, sondern muss aus einer begrenzten Zahl von Zusammenkünften ein System aufbauen, das unter dem Druck großer Turniere funktioniert. Gerade dieser Unterschied zwischen Vereins- und Nationalmannschaftsarbeit wird eine der Schlüsselfragen sein, falls Klopp Deutschland übernimmt.
Die Weltmeisterschaft 2026 veränderte auch den Rahmen der Erwartungen
Das erweiterte Format der Weltmeisterschaft 2026 veränderte zusätzlich die Art und Weise, wie Erfolge und Misserfolge großer Nationalmannschaften interpretiert werden. Die FIFA organisierte das Turnier in Nordamerika mit 48 Nationalmannschaften und 104 Spielen, was eine größere globale Vertretung und einen längeren Weg bis zur Endphase bedeutete. Für die stärksten Fußballländer eröffnete dies zugleich mehr Spielraum für Fehler in der Gruppe, brachte aber auch eine neue Gefahr in der frühen K.-o.-Runde, in der ein schlechter Abend das gesamte Projekt beenden kann. Das deutsche Ausscheiden gegen Paraguay im Sechzehntelfinale hatte daher eine starke symbolische Wirkung: Die Nationalmannschaft überstand die Gruppe, schaffte es aber nicht, dieses Weiterkommen in einen ernsthaften Lauf durch die K.-o.-Phase zu verwandeln. Der DFB akzeptierte danach sehr schnell Nagelsmanns Abschied und begann Verhandlungen mit Klopp, womit er die Botschaft sendete, dass er keine lange Phase des Übergangs und der Ungewissheit will.
Sportlich müsste der neue Bundestrainer sofort beginnen, über den nächsten Zyklus nachzudenken, und nicht nur über die Behebung der Folgen der Weltmeisterschaft. Der Nationalmannschaftsfußball wird immer dichter, und die Spieler kommen aus Vereinen mit unterschiedlichen taktischen Anforderungen, Spielrhythmen und Belastungen. Das bedeutet, dass vom künftigen Trainerstab mehr als ein Motivationsimpuls nötig sein wird: Erforderlich sein werden eine klare Auswahlpolitik, eine Abstimmung über die Rollen der Schlüsselspieler, ein stabiles Spielmodell und eine präzise Kommunikation mit den Vereinen. Klopps möglicher Wert für den DFB liegt gerade darin, dass er das sportliche Projekt, die öffentliche Energie und die Entwicklungsperspektive verbinden könnte. Doch der offizielle Rahmen für eine solche Aufgabe wurde noch nicht bekanntgegeben, daher sollten alle Behauptungen über Vertragsdauer, Befugnisse und Zusammensetzung des Stabs als unbestätigt behandelt werden, bis sie vom DFB, Klopp oder Red Bull bestätigt werden.
Was vor der offiziellen Bekanntgabe folgt
Nach den derzeit verfügbaren Informationen sind die wichtigsten Schritte nun die Fortsetzung der Gespräche zwischen dem DFB und Klopp, das Erzielen einer Einigung mit Red Bull sowie die formelle Genehmigung eines möglichen Vertrags in den Gremien der DFB GmbH und Co. KG. Der DFB hat klar erklärt, dass Neuendorf und Watzke mit Klopp bereits Einvernehmen über die wesentlichen Punkte eines möglichen Vertrags erzielt haben, aber auch, dass die Gespräche noch nicht abgeschlossen sind. Das ist ein wichtiger Unterschied zwischen einer grundsätzlichen Einigung und einer offiziellen Ernennung, insbesondere in einer Situation, in der der Kandidat eine aktive Funktion in einem internationalen Sportsystem innehat. Wenn Red Bull einer Lösung zustimmt, die alle Seiten zufriedenstellt, könnte der DFB relativ schnell den neuen Bundestrainer vorstellen und eine neue Phase der deutschen Nationalmannschaft eröffnen. Wenn sich die Verhandlungen verkomplizieren, müsste der Verband entscheiden, ob er auf Klopp warten oder einen Alternativplan aktivieren will.
Im Moment lautet die präziseste Formulierung, dass Klopp der deutschen Bank sehr nahe ist, aber noch nicht offiziell als Bundestrainer bestätigt wurde. Die ursprünglichen Angaben über eine grundsätzliche Einigung decken sich mit der DFB-Bestätigung, dass Einvernehmen über die Schlüsselpunkte besteht, doch die offizielle Mitteilung des Verbandes lässt Raum für abschließende Bedingungen. Nagelsmanns Abschied, das frühe Ende des deutschen Auftritts bei der Weltmeisterschaft und die offene Hinwendung des DFB zu Klopp haben eine selten klare Richtung bei der Suche nach einem Nachfolger geschaffen. Dennoch wird die endgültige Entscheidung vom vertraglichen Ausgang mit Red Bull und von den formellen Entscheidungen der DFB-Gremien abhängen. Bis dahin bleibt die deutsche Nationalmannschaft in einer Übergangsphase, die sehr schnell zu einer der klangvollsten Trainerwenden im modernen europäischen Fußball werden könnte.
Quellen:
- Deutscher Fußball-Bund, DFB – offizielle Mitteilung über die Gespräche von Bernd Neuendorf und Hans-Joachim Watzke mit Jürgen Klopp sowie über die wesentlichen Punkte eines möglichen Vertrags (Link)
- Deutscher Fußball-Bund, DFB – offizielle Mitteilung über den Abschied von Julian Nagelsmann, die Vertragsauflösung und die Absicht der Verbandsführung, mit Klopp zu sprechen (Link)
- Red Bull – offizielle Vorstellung von Klopps Rolle als Head of Global Soccer und Beschreibung seiner Aufgaben im Fußballsystem von Red Bull (Link)
- DFB-Datencenter – offizielles Trainerprofil von Jürgen Klopp mit Daten zu Spielen und Vereinen, die er trainiert hat (Link)
- FIFA – offizieller Spielplan, Ergebnisse und Format der Weltmeisterschaft 2026 mit 48 Nationalmannschaften und 104 Spielen (Link)
- FIFA – offizielle Erklärung der K.-o.-Phase der Weltmeisterschaft 2026 und des Einzugs ins Sechzehntelfinale (Link)