Österreich wartete 36 Jahre auf einen Sieg bei der Weltmeisterschaft: Jordanien erzielte bei seinem Debüt ein historisches Tor, blieb aber ohne Punkte
Österreich eröffnete seinen Auftritt in Gruppe J der Weltmeisterschaft 2026 mit einem 3:1-Sieg gegen Jordanien in Santa Clara und machte sofort einen wichtigen Schritt in Richtung Fortsetzung des Wettbewerbs. Das Spiel wurde am 16. Juni nach Ortszeit ausgetragen, beziehungsweise in den frühen Stunden des 17. Juni 2026 mitteleuropäischer Zeit, im Stadion in Santa Clara, das FIFA für die Zwecke des Turniers unter dem Namen San Francisco Bay Area Stadium führt. Laut dem Reuters-Bericht vom Spiel musste die Mannschaft von Ralf Rangnick lange mit einem organisierten und sehr gefährlichen Jordanien zurechtkommen, das bei seinem ersten Auftritt bei Weltmeisterschaften zeigte, dass es nicht nur zum Verteidigen gekommen war. Das Ergebnis von 3:1 war am Ende überzeugender als der eigentliche Verlauf der Begegnung, denn Jordanien glich zu Beginn der zweiten Halbzeit aus und blieb bis zur Schlussphase im Spiel um einen Punkt. Österreich verschaffte sich jedoch den entscheidenden Vorteil durch größere Qualität bei Standardsituationen, die Einwechslung von Marko Arnautović und eine bessere Reaktion in den Momenten, in denen das Spiel zu kippen begann.
Für die österreichische Nationalmannschaft hat dieser Sieg auch ein starkes symbolisches Gewicht. Nach FIFA-Angaben kehrte Österreich nach 28 Jahren Abwesenheit zur Weltmeisterschaft zurück, und der Triumph über Jordanien ist sein erster Sieg bei der Endrunde seit 1990. Die Österreicher traten zuletzt 1998 bei der WM auf, kamen damals aber nicht über die Gruppe hinaus, weshalb dieses Ergebnis für Rangnicks Mannschaft auch als Ende einer langen Serie ohne Sieg auf der größten Bühne für Nationalmannschaften wichtig ist. In einer Gruppe, in der sich auch Argentinien und Algerien befinden, haben drei Punkte aus dem ersten Spiel zusätzlichen Wert, weil im erweiterten Format der Weltmeisterschaft nicht nur die ersten zwei Nationalmannschaften jeder Gruppe um das Weiterkommen kämpfen, sondern auch die besten drittplatzierten Mannschaften. FIFA gibt an, dass sich für die erste K.-o.-Runde die jeweils zwei besten Nationalmannschaften aus 12 Gruppen sowie die acht besten Drittplatzierten qualifizieren, was jeden Sieg in der Gruppe besonders wichtig macht.
Schmid eröffnete das Spiel mit einem wuchtigen Schuss, Jordanien zeigte sofort, dass es drohen kann
Österreich ging als Nationalmannschaft mit mehr Erfahrung bei großen Wettbewerben und mit Spielern, die regelmäßig in starken europäischen Ligen spielen, in die Begegnung, doch der Beginn des Spiels war nicht einseitig. Reuters berichtete, dass Jordanien bereits in der zweiten Minute nach einem schnellen Konter gefährlich wurde, als Kapitän Ehsan Haddad flach ans Außennetz schoss und die Österreicher warnte, dass jeder verlorene Ballbesitz bestraft werden könnte. In der ersten Phase des Spiels kombinierte Jordanien einen disziplinierten Block mit schnellen Vorstößen nach vorne, wobei Ali Olwan und Mousa Al-Tamari der österreichischen Abwehr die meisten Probleme bereiteten. Österreich übernahm nach und nach mehr Kontrolle im Mittelfeld, und Marcel Sabitzer war einer der Spieler, über die es versuchte, die Angriffe zu beschleunigen und Räume zwischen den jordanischen Linien zu öffnen. Trotz österreichischen Ballbesitzes hatte das Spiel einen Rhythmus, in dem sich Jordanien sicher genug fühlte, sofort anzugreifen, sobald sich eine Möglichkeit zum Umschalten eröffnete.
Der erste Treffer fiel in der 21. Minute, als Romano Schmid mit einem präzisen und kräftigen Schuss außerhalb des Strafraums zur Führung Österreichs traf. Reuters beschrieb diesen Treffer als Schuss, der im oberen Eck landete, und genau diese individuelle Qualität war das, was Österreich in einer Phase brauchte, in der es nicht leicht klare Chancen fand. Schmids Tor ermöglichte es Rangnicks Mannschaft, sich taktisch zu beruhigen und das Spiel in eine Zone zu verlagern, in der Jordanien mehr Risiko übernehmen musste. Dennoch zerfiel der WM-Debütant nach dem Gegentor nicht, sondern spielte mutig genug weiter, damit das Spiel nicht zu einer einseitigen Kontrolle des Favoriten wurde. Österreich bewahrte die Führung bis zur Pause, konnte die Begegnung aber nicht entscheiden und auch keinen Vorsprung schaffen, der eine ruhige Fortsetzung ermöglicht hätte.
Olwans Treffer für die jordanische Geschichte
Jordanien erlebte zu Beginn der zweiten Halbzeit einen Moment, der in der Geschichte seiner Nationalmannschaft festgeschrieben bleiben wird. Laut Reuters-Bericht brach Ali Olwan fünf Minuten nach der Pause über die linke Seite durch und traf vom Pfosten zum 1:1, womit Jordanien das erste Tor in der Geschichte seiner Auftritte bei Weltmeisterschaften erzielte. Dieser Treffer war nicht nur ein statistischer Moment für das Archiv, sondern auch ein realistischer Ausdruck eines Spiels, in dem Jordanien zeigte, dass es österreichische Fehler bestrafen und den Raum hinter den Außenverteidigern angreifen kann. Olwan war bereits in der Qualifikation einer der wichtigsten jordanischen Angreifer, und FIFA führt im Profil der Nationalmannschaft an, dass Jordanien nach einer historischen Qualifikationskampagne zur Weltmeisterschaft kam. Sein Tor gegen Österreich hatte daher doppelte Bedeutung: Es glich das Ergebnis aus und verwandelte Jordaniens Debüt in einen Moment nationaler Fußballgeschichte.
Der Ausgleich veränderte den emotionalen Ton des Spiels. Österreich musste plötzlich wieder eine Führung aufbauen, während Jordanien die Bestätigung erhielt, dass es gleichwertig und unter Druck spielen kann. Rangnick hatte Marko Arnautović bereits zur Halbzeit gebracht, und dieser Schritt erwies sich mit der Zeit als entscheidend, weil der österreichische Stürmer mit seiner körperlichen Präsenz die jordanischen Innenverteidiger ständig band. Österreich versuchte, über Standardsituationen und Flanken zum zweiten Treffer zu kommen, doch Jordanien verteidigte lange erfolgreich und hielt das Gleichgewicht. In diesem Zeitraum war das Spiel offen, mit österreichischer Initiative, aber auch mit der klaren Gefahr, dass jordanische Angriffe im Umschalten das Ergebnis noch einmal verändern könnten.
Der VAR annullierte einen österreichischen Treffer, aber der Druck hielt an
Österreich glaubte in der 69. Minute, wieder in Führung gegangen zu sein, nachdem Arnautović den Ball aus kurzer Distanz ins Netz geschickt hatte. Doch laut Reuters wurde der Treffer nach einer VAR-Überprüfung wegen eines Handspiels von Stefan Posch in der Aktion, die dem Abschluss vorausging, annulliert. Diese Entscheidung veränderte kurz die Stimmung auf dem Platz, denn Jordanien bekam eine neue Gelegenheit, ein Ergebnis zu halten, das bei seinem Debüt einen großen Erfolg dargestellt hätte. Zugleich zeigte das aberkannte Tor, dass Österreich immer häufiger in gefährliche Zonen eindrang und dass die jordanische Abwehr nicht mehr dieselbe Frische hatte wie im ersten Teil des Spiels. Der Druck hielt über Standardsituationen an, bei denen Größe und Stärke der österreichischen Spieler immer stärker zur Geltung kamen.
Der entscheidende Moment ereignete sich in der 77. Minute, als Yazan Al-Arab den Ball unglücklich ins eigene Netz abfälschte und Österreich mit 2:1 in Führung brachte. Den verfügbaren Spielberichten zufolge fiel das Eigentor nach einer österreichischen Ecke und einem Gedränge im Strafraum, in einer Situation, in der Arnautović erneut einer der Spieler war, die die jordanische Abwehr unter Druck setzten. Ein solches Tor war ein schwerer Schlag für Jordanien, weil es nach einer Phase kam, in der der Debütant den österreichischen Angriffen lange widerstanden hatte. Österreich erhielt danach ein Ergebnis, das es ihm ermöglichte, das Spiel vorsichtiger zu schließen und im Ballbesitz weniger zu riskieren. Jordanien musste andererseits das Spiel öffnen, doch Müdigkeit und die verpasste Chance auf einen historischen Punkt waren in den Schlussminuten immer stärker zu spüren.
Arnautović bestätigte den Sieg vom Elfmeterpunkt
Marko Arnautović stellte den Endstand tief in der Nachspielzeit her, als er per Elfmeter zum 3:1 traf. Reuters berichtete, dass der Strafstoß nach einer weiteren VAR-Überprüfung zugesprochen wurde, und der österreichische Veteran blieb vom Punkt sicher. Für den 37-jährigen Angreifer war das ein besonders wichtiger Moment, weil er nach seiner Einwechslung an allen entscheidenden österreichischen Angriffsaktionen der zweiten Halbzeit beteiligt war. Zuerst wurde ihm ein Treffer aberkannt, danach trug seine Präsenz im Strafraum zum Druck bei, der mit dem Eigentor von Al-Arab endete, und schließlich schloss er selbst das Spiel ab. Österreich bekam damit nicht nur einen Torschützen, sondern auch eine Figur, die das körperliche Kräfteverhältnis in der Schlussphase veränderte.
Rangnicks Mannschaft zeigte mit diesem Ergebnis Charakter, aber auch gewisse Schwächen, die sie im weiteren Verlauf des Turniers korrigieren müssen wird. Österreich hatte Phasen guter Ballkontrolle und hochwertiger Reaktionen nach Ballverlusten, doch Jordanien gelang es mehrfach, Räume im Umschalten zu finden. Gegen stärkere Gegner, besonders gegen Argentinien, werden solche Räume noch gefährlicher sein. Dennoch haben Siege in den ersten Gruppenspielen oft einen größeren Wert als der ästhetische Eindruck, und Österreich erreichte genau das, was am wichtigsten war: drei Punkte und das Ende eines jahrzehntelangen Wartens auf einen Sieg bei der Weltmeisterschaft. Konrad Laimer hob nach dem Spiel laut Reuters die Mentalität der Mannschaft und die Tatsache hervor, dass Österreich auch in Phasen, in denen es nicht gut spielte, nicht aufgab.
Jordanien verlor, aber sein Debüt war keine untergeordnete Vorstellung
Obwohl Jordanien ohne Punkte blieb, lässt sich sein erster Auftritt bei der Weltmeisterschaft kaum nur auf die Niederlage reduzieren. Die Nationalmannschaft aus Asien zeigte Organisation, Tempo und Wettbewerbscharakter, besonders in Phasen, in denen sie Österreich zu Fehlern im Spielaufbau zwang. FIFA hatte zuvor veröffentlicht, dass Jordanien sich zum ersten Mal in der Geschichte für die Weltmeisterschaft qualifiziert hatte, und diese Qualifikation wurde nach dem Qualifikationsverlauf in Asien bestätigt, in dem die Mannschaft einen Platz unter den Teilnehmern der Endrunde sicherte. In Santa Clara verwandelte Jordanien diesen Debütantenstatus in eine konkrete Leistung, und Olwans Treffer gab dem Spiel eine historische Dimension für eine Nationalmannschaft, die zuvor noch nie bei einer WM gespielt hatte. Die 3:1-Niederlage sagt deshalb nicht alles über den Eindruck aus, den Jordanien hinterließ, denn bis zur Schlussphase war es mit dem europäischen Gegner im Ergebnis im Gleichgewicht.
Besonders wichtig ist, dass Jordanien nach dem ersten Gegentor seine Struktur nicht verlor. Die Mannschaft von Jamal Sellami suchte weiter Al-Tamari und Olwan in den Räumen hinter der österreichischen Abwehr und zwang Österreich mehrmals dazu, im Lauf zurück zum eigenen Tor zu verteidigen. Das ist ein Hinweis darauf, dass Jordanien im weiteren Verlauf der Gruppe kein Gegner sein wird, den man im Voraus abschreiben kann. Dennoch zeigt die Tatsache, dass das Spiel nach einer Standardsituation und einem Elfmeter verloren wurde, wo der Trainerstab vor dem nächsten Auftritt Korrekturen suchen müssen wird. In einer Gruppe, in der jede Tordifferenz wichtig ist, wird Jordanien einen Weg finden müssen, die Konzentration in den Schlussphasen zu halten und die historische emotionale Ladung in Punkte umzuwandeln.
Gruppe J erhielt sofort klare Konturen
Gruppe J wirkt bereits nach der ersten Runde anspruchsvoll für alle Teilnehmer. Argentinien eröffnete laut Reuters-Berichten, die internationale Medien übernahmen, die Titelverteidigung mit einem 3:0-Sieg gegen Algerien, mit drei Toren von Lionel Messi. Damit holten Argentinien und Österreich sofort jeweils drei Punkte, während Jordanien und Algerien ohne Punkte in die zweite Runde gehen und ihr direktes Duell als Gelegenheit zur Rückkehr in den Kampf um das Weiterkommen erwarten müssen. Laut FIFA-Spielplan spielt Österreich am 22. Juni in Dallas gegen Argentinien, während Jordanien am selben Tag im San Francisco Bay Area Stadium auf Algerien trifft. Die dritte Runde bringt die Begegnungen Algerien – Österreich in Kansas City und Jordanien – Argentinien in Dallas, vorgesehen für den 27. Juni.
Für Österreich ist der Sieg über Jordanien deshalb mehr als ein guter Auftakt. Er ermöglicht es, gegen Argentinien mit einem Punktevorrat anzutreten, ohne den Druck, Versäumtes aus dem ersten Spiel nachholen zu müssen. Im erweiterten Format des Turniers können drei Punkte im Kampf um einen der Plätze unter den besten drittplatzierten Nationalmannschaften sehr wichtig sein, doch Rangnicks Mannschaft kann nun realistisch auch einen der ersten beiden Plätze anvisieren. Für Jordanien ist das nächste Spiel gegen Algerien praktisch eine Begegnung, in der es ein positives Ergebnis suchen muss, um die Chancen auf das Weiterkommen zu bewahren. Dabei kann es auf dem Eindruck aus Santa Clara aufbauen, muss aber Situationen vermeiden, in denen ein guter Eindruck wegen Standardsituationen und individueller Fehler in eine Niederlage umschlägt.
Österreichs Rückkehr auf die große Bühne
Die österreichische Rückkehr zur Weltmeisterschaft ist Teil einer umfassenderen Geschichte über eine Nationalmannschaft, die in den vergangenen Jahren unter Ralf Rangnick eine erkennbare Identität aufgebaut hat. UEFA führte vor dem Turnier an, dass Österreich die Qualifikation als Sieger seiner Gruppe abschloss, und FIFA betonte, dass die Qualifikation nach einem Remis gegen Bosnien und Herzegowina in der Schlussphase der europäischen Qualifikation gesichert wurde. Rangnicks Spielmodell basiert auf aggressivem Pressing, schnellen Reaktionen nach Ballverlust und vertikalen Angriffen, doch das Spiel gegen Jordanien zeigte, dass bei der Weltmeisterschaft auch Geduld nötig sein wird. Österreich konnte nicht über die gesamte Begegnung im idealen Rhythmus spielen und musste auch Phasen überstehen, in denen Jordanien aus Räumen drohte, die sich hinter der Mittelfeldlinie öffneten. Genau deshalb erhält der Sieg zusätzlichen Wert: Er wurde in einem Spiel errungen, in dem nicht alles reibungslos funktionierte.
Unter solchen Umständen bleibt die Erfahrung von Spielern wie Arnautović, Sabitzer, Laimer und David Alaba entscheidend für Österreichs Ambitionen. Arnautovićs Einwechslung brachte ein anderes Profil im Angriff, Sabitzer war am Aufbau des österreichischen Drucks beteiligt, und Laimer betonte nach dem Spiel die mentale Seite des Sieges. Gegen Argentinien wird Österreich ein noch höheres Maß an Präzision benötigen, besonders im defensiven Umschalten und beim Schließen der Räume zwischen Außen- und Innenverteidigern. Dennoch gibt der Turnierauftakt mit einem Sieg nach 36 Jahren des Wartens auf einen WM-Triumph der Mannschaft Selbstvertrauen, das man nicht nur durch einen guten Eindruck gewinnen kann. Für eine Nationalmannschaft, die nach fast drei Jahrzehnten zurückkehrte, wurde Santa Clara zu dem Ort, an dem die Rückkehr ein konkretes Ergebnis erhielt.
Quellen:
- The Star / Reuters – Bericht vom Spiel Österreich – Jordanien, Spielverlauf, Tore, Aussagen und Kontext des Sieges (link)
- FIFA – offizielles Match Centre für das Spiel Österreich – Jordanien, Gruppe, Stadion und Termin des Spiels (link)
- FIFA – offizieller Spielplan der Weltmeisterschaft 2026, Spiele der Gruppe J und Fortsetzung des Wettbewerbs (link)
- FIFA – Erklärung des Formats der Weltmeisterschaft 2026 mit 48 Nationalmannschaften und dem Einzug in die erste K.-o.-Runde (link)
- FIFA – Bestätigung der historischen Qualifikation Jordaniens für die Weltmeisterschaft und Qualifikationskontext (link)
- FIFA – Bestätigung der österreichischen Rückkehr zur Weltmeisterschaft nach 28 Jahren (link)
- UEFA – Überblick über die österreichische Nationalmannschaft, Gruppe, Qualifikationsleistung und Schlüsselspieler vor der Weltmeisterschaft 2026 (link)
- Rediff / Reuters – Bericht über das Spiel Argentinien – Algerien 3:0 in Gruppe J und den Hattrick von Lionel Messi (link)