Die Schweiz besiegte Jordanien in St. Gallen überzeugend und schloss den Heimteil der Vorbereitung mit einem Sieg ab
Die Schweizer Fußballnationalmannschaft besiegte Jordanien mit 4:1 in einem Freundschaftsspiel, das am 31. Mai 2026 im Stadion Kybunpark in St. Gallen ausgetragen wurde. Für die Mannschaft von Nationaltrainer Murat Yakin war die Begegnung der letzte Auftritt auf Schweizer Boden vor der Abreise in die Schlussphase der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft 2026, und das Ergebnis bestätigte das, was bereits in der ersten Halbzeit sichtbar gewesen war: Die Schweiz hatte eine klare Kontrolle über den Spielrhythmus, kam schneller in gefährliche Zonen und bestrafte die Fehler der jordanischen Abwehr. Laut dem offiziellen Spielbericht des Schweizerischen Fußballverbandes ging die Heimmannschaft mit einer 3:0-Führung in die Pause, während Jordanien seinen einzigen Treffer zu Beginn des zweiten Abschnitts erzielte. Das endgültige 4:1 wurde in der Schlussphase hergestellt, wodurch das Spiel angesichts des Kräfteverhältnisses und der Zahl der herausgespielten Schweizer Angriffe einen realistischen Rahmen erhielt.
Die Torschützen für die Schweiz waren Breel Embolo per Strafstoß in der 28. Minute, Dan Ndoye in der 33. Minute, Granit Xhaka per Strafstoß in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit sowie Christian Fassnacht in der 79. Minute. Jordanien verkürzte durch Odeh Al Fakhouri in der 52. Minute, nach einer Phase, in der die Gastmannschaft versuchte, aggressiver aus der eigenen Hälfte herauszukommen und zumindest vorübergehend die Dynamik der Begegnung zu verändern. Dennoch war der Schweizer Vorsprung aus dem ersten Abschnitt zu groß, und Fassnachts letzter Treffer bestätigte, dass die Heimmannschaft ihre Angriffsstruktur auch nach zahlreichen Wechseln nicht verloren hatte. Berichten vom Spiel zufolge war die Begegnung auch von anspruchsvollen Wetterbedingungen in St. Gallen geprägt, doch dies beeinträchtigte die Schweizer Kontrolle und den grundlegenden sportlichen Eindruck nicht wesentlich.
Früher Druck in eine hohe Führung verwandelt
Die Schweiz versuchte von Beginn an, hoch zu spielen, mit vielen Spielern zwischen der jordanischen Abwehr und dem Mittelfeld. Ein solcher Ansatz brachte Druck auf die letzte Linie der Gäste, aber auch genügend Raum für schnelle Vorstöße der Flügel- und Angriffsspieler. Embolo eröffnete das Spiel als zentrale Figur des Angriffs, indem er den Ball häufig mit dem Rücken zum Tor behauptete und Räume für die Läufe von Ndoye, Ruben Vargas und den Mittelfeldspielern aus der zweiten Reihe öffnete. Als die Schweiz in der 28. Minute zu einem Strafstoß kam, übernahm Embolo die Verantwortung und traf zum 1:0. Der Treffer war nicht nur wegen des Ergebnisses wichtig, sondern auch deshalb, weil er die Schweizer Dominanz nach einer Anfangsphase bestätigte, in der Jordanien bereits unter ständigem Druck gestanden hatte.
Nur fünf Minuten später erhöhte Dan Ndoye auf 2:0 und lenkte das Spiel zusätzlich in Richtung eines Schweizer Sieges. Dieser Treffer zeigte die Breite von Yakins Mannschaft, denn die Gefahr kam nicht nur über den klassischen Stürmer, sondern auch über Spieler, die den Raum aus Halbräumen angreifen. Jordanien hatte in diesen Momenten Probleme mit dem Verschieben der Linien und mit dem Herausspielen nach Ballgewinnen, sodass es einen großen Teil der ersten Halbzeit damit verbrachte, das Spiel zu verlangsamen. Die Schweiz versuchte dagegen, den Ballbesitz schnell zurückzugewinnen und erneut anzugreifen, bevor sich der Gästeblock vollständig organisieren konnte. In der Nachspielzeit des ersten Abschnitts verwertete Granit Xhaka den zweiten Schweizer Strafstoß und traf zum 3:0, was die Richtung der Fortsetzung praktisch bestimmte.
Jordanien zeigte eine Reaktion, aber ohne Wende im Spielrhythmus
Jordanien ging mit einer klareren Absicht in die zweite Halbzeit, vertikaler und konkreter zu sein. Der Treffer von Odeh Al Fakhouri in der 52. Minute gab den Gästen einen Ergebnisschub und zeigte, dass die Schweiz trotz der hohen Führung die Umschaltmomente des Gegners nicht völlig vernachlässigen konnte. Die Rolle von Musa Al Taamari war dabei besonders wichtig, weil Jordanien über ihn den Ausweg aus dem Druck und die Verbindung im Angriff suchte. Dennoch verwandelte sich die Phase nach dem Treffer nicht in eine länger anhaltende Dominanz der Gäste. Die Schweiz gewann nach und nach den Ballbesitz zurück, beruhigte den Rhythmus und kontrollierte den Raum im Mittelfeld, wodurch sie die Möglichkeit verringerte, dass Jordanien das Spiel zusätzlich verkomplizieren könnte.
Die Gastnationalmannschaft kam nach St. Gallen als Mannschaft, die sich auf ihren ersten Auftritt bei einer Weltmeisterschaft vorbereitet. FIFA hatte zuvor bekannt gegeben, dass Jordanien nach einem 3:0-Sieg gegen Oman die historische Qualifikation geschafft hatte, mit dem wichtigen Kontext der asiatischen Qualifikation, in der die Mannschaft von Jamal Sellami den größten Schritt in ihrer Nationalmannschaftsgeschichte machte. In diesem Sinne war das Spiel gegen die Schweiz ein anspruchsvoller Test gegen eine europäische Nationalmannschaft mit großer Turniererfahrung. Die 4:1-Niederlage offenbarte Schwächen in der defensiven Organisation und in der Reaktion auf hohes Pressing, doch der Treffer in der zweiten Halbzeit zeigte dennoch, dass Jordanien über individuelle Qualität und die Möglichkeit verfügt, Gefahr zu erzeugen, wenn es gelingt, aus der ersten Welle des gegnerischen Pressings herauszukommen.
Für Yakin eine wichtige Überprüfung der Kaderbreite
Für Murat Yakin war dieses Spiel nicht nur ein Vorbereitungsergebnis, sondern auch eine Gelegenheit, die verfügbaren Optionen unmittelbar vor der Abreise über den Atlantik zu überprüfen. Der Schweizerische Fußballverband gab vor den abschließenden Vorbereitungen bekannt, dass Yakin für die Weltmeisterschaft eine Gruppe zusammengestellt hat, in der sich zahlreiche erfahrene Spieler befinden, aber auch mehrere Fußballer, für die das Turnier die erste große Welterfahrung sein wird. Laut der Mitteilung des Verbandes befinden sich im Schweizer Kader 18 Spieler mit früherer Erfahrung bei Weltmeisterschaften, während Granit Xhaka und Ricardo Rodriguez in den Kreis der Fußballer eintraten, die beim Turnier 2026 ihre vierte Weltmeisterschaft spielen könnten. Ein solches Verhältnis von Erfahrung und Frische ist wichtig für eine Mannschaft, die seit Jahren versucht, in der Kontinuität europäischer Nationalmannschaften zu bleiben, die regelmäßig in der Lage sind, die Gruppenphasen großer Wettbewerbe zu überstehen.
Gerade das Spiel gegen Jordanien zeigte, warum der Schweizer Stab die Kontinuität betonte. Xhaka gab aus dem Mittelfeld Stabilität, Embolo trug in der Anfangsphase der Begegnung die Offensive, und Ndoye bestätigte mit seinen Bewegungen die Bedeutung von Spielern, die den Angriff beschleunigen können, ohne den Ball lange zu halten. Gleichzeitig ermöglichten die Wechsel in der Fortsetzung, dass Spieler Minuten erhielten, die in der Rotation wichtig sein können. Christian Fassnacht, der Schütze des vierten Treffers, ist ein Beispiel für ein solches Profil: ein Spieler, der ein Spiel nicht beginnen muss, um Einfluss auf die Schlussphase zu haben. Für ein Turnier, das in einem erweiterten Format, mit Reisen und unterschiedlichen klimatischen Bedingungen gespielt wird, kann eine solche Breite ebenso wichtig sein wie die Form der Anfangself.
Ein Ergebnis, das in den breiteren Kontext der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft eingeht
Die Schweiz schloss mit dieser Begegnung den Heimteil der Vorbereitung in St. Gallen ab. Nach dem Zeitplan des Schweizerischen Fußballverbandes begann die Nationalmannschaft die Vorbereitung in dieser Stadt am 25. Mai, und die Abreise in die Vereinigten Staaten von Amerika ist für den 2. Juni 2026 vorgesehen. Vor Beginn der Weltmeisterschaft wartet auf die Schweiz noch eine weitere Überprüfung, gegen Australien am 6. Juni in San Diego. Danach folgt der Gruppenauftakt gegen Katar am 13. Juni im Stadion im Raum San Francisco, den FIFA als ersten Schweizer Auftritt in Gruppe B aufführt. In derselben Gruppe befinden sich auch Bosnien und Herzegowina sowie Kanada, sodass das Ergebnis in der Auftaktrunde großes Gewicht im Kampf um den Einzug in die K.-o.-Phase haben wird.
FIFA hat bekannt gegeben, dass die Weltmeisterschaft 2026 vom 11. Juni bis zum 19. Juli in Kanada, Mexiko und den Vereinigten Staaten von Amerika ausgetragen wird, in einem erweiterten Format mit 48 Nationalmannschaften. Das bedeutet, dass Vorbereitungsspiele in den letzten Wochen einen doppelten Wert haben: Die Nationaltrainer suchen Form und Automatismen, müssen aber gleichzeitig die körperliche Frische der Spieler bewahren. Die Schweiz holte gegen Jordanien ein überzeugendes Ergebnis, ohne in der Schlussphase dramatischen Druck aufbauen zu müssen, was für den Trainerstab ein günstiges Szenario ist. Dennoch sind der Gegentreffer und mehrere jordanische Vorstöße nach der Pause eine Warnung, dass gegen Nationalmannschaften mit größerer individueller Qualität jeder Positionierungsfehler teurer sein wird. Genau deshalb können Yakin und sein Stab das Ergebnis als positives Signal betrachten, aber nicht als Beweis dafür, dass die Vorbereitung ohne offene Fragen abgeschlossen ist.
Für Jordanien eine nützliche Überprüfung vor dem historischen Auftritt
Für Jordanien kam die Begegnung in St. Gallen in einer Phase großer Erwartungen. Die Nationalmannschaft, die sich den ersten Auftritt auf der Weltbühne gesichert hat, muss sich nun an das Niveau der Gegner anpassen, denen sie auf der größten Bühne begegnen wird. Laut dem FIFA-Spielplan wird Jordanien bei der Weltmeisterschaft 2026 in Gruppe J spielen, gemeinsam mit Argentinien, Algerien und Österreich. Das ist eine sehr anspruchsvolle Gruppe für einen Debütanten, vor allem weil sie den amtierenden Weltmeister und zwei Nationalmannschaften umfasst, die eine deutlich längere Geschichte von Auftritten in großen Wettbewerben haben. In diesem Kontext muss die Niederlage gegen die Schweiz nicht nur eine negative Bedeutung haben, wenn der jordanische Stab sie für Korrekturen im Abwehrblock, im Druck auf den Ball und im Umschalten nach verlorenem Ballbesitz nutzt.
Die jordanische Mannschaft zeigte in der Schweiz dennoch mehrere Elemente, auf denen sie aufbauen kann. Al Fakhouris Treffer kam in einem Moment, in dem Jordanien versuchte, mutiger zu sein, und die Präsenz von Spielern wie Al Taamari gibt der Nationalmannschaft die Möglichkeit, in einzelnen Phasen des Spiels eine passive Rolle zu vermeiden. Das Problem ist, dass gegen die Schweiz zu lange unter Druck gespielt wurde, und die zwei Situationen, die mit Strafstößen endeten, erschwerten jeden Plan für ein kontrolliertes Ergebnis zusätzlich. Bei der Weltmeisterschaft entscheiden solche Details häufig Spiele, sodass die freundschaftliche Niederlage in St. Gallen wahrscheinlich genau durch das Prisma der Fehler analysiert wird, die vor den offiziellen Auftritten reduziert werden müssen.
Die Schweiz bestätigte offensive Effizienz, doch der Abschlusstest folgt erst noch
Die wichtigste Schlussfolgerung aus Schweizer Perspektive ist, dass die Nationalmannschaft den Sieg auf eine Weise errang, die zur Schlussphase der Vorbereitung passt: Sie übernahm früh die Kontrolle, nutzte Situationen im Strafraum und brachte das Spiel ohne größere Turbulenzen zu Ende. Vier Treffer unterschiedlicher Profile, zwei aus Strafstößen und zwei aus dem Spiel heraus, zeigen die Vielfalt der offensiven Lösungen. Besonders wichtig ist, dass unter den Torschützen Spieler waren, die entsprechend ihrer bisherigen Rolle in der Nationalmannschaft unterschiedliche Aufgaben im Turnierplan haben werden. Embolo als offensive Referenz, Ndoye als bewegliche Option in der Breite, Xhaka als Kapitän und Spielorganisator sowie Fassnacht als Rotationsspieler geben Yakin mehrere verschiedene Möglichkeiten, die Mannschaft zusammenzustellen.
Dennoch kann das Spiel gegen Jordanien nicht vollständig auf das übertragen werden, was die Schweiz gegen Katar, Bosnien und Herzegowina sowie Kanada erwartet. Die Intensität offizieller Spiele, der Ergebnisdruck und die spezifischen Bedingungen des nordamerikanischen Turniers werden einen anderen Rahmen schaffen. Deshalb ist der Sieg in St. Gallen vor allem ein hochwertiger Vorbereitungsschritt und keine endgültige Bestätigung der Turnierform. Die Schweiz erhielt das, was sie suchte: ein Ergebnis, Minuten für mehrere Spieler, eine positive Atmosphäre vor der Reise und genügend Material für die Analyse. Jordanien erhielt auf der anderen Seite eine schwere, aber nützliche Erinnerung an das Konzentrationsniveau, das für einen Debütauftritt bei der Weltmeisterschaft erforderlich ist. In einem solchen Verhältnis erfüllte das Freundschaftsspiel in St. Gallen seinen Zweck für beide Nationalmannschaften, auch wenn es vom Ergebnis her klar dem Gastgeber gehörte.
Quellen:
- Schweizerischer Fußballverband SFV/ASF - offizieller Spielbericht der Partie Schweiz - Jordanien 4:1 mit Datum, Ort, Ergebnis und Torschützen (link)
- Schweizerischer Fußballverband SFV/ASF - Zeitplan der Vorbereitung der Schweizer Nationalmannschaft vor der Weltmeisterschaft 2026 (link)
- Schweizerischer Fußballverband SFV/ASF - Mitteilung über Murat Yakins Kader und die abschließende Vorbereitung der Nationalmannschaft (link)
- FIFA - offizieller Spielplan der Weltmeisterschaft 2026 und Gruppen des Turniers (link)
- FIFA - Information über die Qualifikation Jordaniens für die erste Weltmeisterschaft in der Geschichte der Nationalmannschaft (link)
- FIFA - Information über die Qualifikation der Schweiz für die Weltmeisterschaft 2026 und den Qualifikationskontext (link)
- beIN Sports - Bericht über das Freundschaftsspiel, die Wetterbedingungen und den Verlauf der Begegnung in St. Gallen (link)