Das Arbeitsgruppe RAAEWG (ENFSI) hielt Ende August 2024 ein Treffen in Vilnius, Litauen, ab, um neue Methoden und Techniken in der Verkehrsgutachtungen, insbesondere im Bereich der digitalen Technologien innerhalb von Fahrzeugen, zu besprechen. Einer der wichtigsten Aspekte des Treffens war die Analyse von Daten aus „Schwarzen Boxen“ (EDR - Event Data Recorder), die in modernen Fahrzeugen installiert sind. EDR-Systeme zeichnen wichtige Informationen wie Geschwindigkeit, Bremsstatus und Gaspedalposition unmittelbar vor einem Aufprall auf, wodurch sie ein unverzichtbares Werkzeug bei Unfallgutachten werden.
Nutzung von Daten aus Motorrädern
Besondere Aufmerksamkeit wurde der Möglichkeit der Erfassung und Analyse von Daten aus EDR-Geräten in Motorrädern gewidmet, insbesondere bei Modellen wie Kawasaki Ninja und Yamaha. Diese Geräte zeichnen wichtige Daten wie die Geschwindigkeit des Hinterrads, die Position der Kupplung und die Geschwindigkeit auf, insbesondere bei abruptem Anhalten oder Stürzen des Motorrads. Bei Modellen wie der Kawasaki Ninja ZX-6R liefern die unmittelbar vor dem Vorfall gespeicherten Daten, wie Motordrehzahl und Radgeschwindigkeit, den Ermittlern wertvolle Informationen zur Rekonstruktion des Ereignisses.
Anpassung forensischer Standards
Im Rahmen des Treffens wurde auch die Aktualisierung bestehender Handbücher und Standards besprochen, um sie an neue Technologien anzupassen, einschließlich der Norm ISO 21043, die globale Richtlinien für forensische Verfahren festlegt. Die Expertin Sanja Krajinović vom Zentrum hielt einen Vortrag über die Anwendung dieser Norm in der täglichen Arbeit und die Herausforderungen bei ihrer Implementierung.
Digitale Forensik und intelligente Geräte
Neben Fahrzeugen wurde auch die Untersuchung der Möglichkeiten der Nutzung von Daten von Smartphones wie dem Apple iPhone hervorgehoben, die Informationen über die Fahrzeugbewegung durch eingebaute Sensoren und GPS-Systeme aufzeichnen. Diese Daten eröffnen neue Möglichkeiten bei der Analyse von Fahrzeuggeschwindigkeit und Standort, was in der Rekonstruktion von Unfällen nützlich sein kann.
Beim Treffen wurde auch eine neue Leitung der Gruppe gewählt, wobei Berislav Barišić-Jaman erneut als Mitglied des Vorstands bestätigt wurde, was die Bedeutung kroatischer Experten in der internationalen forensischen Gemeinschaft erneut unterstreicht.
Weitere Schritte
Die Arbeitsgruppe setzte ihre Arbeit an der Aktualisierung ihrer Handbücher und Empfehlungen fort, um sich den neuesten Fortschritten in der Verkehrsforschung anzupassen. Das nächste Treffen ist für Anfang 2025 geplant, bei dem die Ergebnisse der Forschung und Innovationen, die auf neue Fahrzeugtypen und digitale Geräte angewendet wurden, vorgestellt werden sollen.