The Open Championship in Royal Birkdale: Leitfaden für den letzten Vorbereitungstag
The Open Championship kehrt nach Royal Birkdale zurück, einem Linksplatz in Southport im Nordwesten Englands, und eine Tageskarte für Mittwoch bietet einen anderen Rhythmus als die vier Wettkampfrunden. Es ist der abschließende Trainingstag, die letzte Gelegenheit vor Beginn des Kampfes um den Claret Jug zu beobachten, wie die Spieler ihre Schläge feinabstimmen, sich mit den erneuerten Löchern vertraut machen und nach den richtigen Linien zu den Grüns suchen.
Die Tore öffnen um 7:00 Uhr, während das Wettkampfspiel erst am Donnerstag beginnt. Die Besucher kommen daher nicht, um Ergebnisse, den Cut oder die Rangliste zu verfolgen, sondern den Prozess, der ihnen vorausgeht. Auf der Driving Range können die Routinen der führenden Spieler verglichen werden, entlang der Fairways lassen sich Proberunden ohne den Druck eines notierten Ergebnisses verfolgen, und in den Zuschauerbereichen finden Gespräche, Autogrammstunden und Analyseprogramme statt.
The Open ist eines der vier Major-Turniere im Herrengolf und der älteste Wettbewerb dieser Stufe; er wurde erstmals 1860 ausgetragen. Royal Birkdale wird zum elften Mal Gastgeber sein. Von Donnerstag bis Sonntag werden 72 Löcher im Zählspielformat gespielt, täglich jeweils 18 Löcher. Nach den ersten 36 Löchern qualifizieren sich die 70 besten Ergebnisse sowie alle Spieler, die den 70. Platz teilen. Somit bringt der Freitag den Kampf um den Cut, der Samstag den Vorstoß an die Spitze und der Sonntag die Entscheidung über den Sieger sowie ein mögliches Stechen, falls nach vier Runden kein alleiniger Führender feststeht.
Die Eintrittskarten für diese Veranstaltung sind stark nachgefragt. Der Mittwoch ist besonders interessant für Zuschauer, die mehr Spieler in einer entspannteren Arbeitsumgebung sehen und verstehen möchten, wie die Vorbereitung auf ein Major abläuft, bevor jeder Schlag die Rangliste zu verändern beginnt.
Was der abschließende Trainingstag bietet
Der Trainingstag ist keine Schauveranstaltung mit einem im Voraus festgelegten Drehbuch. Die Spieler organisieren ihre Vorbereitung selbst, entscheiden, wie viel Zeit sie auf dem Platz verbringen, und können ihren Plan je nach Zustand ihres Spiels, der Arbeit mit dem Trainer oder der Einschätzung einzelner Löcher ändern. Daher sollte kein stabiler Gruppenzeitplan wie am Donnerstag und Freitag erwartet werden. Der beste Ansatz besteht darin, die Driving Range, mehrere strategische Stellen am Platz und das Programm im Spectator Village miteinander zu kombinieren.
Das veröffentlichte Programm für Mittwoch umfasst:
- Live at The Range von 9:00 bis 12:00 Uhr und von 14:00 bis 18:00 Uhr
- The Open Radio von 10:00 bis 12:00 Uhr und von 14:00 bis 17:00 Uhr
- Autogrammstunde und Gespräch mit Cameron Young von 10:30 bis 11:15 Uhr
- Autogrammstunde und Gespräch mit Shane Lowry von 13:30 bis 14:00 Uhr
- Fantasy Picks von 12:00 bis 12:45 Uhr
- The Preview Show mit Luke Donald und Luke Kerr-Dineen von 14:30 bis 14:45 Uhr
- SwingZone, SkillZone und Long Putt von 7:00 bis 18:00 Uhr
Die Zeiten können sich ändern und sollten deshalb unmittelbar vor der Anreise und nach dem Einlass erneut geprüft werden. Für Besucher, die möglichst viel Golf sehen möchten, bietet eine Ankunft am Morgen einen deutlichen Vorteil. Die ersten zwei Stunden lassen Raum für einen Rundgang über den Platz, bevor der Zuschauerandrang zunimmt. Anschließend kann man zur Driving Range wechseln, wenn die Übertragung Live at The Range beginnt.
Cameron Young und Shane Lowry sind nicht nur Namen für einen kurzen Auftritt. Young gehört zu einer Generation kraftvoller Longhitter, deren Kontrolle über die Startposition des Balls auf den engen Linien von Royal Birkdale besonders interessant sein wird. Lowry ist der Sieger von The Open 2019 und ein Golfer, dessen Einfallsreichtum rund um die Grüns auf natürliche Weise mit dem Linksgolf verbunden ist. Die Autogrammstunden bieten eine seltene Gelegenheit, ihre Kommunikation mit dem Publikum außerhalb des Wettkampfrhythmus zu erleben. Für einen Platz in der Nähe der Bühne lohnt es sich jedoch, früher zu kommen.
The Preview Show bietet einen weiteren nützlichen Blickwinkel. Luke Donald, Kapitän des europäischen Ryder-Cup-Teams, und Luke Kerr-Dineen geben anhand taktischer Themen, möglicher Entscheidungen vom Abschlag und der Art und Weise, wie der Platz präzises Spiel vom bloßen Vertrauen auf Länge trennt, eine Vorschau auf die erste Runde.
Spieler, nach denen man auf dem Platz und der Driving Range Ausschau halten sollte
Das Teilnehmerfeld vereint den amtierenden Sieger Scottie Scheffler, Rory McIlroy, Xander Schauffele, Brian Harman, Jordan Spieth, Padraig Harrington, Shane Lowry, Collin Morikawa, Cameron Smith, Henrik Stenson und weitere Gewinner des Claret Jug. Zu den bestätigten Spielern gehören außerdem Bryson DeChambeau, Jon Rahm, Tommy Fleetwood, Viktor Hovland, Hideki Matsuyama, Justin Thomas, Justin Rose, Ludvig Åberg und Robert MacIntyre.
Scheffler kommt nach seinem Sieg in Royal Portrush 2025 als Titelverteidiger. McIlroy gewann The Open 2014 und hat bei diesem Wettbewerb eine Reihe hoher Platzierungen erzielt. Spieth kehrt auf den Platz zurück, auf dem er 2017 nach einer dramatischen Schlussrunde den Titel gewann, während Harrington hier 2008 siegte. Ihre Proberunden garantieren nicht, dass jeder Besucher sie zu einer bestimmten Zeit sehen wird. Der Mittwoch bietet jedoch eine größere Auswahl als die Tage, an denen alle an die veröffentlichten Abschlagzeiten gebunden sind.
Auf der Driving Range sollte man auf die Einzelheiten achten. Einige Spieler arbeiten in klar gegliederten Blöcken - Wedge-Schläge, mittlere Eisen, lange Eisen, Driver -, während andere ständig den Schläger wechseln und sich konkrete Löcher vorstellen. Besonders interessant ist es zu verfolgen, wie sich die Flughöhe des Balls verändert. Ein Linksplatz verlangt Schläge, die unter dem Wind bleiben können, aber ebenso hohe Annäherungen, wenn der Ball auf einem härteren Grünkomplex schnell gestoppt werden muss.
Auf dem Platz ist es sinnvoll, eine Gruppe auszuwählen und ihr über mehrere Löcher zu folgen, anstatt ununterbrochen nach den größten Namen zu suchen. So lässt sich beobachten, wie Spieler und Caddie über den Landepunkt des Balls, den Annäherungswinkel, die Windrichtung und die Position sprechen, von der aus die Fahne in der Wettkampfrunde am leichtesten angegriffen werden kann.
Warum Royal Birkdale Präzision verlangt
Royal Birkdale wurde 1889 gegründet, und die heutige Anlage wurde durch einen großen Umbau im Jahr 1922 geprägt. Die Fairways verlaufen zwischen hohen Sanddünen, doch viele Ziele vom Abschlag sind besser sichtbar als auf manchen anderen Linksplätzen. Das bedeutet nicht, dass die Wahl einfach ist. Die Bunker sind so angeordnet, dass sie sowohl einen zu vorsichtigen als auch einen zu aggressiven Schlag bestrafen, während erhöhte Grüns und ausgeprägte Auslaufzonen eine gute Längenkontrolle erfordern.
Der Platz für The Open hat Par 70. Schon der Auftakt setzt den Maßstab. Das erste Loch ist ein 447 Yards langes Par 4, mit der Ausgrenze rechts und einem Bunker links, sodass ein schlechter Eröffnungsschlag einen direkten Angriff auf die Fahne nahezu unmöglich macht. Das sechste Loch, ein 514 Yards langes Par 4, war bei The Open 2017 das schwierigste Loch auf diesem Platz und verlangt eine präzise Positionierung vor einem langen zweiten Schlag zum erhöhten Grün.
Das fünfte Loch ist ein vollständig neu gestaltetes, kurzes Par 4 mit 321 Yards Länge. Die Spieler können den Ball auf eine sichere Entfernung vorlegen und sich einen Wedge-Schlag übrig lassen, doch günstiger Wind eröffnet die Möglichkeit eines aggressiveren Angriffs. Die Strafe für einen Fehlschlag hinter das Grün ist erheblich. Daher wird der Mittwoch zeigen, wer lediglich die Grenzen testet und wer bereits einen konservativen Plan für Donnerstag entwickelt.
Das siebte Loch ist ein kurzes, 151 Yards langes Par 3 mit einem kleinen, gewellten Grün und sehr tiefen Bunkern. Das zwölfte Loch, ein 186 Yards langes Par 3, bestraft einen zu langen Schlag mit einem starken Gefälle hinter dem Grün. Am 13. Loch, einem 502 Yards langen Par 4, schränken Bunker auf der rechten Seite und ein Graben links die Auswahl ein, während sich die Annäherung an das zwischen den Dünen gelegene Grün bei einer anderen Windrichtung vollständig verändern kann.
Das neue 15. Loch ist ein 241 Yards langes Par 3 und das längste Par 3 des Platzes. Der Eingang zum Grün wirkt schmaler, als die Fläche tatsächlich ist, doch das Grün fällt von vorn nach hinten ab, wodurch das Stoppen des Balls zu einer komplexen Aufgabe wird. Genau deshalb ist es eines der besten Löcher für den Trainingstag: Die Spieler wiederholen häufig ihre Schläge, testen unterschiedliche Flughöhen und beobachten die Reaktion des Balls nach dem ersten Bodenkontakt.
Das Finale verbindet Chancen und Gefahren. Das 17. Loch ist ein 566 Yards langes Par 5, das von zwei hohen Dünen eingerahmt wird und ein schmales, zweistufiges Grün besitzt. Das 18. Loch ist ein 508 Yards langes Par 4 in Richtung des Clubhauses im Art-déco-Stil. Der versetzte Abschlag richtet die Spieler nun geradliniger auf das Ziel aus, doch die Fairwaybunker kommen für diejenigen ins Spiel, die den Driver verwenden. Im Wettkampf wird die Entscheidung zwischen einem kürzeren, sichereren Eröffnungsschlag und einem aggressiven Angriff eine der wichtigsten taktischen Geschichten sein.
Wie man Golf am Platz verfolgt
Golf unterscheidet sich von einer Stadionsportart, weil die Zuschauer neben den Gruppen hergehen, an einem Loch bleiben oder Tribünen und Großbildschirme miteinander kombinieren können. Royal Birkdale verfügt über Tausende öffentlich zugängliche Sitzplätze, unter anderem rund um das erste Loch und das 18. Grün. Sitzgelegenheiten sind auch am Practice Ground vorgesehen.
Für den ersten Besuch funktioniert ein einfacher Plan am besten:
- früh am Morgen die ersten Löcher abgehen und einen Platz mit Blick auf Abschlag und Annäherung auswählen
- einer Gruppe über drei bis fünf Löcher folgen, um den Spielfluss zu verstehen
- gegen Mittag zur Driving Range oder ins Spectator Village gehen
- am Nachmittag das Programm mit Spielern und Analysten ansehen
- den Tag am 17. oder 18. Loch beenden, wo sich die Logik des Schlussabschnitts des Platzes am besten erkennen lässt
Am Trainingstag darf das Publikum das Spiel fotografieren, sofern die Spieler nicht gestört werden. Dabei müssen ein lautloser Verschluss und kein Blitz verwendet werden. Videoaufnahmen sind nicht gestattet, und mobile Geräte müssen jederzeit stummgeschaltet bleiben. Während der Vorbereitung und des Schlags sollte man stehen bleiben, nicht sprechen und sich nicht im Sichtfeld des Spielers bewegen. Die Ordner an den Seilen zeigen an, wann der Durchgang möglich ist.
Man muss außerhalb der markierten Seile bleiben, das Fairway ausschließlich an den zugelassenen Übergängen überqueren und darf nicht versuchen, den Weg durch Spielzonen abzukürzen. Der Trainingstag kann entspannter wirken, doch die Schläge werden mit voller Kraft ausgeführt, und der Ball kann weit von der vorgesehenen Linie entfernt landen. Ruhiges Verhalten ist nicht nur eine Frage der Etikette, sondern auch eine Sicherheitsregel.
Die Plätze in den interessantesten Bereichen an der Driving Range, am 18. Grün und an den Bühnen mit den Spielern sind schnell belegt. Es lohnt sich, den Tag so zu organisieren, dass man nicht versucht, jede Veranstaltung zu erreichen, sondern einige Prioritäten auswählt und genügend Zeit zum Gehen einplant.
Anreise nach Royal Birkdale
Die Adresse des Clubs lautet Royal Birkdale Golf Club, Waterloo Road, Southport, PR8 2LX. Während The Open gibt es weder auf dem Platz selbst noch in der unmittelbaren Umgebung öffentliche Parkplätze. Für Autos stehen organisierte Park-&-Ride-Standorte zur Verfügung, und rund um Birkdale und Hillside gelten vorübergehende Verkehrsbeschränkungen.
Für viele Besucher ist der Zug die einfachste Möglichkeit. Hillside ist der nächstgelegene Bahnhof und liegt ungefähr 300 Meter beziehungsweise etwa vier Gehminuten vom Haupteingang entfernt. Während der Meisterschaftswoche werden die Bahnkapazitäten erhöht. Am Mittwoch fährt der erste Transport von den Park-&-Ride-Standorten zum Platz um 6:45 Uhr ab, während die letzte Rückfahrt vom Platz für 20:00 Uhr vorgesehen ist.
- die Tore öffnen um 7:00 Uhr
- die Spieler trainieren den ganzen Tag ohne festen Wettkampfzeitplan
- Hillside ist der nächstgelegene Bahnhof
- öffentliche Parkplätze am Platz sind nicht verfügbar
- kostenlose Fahrradstellplätze befinden sich in der Nähe des Haupteingangs
- für Taxis gibt es einen ausgewiesenen Bereich zum Aus- und Einsteigen
Southport ist eine Küstenstadt mit einer langen Promenade, einem Strand und einer ausgeprägten Golfidentität. Birkdale Village liegt in der Nähe des Platzes und dient während der Meisterschaftswoche als praktischer Ort für eine Mahlzeit oder eine Pause vor und nach dem Besuch. Wegen der großen Menschenmenge ist nach dem Ende des Tagesprogramms mit einer langsameren Beförderung durch Züge und Taxis sowie mit dichterem Straßenverkehr zu rechnen.
Einlassregeln und nützliche Einzelheiten
Der Veranstaltungsort ist bargeldlos. Auf dem Gelände gibt es Verkaufsstellen für Speisen und Getränke, vegetarische, vegane und glutenfreie Angebote sowie Stationen zum Auffüllen von Wasserflaschen. Besucher dürfen eigene Speisen und alkoholfreie Getränke mitbringen, Alkohol und Glasflaschen sind jedoch nicht erlaubt.
Kleine Taschen und Rucksäcke werden vorbehaltlich einer möglichen Sicherheitskontrolle akzeptiert. Übergroße Taschen können abgewiesen werden, außerdem steht nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ eine kostenlose Garderobe zur Verfügung. Klappstühle, Stative, Selfie-Sticks, Leitern, Drohnen und Geräte zur Schallverstärkung sind nicht gestattet. Als Ausnahme zum Sitzen ist ein einbeiniger Shooting Stick erlaubt.
Für die öffentlichen Bereiche gilt keine vorgeschriebene Kleiderordnung, doch der Platz umfasst unebenen Boden, Sand und lange Gehstrecken. Praktisches Schuhwerk ist wichtiger als ein formelles Erscheinungsbild. Da sich die Bedingungen auf einem Linksplatz an der Küste ändern können, bieten Kleidung in mehreren Schichten und ein leichter Regenschutz mehr Flexibilität, ohne dass eine große Tasche erforderlich ist.
Eine Tageskarte gilt für den jeweiligen Tag. Das Verlassen und erneute Betreten ist möglich, doch beim Verlassen muss ein Rückkehrarmband abgeholt werden. Für den erneuten Einlass sind eine gültige digitale Eintrittskarte und ein unbeschädigtes Armband erforderlich.
Auf dem Gelände steht in den Tribünenbereichen und im Spectator Village ein WLAN-Netzwerk zur Verfügung, wodurch sich Programmänderungen leichter verfolgen lassen. Das Gerät muss dennoch stummgeschaltet bleiben. Die wichtigsten Informationen während des Tages liefern die Beschilderung auf dem Gelände, Karten und die Anweisungen der Ordner.
Es empfiehlt sich, die Eintrittskarten rechtzeitig zu sichern und vor der Reise den Zeitplan, die Verkehrshinweise und die Einlassbedingungen nochmals zu überprüfen. Für den Mittwoch ist vor allem wichtig zu verstehen, dass keine Wettkampfrunde verfolgt wird, sondern der letzte Arbeitstag, an dem Favoriten, frühere Sieger und Debütanten versuchen, Royal Birkdale zu entschlüsseln, bevor der erste Schlag ausgeführt wird, der in die Wertung eingeht.
Quellen:
- The Open - Mittwochsprogramm, Einlasszeiten, Zuschauerangebote, Spielerliste, Wettkampfformat, Lochführer, Anreise und Einlassregeln
- The R&A - Stellung von The Open im internationalen Golfkalender und grundlegender historischer Kontext des Wettbewerbs
- Royal Birkdale Golf Club - Geschichte des Clubs, Adresse, Charakter des Platzes und Angaben zum Clubhaus
- Visit Southport - Informationen zu Southport und Birkdale Village für Besucher