SCR Altach organisiert die sportliche Führung neu: Eric Orie wird Technischer Leiter, Maximilian Kreiner rückt ins Führungsteam auf
Der österreichische Bundesligist SCR Altach hat die Verantwortlichkeiten im sportlichen Bereich weiter ausgebaut und präziser aufgeteilt. Der Klub aus Altach im Bundesland Vorarlberg gab am 11. August 2026 bekannt, dass Eric Orie die Funktion des Technischen Leiters übernimmt, während Maximilian Kreiner die Rolle des Sportkoordinators übernimmt. Philipp Netzer bleibt Sportdirektor und behält die sportliche Gesamtverantwortung, während Lisa Metzler den sportlichen Bereich des Frauenfußballs eigenständig leitet. Laut der Klubmitteilung, über die Sky Sport Austria und Ligaportal noch am selben Tag berichteten, besteht das Ziel der Veränderung darin, die täglichen Aufgaben im Profi-, Entwicklungs-, Amateur- und Frauenfußball klarer voneinander zu trennen und gleichzeitig eine enge Verbindung zwischen allen Ebenen aufrechtzuerhalten.
Die neue Aufgabenverteilung ist keine isolierte personelle Veränderung, sondern die Fortsetzung einer Reorganisation, die in Altach bereits seit mehreren Monaten läuft. Bereits im Mai 2025 ernannte der Klub Philipp Netzer zum Sportdirektor und holte Eric Orie als Sportkoordinator. Im Dezember 2025 definierte SCR Altach im Zuge von Veränderungen im Frauenbereich Netzers sportliche Gesamtverantwortung auf Klubebene noch genauer. Einige Wochen vor der jüngsten Reorganisation wurde Lisa Metzler als sportliche Leiterin des Frauenfußballs vorgestellt. Nun wurde Kreiner in diese Struktur aufgenommen, während Orie umfassendere Befugnisse erhielt, die die Profimannschaft, die Juniors und die Talententwicklung unmittelbar miteinander verbinden.
Philipp Netzer bleibt an der Spitze der sportlichen Struktur
Die zentrale Figur des neuen Modells bleibt Philipp Netzer. Nach offiziellen Angaben des SCR Altach verbrachte der ehemalige Kapitän mehr als 13 Jahre im Spielerkader des Klubs und absolvierte 348 Pflichtspiele. Mehr als ein Jahrzehnt trug er die Kapitänsbinde, war Teil jener Mannschaft, die in die österreichische Bundesliga zurückkehrte, und gehörte zum Team in jener Phase, in der Altach zweimal an europäischen Qualifikationsrunden teilnahm. Nach dem Ende seiner Spielerkarriere im Sommer 2022 wechselte er unmittelbar in die sportliche Führung, wo er in den Bereichen Scouting, Spielerbetreuung, Verträge und strategische Kaderplanung tätig war. Im Mai 2025 trat er als Sportdirektor die Nachfolge von Roland Kirchler an.
Netzers Rolle ist nun klarer als übergeordnete Funktion definiert. Er behält die sportliche Gesamtverantwortung, während die operativen und entwicklungsbezogenen Aufgaben auf Orie, Metzler und Kreiner verteilt sind. Ein solches Modell ermöglicht es dem Sportdirektor, sich stärker auf strategische Entscheidungen, die Zusammenstellung des Kaders und die langfristige sportliche Ausrichtung zu konzentrieren, während einzelne Bereiche über verantwortliche Personen mit genau definierten Arbeitsfeldern verfügen. Der Klub spricht dabei nicht von der Schaffung voneinander getrennter Abteilungen, sondern von kürzeren Kommunikationswegen und einer klareren Aufgabenverteilung innerhalb einer einheitlichen sportlichen Struktur.
Genau das hob Netzer in der Klubmitteilung zur Reorganisation hervor. Der Sportdirektor erklärte, mit dem neuen Modell würden "klare Verantwortlichkeiten und noch kürzere Wege innerhalb der Sportabteilung" geschaffen. Er fügte hinzu, Orie, Metzler und Kreiner seien eng mit dem Klub und der Region verbunden und Altach sehe in dieser Konstellation die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung. Für einen Klub, der gleichzeitig eine Bundesliga-Herrenmannschaft, Entwicklungsteams und einen immer größer werdenden Frauenbereich betreibt, wächst die Bedeutung einer solchen Koordination mit jedem zusätzlichen Wettbewerbs- und Entwicklungssegment.
Eric Orie erhält umfassendere Befugnisse zwischen Profis und Juniors
Die wichtigste einzelne Veränderung betrifft Eric Orie. Der bisherige Sportkoordinator wird Technischer Leiter und übernimmt die Verantwortung für den Profifußball und die Mannschaft der Juniors. Nach Informationen von Sky Sport Austria und Ligaportal besteht seine Aufgabe darin, eine noch engere Verbindung zwischen der ersten Mannschaft, den Spielern der auf regionaler Ebene antretenden Entwicklungsmannschaft und den mit der Akademie Vorarlberg verbundenen Talenten herzustellen. Damit entwickelt sich Ories Funktion von einer koordinierenden Position zu einer Rolle, die unmittelbarer in die sportliche Entwicklung, Spielerbewertung und den Übergang zwischen Entwicklungs- und Profiebereich eingreift.
Orie übernimmt diese Aufgabe mit langjähriger Erfahrung in unterschiedlichen Fußballfunktionen. Als Altach ihn 2025 verpflichtete, teilte der Klub mit, dass der niederländische Fachmann mehr als 25 Jahre im Profifußball als Cheftrainer, Co-Trainer und Sportdirektor gearbeitet hatte. In Österreich war er unter anderem beim FC Lustenau und beim FC Dornbirn tätig, war Cheftrainer des FC Vaduz in Liechtenstein und sammelte Erfahrungen als Co-Trainer bei Atromitos aus Athen und beim deutschen 1. FC Nürnberg. Seine ursprüngliche Tätigkeit in Altach war stark auf Scouting und Marktkenntnisse ausgerichtet, während ihn seine neue Funktion nun näher an die tägliche Spielerentwicklung und die vertikale Vernetzung der Mannschaften rückt.
Für Altach ist diese vertikale Verbindung besonders wichtig, weil der Klub verhindern möchte, dass die besten jungen Spieler von den Anforderungen der ersten Mannschaft abgekoppelt bleiben. In der Praxis bedeutet dies, dass der Entwicklungsbereich mit einer klaren Vorstellung davon arbeiten muss, welches Spielerprofil die Profimannschaft benötigt, während der Trainerstab der ersten Mannschaft einen kontinuierlichen Einblick in die Entwicklung der Talente haben muss. Orie soll als Technischer Leiter die Person sein, die diese Prozesse miteinander verbindet. Dadurch sinkt das Risiko, dass Entscheidungen über die Entwicklung junger Spieler, Leihgeschäfte, die Einbindung in das Training der Senioren oder die langfristige Planung in voneinander getrennten Strukturen getroffen werden.
Maximilian Kreiner wird zur operativen Verbindung zwischen den sportlichen Bereichen
Mit Maximilian Kreiner als Sportkoordinator führt Altach eine zusätzliche operative Ebene zwischen dem Amateur- und Jugendfußball sowie der Führung des sportlichen Bereichs ein. Laut der von Ligaportal wiedergegebenen Klubmitteilung wird Kreiner bei der Organisation des täglichen Trainingsbetriebs und bei der Abstimmung der Aufgaben zwischen den einzelnen sportlichen Bereichen unterstützen. Seine Funktion ist daher nicht als Konkurrenz zum Technischen Leiter oder Sportdirektor gedacht, sondern als Koordinationsstelle, die gewährleisten soll, dass vereinbarte sportliche Entscheidungen im täglichen Betrieb umgesetzt werden können.
Kreiner kennt den Klub aus unterschiedlichen Perspektiven sehr gut. Er spielte für die Juniors und arbeitete anschließend im administrativen Bereich des SCR Altach. Bereits vor seiner neuen Funktion bezog ihn der Klub in organisatorische Projekte ein; in einer früheren offiziellen Mitteilung wurde er als Leiter der Sommer-Fußballcamps in Altach und anderen Orten in Vorarlberg vorgestellt. Eine solche Kombination aus Erfahrung in der Kabine und im administrativen Teil der Organisation ist für eine Tätigkeit wichtig, die sich zu einem großen Teil auf die Abstimmung von Terminen, Trainingseinheiten, Bedürfnissen verschiedener Mannschaften und die Kommunikation zwischen Fachleuten konzentriert.
Die neue Verteilung der Verantwortlichkeiten führt somit eine klare Unterscheidung zwischen strategischer, technischer und koordinierender Ebene ein. Netzer behält die endgültige sportliche Verantwortung, Orie leitet die technische Verbindung zwischen Profibereich und Juniors, Metzler führt den sportlichen Bereich der Frauen, und Kreiner verbindet die Amateur- und Jugendstrukturen mit der sportlichen Führung. Eine solche Aufteilung ist besonders für Klubs wichtig, die gleichzeitig die Ergebnisse der ersten Mannschaft und die langfristige Entwicklung eigener Spieler im Blick behalten müssen. Altach macht mit diesem Schritt deutlich, dass der Entwicklungsfußball nicht als abgetrennter Zusatz zum Profibereich behandelt werden soll.
Lisa Metzler leitet Kaderplanung und Entwicklung des Frauenfußballs
In der neuen Organisation ist auch die Verantwortung für den Frauenfußball gesondert definiert. Lisa Metzler, ehemalige Spielerin des SCR Altach und des FFC Vorderland, ist für die Kaderplanung, die sportliche Ausrichtung der ersten Frauenmannschaft sowie die Verbindung zum Future Team zuständig. Laut der offiziellen Klubmitteilung zu ihrer Ernennung arbeitete Metzler nach dem Ende ihrer Spielerkarriere 2025 weiter in der Klubverwaltung und übernahm schrittweise immer mehr organisatorische Aufgaben rund um die Mannschaft. Zuvor hatte sie in der höchsten Spielklasse des österreichischen Frauenfußballs mehr als 90 Einsätze absolviert.
Ihre Funktion ist wichtig, weil der Frauenbereich in Altach längst nicht mehr nur auf eine einzige Seniorenmannschaft beschränkt ist. In den vergangenen Spielzeiten entwickelte der Klub ein System, das Jugendkategorien, das Future Team und die erste Mannschaft in der österreichischen Frauen-Bundesliga umfasst; für die Saison 2026/27 wurde außerdem ein eigenes Team in der Vorarlberger Frauen-Landesliga eingeführt. Bei der Vorstellung dieses Projekts erklärte der SCR Altach, einen Entwicklungsweg für Spielerinnen unterschiedlichen Alters und Leistungsniveaus schaffen zu wollen, von Mädchen in jüngeren Kategorien über den regionalen Wettbewerb und das Future Team bis hin zur Bundesligamannschaft. In einem solchen System muss die sportliche Leiterin gleichzeitig die Bedürfnisse der ersten Mannschaft berücksichtigen und darauf achten, welche Spielerinnen aus dem Entwicklungsbereich den nächsten Schritt machen können.
Gerade deshalb wurde Metzler als Bindeglied zwischen dem Future Team und der ersten Mannschaft eingesetzt. Ihre Verantwortung geht über die administrative Leitung der Frauenmannschaft hinaus: Sie umfasst die Gestaltung des Kaders und der sportlichen Konzeption, die Beobachtung der Spielerinnenentwicklung sowie die Koordination des Übergangs auf die höchste Ebene. In der Klubhierarchie ist sie Netzer unterstellt, wodurch eine einheitliche sportliche Gesamtverantwortung erhalten bleibt und der Frauenfußball zugleich über eine Person verfügt, die sich als eigenständiges Fachgebiet damit beschäftigt. Dies ist gleichzeitig eine der sichtbarsten Veränderungen im Vergleich zum früheren Modell, in dem ein größerer Teil der sportlichen Entscheidungen auf eine kleinere Zahl von Personen konzentriert war.
Die Entwicklung von Spielern und Spielerinnen wird zum zentralen Bestandteil des Organisationsmodells
Die Reorganisation kann auch als Fortsetzung der Investitionen des SCR Altach in die Entwicklungsinfrastruktur betrachtet werden. In den vergangenen Jahren betonte der Klub die Bedeutung des eigenen Nachwuchsbereichs, der Zusammenarbeit mit der Akademie Vorarlberg und der Schaffung eines möglichst klaren Weges in den Seniorenfußball. Auf der offiziellen Klubseite wird angegeben, dass der Adi Hütter Nachwuchscampus als sportliche Basis für die jüngeren Kategorien dient; die Anlage wurde nach dem ehemaligen Altach-Spieler und international etablierten Trainer Adi Hütter benannt. Die Infrastruktur allein löst jedoch nicht die Frage des Übergangs vom Jugend- in den Seniorenfußball; dafür werden Personen benötigt, die täglich Trainer, Entwicklungsmannschaften und sportliche Führung miteinander verbinden.
Im Männerbereich soll diese Aufgabe in der neuen Struktur in erster Linie Orie übernehmen, unterstützt durch Kreiners organisatorische Arbeit. Im Frauenbereich wird dieselbe Logik über Metzler und die Verbindung zwischen den jüngeren Auswahlmannschaften, der Landesliga, dem Future Team und der Bundesliga umgesetzt. Der Unterschied besteht darin, dass die Verantwortlichkeiten nun benannt und konkreten Personen zugeordnet sind, sodass klarer sein sollte, wer über die sportliche Richtung entscheidet, wer den Übergang der Talente begleitet und wer die operative Koordination sicherstellt. Der Klub versucht damit, Überschneidungen bei den Aufgaben zu vermeiden, aber auch Situationen, in denen Entwicklungsmannschaften keine ausreichend direkte Verbindung zu den Personen haben, die Entscheidungen für die erste Mannschaft treffen.
Eine solche Organisation garantiert keinen sportlichen Erfolg, zeigt aber die Richtung, in die Altach seine Führung weiterentwickeln möchte. Für einen Klub aus einem relativ kleinen Ort im Westen Österreichs kann die Entwicklung und rechtzeitige Integration eigener Talente ebenso wichtig sein wie die Verpflichtung externer Spieler. Ories Erfahrung im Scouting und Seniorenfußball, Netzers langjährige Kenntnis des Klubs, Metzlers unmittelbare Einblicke aus dem Frauenbereich sowie Kreiners Erfahrung bei den Juniors und in der Verwaltung sollen unterschiedliche Teile dieses Prozesses abdecken. Ob die neue Aufteilung die Spielerentwicklung und Entscheidungsfindung tatsächlich beschleunigen wird, lässt sich erst über einen längeren Zeitraum beurteilen.
Die Veränderungen kommen zu Beginn der Saison 2026/27
Die neue sportliche Struktur wurde in einer frühen Phase der Saison 2026/27 vorgestellt, als sowohl die erste Herren- als auch die erste Frauenmannschaft bereits in den Wettbewerb gestartet waren. Laut der offiziellen Seite der österreichischen Bundesliga feierte die Herrenmannschaft von Altach nach einer 0:1-Auftaktniederlage bei Rapid am 7. August ihren ersten Ligasieg und besiegte WSG Tirol in Altach nach einem Rückstand mit 3:1. Auch die Frauenmannschaft hatte die neue Saison in der höchsten österreichischen Spielklasse bereits eröffnet. Die organisatorischen Veränderungen werden daher nicht während einer ruhigen Übergangsphase eingeführt, sondern parallel zum Wettbewerb, zur Kaderplanung und zur Spielerentwicklung.
Die größte praktische Auswirkung soll in der täglichen Kommunikation sichtbar werden. Der Profifußball und die Juniors verfügen nun über einen klar benannten Technischen Leiter, der Frauenfußball über eine eigene sportliche Leiterin und der Amateur- und Jugendbereich über einen Koordinator, der ihn mit der Spitze der sportlichen Führung verbindet. Netzer bleibt dabei die Person mit der Gesamtverantwortung und dem letzten Wort bei der sportlichen Ausrichtung. Der SCR Altach präsentiert seine Entscheidung als Grundlage für eine langfristige und nachhaltige Entwicklung; der tatsächliche Test der neuen Struktur wird darin bestehen, wie wirkungsvoll sie die Ergebnisse der ersten Mannschaft mit der Entwicklung von Spielern und Spielerinnen verbindet, die künftig den Sprung auf die Seniorenebene schaffen sollen.
Quellen:
- Sky Sport Austria - Bericht vom 11. August 2026 über die neue sportliche Struktur des SCR Altach und die Verteilung der Verantwortlichkeiten zwischen Netzer, Orie, Metzler und Kreiner (Link)
- Ligaportal - Details zu Ories neuer Funktion, Kreiners Aufgaben und der Verbindung zwischen Profi-, Amateur- und Jugendbereich (Link)
- SCR Altach - offizielle Mitteilung über die Ernennung von Philipp Netzer zum Sportdirektor und die berufliche Biografie von Eric Orie (Link)
- SCR Altach - offizielle Mitteilung über die Ernennung von Lisa Metzler zur sportlichen Leiterin des Frauenfußballs und ihre Verantwortlichkeiten (Link)
- SCR Altach - offizielle Mitteilung über den Ausbau des weiblichen Entwicklungssystems und die Einführung einer Mannschaft in der Vorarlberger Frauen-Landesliga (Link)
- SCR Altach - Informationen zu früheren organisatorischen Aufgaben von Maximilian Kreiner bei den Fußballcamps des Klubs (Link)
- Österreichische Fußball-Bundesliga - offizieller Bericht über den 3:1-Sieg des SCR Altach gegen WSG Tirol zu Beginn der Saison 2026/27 (Link)
- SCR Altach - offizielle Mitteilung zum Adi Hütter Nachwuchscampus und zur Rolle der Anlage bei der Entwicklung der jüngeren Kategorien (Link)
- SCR Altach - offizielle Seite der Frauenmannschaft mit Spielplan und Ergebnissen für die Saison 2026/27 (Link)