SCR Altach hält Emilia Purtscher und Ylleza Kabashi: Kontinuität im Mittelfeld und ein Neuanfang nach schwerer Verletzung
Der SCR Altach setzt die Zusammenstellung seines Kaders für die Saison 2026/27 mit den Vertragsverlängerungen von Emilia Purtscher und Ylleza Kabashi fort. Der österreichische Klub gab bekannt, dass beide Spielerinnen in Altach bleiben, womit nach einer Reihe bereits zuvor bestätigter Verträge der Kern der Frauenmannschaft weiter gestärkt wurde. Purtscher ist bereits seit mehreren Jahren ein wichtiger Bestandteil des Mittelfelds, während Kabashi nach einer schweren Verletzung, die sie unmittelbar nach ihrer Ankunft stoppte, noch auf ihren eigentlichen Pflichtspielbeginn im schwarz-weißen Trikot wartet. Der Klub veröffentlichte weder die Laufzeit der neuen Verträge noch weitere finanzielle Einzelheiten. Die Entscheidung wurde als Investition in Kontinuität, die Entwicklung junger Spielerinnen und die Stabilität der Mannschaft vor dem Beginn der neuen Saison in der österreichischen ADMIRAL Frauen Bundesliga dargestellt.
Sportdirektorin Lisa Metzler betonte, dass Purtscher sowohl auf als auch außerhalb des Spielfelds eine wichtige Rolle einnehme, während sie bei Kabashi insbesondere die Beharrlichkeit während der langwierigen Genesung hervorhob. Ihren Worten zufolge arbeitete die 20-jährige Angreiferin auch nach dem schweren Rückschlag, den sie in der vergangenen Saison erlitten hatte, weiter und gab ihre Rückkehr nicht auf. In Altach ist man nun überzeugt, dass sie ein neues Kapitel aufschlagen und endlich zeigen kann, weshalb sie aus dem System des FC St. Gallen verpflichtet wurde. Für den Klub sind die Verlängerungen mit beiden Spielerinnen auch wegen der Ausgewogenheit des Kaders wichtig: Purtscher bringt Kenntnisse der Liga und der Mannschaft mit, während Kabashi eine potenziell neue Lösung für den Angriff darstellt. Ihr Verbleib erfolgt in einer Phase, in der das sportliche Projekt der Frauenmannschaft unter einer neuen sportlichen Leitung erneuert wird.
Purtscher von der lokalen Fußballausbildung zu einer wichtigen Rolle in Altach
Emilia Purtscher wuchs fußballerisch im Bundesland Vorarlberg im äußersten Westen Österreichs auf. Ihre ersten ernsthafteren Schritte machte sie beim FC Blau-Weiß Feldkirch, anschließend setzte sie ihre Entwicklung beim FFC Vorderland fort, einem Klub, der über viele Jahre eine wichtige Rolle beim Aufbau des Frauenfußballs in diesem Teil des Landes spielte. Danach durchlief sie das Programm der ÖFB-Frauenakademie in St. Pölten, des nationalen Entwicklungszentrums für die vielversprechendsten österreichischen Spielerinnen. Im Jahr 2022 kehrte sie nach Altach zurück, zu einer Zeit, als die erste Frauenmannschaft noch als gemeinsames Projekt des SCR Altach und des FFC Vorderland antrat. Mit der Zeit etablierte sie sich als eine der Spielerinnen, auf die sich die Mannschaft im Zentrum des Spielfelds verlassen kann.
Offizielle Mitteilungen des Klubs aus ihren früheren Spielzeiten beschreiben Purtscher als zentrale Mittelfeldspielerin, die sich nicht aus Zweikämpfen zurückzieht und sich in die Angriffsphase einschaltet. Ein solches Profil ist besonders wertvoll für Mannschaften, die Ballgewinne, Spielaufbau und Vorstöße aus der Tiefe miteinander verbinden wollen. Obwohl der Klub in seiner jüngsten Mitteilung nicht auf eine detaillierte taktische Analyse einging, zeigt Metzlers Einschätzung, Purtscher sei seit Jahren ein wichtiger Teil des Teams, wie sehr ihre Zuverlässigkeit geschätzt wird. Mit 21 Jahren ist sie weiterhin eine Spielerin mit Entwicklungspotenzial, verfügt zugleich jedoch bereits über Erfahrung, die in einer jungen und wechselhaften Kabine von großer Bedeutung ist. Die Vertragsverlängerung bedeutet daher nicht nur, ein weiteres Mitglied des Kaders zu halten, sondern auch, die Verbindung zwischen der früheren Phase des Projekts Altach/Vorderland und der heutigen eigenständigen Identität der Frauenmannschaft des SCR Altach zu bewahren.
Purtschers Vereinskarriere entwickelte sich parallel zu ihren Einsätzen für die österreichischen Nachwuchsnationalmannschaften. Ihr ÖFB-Profil verzeichnet Einsätze in mehreren Altersklassen, und 2023 gehörte sie zum endgültigen Kader der österreichischen U19-Nationalmannschaft für die Europameisterschaft in Belgien. Bereits die Qualifikation für die Endrunde war ein wichtiges Ergebnis für eine Generation, die die Qualifikation mit Siegen gegen Bosnien und Herzegowina, Griechenland und Italien abschloss. Für die junge Mittelfeldspielerin bot ein solches Turnier die Gelegenheit zu Spielen gegen gleichaltrige Spielerinnen aus den führenden europäischen Fußballsystemen. Die Erfahrungen aus der Nationalmannschaft übertrug sie später auf das Vereinsumfeld, in dem sie schrittweise immer mehr Verantwortung erhielt.
Historische Weltmeisterschaft mit der österreichischen U20-Nationalmannschaft
Ein noch größerer internationaler Schritt folgte 2024, als Purtscher in den österreichischen Kader für die FIFA-U20-Frauen-Weltmeisterschaft in Kolumbien berufen wurde. Der ÖFB bezeichnete die Teilnahme als historisch, da es sich um die erste Qualifikation einer österreichischen Frauen-Nationalmannschaft für eine WM-Endrunde handelte. Österreich besiegte in der Gruppenphase Ghana mit 2:1 und Neuseeland mit 3:1, ehe es Japan mit 0:2 unterlag. Mit sechs Punkten belegte die Mannschaft den zweiten Platz in Gruppe E und zog ins Achtelfinale ein. Dort gewann Nordkorea, der spätere Weltmeister, mit 5:2 und beendete den österreichischen Auftritt.
Für Purtscher war bereits allein der Platz im Kader für ein solches Turnier eine Bestätigung der Entwicklung, die sie im Vereins- und Nationalmannschaftssystem genommen hatte. Eine Weltmeisterschaft in den Nachwuchskategorien bringt einen anderen Rhythmus, Reisen, die Anpassung an Wetter- und Klimabedingungen sowie Begegnungen mit Nationalmannschaften aus unterschiedlichen Fußballkulturen mit sich. Solche Erfahrungen lassen sich nur schwer vollständig anhand der Statistik einer einzelnen Spielerin messen, beschleunigen jedoch häufig das Verständnis des Spiels und der professionellen Anforderungen. Altach hält nun eine Fußballerin, die genau diesen Entwicklungsweg durchlaufen hat, von der lokalen Fußballschule bis auf die europäische und weltweite Nationalmannschaftsbühne. Im Klub erwartet man, dass ihre Stabilität in einer Saison wichtig sein wird, in der die Mannschaft in einen neuen Zyklus eintritt.
Kabashi kam als talentierte Angreiferin nach Altach, erlebte jedoch nicht das erhoffte Debüt
Ylleza Kabashi wechselte im Sommer 2025 aus der U20-Mannschaft des FC St. Gallen zum SCR Altach. Der Klub stellte sie damals als vielversprechende Offensivspielerin mit internationaler Erfahrung und einer langen Ausbildungszeit im Schweizer System vor. Laut der Altacher Mitteilung anlässlich des Transfers entwickelte sie sich seit 2015 in St. Gallen und sammelte in den Nachwuchskategorien die Erfahrung, die sie schließlich zum Wechsel in die höchste österreichische Liga führte. Im November 2023 debütierte sie zudem für die Nationalmannschaft des Kosovo, und zwar in einem Spiel, in dem Kosovo Estland mit 8:0 besiegte. Der Wechsel nach Altach sollte ihr nächster Schritt in Richtung regelmäßiger Einsätze im Seniorinnenfußball sein.
Die Pläne änderten sich jedoch fast unmittelbar nach dem Transfer. Kabashi erlitt einen Kreuzbandriss und verbrachte daher die gesamte vergangene Saison außerhalb des Wettkampfbetriebs. Der Klub führte sie bereits Ende August 2025 unter den langfristig verletzten Spielerinnen, während die jüngste Bestätigung der Vertragsverlängerung zeigt, dass Altach beschlossen hat, weiterhin in ihre Genesung und Entwicklung zu investieren. Anstatt die Zusammenarbeit anhand einer Saison zu beurteilen, in der sie nicht spielen konnte, behielt die sportliche Führung offensichtlich das Vertrauen in das Potenzial, wegen dessen sie verpflichtet worden war. Das ist eine wichtige Botschaft sowohl an die Spielerin als auch an die Kabine, insbesondere nach einer langen Rehabilitationsphase, die häufig ebenso viel mentale Ausdauer wie körperliche Arbeit erfordert.
Metzler hob hervor, dass Kabashi während des gesamten Prozesses weiter an sich gearbeitet und nicht aufgegeben habe. Der Klub veröffentlichte dabei weder einen genauen Plan für ihre Rückkehr in Pflichtspiele noch die erwartete Einsatzzeit oder einen medizinischen Zeitplan, weshalb ihre Eingliederung wahrscheinlich von der Einschätzung des Trainer- und Ärzteteams abhängen wird. In dieser Phase ist am wichtigsten, dass die Rückkehr nachhaltig erfolgt, ohne nach der verpassten Saison unnötigen Druck zu erzeugen. Eine vollständig fitte Kabashi würde für Altach eine neue Möglichkeit im Angriff, größeren Konkurrenzkampf und zusätzliche Kaderbreite bedeuten. Für die Spielerin selbst stellt die neue Saison die Chance dar, dass ihr Aufenthalt in Österreich endlich auch sportlichen Inhalt erhält.
Vertragsverlängerungen als Teil eines umfassenderen Plans zur Stabilisierung des Kaders
Der Verbleib von Purtscher und Kabashi schließt an eine Reihe personeller Entscheidungen an, die der SCR Altach im Sommer 2026 bekannt gab. Zuvor bestätigte der Klub einjährige Verlängerungen der Zusammenarbeit mit Torhüterin Zoe Steenhuis, Verteidigerin Lara Baldauf, der liechtensteinischen Nationalspielerin Salome Stampfli und der Schweizer U19-Nationalspielerin Nayana Ebersold. Auch die erfahrene Mittelfeldspielerin Julia Kofler verlängerte ihren Vertrag und bleibt bis zum Sommer 2027, während Kapitänin Vera Ellgass ebenfalls für eine weitere Saison bestätigt wurde. Der gemeinsame Nenner dieser Schritte ist der Verbleib von Spielerinnen, die die Anforderungen des Klubs und der Liga kennen. Eine solche Politik verringert die Notwendigkeit, dass sich die gesamte Mannschaft nach jeder Pause von Grund auf neu einspielen muss.
Stabilität ist besonders wichtig, weil Altach gleichzeitig Veränderungen im Trainerstab durchläuft. Für die Saison 2026/27 ernannte der Klub Leandro Simonelli zum neuen Cheftrainer der Frauenmannschaft, als Assistentin kam Jasmin Grill hinzu. Simonelli kehrt nach Vorarlberg zurück, wo er 2019 den FFC Vorderland trainierte, und kennt daher das lokale Fußballumfeld sowie die Geschichte des Projekts, aus dem sich die heutige Mannschaft entwickelte. In den Stab wurden außerdem neue Fachleute für Athletiktraining und Videoanalyse aufgenommen, während einige bestehende Funktionen unverändert blieben. Die Kombination aus einer neuen sportlichen Führung und dem Verbleib einer größeren Zahl von Spielerinnen ermöglicht Veränderungen, ohne die Kontinuität vollständig zu unterbrechen.
Der Klub erhielt für die Frauenmannschaft die Lizenz für die Saison 2026/27 in der ersten Stufe und ohne zusätzliche Auflagen, wie aus einer offiziellen Mitteilung des SCR Altach hervorgeht, die sich auf die österreichischen Fußballinstanzen beruft. Damit wurden die organisatorischen und finanziellen Grundlagen für die weitere Teilnahme an der höchsten Spielklasse des österreichischen Frauenfußballs bestätigt. Die neue Ligasaison beginnt Anfang August mit einem Auswärtsspiel beim SK Sturm aus Graz, anschließend warten sehr schnell Duelle mit Klubs aus Wien und St. Pölten auf Altach. Der frühe Teil des Spielplans wird daher sofort zeigen, wie gut die Mannschaft die Anforderungen des neuen Trainerstabs verinnerlicht hat. In diesem Zusammenhang können Spielerinnen, die das System und die Kabine bereits kennen, eine besonders wichtige Rolle einnehmen.
Zwei unterschiedliche Geschichten, eine gemeinsame Botschaft des Vertrauens
Purtscher und Kabashi gehen aus sehr unterschiedlichen Ausgangspositionen in die neue Saison. Purtscher ist bereits ein etabliertes Mitglied des Mittelfelds, verfügt über Nationalmannschaftserfahrung und ist mit dem Umfeld in Altach bestens vertraut. Kabashi hingegen hat ein Jahr hinter sich, in dem das wichtigste Spiel jenes gegen die Verletzung, die Einschränkungen der Rehabilitation und die Ungewissheit war. Die eine steht für Kontinuität, die andere für die Möglichkeit eines lange aufgeschobenen Anfangs. Gerade deshalb zeigt die gemeinsame Bekanntgabe ihrer Vertragsverlängerungen deutlich zwei Dimensionen der Klubpolitik: den Erhalt eines bewährten Werts und Geduld mit einer jungen Spielerin, deren Potenzial auf dem Spielfeld noch nicht präsentiert werden konnte.
Für Sportdirektorin Metzler besitzen beide Entscheidungen auch für die Kabine Bedeutung. Purtscher wurde als wichtiges Mitglied der Mannschaft auf und außerhalb des Spielfelds beschrieben, was auf einen Einfluss hindeutet, der über ihre Position in der Startelf hinausgeht. Kabashi wurde für ihre Disziplin und Beharrlichkeit während der Genesung gelobt, Eigenschaften, die ebenfalls die Kultur eines Teams prägen. Im Profisport werden Verträge meistens anhand der Zahl der Einsätze, Tore oder Vorlagen betrachtet, doch in diesem Fall betonte der Klub auch den Charakter, das Verhalten während einer schwierigen Phase sowie die langfristige Einschätzung der Entwicklung. Damit liegt die Verantwortung nun gemeinsam beim Klub, dem Trainerstab und den Spielerinnen, dieses Vertrauen in eine stabile und konkurrenzfähige Saison umzusetzen.
Vor dem Beginn des Wettbewerbs besitzt Altach noch keine Garantie dafür, wie sich diese Entscheidungen unmittelbar auswirken werden. Es wurde nicht offiziell bestätigt, wann Kabashi für den vollständigen Wettkampfrhythmus bereit sein wird, während die neue sportliche Hierarchie die Rollen aller Spielerinnen erst noch festlegen muss. Dennoch erhält das Mittelfeld durch den Verbleib von Purtscher eine bekannte und entwickelte Option, während die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Kabashi die Möglichkeit bewahrt, dass die Mannschaft im Verlauf der Saison ohne einen neuen Transfer eine Verstärkung für den Angriff erhält. Für beide Fußballerinnen bedeutet die Verlängerung die Fortsetzung ihrer Karriere in einem Umfeld, das sie gut kennt. Für den SCR Altach ist sie ein weiterer Schritt hin zu einer Mannschaft, die lokal ausgebildete Spielerinnen, internationale Erfahrung und den geduldigen Aufbau eines langfristigen Projekts miteinander verbinden soll.
Quellen:
- SCR Altach – Informationen über den Wechsel von Ylleza Kabashi vom FC St. Gallen, ihre Entwicklung und ihre Nationalmannschaftserfahrung (Link)
- SCR Altach – Informationen über die Rückkehr von Emilia Purtscher in die Mannschaft im Jahr 2022 und ihre Position im Mittelfeld (Link)
- SCR Altach – Bestätigung von Purtschers Teilnahme im österreichischen Kader bei der U19-Europameisterschaft in Belgien (Link)
- ÖFB – offizieller Kader der österreichischen U20-Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft 2024 in Kolumbien (Link)
- FIFA – offizielle Tabellen, Gruppenergebnisse und Resultate der Finalrunde der U20-Frauen-Weltmeisterschaft 2024 (Link)
- SCR Altach – zuvor bestätigte Vertragsverlängerungen von vier Spielerinnen im Rahmen der Stabilisierung des Kaders (Link)
- SCR Altach – Verlängerung des Vertrags mit Julia Kofler bis zum Sommer 2027 (Link)
- SCR Altach – Bestätigung des Verbleibs von Kapitänin Vera Ellgass für eine weitere Saison (Link)
- SCR Altach – Bestätigung der Lizenz der Frauenmannschaft für die Saison 2026/27 ohne zusätzliche Auflagen (Link)
- SCR Altach – Zusammensetzung des Trainerstabs der Frauenmannschaft für die Saison 2026/27 (Link)
- SCR Altach – aktueller Spielplan und Informationen über die Teilnahme der Frauenmannschaft an der ADMIRAL Frauen Bundesliga (Link)