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Deutschland nimmt Europaspiele 2031 ins Visier: DOSB startet Prozess ohne Gastgeberstadt

Der Deutsche Olympische Sportbund hat sein Interesse an der Ausrichtung der Europaspiele 2031 bekundet, ohne bisher eine Gastgeberstadt zu nennen. Die Entscheidung des EOC wird 2027 erwartet, während der DOSB das Projekt mit Deutschlands Strategie für große Sportereignisse und möglichen Olympia-Plänen verbindet

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DOSB möchte die Europäischen Spiele 2031 nach Deutschland holen, aber die Gastgeberstadt ist noch nicht festgelegt

Der Deutsche Olympische Sportbund, bekannt unter der Abkürzung DOSB, hat die Möglichkeit eröffnet, dass die Europäischen Spiele 2031 in Deutschland stattfinden. Laut der Mitteilung des DOSB vom 11. Juni 2026 hat der Verband nach Gesprächen mit den Europäischen Olympischen Komitees, beziehungsweise dem EOC, ein Interessensschreiben für die Ausrichtung des kontinentalen Multisportwettbewerbs eingereicht. Es handelt sich um einen ersten und unverbindlichen Schritt, nicht um eine endgültige Bewerbung mit einer festgelegten Stadt, einem Budget und einem operativen Plan. Der DOSB erklärte dabei ausdrücklich, dass eine Entscheidung über eine mögliche Gastgeberstadt in dieser Phase nicht vorgesehen ist. Damit hat Deutschland vorerst strategisches Interesse signalisiert, aber keine organisatorische Verpflichtung übernommen.

Das Interessensschreiben wurde bis zur Frist am 31. Mai eingereicht, teilt der DOSB mit, und es schafft nach derselben Quelle weder rechtliche noch organisatorische Verpflichtungen für den Antragsteller. Ein solcher Schritt dient üblicherweise als Einstieg in Gespräche mit dem Rechteinhaber, in diesem Fall dem EOC, und ermöglicht eine weitere Prüfung der Machbarkeit. Für den deutschen Sport fügt sich dieser Schritt in eine breitere Debatte über die Rückkehr großer Multisportveranstaltungen ins Land ein, einschließlich der langfristigen Ambition in Bezug auf mögliche Olympische und Paralympische Spiele im Zeitraum von 2036 bis 2044. Dennoch sind die Europäischen Spiele 2031 nicht offiziell an eine bestimmte deutsche Olympiabewerbung gebunden. Nach den derzeit verfügbaren Informationen handelt es sich um einen separaten Prozess, der als wichtige organisatorische und politische Überprüfung der Kapazitäten dienen könnte.

Die Entscheidung wird 2027 erwartet, während der nächsten Ausgabe in Istanbul

Laut DOSB soll die Entscheidung über die Ausrichtung der Europäischen Spiele 2031 im zweiten Quartal 2027 fallen. Geplant ist, dass die Gastgeberflagge während der vierten Ausgabe der Europäischen Spiele übergeben wird, die im Juni 2027 in Istanbul stattfinden. Damit wäre die Wahl des Gastgebers für 2031 mit dem sichtbarsten Moment des aktuellen Wettbewerbszyklus verbunden, wenn europäische Sportverbände, nationale Olympische Komitees, Sportler und Partner bereits rund um die nächste Ausgabe versammelt sein werden. Ein solcher Zeitplan erhöht die politische und kommunikative Bedeutung der Entscheidung, weil der neue Gastgeber einen vierjährigen Zeitraum für die Vorbereitung erhalten würde.

Die Europäischen Olympischen Komitees hatten zuvor bekannt gegeben, dass Istanbul vom 16. bis 27. Juni 2027 Gastgeber der vierten Europäischen Spiele sein wird. Das EOC vergab die Spiele im März 2024 an Istanbul, nach einer Evaluation, bei der laut offizieller Mitteilung Sportstätten, Verkehr, Sicherheit, Unterbringung und Bedingungen für die Sportler geprüft wurden. In derselben Mitteilung wurde angegeben, dass der Plan Istanbuls keinen zusätzlichen Bau außerhalb bereits bestehender oder bereits geplanter Anlagen vorsieht. Das ist ein wichtiges Signal für künftige Gastgeber, denn Nachhaltigkeit, die Nutzung bestehender Infrastruktur und Kostenkontrolle sind zu zentralen Fragen bei der Organisation großer Sportveranstaltungen geworden.

Istanbul 2027 wird 26 Sportarten und Disziplinen umfassen, gab das EOC im März 2026 bekannt. Darunter sind 22 olympische Sportarten, die auf das Programm der Olympischen Spiele in Los Angeles 2028 abgestimmt sind, und die Wettbewerbe werden Qualifikationsmöglichkeiten durch direkte Quoten und olympische Ranglistensysteme bieten. Das EOC teilte außerdem mit, dass bei den Europäischen Spielen 2027 mehr als 100 direkte olympische Quoten erwartet werden, dazu Ranglistenpunkte in einer Reihe von Sportarten. Deshalb positionieren sich die Europäischen Spiele immer deutlicher nicht nur als kontinentaler Wettbewerb, sondern auch als Teil des olympischen Qualifikationswegs.

Warum die Ausrichtung 2031 für Deutschland wichtig wäre

Für den DOSB passt eine mögliche Organisation der Europäischen Spiele 2031 in die Nationale Strategie für Sportgroßveranstaltungen, erklärt der Verband selbst. In der Mitteilung wird ausdrücklich hervorgehoben, dass der Wettbewerb Teil einer Reihe von Veranstaltungen auf dem Weg zu einer möglichen Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele in Deutschland zwischen 2036 und 2044 sein könnte. Diese Formulierung zeigt, dass die Europäischen Spiele im Verhältnis zu den Olympischen Spielen als Veranstaltung mittlerer Größe betrachtet werden, aber groß genug sind, um organisatorische, logistische, sicherheitstechnische und politische Kapazitäten zu testen. Deutschland könnte durch einen solchen Wettbewerb Verwaltungsmodelle, die Zusammenarbeit zwischen Verbänden und öffentlichen Stellen sowie die Akzeptanz eines großen Sportprojekts in der Bevölkerung überprüfen.

Deutschland führt bereits einen separaten nationalen Prozess für eine mögliche olympische und paralympische Bewerbung. Nach Angaben des DOSB werden in diesem Prozess die Konzepte von Berlin, München und der Region Rhein-Ruhr geprüft, während Hamburg am 31. Mai 2026 in einem Referendum die Fortsetzung seiner eigenen olympischen Ambition ablehnte. Die Hamburger Stadtbehörden gaben bekannt, dass 54,9 Prozent der Wähler gegen die Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele waren, und Bürgermeister Peter Tschentscher erklärte nach dem Ergebnis, dass Hamburg die Bewerbung zurückzieht. Dieses Beispiel zeigt, wie sensibel öffentliche Unterstützung, Kostentransparenz und lokale politische Legitimität bei deutschen Sportprojekten sind. Obwohl sich das Referendum auf die Olympischen und Paralympischen Spiele bezog und nicht auf die Europäischen Spiele 2031, ist die Botschaft für jeden größeren Organisationsplan relevant.

Die Europäischen Spiele könnten im Unterschied zu den Olympischen Spielen ein kleineres und operativ flexibleres Format bieten. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Projekt einfach wäre. Multisportwettbewerbe verlangen die Unterbringung von Sportlern, die Abstimmung des Kalenders mit internationalen Verbänden, Übertragungsrechte, Sicherheitspläne, Verkehrslösungen, Freiwilligenprogramme und eine klare Aufteilung der finanziellen Verantwortung. Der DOSB hat bislang keine Kostenschätzung, kein Finanzierungsmodell und keine Liste möglicher Städte veröffentlicht. Solange diese Fragen nicht geklärt sind, bleibt das deutsche Interesse an 2031 ein politisches und sportliches Signal und keine vollständig ausgeformte Bewerbung.

Die Europäischen Spiele rücken immer näher an das olympische Qualifikationssystem heran

Die Europäischen Spiele wurden erstmals 2015 in Baku ausgetragen, spätere Ausgaben fanden 2019 in Minsk und 2023 in Kraków-Małopolska statt. Laut EOC boten die dritten Europäischen Spiele in Polen 2023 mehr als 100 Quotenplätze für die Olympischen Spiele in Paris 2024. Diese Entwicklung ist wichtig, um zu verstehen, warum das Interesse an der Ausrichtung 2031 nicht nur als Frage des sportlichen Prestiges betrachtet werden kann. Wenn sich der Trend fortsetzt, könnte die Ausgabe 2031 mit Qualifikationssystemen für die Olympischen Spiele in Brisbane 2032 verbunden sein, obwohl das konkrete Sportprogramm, die Zahl der Sportarten und die Qualifikationsregeln für 2031 bislang nicht offiziell bestätigt wurden.

Das EOC und die Europäische Rundfunkunion, EBU, gaben am 17. Juni 2026 die Verlängerung ihrer Partnerschaft für die Europäischen Spiele bis 2031 bekannt. Laut dieser Mitteilung umfasst die Partnerschaft die Verbreitung von Medienrechten und frei zugängliche Berichterstattung über die Mitglieder der EBU und die Plattform Eurovision Sport. Das ist wichtig, weil ein stabiler Fernseh- und Digitalrahmen die kommerzielle Planbarkeit künftiger Ausgaben erhöht. Für einen potenziellen Gastgeber 2031 kann eine solche Vereinbarung größere Sicherheit hinsichtlich der internationalen Sichtbarkeit der Veranstaltung bedeuten, auch wenn sie für sich genommen die Fragen lokaler Kosten und der Organisation nicht löst.

Das Sportprogramm von Istanbul 2027 zeigt die Richtung, in die sich der Wettbewerb entwickelt. Laut EOC werden Sportarten wie Leichtathletik im Format der Team-Europameisterschaften, Basketball 3x3, Turnen, Judo, Ringen, Taekwondo, Tischtennis, Schießen, Sportklettern, Triathlon, Volleyball, Boxen und Rudern in der Disziplin Beach Sprint auf dem Programm stehen. Squash wird vor seinem olympischen Debüt bei den Spielen in Los Angeles 2028 auftreten, während einige Disziplinen nach ihrem Fehlen bei der Ausgabe 2023 zurückkehren werden. Ein solches Programm bestätigt, dass das EOC die Europäischen Spiele als Kombination etablierter olympischer Sportarten, neuer Disziplinen und kontinentaler Meisterschaften mit Qualifikationseffekt nutzt.

Die Gastgeberstadt bleibt die größte Unbekannte

Die wichtigste offene Frage im deutschen Fall ist die Wahl einer möglichen Gastgeberstadt oder Gastgeberregion. Der DOSB hat klar mitgeteilt, dass in dieser Phase keine Entscheidung über die Gastgeberstadt geprüft wird, was Raum für mehrere Szenarien lässt. Ein Modell könnte eine konzentrierte Ausrichtung in einer Stadt mit bestehender Sportinfrastruktur sein. Ein anderes könnte eine regionale Verteilung der Anlagen umfassen, insbesondere wenn man den Bedarf an Neubauten verringern wollte. Ein drittes Szenario könnte die Verbindung der Europäischen Spiele mit einem bereits entwickelten olympischen Konzept sein, doch eine solche Verbindung ist derzeit nicht offiziell bestätigt.

Im deutschen Kontext wird diese Entscheidung voraussichtlich von mehreren Bedingungen abhängen. Die erste ist die Abstimmung mit dem nationalen olympischen Prozess, weil der DOSB darauf achten muss, dass die Europäischen Spiele die breitere Strategie nicht verkomplizieren, sondern stärken. Die zweite ist lokale politische Unterstützung, insbesondere nach dem Hamburger Referendum, das gezeigt hat, dass große Sportveranstaltungen nicht nur als Projekt von Sportinstitutionen geführt werden können. Die dritte ist die Infrastruktur: Der künftige Gastgeber müsste nachweisen, dass er bestehende Anlagen, Verkehrssysteme und Unterkunftskapazitäten nutzen kann, ohne die öffentlichen Haushalte übermäßig zu belasten. Die vierte ist internationale Konkurrenz, weil das EOC auch andere interessierte Länder oder Städte prüfen kann.

Für Deutschland wären mögliche Vorteile der Ausrichtung die Sichtbarkeit des Sports, die Stärkung internationaler Verbindungen und das Testen von Modellen, die später für eine größere Olympiabewerbung relevant sein könnten. Mögliche Risiken umfassen Druck auf die öffentlichen Finanzen, Sicherheitsanforderungen, die Komplexität der Koordination mehrerer Sportarten und die Notwendigkeit, den Bürgern den langfristigen Nutzen klar zu erklären. Der Erfolg der Bewerbung wird daher nicht nur davon abhängen, ob der DOSB den Wettbewerb organisieren möchte, sondern auch davon, ob er einen überzeugenden, nachhaltigen und öffentlich akzeptablen Plan vorlegen kann. Nach den verfügbaren Informationen muss dieser Plan erst noch ausgearbeitet werden.

Die nächsten Monate bringen die Ausformung der Bewerbung

Bis zur Entscheidung des EOC im zweiten Quartal 2027 muss Deutschland, wenn es das Verfahren fortsetzen will, vom allgemeinen Interesse zu einer konkreten Bewerbung übergehen. Das bedeutet die Auswahl eines Gastgeberkonzepts, eine Kostenschätzung, Gespräche mit öffentlichen Stellen, die Identifizierung von Sportstätten und eine Einigung mit internationalen Sportakteuren. Da der DOSB das Projekt bereits mit der nationalen Strategie für Sportgroßveranstaltungen verbunden hat, wird erwartet, dass die Frage 2031 zusammen mit den deutschen olympischen Ambitionen betrachtet wird, aber auch durch eine separate Machbarkeitsprüfung. Jede Entscheidung wird die Erfahrungen früherer Gastgeber berücksichtigen müssen, insbesondere den Schwerpunkt des EOC auf bestehenden oder bereits geplanten Anlagen.

Für das EOC wird die Ausrichtung 2031 wichtig sein, weil sie nach Istanbul 2027 und in dem Zyklus kommt, der nach Brisbane 2032 führt. Wenn die Fortsetzung der Qualifikationsrolle der Europäischen Spiele bestätigt wird, könnte der Gastgeber 2031 während der vorolympischen Phase eine bedeutende Position im europäischen Sport einnehmen. Für den DOSB wiederum stellt das Interessensschreiben eine Möglichkeit dar, im Spiel zu bleiben, ohne eine verfrühte Entscheidung über Stadt, Kosten und operative Details zu treffen. Daher ist die derzeitige Phase vor allem strategisch: Deutschland hat die Botschaft gesendet, dass es die Ausrichtung prüfen möchte, während die konkrete Form der Bewerbung bestimmen wird, wie realistisch dieses Interesse ist.

Quellen:
- Deutscher Olympischer Sportbund – Mitteilung über das Interessensschreiben für die Europäischen Spiele 2031 und eine mögliche Einbindung in die deutsche Strategie für Sportgroßveranstaltungen (Link)
- European Olympic Committees – Mitteilung über das Programm der Europäischen Spiele Istanbul 2027 mit 26 Sportarten und Qualifikationsmöglichkeiten für LA28 (Link)
- European Olympic Committees – Entscheidung über die Vergabe der Europäischen Spiele 2027 an Istanbul und Angaben zur Bewertung der Bewerbung (Link)
- European Olympic Committees – Mitteilung über die Verlängerung der Partnerschaft zwischen EOC und EBU für die Europäischen Spiele bis 2031 (Link)
- Deutscher Olympischer Sportbund – offizielle Seite zum deutschen Prozess für eine mögliche olympische und paralympische Bewerbung (Link)
- Stadt Hamburg / Senatskanzlei – offizielle Erklärungen nach dem Referendum über die Hamburger olympische und paralympische Bewerbung 2026 (Link)

Hinweis: Bei der Erstellung dieser Inhalte wurden Werkzeuge der künstlichen Intelligenz verwendet. Die Inhalte wurden vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft.

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