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FA klagt Southampton-Trainer Tonda Eckert wegen Ausspähens von Trainingseinheiten dreier Championship-Rivalen an

Lesen Sie, wie der "Spygate"-Fall Southamptons Saison verändert hat, nachdem die FA Tonda Eckert wegen der Beobachtung von Trainingseinheiten von Oxford United, Ipswich Town und Middlesbrough angeklagt hat. Sie erfahren die wichtigsten Details zum Ausschluss aus den Playoffs, zum Vier-Punkte-Abzug und zu den nächsten Schritten

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FA klagt Southampton-Trainer Tonda Eckert wegen der Beobachtung des Trainings dreier Gegner an

Der englische Fußballverband, The Football Association, hat Southamptons Cheftrainer Tonda Eckert am 22. Juli 2026 offiziell wegen dreier mutmaßlicher Verstöße gegen die Regeln über ungebührliches Verhalten angeklagt. Die Vorwürfe beziehen sich auf die Beobachtung von Trainingseinheiten von Oxford United, Ipswich Town und Middlesbrough vor deren Spielen gegen Southampton während der Saison 2025/26. Die FA behauptet, Eckert habe solche Aktivitäten angeordnet oder genehmigt und dadurch mutmaßlich unangemessen gehandelt sowie den Fußball in Verruf gebracht. Der deutsche Trainer hat bis Dienstag, den 28. Juli 2026, Zeit, eine offizielle Stellungnahme einzureichen.

Das Verfahren gegen Eckert ist ein neuer Teil einer Affäre, die für den Klub von der englischen Südküste bereits außerordentlich schwere sportliche Folgen hatte. Eine unabhängige Disziplinarkommission der English Football League, der EFL, schloss Southampton im Mai aus den Championship-Play-offs aus, obwohl sich die Mannschaft auf dem Spielfeld für das Finale qualifiziert hatte. Gleichzeitig wurde der Klub mit einem Abzug von vier Punkten zu Beginn der Saison 2026/27 bestraft. Southamptons Berufung gegen diese Sanktionen wurde am 20. Mai zurückgewiesen, sodass der Klub seinen neuen Kampf um die Rückkehr in die Premier League mit einer sportlichen Hypothek beginnen wird, während nun separat über die persönliche Verantwortung des Cheftrainers entschieden wird.

Drei Fälle zwischen Dezember und Mai

Laut der Mitteilung der FA steht der erste Anklagepunkt im Zusammenhang mit der Beobachtung einer Trainingseinheit von Oxford United im Dezember 2025, der zweite mit einem Training von Ipswich Town im April 2026 und der dritte mit den Vorbereitungen von Middlesbrough im Mai 2026. Alle drei stützen sich auf Regel E3.1, die von den Beteiligten des englischen Fußballs verlangt, im besten Interesse des Spiels zu handeln, und unangemessenes Verhalten oder Handlungen verbietet, die den Fußball in Verruf bringen können. Die FA hat zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt gegeben, welche Strafe sie fordern würde, falls Eckert die Vorwürfe einräumt oder diese vor dem zuständigen Gremium bewiesen werden.

Es ist wichtig, das jetzige Verfahren von jenem zu unterscheiden, das die EFL bereits gegen Southampton als Klub geführt hat. Die EFL befasste sich mit Verstößen gegen ihre Ligavorschriften, darunter die Verpflichtung, nach äußerster Treu und Glauben zu handeln, sowie das ausdrückliche Verbot, das Training eines gegnerischen Klubs innerhalb von 72 Stunden vor einem direkten Aufeinandertreffen unmittelbar oder mittelbar zu beobachten. Southampton räumte in diesem Verfahren sämtliche Verstöße ein. Die FA untersucht nun Eckerts persönliche Rolle und Verantwortung nach der umfassenderen Disziplinarregel, die für Einzelpersonen gilt, die am englischen Fußball beteiligt sind.

Oxford: Informationssuche nach einem Trainerwechsel

Die schriftliche Begründung des EFL-Schiedsorgans zeigt, dass der erste Fall vor dem Spiel zwischen Oxford United und Southampton am 26. Dezember 2025 entstand. Oxford hatte Gary Rowett wenige Tage zuvor entlassen, woraufhin Craig Short die Mannschaft vorübergehend übernahm. Dem Dokument zufolge fragte Eckert bei einer Sitzung von Southamptons Trainer- und Analysestab, ob jemand das Training von Oxford besuchen könne, um die taktische Aufstellung und die Verfügbarkeit des Mittelfeldspielers Cameron Brannagan zu überprüfen.

Für die Aufgabe wurde ein jüngerer Analyst in einer Praktikantenposition ausgewählt. In der Begründung heißt es, er habe die Trainingseinheit von öffentlich zugänglichen Flächen und Fußwegen aus beobachtet und Fotos, Videoaufnahmen sowie Informationen über die Formation und die mögliche Aufstellung übermittelt. Am folgenden Tag wurde er erneut an den Ort geschickt, woraufhin Southampton zu dem Schluss kam, Oxford könne in der letzten Linie mit vier statt fünf Spielern antreten. Die prognostizierte Aufstellung und die wichtigsten Hinweise seien anschließend an Eckert weitergeleitet worden, heißt es im Schiedsdokument.

Southampton behauptete später, das gesammelte Material habe die Vorbereitung auf das Spiel nicht beeinflusst. Die Disziplinarkommission akzeptierte jedoch nicht das Argument, ein sportlicher Vorteil könne ausschließlich anhand des Endergebnisses bewertet werden. Oxford gewann mit 2:1, doch die Kommission betonte, bereits die Möglichkeit, Zugang zu Informationen zu erhalten, die der Gegner geheim halten möchte, sei für die Integrität des Wettbewerbs relevant.

Ipswich: Trainingsaufnahme und präzise vorhergesagte Aufstellung

Der zweite Fall betraf das am 28. April 2026 ausgetragene Spiel zwischen Southampton und Ipswich Town. Ipswich trainierte vor der Begegnung auf dem Gelände von Eastleigh, einem Klub, der den Dokumenten zufolge enge Arbeitsbeziehungen zu Southampton unterhielt. In der Begründung des Schiedsorgans heißt es, ein jüngeres Mitglied des Analyseteams habe das Training beobachtet, während Southampton zudem eine Aufnahme der gesamten Einheit übermittelt worden sei.

Auf Grundlage dieses Materials war der Klub nach den Feststellungen der Kommission in der Lage, Ipswichs Startaufstellung exakt vorherzusagen. Eckert behauptete im Verfahren, er habe erst wenige Stunden vor Spielbeginn von der Existenz der Aufnahme erfahren, sie nach kurzer Zeit abschalten lassen und die bereits abgeschlossene Vorbereitung nicht verändert. Andere Aussagen beschrieben jedoch frühere Aufforderungen des Trainerstabs, jemanden zum Training zu schicken, weshalb das Disziplinargremium zu dem Schluss kam, dass die Informationen an ranghöhere Mitglieder des Trainerstabs weitergeleitet und bei der Vorbereitung verwendet worden waren. Das Spiel endete 2:2, ein Ergebnis, das Southampton den Platz in den Play-offs sicherte, die Mannschaft jedoch weiter von einem direkten Aufstieg entfernte.

Middlesbrough: der Vorfall, der die Play-offs veränderte

Der schwerwiegendste Fall ereignete sich unmittelbar vor dem Championship-Play-off-Halbfinale gegen Middlesbrough. Southampton erfuhr am 2. Mai, dass die Mannschaft als Tabellenvierter gegen den Fünftplatzierten Middlesbrough antreten würde, wobei das Hinspiel für den 9. Mai angesetzt war. Dem Schiedsdokument zufolge fragte Eckert bei einer Vorbereitungssitzung am 4. Mai, ob das Training des Gegners überprüft werden könne, insbesondere wegen der Unklarheiten über den Gesundheitszustand des Mittelfeldspielers Hayden Hackney.

Für den jüngeren Analysten wurden ein Flug und zwei Übernachtungen im Nordosten Englands organisiert. Dem Dokument zufolge wurde ihm vor der Reise eine Luftaufnahme des Trainingskomplexes gezeigt, damit er einen Ort zur Beobachtung auswählen konnte. Beim Training am 7. Mai nahm er mit seinem Mobiltelefon drei kurze Videos auf, während er sich hinter einem Baum versteckte. Anschließend wurde er von Vertretern Middlesbroughs entdeckt. Zuvor war das Material bereits an Southamptons Analyseabteilung gesendet worden, die Eckert eine Einschätzung der möglichen Aufstellung und Informationen über Hackney weiterleitete.

Middlesbrough reichte noch am selben Tag eine Beschwerde bei der EFL ein. In seiner ersten Antwort vom 8. Mai erklärte Southampton, der jüngere Analyst sei von keinem ranghohen Klubverantwortlichen entsandt worden und es seien keine Aufnahmen aufbewahrt, weitergeleitet oder analysiert worden. Vier Tage später entschuldigte sich der Klub für die unzutreffenden Angaben und bestätigte, dass der Besuch auf Eckerts Wunsch erfolgt war, dass drei Videos weitergeleitet worden waren und dass deren Inhalt dem Trainer über WhatsApp beschrieben worden war. Die interne Untersuchung deckte anschließend auch die früheren Fälle im Zusammenhang mit Oxford und Ipswich auf.

Das Halbfinal-Hinspiel endete torlos, und Southampton gewann das Rückspiel und setzte sich mit einem Gesamtergebnis von 2:1 durch. Die Mannschaft sollte am 23. Mai im Finale in Wembley auf Hull City treffen, doch die Disziplinarentscheidung veränderte den Ausgang vollständig. Southampton wurde aus den Play-offs ausgeschlossen, Middlesbrough wieder in den Wettbewerb aufgenommen und übernahm den Platz im Finale.

Warum die EFL eine so schwere Strafe verhängte

Die unabhängige Disziplinarkommission kam zu dem Schluss, dass es sich weder um einen isolierten Vorfall noch um eine eigenständige Entscheidung eines unerfahrenen Mitarbeiters handelte, sondern um ein wiederholtes Muster, das auf die Beschaffung taktischer und personeller Informationen abzielte. In der Begründung wurde besonders der Einsatz jüngerer Mitarbeiter hervorgehoben, die von Druck und der Angst berichteten, dass eine Ablehnung der Aufgabe ihren Arbeitsplatz oder ihre künftige Karriere gefährden könnte. Die Kommission unterschied außerdem zwischen sportlichem Vorteil und sportlichem Erfolg: Die Tatsache, dass Southampton Oxford nicht besiegte oder gegen Middlesbrough nicht dominierte, bedeutete ihrer Auffassung nach nicht, dass der Zugang zu vertraulichen Informationen keinen Vorteil geschaffen hatte.

Im Fall Middlesbrough bewertete die Kommission eine gewöhnliche Geldstrafe oder einen späteren Punktabzug als ungeeignet, die Integrität der K.-o.-Phase zu schützen. Der finanzielle Wert eines möglichen Aufstiegs in die Premier League war derart hoch, dass eine finanzielle Sanktion der Begründung zufolge lediglich zu akzeptablen Kosten des verbotenen Verhaltens hätte werden können. Daher wurde der Ausschluss aus den Play-offs als angemessene Maßnahme bewertet, während für die Fälle Oxford und Ipswich ein Gesamtabzug von vier Punkten für die folgende Saison verhängt wurde. Der Klub erhielt zudem einen offiziellen Verweis.

Southampton argumentierte, die Strafe sei übermäßig, fehlerhaft und unverhältnismäßig und das beschleunigte Verfahren sei prozessual unfair gewesen. Das League Arbitration Panel wies die Berufung zurück und bestätigte, dass die Dringlichkeit notwendig gewesen sei, da der Fall vor dem Finale entschieden werden musste. Das Panel kam zu dem Schluss, dass die Kommission mildere Möglichkeiten geprüft hatte und die verhängte Sanktion nicht außerhalb des zulässigen Rahmens lag. In der Entscheidung wurde außerdem festgestellt, dass das Disziplinargremium befugt gewesen wäre, eine noch strengere Maßnahme zu verhängen, einschließlich des Ausschlusses des Klubs aus der Championship, dies jedoch als unverhältnismäßig bewertet hatte.

Eine nach der Affäre um Leeds United eingeführte Regel

Das Verbot, das Training eines Gegners innerhalb von 72 Stunden vor einem Spiel zu beobachten, wurde nach dem bekannten Fall aus dem Jahr 2019 in die Vorschriften der EFL aufgenommen. Damals räumte Leeds-United-Trainer Marcelo Bielsa ein, Mitarbeiter zu Trainingseinheiten anderer Mannschaften geschickt zu haben, darunter auch zu Derby County. Leeds akzeptierte einen Verstoß gegen die Verpflichtung zu Treu und Glauben, zahlte 200.000 Pfund und erhielt einen Verweis. Anschließend stimmten die EFL-Klubs für die Einführung einer klaren und speziellen Regel, die ein solches Verhalten verbietet.

Genau deshalb überzeugte Southamptons Verteidigung, Eckert habe die englische Regel nicht gekannt, die Disziplinarkommission nicht. Die Mitgliedschaft in der EFL setzt die Anerkennung der Ligavorschriften voraus, und die Verantwortung des Klubs hängt nicht allein davon ab, ob jede Einzelperson jede Bestimmung persönlich gelesen hat. Zugleich wird das aktuelle Verfahren der FA zeigen, wie die englischen Fußballbehörden die institutionelle Verantwortung des Klubs von der Verantwortung des Trainers trennen, der laut Anklage die Anweisungen erteilt oder genehmigt haben soll.

Southampton unterstützt Eckert weiterhin öffentlich

Nach Bekanntgabe der Anklagepunkte erklärte Southampton, der Klub und Eckert hätten den Eingang des Verfahrens bestätigt und würden weiterhin vollständig und offen mit der FA zusammenarbeiten. Der Klub fügte hinzu, er konzentriere sich weiterhin auf die Vorbereitungen für die Championship-Saison 2026/27 und unterstütze den Cheftrainer und dessen Trainerstab uneingeschränkt. Solange das Disziplinarverfahren läuft, beabsichtigt Southampton nicht, sich ausführlicher zu der Angelegenheit zu äußern.

Anfang Juni übernahm Eckert öffentlich die Verantwortung und entschuldigte sich für die Ereignisse. Klubeigentümer Dragan Šolak erklärte ebenfalls, der Trainer werde nicht allein wegen der Affäre entlassen und verdiene eine zweite Chance. Diese Unterstützung erhält nun zusätzliches Gewicht, weil eine mögliche persönliche Sanktion der FA unmittelbare Auswirkungen auf die Führung der Mannschaft haben könnte, obwohl Art und Dauer einer möglichen Strafe bislang nicht offiziell bestätigt wurden.

Rasanter Aufstieg des jungen Trainers von der Affäre überschattet

Tonda Eckert schloss sich Southampton im Juli 2025 als Trainer der U21-Mannschaft an. Nach dem Abgang von Will Still Anfang November übernahm er vorübergehend die erste Mannschaft. Eine Serie von vier Siegen in seinen ersten fünf Ligaspielen brachte ihm einen festen Vertrag bis 2027 ein. Der Klub hob damals seine klare Kommunikation, seine Verbindung zu den Spielern und seinen offensiven Stil hervor.

Vor seinem Wechsel zu Southampton arbeitete er in den Nachwuchsabteilungen von Bayern, RB Leipzig und Salzburg, gehörte in der Championship zum Trainerstab von Barnsley und war Assistenztrainer beim italienischen Klub Genoa. In der Saison 2025/26 übernahm er die Mannschaft im unteren Tabellenbereich und führte sie auf den vierten Platz und in die Play-offs. Der sportliche Fortschritt sollte die Grundlage für den Versuch einer schnellen Rückkehr in die Premier League bilden, doch das Saisonende wurde von dem Disziplinarfall und der verpassten Aufstiegschance geprägt.

Vier Punkte Abzug und die offene Frage einer persönlichen Strafe

Southampton wird die neue Saison mit vier Punkten Abzug beginnen, was den Druck in einer der anspruchsvollsten zweiten Ligen Europas sofort erhöht. In einem Wettbewerb, in dem häufig nur ein kleiner Unterschied zwischen direktem Aufstieg, Play-offs und einem Platz außerhalb der ersten sechs Mannschaften liegt, muss der Klub die Strafe vom ersten Spieltag an aufholen. Die Führung hält öffentlich am Ziel der Rückkehr in die Premier League fest und erklärt, dieses Projekt mit Eckert und dem aktuellen Trainerstab fortsetzen zu wollen.

Das vollständige Bild wird jedoch erst nach Abschluss des FA-Verfahrens bekannt sein. Eckert muss zunächst auf die drei Anklagepunkte antworten. Anschließend kann festgestellt werden, ob er sie einräumt, einzelne Vorwürfe bestreitet oder eine Anhörung vor einem unabhängigen Regulierungsgremium beantragt. Bis dahin steht lediglich fest, dass er angeklagt, aber nicht persönlich bestraft wurde. Für Southampton bedeutet dies, dass die Klubsanktionen im Rahmen des EFL-Verfahrens bereits rechtskräftig sind, während die Frage der künftigen Verfügbarkeit und des Disziplinarstatus des Trainers offen bleibt.

Quellen:
- The Football Association – offizielle Bekanntgabe der drei Anklagepunkte gegen Tonda Eckert und der Frist zur Stellungnahme (Link)
- Southampton FC – Klubmitteilung zu den Anklagepunkten, der Zusammenarbeit mit der FA und der Unterstützung für den Trainer (Link)
- English Football League – offizielle Entscheidung über den Ausschluss aus den Play-offs und den Punktabzug (Link)
- League Arbitration Panel / EFL – schriftliche Begründung der Berufungsentscheidung und Einzelheiten zu den drei Vorfällen (Link)
- Southampton FC – offizielles Profil und biografische Angaben zu Tonda Eckert (Link)
- The Guardian – Bericht über die Anklagepunkte, Eckerts Entschuldigung und die öffentliche Unterstützung durch den Klubeigentümer (Link)

Hinweis: Bei der Erstellung dieser Inhalte wurden Werkzeuge der künstlichen Intelligenz verwendet. Die Inhalte wurden vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft.

Schlagwörter Southampton Tonda Eckert FA Championship Spygate Oxford United Ipswich Town Middlesbrough

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