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Opta-Supercomputer sieht Spanien vor Frankreich und England im Rennen um die WM 2026

England zählt vor der WM 2026 weiter zum engen Favoritenkreis, doch der Opta-Supercomputer sieht Spanien und Frankreich mit besseren Titelchancen. Die Mannschaft von Thomas Tuchel mit Harry Kane und Jude Bellingham liegt bei rund 11 Prozent, während das erweiterte Turnierformat den Weg zum ersten WM-Titel seit 1966 zusätzlich erschwert

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Opta-Supercomputer sieht Spanien vor Frankreich und England im Rennen um die WM 2026 Karlobag.eu / Illustration

Das Opta-Modell sieht Spanien vor Frankreich und England: Tuchels Mannschaft kommt die Rolle eines großen, aber nicht des größten Favoriten zu

England geht in die abschließenden Vorbereitungen auf die Weltmeisterschaft 2026 als eine der Nationalmannschaften, über die am meisten gesprochen wird, doch laut der neuesten öffentlich verfügbaren Prognose von Opta Analyst ist es nicht der erste Kandidat auf den Titel. Optas Wahrscheinlichkeitstabelle für das Turnier in Kanada, Mexiko und den Vereinigten Staaten setzt Spanien auf den ersten Platz, dem eine Chance von 16,23 Prozent auf den Gewinn der Trophäe eingeräumt wird. Frankreich ist mit 12,84 Prozent Zweiter, während England mit 10,92 Prozent Dritter ist, vor Argentinien, Portugal, Brasilien und Deutschland. Eine solche Anordnung bedeutet nicht, dass die Mannschaft von Thomas Tuchel weit von der Spitze entfernt ist, sondern dass das Modell derzeit einschätzt, dass England für den ersten Weltmeistertitel seit 1966 mindestens zwei Nationalmannschaften überholen müsste, die statistisch als überzeugendere Kandidaten gelten.

Die Einschätzung ist besonders interessant, weil England über eine Generation verfügt, in der sich Spieler wie Harry Kane und Jude Bellingham befinden, und weil es nach Jahren zum Turnier kommt, in denen es regelmäßig nahe an den Endphasen großer Wettbewerbe war. Laut einer Mitteilung von England Football hat Tuchel 26 Spieler für die Weltmeisterschaft benannt, und die Mannschaft wird von Kapitän Kane angeführt, für den dies der dritte Auftritt bei Weltmeisterschaften sein wird. Dennoch behandelt das Opta-Modell England auf Grundlage der Stärke der Nationalmannschaften, der Auslosung und der wahrscheinlichen Wege durch den Wettbewerb nicht als erste Option für den Titel. Im Kontext eines Turniers mit 48 Nationalmannschaften, einer zusätzlichen K.-o.-Runde und acht Spielen für die Mannschaften, die das Finale erreichen, kann auch ein kleiner Unterschied in den Einschätzungen großes Gewicht haben.

Spanien hat die beste Ausgangsposition

Laut Opta Analyst ist Spanien derzeit die Nationalmannschaft mit der größten Wahrscheinlichkeit, die Weltmeisterschaft 2026 zu gewinnen. Das Modell gibt ihr 98,34 Prozent Chance auf den Einzug in die K.-o.-Phase, 51,60 Prozent auf den Einzug ins Viertelfinale, 38,70 Prozent auf das Halbfinale und 25,33 Prozent auf das Finale. Diese Zahlen erklären, warum Spanien in der Projektion vor den übrigen Favoriten liegt: Bewertet wird nicht nur die Gesamtqualität der Mannschaft, sondern auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie durch den konkreten Turnierplan weit genug kommt, um überhaupt um die Trophäe zu kämpfen. In der Schlussphase des Wettbewerbs werden solche Unterschiede oft entscheidend, weil auch die besten Kader eine Reihe von Spielen überstehen müssen, in denen ein schlechter Tag Monate der Vorbereitung auslöschen kann.

Spanien geht in diese Einschätzung nicht nur auf Grundlage seines Rufs ein. Die UEFA verzeichnet in der offiziellen Dokumentation zum Finale der Europameisterschaft 2024 den spanischen 2:1-Sieg gegen England, womit die Mannschaft von Luis de la Fuente den Status einer der erfolgreichsten europäischen Nationalmannschaften der jüngeren Zeit bestätigte. Anschließend führte die UEFA in ihrem Bericht über das Halbfinale der Nations League 2025 an, dass Spanien Frankreich in Stuttgart mit 5:4 besiegte, in einem Spiel, in dem Lamine Yamal zweimal traf und als Spieler der Partie hervorgehoben wurde. Solche Ergebnisse geben Optas Einschätzung einen breiteren Kontext: Spanien hat in den jüngsten großen Spielen bereits direkte Konkurrenten besiegt, die das Modell nun unmittelbar hinter ihm einordnet.

Frankreich bleibt trotz des engeren Abstands vor England

Frankreich ist laut Optas Projektion mit 12,84 Prozent Chance auf den Titel der zweite Favorit des Turniers, was weniger ist als Spaniens 16,23 Prozent, aber weiterhin spürbar mehr als Englands 10,92 Prozent. Das Modell gibt der französischen Nationalmannschaft 95,11 Prozent Chance auf den Einzug in die K.-o.-Phase und 20,94 Prozent Aussicht auf den Einzug ins Finale. Der Unterschied zwischen Frankreich und England ist nicht riesig, aber klar genug, um zu zeigen, dass Les Bleus weiterhin als verlässlicherer Kandidat für die ganz späte Phase gelten. In der Praxis bedeutet das, dass England, selbst wenn es die Gruppe überzeugend übersteht, in eine Konkurrenz geraten könnte, in der die Marge zwischen den Favoriten sehr klein ist.

Frankreichs Status in den Projektionen beruht auf Ergebniskontinuität und Kaderbreite, aber auch auf der Tatsache, dass die Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren ein ständiger Teilnehmer der Endphasen großer Wettbewerbe geblieben ist. Das Opta-Modell misst nicht nur den Eindruck einzelner Stars, sondern kombiniert Daten über die Stärke der Mannschaft und den möglichen Turnierweg. Deshalb ist die 4:5-Niederlage gegen Spanien in der Nations League, die die UEFA als torreichstes Spiel in der Geschichte dieses Wettbewerbs beschrieb, nicht unbedingt ausreichend, um Frankreich unter England fallen zu lassen. Im Gegenteil: Ein solches Spiel bestätigt auch, wie klein die Unterschiede zwischen den führenden europäischen Nationalmannschaften sind.

England ist der dritte Favorit, aber der Weg zum Titel ist nicht einfach

England steht in Optas Tabelle mit 10,92 Prozent Chance auf den Titelgewinn, 95,91 Prozent auf den Einzug in die K.-o.-Phase und 18,52 Prozent auf den Einzug ins Finale an dritter Stelle. Diese Prozentsätze bestätigen, dass England als einer der ernsthaftesten Kandidaten des Turniers gilt, aber auch, dass sein Weg zur Trophäe statistisch anspruchsvoller ist als der spanische und der französische. In der Öffentlichkeit werden englische Ambitionen häufig über die historische Last von 1966 gemessen, doch das Modell blickt nüchterner auf die Struktur des Turniers. Seine Botschaft lautet nicht, dass England keine Mannschaft für den Titel hat, sondern dass es derzeit Nationalmannschaften gibt, denen eine etwas bessere Ausgangslage gegeben wird.

Laut der Mitteilung von England Football über den Kader für die Weltmeisterschaft versammelte sich Tuchels Mannschaft Anfang Juni in einem Vorbereitungscamp in Florida und wird danach zur festen Turnierbasis in Kansas City weiterreisen. Dieselbe Quelle gibt an, dass England vor Beginn des Wettbewerbs Vorbereitungsspiele gegen Neuseeland und Costa Rica bestreiten wird, anschließend folgt Gruppe L. England eröffnet das Turnier am 17. Juni gegen Kroatien in Dallas, spielt am 23. Juni in Boston gegen Ghana weiter und beendet die Gruppenphase am 27. Juni gegen Panama in New York New Jersey. Auf dem Papier wirkt ein solcher Spielplan beherrschbar, aber das neue Format bedeutet, dass es für die Trophäe nicht mehr reicht, wie in früheren Ausgaben sechs oder sieben Spiele zu überstehen.

Tuchels Rolle und der Druck nach der Southgate-Ära

Thomas Tuchel übernahm England am 1. Januar 2025, nachdem die FA im Oktober 2024 seine Ernennung zum Trainer der A-Nationalmannschaft der Männer bekanntgegeben hatte. Laut der Football Association unterschrieb Tuchel einen 18-monatigen Vertrag, und Anthony Barry schloss sich ihm im Trainerstab an. Die FA erklärte damals, Ziel der Verpflichtung sei es, England die bestmögliche Chance auf den Gewinn eines großen Turniers zu geben, wobei die Weltmeisterschaft 2026 besonders hervorgehoben wurde. Inzwischen hat Tuchel laut seinem Profil bei England Football seinen Verbleib bis zur Europameisterschaft 2028 verlängert, was zeigt, dass der Verband das Projekt nicht nur als kurzfristiges Abenteuer betrachtet.

Seine Aufgabe wurde dennoch sofort durch große Erwartungen definiert. England erreichte unter Gareth Southgate die Finals der Europameisterschaften 2020 und 2024, und 2024 verlor es in Berlin ausgerechnet gegen Spanien. Tuchel beginnt deshalb nicht von vorn, sondern übernimmt eine Mannschaft, die bereits gelernt hat, Endphasen zu spielen, aber noch keinen Weg gefunden hat, sie in einen Titel zu verwandeln. Optas Einschätzung des dritten Platzes unter den Favoriten kann sowohl als Bestätigung der Qualität als auch als Warnung gelesen werden: Das Potenzial ist vorhanden, aber die Konkurrenz ist stark genug, dass Englands Favoritenrolle mit Maß betrachtet werden muss.

Das neue Format erhöht die Zahl der Fallen

Die FIFA hat für die Weltmeisterschaft 2026 ein Format mit 48 Nationalmannschaften, 12 Gruppen zu je vier Teams und insgesamt 104 Spielen eingeführt. Laut der offiziellen Erklärung der FIFA ziehen jeweils die zwei besten Nationalmannschaften aus jeder Gruppe sowie die acht besten Drittplatzierten in die K.-o.-Phase ein, danach folgt das Sechzehntelfinale. Das Turnier dauert vom 11. Juni bis zum 19. Juli 2026, und das Finale ist für das New York New Jersey Stadium in East Rutherford vorgesehen. In der Praxis bedeutet das, dass der Sieger ein längeres Turnier durchstehen muss, als es im Format mit 32 Nationalmannschaften der Fall war.

Für Favoriten wie Spanien, Frankreich und England bringt die Erweiterung des Turniers zwei verschiedene Folgen. Einerseits verringert die größere Zahl drittplatzierter Nationalmannschaften in der K.-o.-Phase das Risiko einer Katastrophe in der Gruppe, weil auch ein schwächerer Einstieg ins Turnier nicht sofort das Ausscheiden bedeuten muss. Andererseits erhöht die zusätzliche K.-o.-Runde die Zahl der Spiele, in denen ein Favorit gegen einen organisierten Gegner ausrutschen kann. Deshalb sollte man Optas Wahrscheinlichkeiten nicht als endgültiges Urteil lesen, sondern als momentane Momentaufnahme von Risiken und Vorteilen in einem Turniersystem, das komplexer ist als je zuvor.

Argentinien, Portugal und Brasilien warten aus der zweiten Reihe

Hinter den ersten drei Nationalmannschaften ordnet das Opta-Modell Argentinien, Portugal und Brasilien ein. Argentinien, der amtierende Weltmeister, hat laut dieser Tabelle eine Chance von 10,12 Prozent auf die Titelverteidigung, was sehr nahe am englischen Prozentsatz liegt. Portugal liegt bei 7,18 Prozent und Brasilien bei 6,35 Prozent, was zeigt, dass die klassischen Fußballmächte nicht abgeschrieben werden können, auch wenn sie in den ersten Projektionen nicht ganz oben stehen. Eine solche Anordnung unterstreicht zusätzlich, wie eng die Spitze der Rangliste zusammengedrängt ist: Der Unterschied zwischen England und Argentinien beträgt weniger als einen Prozentpunkt, während der größere Sprung erst Richtung Frankreich und Spanien erfolgt.

Das ist auch für die Interpretation von Englands Status wichtig. Dritter Favorit bei einer Weltmeisterschaft mit 48 Nationalmannschaften zu sein, ist sportlich gesehen eine außerordentlich hohe Position, aber es ist nicht dasselbe wie eine dominante Rolle zu haben. England geht als Mannschaft mit der Qualität für die Endphase ins Turnier, doch die Projektion zeigt, dass sein realistischer Weg zur Trophäe wahrscheinlich über direkte Duelle mit Nationalmannschaften ähnlicher oder größerer Stärke führen muss. Genau deshalb wird Tuchels Arbeit nicht nur am Überstehen der Gruppe bewertet werden, sondern an der Fähigkeit, in der K.-o.-Phase Lösungen gegen Mannschaften zu finden, die ebenso hohe Ambitionen haben.

Was Optas Einschätzung tatsächlich aussagt

Optas Wahrscheinlichkeiten sind nützlich, weil sie einen strukturierten Blick auf das Turnier bieten, aber sie beseitigen nicht die Ungewissheit, die die Weltmeisterschaft besonders macht. Ein Prozentsatz von 16,23 für Spanien bedeutet, dass es im Modell der häufigste Sieger ist, zugleich aber, dass in der großen Mehrheit der möglichen Szenarien die Trophäe an jemand anderen geht. Englands 10,92 Prozent sind keine kleine Zahl, sondern eine Bestätigung, dass es sich um eine Nationalmannschaft aus dem engsten Kreis der Kandidaten handelt. Der Unterschied liegt darin, dass öffentliche Erwartungen oft eine einfache Antwort auf die Frage verlangen, wer der Favorit ist, während statistische Modelle eine Spanne möglicher Ergebnisse darstellen.

Für England ist der wichtigste Schluss deshalb zweigeteilt. Einerseits bestätigt das Modell, dass Tuchels Mannschaft stark genug ist, um als Kandidat auf den Titel genannt zu werden, mit hohen Chancen auf das Überstehen der Gruppe und einer realistischen Chance auf das Finale. Andererseits haben Spanien und Frankreich derzeit eine bessere statistische Position, während Argentinien, Portugal und Brasilien nahe genug sind, um das Bild schon nach der ersten Turnierwoche zu verändern. In diesem Rahmen bleibt Englands Suche nach dem Ende des Wartens seit 1966 eine der zentralen Geschichten der Weltmeisterschaft 2026, aber keine Geschichte mit vorab geschriebenem Ende.

Quellen:
- Opta Analyst – öffentlich verfügbare Wahrscheinlichkeitstabelle für die Weltmeisterschaft 2026, einschließlich der Chancen Spaniens, Frankreichs, Englands und der übrigen Favoriten (link)
- FIFA – Erklärung des Formats der Weltmeisterschaft 2026 mit 48 Nationalmannschaften, 12 Gruppen und 104 Spielen (link)
- FIFA – offizieller Überblick über Gruppen, Kriterien für das Weiterkommen und Regeln für den Einzug in die K.-o.-Phase (link)
- FIFA – offizieller Spielplan der Weltmeisterschaft 2026 und wichtige Turnierdaten (link)
- England Football – Bekanntgabe des englischen Kaders für die Weltmeisterschaft 2026, des Vorbereitungsplans und der Spiele der Gruppe L (link)
- England Football – Profil von Thomas Tuchel mit Angaben zu Ernennung, Vertrag und Trainerstab (link)
- UEFA – offizielle Seite des Finales der Europameisterschaft 2024 zwischen Spanien und England (link)
- UEFA – Bericht über das Halbfinale der Nations League 2025, in dem Spanien Frankreich mit 5:4 besiegte (link)

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Schlagwörter WM 2026 England Spanien Frankreich Opta Thomas Tuchel Harry Kane Jude Bellingham FIFA
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