EuroLeague tritt in eine neue Phase ein: Rahmen für 20 Klubs in der Saison 2026/27 bestätigt und großer Schritt nach vorn für den EuroCup
Der europäische Klub-Basketball hat nach der Sitzung des Verwaltungsrats der Euroleague Commercial Assets, die am 26. Juni 2026 in Barcelona stattfand, einen wichtigen organisatorischen Rahmen für die Saison 2026/27 erhalten. Laut der Mitteilung von Euroleague Basketball genehmigte die ECA eine Reihe wettbewerblicher, kommerzieller und strategischer Entscheidungen, die der Generalversammlung der ECA am 7. Juli 2026 zur Ratifizierung vorgelegt werden. Die wichtigste Entscheidung betrifft die Fortsetzung des Modells mit 20 Klubs in der EuroLeague, verbunden mit der Bestätigung, dass Paris Basketball und Beşiktaş Istanbul für die Saison 2026/27 einjährige Einladungen erhalten werden. Damit wird das im vorherigen Zyklus eingeführte erweiterte Format beibehalten, zugleich aber Raum für eine tiefere Neuordnung ab der Saison 2027/28 geöffnet.
Die Entscheidungen aus Barcelona fallen in eine Zeit, in der der europäische Markt des professionellen Basketballs unter starkem Druck neuer Projekte steht, vor allem der Initiative von NBA und FIBA für eine mögliche paneuropäische Liga. Laut offiziellen Mitteilungen von NBA und FIBA befindet sich diese Idee weiterhin in der Phase der Prüfung und der Gespräche mit potenziellen Klubs, Eigentümergruppen und Basketballorganisationen. Euroleague Basketball, FIBA und die NBA erklärten in einer gemeinsamen Mitteilung nach dem Treffen in Mies, dass die Gespräche über die Zukunft des europäischen Basketballs fortgesetzt werden, dass es bislang jedoch kein offiziell bestätigtes endgültiges Modell und kein Startdatum für einen möglichen neuen Wettbewerb gibt. In einem solchen Umfeld versucht die ECA, ihre eigene Struktur zu festigen, die Zahl stabiler Projekte zu erhöhen und den Klubs einen klareren langfristigen Geschäftsrahmen anzubieten.
Die EuroLeague bleibt bei 20 Mannschaften, aber der Plan für 24 Klubs bleibt offen
Laut der Mitteilung von Euroleague Basketball bestätigte der Verwaltungsrat der ECA, dass die EuroLeague in der Saison 2026/27 erneut 20 Teilnehmer haben wird. Paris Basketball bleibt über eine einjährige Einladung im Wettbewerb, während Beşiktaş Istanbul ebenfalls über eine einjährige Wildcard in die höchste Ebene eintritt. Andererseits erscheint AS Monaco auf der offiziellen Liste der Teilnehmer des BKT EuroCup für die Saison 2026/27, was eine der sichtbarsten Veränderungen gegenüber der vorherigen Saison markiert. Eine solche Verteilung der Klubs zeigt, dass die ECA, zumindest für die kommende Saison, einem kontrollierten Übergang Vorrang gibt statt einer abrupten Erhöhung der Teilnehmerzahl.
Das Wettbewerbsmodell bleibt wiedererkennbar: 20 Klubs bedeuten ein doppeltes Rundensystem mit Heim- und Auswärtsspielen gegen jeden Gegner, also eine reguläre Saison mit 38 Spieltagen. Laut früheren Erläuterungen von Euroleague Basketball erhöht dieses Format die Zahl der Spiele gegenüber dem älteren Modell mit 18 Mannschaften, bewahrt aber den Grundsatz, dass alle Klubs zweimal aufeinandertreffen. Der Verwaltungsrat bestätigte laut offizieller Mitteilung gleichzeitig erneut die Absicht, die EuroLeague ab der Saison 2027/28 auf 24 Klubs zu erweitern, sowie die Fortsetzung der Bewertung eines Formats, das eine solche Erhöhung in den breiteren europäischen Kalender einfügen könnte. Diese Frage ist nicht nur sportlicher, sondern auch logistischer Natur, denn die Klubs warnen bereits jetzt vor der Belastung durch Spielpläne, Reisen und die Abstimmung mit nationalen Ligen sowie Nationalmannschaftsfenstern.
Besonders wichtig ist die Entscheidung zu Real Madrid. Laut der Mitteilung der ECA genehmigte der Verwaltungsrat die Verlängerung der zehnjährigen Lizenz des Madrider Klubs nach Abschluss des Verfahrens am 22. Juni 2026. Die spanische Zeitung El País hatte zuvor berichtet, dass Real Madrid der letzte der wichtigen Anteilseignerklubs war, der seine langfristige Bindung an das Projekt bestätigen musste, zu einem Zeitpunkt, in dem sich die EuroLeague in Richtung eines Modells bewegt, das einem Franchise-System ähnlicher ist. Für die EuroLeague ist das strategisch wichtig, weil der Verbleib der bekanntesten Klubs die Verhandlungsstärke in Gesprächen mit Medienpartnern, Sponsoren und potenziellen Investoren erhöht. Für die übrigen Teilnehmer ist es ein Signal, dass das aktuelle Modell unter dem Druck konkurrierender Ideen nicht auseinanderfällt, sondern versucht wird, es weiterzuentwickeln.
Der EuroCup erweitert sich auf 32 Klubs und erhält ein stabileres System
Der zweite große Teil der Entscheidungen betrifft den BKT EuroCup, der in der Saison 2026/27 ein deutlich breiteres Format erhält. Laut der offiziellen Liste von Euroleague Basketball wird der Wettbewerb auf 32 Klubs erweitert, die in vier Gruppen zu je acht Mannschaften eingeteilt werden. In die Playoffs ziehen 16 Klubs ein, und die Phasen Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale und Finale werden in Serien auf zwei Siege gespielt. Damit wird der EuroCup zu einem Wettbewerb mit einer größeren Zahl von Märkten, größerer sportlicher Tiefe und einem klareren Playoff-Rahmen als bisher.
Euroleague Basketball erklärt, dass die Erweiterung des EuroCup eine Antwort auf das ausgeprägte Interesse von Klubs aus Europa ist, wobei zuvor veröffentlicht wurde, dass mehr als 40 Interessenbekundungen für eine Teilnahme eingegangen seien. Auf der offiziellen Liste für die Saison 2026/27 befinden sich Vertreter aus 16 Ländern und Territorien. Laut der Mitteilung von Euroleague Basketball ist Italien mit fünf Klubs am stärksten vertreten, während Deutschland und die Türkei jeweils vier Vertreter haben. Insgesamt erhalten 22 Klubs langfristige Fünfjahreslizenzen, ein Teil der Plätze wird durch einjährige Teilnahmen besetzt, und ein Platz war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung für eine abschließende Wildcard-Entscheidung vorgesehen.
Unter den Klubs mit Fünfjahreslizenzen werden unter anderem AS Monaco, Beşiktaş Gain Istanbul, Cosea JL Bourg-en-Bresse, Hapoel Midtown Jerusalem, La Laguna Tenerife, London Lions, ratiopharm Ulm, Turk Telekom Ankara, U-BT Cluj-Napoca und Umana Reyer Venice genannt. Unter den Klubs mit einjähriger Teilnahme befinden sich Basketball Club Roma, Kids&Us Manresa, Napoli Basketball, Slask Wroclaw, Tofas Bursa und andere. Laut Euroleague Basketball muss die endgültige Liste die formale Genehmigung des nächsten ECA-Gremiums durchlaufen und anschließend von der Generalversammlung ratifiziert werden. Falls ein Klub zwischenzeitlich eine Einladung zur EuroLeague erhält und einen Platz im EuroCup freimacht, soll die frei gewordene Position unter den Klubs besetzt werden, die die erforderliche Dokumentation eingereicht haben.
Die Erweiterung des EuroCup hat auch eine größere Bedeutung als nur die Änderung des Spielplans. Euroleague Basketball betont in der Mitteilung, dass der erweiterte Wettbewerb Stabilität, Investitionen und längerfristige Planung unter den Klubs fördern soll. Dies hängt direkt mit der künftigen Erweiterung der EuroLeague zusammen, denn der EuroCup bleibt ein Raum, in dem ambitionierte Klubs ihr sportliches und geschäftliches Profil aufbauen können, bevor sie auf die höchste Ebene wechseln. In der Praxis könnte der EuroCup im neuen Modell zu einer noch wichtigeren Entwicklungs- und Auswahlplattform werden, insbesondere für Märkte, die in die wichtigste europäische Liga eintreten wollen, aber noch keinen garantierten Platz darin haben.
Franchise-Modell und wirtschaftliche Logik der neuen Phase
Laut der Mitteilung der ECA informierte der Geschäftsführer von Euroleague Basketball, Chus Bueno, den Verwaltungsrat über den Prozess der Umwandlung bestehender langfristiger Klub-Lizenzen in Franchises, und dieser Prozess soll während der Saison 2026/27 abgeschlossen werden. Das formale Verfahren zur Prüfung der Vergabe künftiger Franchises soll am 1. Juli 2026 beginnen. Euroleague Basketball erklärt, dass bereits erhebliches Interesse von bestehenden Klubs, Basketballorganisationen und Investoren aus neuen Märkten eingegangen ist. Dies bestätigt, dass sich die Debatte über die Zukunft der EuroLeague immer stärker von der Frage des Kalenders selbst auf die Frage der Eigentümerstruktur, des Marktwerts und der langfristigen kommerziellen Rechte verlagert.
Das Franchise-Modell könnte den Klubs größere Sicherheit bei der Planung von Budgets, Infrastruktur, Sponsoring und Medienverträgen bringen. Gleichzeitig eröffnet es sensible Fragen des sportlichen Zugangs, denn die europäische Sporttradition beruht auf einer Kombination aus nationalen Ligen, Platzierungen, Ergebnissen und internationalen Qualifikationswegen. Die EuroLeague versucht deshalb, ein Gleichgewicht zu bewahren: Sie kündigt ein stabileres System für bestehende und künftige Träger des Projekts an, erweitert aber gleichzeitig den EuroCup und lässt Raum für neue Zugänge über Einladungen und mögliche künftige Formate. Genau dieses Gleichgewicht wird entscheidend sein, falls ab 2027/28 tatsächlich auf eine EuroLeague mit 24 Klubs umgestellt wird.
Auch die finanzielle Dimension der Entscheidungen ist wichtig. Laut der offiziellen Mitteilung von Euroleague Basketball berichtete die Geschäftsführung über ein Umsatzwachstum von mehr als 12 Prozent im Vergleich zur Saison 2024/25 und kündigte eine Erhöhung der wirtschaftlichen Ausschüttungen an die Klubs um mindestens 10 Prozent für die Saison 2026/27 an. Der Verwaltungsrat nahm auch die vorgeschlagenen Änderungen der Wettbewerbsregeln an, darunter die Entfernung des High Remuneration Level aus dem System der Competitive Balance Standards vor der geplanten vollständigen Anwendung in der Saison 2027/28, zusätzliche Verbesserungen der Spielerbedingungen im Rahmen der Vereinbarung mit der EuroLeague Players’ Association sowie eine Erhöhung der disziplinarischen Schwellenwerte. All diese Maßnahmen deuten auf den Versuch hin, ein nachhaltigeres System zu schaffen, in dem Umsatzwachstum nicht von Kostenkontrolle und den Beziehungen zu den Spielern getrennt ist.
SuperCup und Kalender als zusätzliches kommerzielles Instrument
Die ECA genehmigte in Barcelona auch die Einführung des SuperCup, eines neuen Wettbewerbs im Portfolio von Euroleague Basketball. Laut offizieller Mitteilung wird die erste Ausgabe am 18. und 19. September 2026 erwartet, während Format und Teilnehmerliste später bekanntgegeben werden. Obwohl die Details nicht bestätigt sind, passt der SuperCup in die breitere Strategie, zusätzliche Veranstaltungen zu schaffen, die die Sichtbarkeit des Wettbewerbs vor Beginn der Hauptsaison erhöhen können. Solche Turniere haben sportlichen Wert, sind aber als Medienprodukt noch wichtiger, besonders in einer Zeit, in der globale Ligen versuchen, ihr Publikum über traditionelle Märkte hinaus zu erweitern.
Laut dem vom Verwaltungsrat genehmigten Kalender soll die EuroLeague die Saison 2026/27 am 24. September 2026 beginnen, der BKT EuroCup am 29. September 2026. Der frühe Start bestätigt zusätzlich, wie sehr der Kalender zu einer der sensibelsten Fragen im europäischen Basketball geworden ist. Klubs, die in der EuroLeague oder im EuroCup spielen, treten meist parallel in nationalen Meisterschaften an, und viele Spieler haben Verpflichtungen gegenüber Nationalmannschaften. Deshalb wirkt sich jede Veränderung der Zahl der Klubs, der Zahl der Spieltage oder der Playoff-Serien direkt auf die Belastung der Mannschaften, Reisekosten, Fernsehtermine und den sportlichen Rhythmus der gesamten Saison aus.
Gerade deshalb ist die Entscheidung, die EuroLeague 2026/27 bei 20 Klubs zu belassen, pragmatisch und nicht unbedingt endgültig. Sie gibt der ECA eine weitere Saison für Verhandlungen, das Testen des wirtschaftlichen Modells und die Vorbereitung eines möglichen Sprungs auf 24 Teilnehmer. Der EuroCup übernimmt dagegen bereits jetzt die Rolle einer breiteren Plattform mit 32 Klubs, wodurch Euroleague Basketball die Gesamtzahl der Klubs in seinen zwei Seniorenwettbewerben auf 52 erhöht. Laut offizieller Mitteilung soll diese Zahl die Breite und Qualität des europäischen Klub-Basketballs zeigen, aber auch die Fähigkeit der Organisation, Klubs in einer Phase verstärkter Konkurrenz zusammenzuführen.
Antwort auf NBA Europe ohne offenen Konflikt
Der wichtigste Kontext der Entscheidungen aus Barcelona bleibt das Verhältnis der EuroLeague zur NBA und zur FIBA. NBA und FIBA haben in offiziellen Mitteilungen bestätigt, dass sie die Schaffung einer neuen professionellen Männerliga in Europa prüfen, mit der Absicht, potenzielle Klubs und Eigentümergruppen einzubeziehen. Die FIBA veröffentlichte im Dezember 2025, dass das neue Projekt neben festen Plätzen auch einen jährlichen Qualifikationsweg für Klubs aus mit der FIBA verbundenen Ligen enthalten könnte, entweder über die Basketball Champions League oder ein abschließendes Qualifikationsturnier. Doch laut den gemeinsamen Mitteilungen von FIBA, NBA und Euroleague Basketball aus April und Juni 2026 werden die Gespräche fortgesetzt, und bislang wurde keine endgültige Vereinbarung bekanntgegeben, die einen gemeinsamen Wettbewerb oder ein völlig getrenntes Projekt definieren würde.
Die EuroLeague antwortet daher nicht nur mit sportlichen Entscheidungen, sondern auch mit institutioneller Positionierung. Der Verbleib von Real Madrid, die Stärkung des Franchise-Modells, das Wachstum der wirtschaftlichen Ausschüttungen, die Erweiterung des EuroCup und der geplante Übergang auf 24 Klubs ab 2027/28 sind Teil derselben Botschaft: Die bestehende europäische Klubstruktur will sich modernisieren, bevor ein mögliches Projekt NBA Europe seine endgültige Form erhält. Dabei vermeidet die ECA bislang die Rhetorik eines offenen Konflikts und setzt laut offiziellen Mitteilungen die Gespräche mit der NBA und der FIBA über Möglichkeiten der Zusammenarbeit fort. Ein solcher Ansatz lässt Raum sowohl für eine Einigung als auch für eine eigenständige Stärkung des EuroLeague-Modells, falls keine gemeinsame Lösung erreicht wird.
Für die Klubs bringen die Entscheidungen aus Barcelona mehr Vorhersehbarkeit, beseitigen aber nicht alle offenen Fragen. Die Saison 2026/27 soll zeigen, ob eine EuroLeague mit 20 Klubs attraktiv und nachhaltig genug bleiben kann, während die Erweiterung auf 24 Teilnehmer vorbereitet wird. Der EuroCup wird seine neue Breite mit 32 Klubs, einer größeren Zahl von Ländern und längeren Playoffs testen. Investoren und potenzielle neue Marktprojekte werden verfolgen, wie sich das Verfahren zur Vergabe künftiger Franchises entwickelt, während NBA und FIBA den Raum für eine eigene europäische Liga weiter bewerten werden. Deshalb sind die Entscheidungen der ECA aus Barcelona weniger ein Schlusspunkt als vielmehr der Beginn einer Übergangssaison, die die Architektur des europäischen Basketballs für das nächste Jahrzehnt bestimmen könnte.
Quellen:
- Euroleague Basketball Media Centre – Mitteilung über die Entscheidungen des Verwaltungsrats der ECA für die Saison 2026/27, einschließlich EuroLeague, EuroCup, SuperCup, Kalender und Finanzmaßnahmen (Link)
- Euroleague Basketball Media Centre – offizielle Liste der Teilnehmer des BKT EuroCup 2026/27 und Beschreibung des erweiterten Formats mit 32 Klubs (Link)
- Euroleague Basketball Media Centre – gemeinsame Erklärung von Euroleague Basketball, FIBA und NBA zur Fortsetzung der Gespräche über die Zukunft des europäischen Basketballs im Juni 2026 (Link)
- FIBA – gemeinsame Erklärung von FIBA, NBA und Euroleague Basketball nach dem Treffen in Mies am 28. April 2026 (Link)
- NBA Communications – offizielle Mitteilung von NBA und FIBA zur Prüfung einer neuen professionellen Männer-Basketballliga in Europa (Link)
- El País – Bericht über die Verlängerung der Zusammenarbeit von Real Madrid mit der EuroLeague und den breiteren Übergang zu einem Franchise-Modell (Link)