Hadjar verpasst Monza: Lawson springt erneut bei Red Bull ein, Tsunoda kehrt zu Racing Bulls zurück
Isack Hadjar wird beim Großen Preis von Italien 2026 auf dem Autodromo Nazionale Monza nicht antreten, nachdem er sich von einer während der Sommerpause der Formel 1 erlittenen Handgelenksverletzung nicht ausreichend erholt hat. Red Bull bestätigte am 2. September, dass Liam Lawson den Franzosen im RB22 erneut ersetzen wird, während Yuki Tsunoda vorübergehend zu Racing Bulls zurückkehrt und Lawsons Platz übernimmt. Es handelt sich um denselben Fahrertausch, den die beiden verbundenen Teams bereits beim vorherigen Rennen in Zandvoort vorgenommen hatten, wo Hadjar ebenfalls außerhalb des Cockpits bleiben musste. Das Team aus Milton Keynes erklärte, seine Genesung mache ermutigende Fortschritte, man werde jedoch kein unnötiges Risiko bei seiner Rückkehr in den Wettbewerb eingehen. Damit steht fest, dass Lawson und Max Verstappen auch auf einer der schnellsten Strecken im Kalender das Fahrerduo von Red Bull bilden werden.
Handgelenksbruch verlängert Hadjars Pause
Red Bull bezeichnet die Verletzung in seinen offiziellen Mitteilungen als Handgelenksverletzung, die während der Sommerpause entstanden ist, während Motorsport.com unter Berufung auf Informationen zu den Umständen der Verletzung berichtete, dass es sich um einen Bruch handle, den Hadjar beim Boxtraining erlitten habe. Deshalb verpasste Hadjar bereits den Großen Preis der Niederlande, das erste Rennen nach der Sommerpause, und zunächst bestand die Hoffnung, dass er für Monza zurückkehren könnte. Der französische Fahrer sagte Ende August, die Verletzung heile schnell, doch die endgültige Entscheidung fiel zugunsten einer Fortsetzung der Rehabilitation. Red Bull betonte, dass man seine Genesung genau beobachte und eine Rückkehr nicht erzwingen werde, nur damit der Fahrer an einem einzelnen Rennen teilnehmen könne. Der genaue Zeitpunkt von Hadjars Rückkehr ist derzeit offiziell nicht bestätigt, sodass die Entscheidung über seinen Einsatz bei der nächsten Runde der Meisterschaft von den weiteren Fortschritten und der Einschätzung des Teams abhängen wird.
Eine solche Vorsicht ist angesichts der Anforderungen eines modernen Formel-1-Boliden besonders verständlich. Ein Fahrer muss während des gesamten Wochenendes hohe Belastungen beim Bremsen, bei Richtungswechseln und beim Überfahren der Randsteine aushalten, während eine präzise Kontrolle des Lenkrads in jeder Phase einer Runde entscheidend ist. Monza hat möglicherweise weniger langsame Kurven als viele andere Strecken, doch seine langen Geraden enden in äußerst starken Bremszonen, während die Schikanen ein schnelles und präzises Einlenken des Autos verlangen. Red Bull hat weder medizinische Einzelheiten zu Hadjars Zustand noch einen Zeitpunkt veröffentlicht, bis zu dem sein Handgelenk vollständig für den Rennbetrieb bereit sein soll. Die wichtigste bestätigte Information lautet daher, dass der Franzose Fortschritte macht, für das Wochenende vom 4. bis 6. September jedoch noch kein grünes Licht für eine Rückkehr erhalten hat.
Lawson erhält eine weitere Chance an Verstappens Seite
Für Liam Lawson bedeutet die Entscheidung einen zweiten aufeinanderfolgenden Einsatz für Red Bull in der aktuellen Rennserie. Der Neuseeländer übernahm Hadjars Auto in Zandvoort kurzfristig, qualifizierte sich als Achter und beendete das Rennen auf dem siebten Platz. Laut dem offiziellen Bericht von Red Bull gelang es Lawson unter wechselhaften Bedingungen, im Kampf um Punkte zu bleiben, während Verstappen nach einem Abflug und einem Einschlag in die Streckenbegrenzung ausschied. Die sechs erzielten Punkte waren deshalb sowohl für das Team als auch für Lawson persönlich wichtig, insbesondere weil es sein erstes Rennwochenende für Red Bull seit seinem sehr kurzen ersten Aufenthalt im Hauptteam im Jahr 2025 war. In Monza erhält er nun eine weitere Gelegenheit zu zeigen, wie stark er sich inzwischen weiterentwickelt hat und wie schnell er sich an den RB22 anpassen kann.
Lawsons Geschichte im Fahrerprogramm von Red Bull verleiht dieser Rückkehr zusätzliches Gewicht. Zu Beginn der Saison 2025 wurde er als Teamkollege von Verstappen zu Red Bull befördert, doch bereits nach zwei Rennen wurde er zu Racing Bulls zurückversetzt und Tsunoda übernahm seinen Platz. Die Formel 1 berichtete damals, die Entscheidung sei nach einem schwierigen Saisonstart des Neuseeländers gefallen, dem es nicht gelungen sei, sich schnell genug an den damaligen RB21 anzupassen. Während seiner späteren Zeit bei Racing Bulls fand er wieder zu seiner Form, und 2026 absolvierte er bis zu Hadjars Verletzung die komplette Saison für das Team aus Faenza. Die vorübergehende Rückkehr zu Red Bull ist daher nicht nur ein technischer Ersatz aufgrund einer Verletzung, sondern auch eine Gelegenheit für Lawson, sich unter anderen Umständen als vor anderthalb Jahren erneut mit Verstappen zu vergleichen.
Laut dem offiziellen Formel-1-Klassement vor Monza liegt Lawson mit 49 Punkten auf dem neunten Platz der Fahrerwertung. Hadjar ist mit 68 Punkten Achter, während Verstappen mit 112 Punkten den sechsten Rang belegt. Diese Zahlen zeigen, dass sowohl Hadjar als auch Lawson im Laufe der Saison regelmäßig Punkte für ihre Teams geholt haben, obwohl sich Red Bull 2026 nicht in der dominanten Position befindet, die das Team in früheren Jahren innehatte. Für Lawson wird Monza deshalb auch zu einem sportlichen Test in einer Phase, in der das Team versucht, aus jedem Wochenende das Maximum herauszuholen. Einen soliden Auftritt in Zandvoort hat er bereits absolviert; nun folgt eine Strecke mit völlig anderen aerodynamischen Anforderungen.
Tsunoda kehrt erneut in die Startaufstellung zurück
Die Veränderung bei Red Bull schafft automatisch auch einen freien Platz beim Schwesterteam Racing Bulls. Yuki Tsunoda wird Lawson deshalb zum zweiten Mal in Folge ersetzen und an der Seite von Arvid Lindblad fahren. Ende 2025 verlor der Japaner seinen Stammplatz in der Rennaufstellung von Red Bull und übernahm 2026 die Rolle des Test- und Ersatzfahrers für beide Teams. Hadjars Verletzung hat ihn erneut in den Rennrhythmus zurückgebracht: In Zandvoort wurde er Elfter und verpasste die Punkteränge nur knapp, während Lindblad Zwölfter wurde. Racing Bulls bedankte sich nach dem niederländischen Wochenende bei den Fahrern für ihre Anpassungsfähigkeit, und dieselbe Teamstruktur wird nun auch in Italien beibehalten.
Für Tsunoda ist Monza eine bekannte Umgebung, doch die Rückkehr nach einer längeren Zeit ohne festen Rennplatz bringt eine andere Herausforderung mit sich als ein gewöhnliches Wochenende. Ein Ersatzfahrer muss sich schnell in die operativen Abläufe, die Fahrzeugabstimmung und die Zusammenarbeit mit den Ingenieuren einfügen und verfügt dabei nicht über den Luxus einer langen Vorbereitungsphase über mehrere Rennen hinweg. Seine Aufgabe wird darin bestehen, Racing Bulls dabei zu helfen, im Mittelfeld konkurrenzfähig zu bleiben, während Lindblad seine eigene Debütsaison fortsetzt. Laut Daten der Formel 1 hat Racing Bulls vor Monza 66 Punkte in der Konstrukteurswertung und liegt vor mehreren Konkurrenten aus dem Mittelfeld. Lawsons vorübergehender Wechsel verändert daher nicht nur die Besetzung von Red Bull, sondern wirkt sich auch auf das Team aus Faenza aus, das im Kampf um jede Position Kontinuität bewahren muss.
Hadjars starke Saison in einem sensiblen Moment gestoppt
Hadjars Abwesenheit ist besonders bedeutsam, weil der 21-jährige Franzose vor der Sommerpause eine sehr konstante Ergebnisserie gezeigt hatte. Die offiziellen Ergebnisse der Formel 1 zeigen, dass er in Monaco Vierter, in Kanada und Großbritannien Fünfter sowie in Barcelona, Österreich, Belgien und Ungarn Sechster wurde. Vor seiner Verletzung hatte er 68 Punkte gesammelt und belegte den achten Platz in der Fahrer-Gesamtwertung. Red Bull beförderte ihn für 2026 nach einer beeindruckenden Debütsaison bei Racing Bulls im Jahr 2025, in der er auch sein erstes Formel-1-Podium erzielte, ins Hauptteam. Seine Entwicklung in diesem Jahr war daher eines der wichtigeren Elemente der neuen Red-Bull-Fahreraufstellung an der Seite des viermaligen Weltmeisters Verstappen.
Die Pause von zwei Rennen fällt in einen Saisonabschnitt, in dem sich die Punkteverhältnisse schnell verändern können. Hadjar hat derzeit 19 Punkte mehr als Lawson, doch auch die Fahrer hinter ihnen haben die Möglichkeit, den Rückstand zu verkürzen, solange der Franzose nicht im Auto sitzt. Gleichzeitig steht sein Status im Team nicht zur Diskussion: Red Bull führt ihn weiterhin als Stammfahrer, während Lawson eindeutig als vorübergehender Ersatz bezeichnet wird. Das zentrale Thema ist daher nicht ein Kampf um Hadjars Platz, sondern die Einschätzung des Zeitpunkts, an dem sein Handgelenk ausreichend genesen sein wird, um vollständig zurückzukehren. Mit der Aussage, kein unnötiges Risiko einzugehen, hat das Team klar signalisiert, dass ein kurzfristiges Ergebnis in Monza nicht über der langfristigen Gesundheit des Fahrers und dem weiteren Saisonverlauf steht.
Monza bringt einen völlig anderen Test als Zandvoort
Der Große Preis von Italien findet vom 4. bis 6. September auf dem historischen, 5,793 Kilometer langen Autodromo Nazionale Monza statt. Nach offiziellen Angaben der Formel 1 umfasst das Rennen 53 Runden und eine Gesamtdistanz von 306,72 Kilometern. Monza steht seit Jahrzehnten für extrem hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten, lange Vollgaspassagen und Abstimmungen mit geringem Luftwiderstand. Das ist das genaue Gegenteil von Zandvoort, das über eine Reihe überhöhter Kurven, zahlreiche Richtungswechsel und ein anderes Belastungsprofil verfügt. Lawson wird daher nicht einfach die Arbeit aus den Niederlanden wiederholen, sondern gemeinsam mit den Ingenieuren schnell die passende Balance des RB22 für die speziellen Anforderungen der italienischen Strecke finden müssen.
Laut dem offiziellen Zeitplan der Formel 1 beginnt das erste freie Training in Monza am Freitag, dem 4. September, um 10:30 Uhr Ortszeit, das zweite um 14:00 Uhr. Das dritte Training ist für Samstag um 10:30 Uhr angesetzt, das Qualifying um 14:00 Uhr, während das Rennen am Sonntag, dem 6. September, um 13:00 Uhr beginnt. Für Lawson wird jede Trainingssitzung wichtig sein, weil er nach Zandvoort erst ein einziges Rennen Erfahrung mit dem diesjährigen Red Bull gesammelt hat. Die in den Niederlanden gewonnenen Daten werden ihm helfen, ein grundlegendes Verständnis des Autos zu entwickeln, doch Monza verlangt andere Flügelniveaus, andere Kompromisse beim Bremsen und eine sehr effiziente Nutzung der Geschwindigkeit auf den Geraden. Gerade deshalb kann sein zweiter Einsatz als Ersatzfahrer ein genaueres Bild davon vermitteln, wie anpassungsfähig er unter unterschiedlichen Bedingungen ist.
Red Bull reist unter Punktedruck nach Monza
Die aktuelle Tabelle zeigt, wie anders die Saison 2026 für Red Bull verläuft. Nach offiziellen Angaben der Formel 1 liegt das Team vor dem Großen Preis von Italien mit 186 Punkten auf dem vierten Platz der Konstrukteurswertung und damit hinter den führenden Konkurrenten. Verstappen hat 112 Punkte und Hadjar 68, wobei Lawsons sechs Punkte aus Zandvoort für dieses Rennen Red Bull zugerechnet werden, obwohl er in der Fahrerwertung weiterhin als Racing-Bulls-Fahrer geführt wird. Red Bull hat in diesem Jahr noch kein Hauptrennen gewonnen, verfügt aber über mehrere Podestplätze und eine Reihe starker Einzelergebnisse. In einer solchen Situation erschwert das Fehlen eines Stammfahrers die Vorbereitung zusätzlich, weil das Team gleichzeitig auf Hadjars Genesung achten und versuchen muss, aus der vorübergehenden Aufstellung das Maximum herauszuholen.
Lawson hat bereits in Zandvoort gezeigt, dass er ohne lange Eingewöhnungsphase in die Punkte fahren kann, was Red Bull vor Monza eine gewisse Sicherheit gibt. Dennoch ist ein siebter Platz auf einer Strecke keine Garantie für ein gleichwertiges Ergebnis auf einer anderen. Das italienische Wochenende wird auch für den Vergleich seines Tempos mit Verstappen wichtig sein, besonders im Qualifying, wo kleine Unterschiede auf einer Strecke mit kurzer Rundenzeit mehrere Startplätze ausmachen können. Für Racing Bulls muss Tsunodas Rückkehr gleichzeitig stabil genug sein, damit das Team im Kampf des Mittelfelds nicht aus dem Rhythmus gerät. Eine einzige Verletzung hat damit eine Kette von Veränderungen in zwei Teams ausgelöst, doch beide reisen nun mit zumindest einem Wochenende Erfahrung in derselben vorübergehenden Aufstellung nach Monza.
Hadjars Rückkehr vorerst ohne offiziellen Termin
Nach Monza folgt die nächste Runde der Meisterschaft, doch Red Bull hat bislang nicht bekannt gegeben, bei welchem Rennen Hadjar genau zurückkehren soll. In der offiziellen Bestätigung für das italienische Wochenende liegt der Schwerpunkt auf den ermutigenden Fortschritten und der kontinuierlichen Überwachung der Rehabilitation, ohne einen festen Termin zu nennen. Dadurch bleibt die Möglichkeit offen, dass die Entscheidung erst nach weiteren medizinischen und funktionellen Untersuchungen getroffen wird. Für einen Fahrer, der vor seiner Verletzung Achter in der Meisterschaft war, wird die Priorität darin bestehen, zu einem Zeitpunkt zurückzukehren, an dem er ein komplettes Wochenende ohne unnötige Kompromisse absolvieren kann. Bis dahin bleibt Lawson für Red Bull die naheliegendste Option, um seinen Platz zu besetzen, während Tsunoda vorübergehend die dadurch entstandene Lücke bei Racing Bulls schließen kann.
In Monza ist die Lage jedoch völlig klar: Hadjar wird nicht fahren, Lawson wird erneut an der Seite von Verstappen antreten, und Tsunoda wird für Racing Bulls neben Lindblad starten. Freitag, der 4. September, wird den ersten echten Hinweis darauf geben, wie gut sich Lawson bei seinem zweiten aufeinanderfolgenden Einsatz für Red Bull zurechtfindet und wie sich Tsunoda an den VCARB03 auf einer Strecke anpassen wird, die Effizienz und Geschwindigkeit auf den Geraden belohnt. Für Hadjar wird dasselbe Wochenende im Zeichen der weiteren Genesung stehen, ohne den Druck, zurückzukehren, bevor das Team ihn für bereit hält. Red Bulls Vorgehensweise bleibt in diesem Fall konservativ: Punkte in Monza sind wichtig, aber nicht wichtig genug, um die verfrühte Rückkehr eines Fahrers mit einer Handgelenksverletzung zu riskieren.
Quellen:
- Formula 1 – Bestätigung, dass Liam Lawson Isack Hadjar bei Red Bull ersetzt und Yuki Tsunoda Lawson bei Racing Bulls für den Großen Preis von Italien vertritt (Link)
- Motorsport.com – Einzelheiten zu Hadjars Handgelenksverletzung, dem beim Training erlittenen Bruch und der Entscheidung, Monza auszulassen (Link)
- Formula 1 – offizielle Fahrerwertung der Saison 2026 und die Punktausbeute von Hadjar, Lawson und Verstappen (Link)
- Formula 1 – offizielle Daten zu Red Bull in der Saison 2026, einschließlich Position und Punkten in der Konstrukteurswertung (Link)
- Oracle Red Bull Racing – Bericht über den Großen Preis der Niederlande und Lawsons siebten Platz in Zandvoort (Link)
- Formula 1 – offizieller Zeitplan und technische Daten zum Großen Preis von Italien 2026 in Monza (Link)
- Formula 1 – Hintergrund zu den Wechseln von Lawson und Tsunoda zwischen Red Bull und Racing Bulls im Jahr 2025 (Link)