Kerim Alajbegović unterschreibt bis 2031 bei Juventus: Geschäft könnte 37 Millionen Euro erreichen
Juventus hat die Verpflichtung von Kerim Alajbegović, dem 18-jährigen Nationalspieler von Bosnien und Herzegowina, der von Bayer Leverkusen nach Turin wechselt, offiziell bestätigt. Der italienische Klub gab am 2. August 2026 bekannt, dass es sich um einen dauerhaften Transfer handelt und mit dem jungen Offensivspieler ein Vertrag bis zum 30. Juni 2031 unterzeichnet wurde. Laut der für Investoren bestimmten Mitteilung von Juventus beträgt die feste Ablösesumme 30 Millionen Euro und wird über vier Geschäftsjahre hinweg gezahlt. Darüber hinaus sind zusätzliche Kosten von bis zu zwei Millionen Euro sowie Bonuszahlungen von höchstens fünf Millionen Euro vorgesehen, die vom Erreichen künftiger sportlicher Ziele abhängen. Sollten sämtliche Klauseln aktiviert werden, könnten die mit dem Geschäft verbundenen Gesamtausgaben 37 Millionen Euro erreichen.
Der Transfer stellt einen großen Schritt in der Karriere des am 21. September 2007 in Köln geborenen Fußballers dar, ist aber zugleich eine klare Bestätigung dafür, dass Juventus ihn nicht als langfristiges Projekt verpflichtet, das sofort in eine Nachwuchsmannschaft weitergereicht wird. Alajbegović wurde in den Kader der ersten Mannschaft für die Juventus-Sommertournee nach Hongkong und Perth berufen, womit praktisch bestätigt ist, dass er sich unmittelbar dem Profibereich anschließt. Das erste Spiel der Tournee ist für den 5. August gegen Chelsea angesetzt, anschließend folgen Begegnungen in Australien. In der von Luciano Spalletti trainierten Mannschaft muss er sich angesichts starker Konkurrenz seine Einsatzminuten erkämpfen, doch der Fünfjahresvertrag und die Höhe der Investition zeigen, dass der Klub in ihm einen Spieler sieht, der für die künftige Entwicklung der Offensive eine wichtige Rolle übernehmen soll. Spalletti verlängerte seinen Vertrag mit Juventus im April bis 2028, sodass Alajbegović gerade unter seiner Leitung seine ersten Schritte im italienischen Fußball machen dürfte.
Feste Ablösesumme, zusätzliche Kosten und Bonuszahlungen
Die finanzielle Konstruktion des Geschäfts wurde ungewöhnlich präzise veröffentlicht, weil Juventus eine Aktiengesellschaft ist und den Markt regelmäßig über bedeutende Transfers informiert. Der Klub teilte mit, dass er Bayer Leverkusen 30 Millionen Euro für den dauerhaften Erwerb der Registrierungsrechte des Spielers zahlen werde, wobei die Zahlung über vier Geschäftsjahre verteilt wird. Zusätzliche Kosten, die bis zu zwei Millionen Euro betragen können, sind von dem variablen, an sportliche Ergebnisse geknüpften Teil getrennt. Das Bonuspaket kann fünf Millionen Euro erreichen, Juventus veröffentlichte jedoch nicht die einzelnen Bedingungen, die dafür erfüllt werden müssten. Daher ist derzeit nicht bekannt, ob sich die Bonuszahlungen auf die Anzahl der Einsätze, die Ergebnisse des Klubs, individuelle Leistungen, gewonnene Titel oder eine Kombination mehrerer Kriterien beziehen.
Die feste Ablösesumme von 30 Millionen Euro verdeutlicht ausreichend, wie hoch Juventus das Potenzial von Alajbegović einschätzt, insbesondere weil der Spieler noch nicht 19 Jahre alt ist und bislang lediglich eine vollständige Profisaison auf Klubebene absolviert hat. Gleichzeitig verringert die über mehrere Jahre verteilte Zahlungsstruktur die unmittelbare Belastung für den Geldfluss des Turiner Klubs. Bayer Leverkusen erzielt auf der anderen Seite beträchtliche Einnahmen mit einem Spieler, der nie einen offiziellen Einsatz für die erste Mannschaft des Vereins verzeichnete. Der deutsche Klub bestätigte, dass er Alajbegović nach dessen Saison in Österreich durch die Nutzung einer zuvor vereinbarten Rückholoption zurückholte und anschließend das Angebot von Juventus annahm. Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes erklärte, dass die Konkurrenz auf den bevorzugten Positionen des Spielers in Leverkusen sehr groß gewesen sei und der Klub unter Berücksichtigung des gesamten Transferpakets dem Wechsel nach Italien zugestimmt habe.
Durchbruch in Salzburg öffnete die Tür für einen großen Transfer
Alajbegovićs Weg zu Juventus beschleunigte sich während der Saison 2025/26, die er in Salzburg verbrachte. Nach den vom Turiner Klub veröffentlichten Angaben kam er für die österreichische Mannschaft in allen Wettbewerben 44-mal zum Einsatz, erzielte 13 Tore und bereitete vier weitere Treffer vor. Diese Leistung war besonders wichtig, weil es nach seiner Entwicklung in deutschen Nachwuchsakademien seine erste vollständige Saison im Profifußball war. Bayer Leverkusen gab ihn im Juli 2025 an Salzburg ab, baute jedoch eine Rückholoption in den Vertrag ein. Dies zeigte, dass der deutsche Klub ihn nicht dauerhaft aufgeben wollte, ohne die Kontrolle über den nächsten Schritt zu behalten. Nach einer starken Saison aktivierte Leverkusen diese Option, doch Alajbegović blieb nur sehr kurz in Deutschland, bevor die Einigung mit Juventus erzielt wurde.
Rolfes betonte bereits bei der Bekanntgabe der Rückkehr aus Salzburg, dass der junge Nationalspieler die Erwartungen übertroffen habe und trotz seines Alters einer der wichtigen Akteure der österreichischen Mannschaft gewesen sei. Bayer hob insbesondere seine Auftritte in den europäischen Qualifikationsspielen und in Partien der UEFA-Wettbewerbe hervor, in denen er Erfahrungen gegen taktisch und körperlich anspruchsvollere Gegner sammelte. Für Juventus ist gerade diese Kombination aus Jugend und bereits erworbener internationaler Erfahrung einer der Hauptgründe für die Investition. Alajbegović verfügt noch nicht über umfangreiche Erfahrung in einer der fünf stärksten europäischen Ligen, hat aber gezeigt, dass er mit dem Rhythmus einer Profisaison und der Verantwortung in einem Klub umgehen kann, der regelmäßig unter Ergebnisdruck steht. Seine Statistiken aus Salzburg garantieren nicht automatisch einen Erfolg in der Serie A, bieten jedoch eine konkretere Bewertungsgrundlage als ausschließlich seine Leistungen im Juniorenfußball.
Von Köln und Leverkusen in die erste Mannschaft von Juventus
Seine fußballerische Ausbildung begann Alajbegović in Köln, bevor er sie in der Akademie von Bayer Leverkusen fortsetzte. Juventus erklärt in seiner offiziellen Vorstellung, dass er die Nachwuchsabteilungen zweier deutscher Klubs durchlaufen habe und bereits als Teenager zum erweiterten Kader der ersten Mannschaft von Leverkusen für Spiele in der Bundesliga und der Champions League gehört habe. Sein offizielles Debüt für die Profimannschaft von Bayer erlebte er jedoch nicht. Nach Angaben des deutschen Klubs bestritt er 78 Spiele für Leverkusens U19-Mannschaft, erzielte 38 Tore und bereitete weitere 19 vor. Diese Leistung erklärt, warum der Verein ihn lange als einen der interessantesten Spieler seiner Generation betrachtete und weshalb er beim Transfer nach Salzburg das Rückholrecht behielt.
Sein Entwicklungsweg zeigt ein Modell, das bei den talentiertesten jungen Fußballern immer häufiger zu beobachten ist: frühe Ausbildung in einer großen Akademie, anschließend der Wechsel in ein Umfeld, in dem Einsatzminuten im Profifußball leichter verfügbar sind, und danach die Rückkehr auf ein höheres Niveau. Salzburg war in diesem Prozess die entscheidende Übergangsstation, weil Alajbegović dort vom Juniorenstatus zu einem Spieler mit Dutzenden Profieinsätzen wurde. Juventus übernimmt nun die nächste Phase seiner Entwicklung, aber auch das Risiko, das mit einer derart hohen Ablösesumme für einen sehr jungen Fußballer verbunden ist. In Turin wird von ihm eine schnelle Anpassung an die taktische Disziplin der Serie A, die höhere Intensität des täglichen Trainings und die deutlich größere Aufmerksamkeit der Medien verlangt. Gleichzeitig gibt der lange Vertrag dem Klub genügend Zeit, seine Entwicklung nicht ausschließlich anhand der ersten Wochen oder Monate zu beurteilen.
Beidfüßiger Offensivspieler für beide Flügel
Juventus beschrieb Alajbegović als breit positionierten Angreifer, der auf beiden Seiten des Spielfelds agieren und beide Füße gleichwertig einsetzen kann. Bayer Leverkusen führt ihn ebenfalls als Spieler, der auf dem linken Flügel und im offensiven Mittelfeld eingesetzt werden kann. Eine solche Flexibilität ist in einer Mannschaft wichtig, die während der Saison das System, die Höhe des Pressings und die Anordnung der Spieler hinter dem Mittelstürmer verändern kann. Seine Beidfüßigkeit ermöglicht es ihm, von einer Seite nach innen zu ziehen und den Abschluss zu suchen, während er auf der anderen Seite an der Außenlinie bleiben oder früher den entscheidenden Pass spielen kann. Juventus betont insbesondere seine Dynamik und Unberechenbarkeit, zwei Eigenschaften, die der Mannschaft in Situationen helfen sollen, in denen der Gegner in einem tiefen und kompakten Block verteidigt.
Der Wechsel von der österreichischen Liga in die Serie A bringt jedoch andere Anforderungen mit sich. Italienische Mannschaften legen traditionell großen Wert auf das Schließen der Räume zwischen den Linien, defensive Verschiebungen und die Kontrolle der Zone rund um den Strafraum, weshalb Alajbegović seine Entscheidungsfindung beschleunigen muss. Seine Fähigkeit, auf mehreren Positionen zu spielen, kann ihm mehr Möglichkeiten eröffnen, zugleich wird es jedoch wichtig sein, dass er eine ausreichend klare Rolle und Kontinuität erhält. In der ersten Phase ist realistischerweise zu erwarten, dass der Trainerstab ihn abhängig vom Gegner und vom Spielverlauf einsetzt, anstatt ihn sofort auf eine einzige Position festzulegen. Die Berufung für die Sommertournee ermöglicht Spalletti, ihn vor Beginn der Pflichtspielsaison in unterschiedlichen offensiven Anordnungen zu testen.
Weltmeisterschaft steigerte sein Profil zusätzlich
Alajbegović kommt nicht nur mit dem Status eines Klubtalents zu Juventus, sondern auch als bereits etablierter Nationalspieler von Bosnien und Herzegowina. Im Profil des Fußballverbandes von Bosnien und Herzegowina sind bis einschließlich der Partie gegen die Vereinigten Staaten am 2. Juli 2026 insgesamt 14 Einsätze für die A-Nationalmannschaft verzeichnet. Besondere internationale Aufmerksamkeit erlangte er bei der Weltmeisterschaft 2026, bei der er beim 3:1-Sieg gegen Katar ein Tor erzielte. Die FIFA bezeichnete ihn nach diesem Spiel als den achtjüngsten Torschützen in der Geschichte der Weltmeisterschaften. Seine Leistungen waren Teil eines Turnierauftritts, bei dem Bosnien und Herzegowina erstmals die Gruppenphase einer Weltmeisterschaft überstand und sich für die K.-o.-Runde qualifizierte.
Die Erfahrung auf der größten Bühne des Nationalmannschaftsfußballs kam zu einem äußerst wichtigen Zeitpunkt seiner Karriere, unmittelbar vor der Entscheidung über seine Zukunft auf Klubebene. Seine Auftritte beim Turnier in Kanada, Mexiko und den Vereinigten Staaten zeigten, dass er unter einem Druck spielen kann, der über eine nationale Liga hinausgeht. Für Juventus ist dies relevant, weil vom neuen Spieler Einsätze in Partien mit hohen sportlichen und medialen Einsätzen erwartet werden. Auch für die Nationalmannschaft von Bosnien und Herzegowina könnte sein Wechsel nach Turin wichtig sein, sofern er in seinem neuen Klub genügend Spielzeit erhält und seine technischen und taktischen Qualitäten weiterentwickelt. Die Höhe der Ablösesumme wird die Erwartungen erhöhen, doch sein Status als Nationalspieler vermittelt ihm eine Erfahrung mit Verantwortung, die die meisten Fußballer seines Alters noch nicht besitzen.
Leverkusen nahm das Angebot trotz des früheren Rückkehrplans an
Eine Besonderheit des gesamten Geschäfts besteht darin, dass Leverkusen nur wenige Monate vor dem Transfer bekannt gegeben hatte, künftig mit Alajbegović zu planen. Der deutsche Klub aktivierte die Rückholoption und vereinbarte mit ihm einen Fünfjahresvertrag, der ab dem 1. Juli 2026 gelten sollte. Rolfes erklärte damals, der Spieler habe in Salzburg die Erwartungen übertroffen, während Fußballdirektor Kim Falkenberg dessen Ehrgeiz und Siegermentalität hervorhob. Veränderte Marktbedingungen und das Angebot von Juventus führten jedoch zu einer anderen Entscheidung, noch bevor Alajbegović einen offiziellen Einsatz für die erste Mannschaft von Bayer absolvierte. Leverkusen betonte in seiner abschließenden Mitteilung zudem, dass der Transfer eines Spielers aus der eigenen Akademie zu einem Klub von Juventus' Rang die Qualität seiner Nachwuchsarbeit bestätige.
Eine solche Entwicklung bedeutet nicht zwangsläufig, dass der deutsche Klub den Glauben an den Spieler verloren hat. Rolfes' Begründung konzentrierte sich auf die sehr starke Konkurrenz gerade auf den von Alajbegović bevorzugten Positionen sowie auf den finanziellen Gesamtwert des Angebots. Für den jungen Fußballer war es entscheidend, ein Umfeld zu finden, in dem er einen klaren Weg zu Einsatzminuten im Profibereich hat, obwohl auch bei Juventus ein Platz in der Startelf nicht garantiert ist. Der Unterschied liegt darin, dass der Turiner Klub bereit ist, eine beträchtliche Summe zu investieren und ihn sofort in die erste Mannschaft aufzunehmen. Leverkusen wiederum zog finanziellen Nutzen aus dem Entwicklungsweg eines Spielers, dem Salzburg einen schnelleren Übergang vom Nachwuchs- in den Profifußball ermöglicht hatte.
Große Chance, aber auch eine Phase der Anpassung
Alajbegović steht nun vor der Herausforderung, sich in einem Klub zu bestätigen, in dem junge Spieler nicht nur nach ihrem Potenzial beurteilt werden, sondern auch nach ihrer Fähigkeit, sofort zu Ergebnissen beizutragen. Mit dem Vertrag bis 2031 sicherte sich Juventus langfristige Kontrolle über seine Entwicklung, während seine Aufnahme in die Profisommertournee das erste Signal dafür ist, dass die Bewertung unverzüglich beginnen wird. Spalletti kann seine Schnelligkeit, Beidfüßigkeit und Fähigkeit zum Einsatz auf beiden Flügeln nutzen, muss dabei jedoch ein Gleichgewicht zwischen Entwicklung und Ergebnisdruck finden. Für den Spieler werden insbesondere Kontinuität, körperliche Anpassung und das Verständnis der defensiven Pflichten wichtig sein, die im italienischen Fußball von Flügelspielern und offensiven Mittelfeldspielern verlangt werden. Die ersten Monate dürften daher ebenso sehr eine Lernphase wie ein Kampf um einen Platz in der Mannschaft sein.
Die Ankunft in Turin rundet einen außergewöhnlich schnellen Aufstieg ab: von Leverkusens U19-Mannschaft über eine Saison in Salzburg und Einsätze bei der Weltmeisterschaft bis zu einem Transfer mit einem festen Wert von 30 Millionen Euro. Juventus hat einen der interessantesten jungen Offensivspieler aus dem mitteleuropäischen Fußballraum verpflichtet, während Bosnien und Herzegowina einen Nationalspieler hat, der sich in einer der anspruchsvollsten europäischen Ligen weiterentwickeln wird. Eine endgültige Bewertung des Geschäfts wird erst nach einem längeren Zeitraum möglich sein, insbesondere weil der variable Teil der Ablösesumme von künftigen sportlichen Zielen abhängt. Offiziell bestätigt ist bereits, dass Alajbegović nicht auf den Anschluss an die Profimannschaft warten wird: Er gehört zu den Spielern, die an der Sommertournee von Juventus teilnehmen, und steigt sofort in die Vorbereitung auf die Saison 2026/27 ein. Damit beginnt sein Fünfjahresvertrag in Turin als sportliches Projekt der ersten Mannschaft und nicht als eine auf eine spätere Saison verschobene Investition.
Quellen:
- Juventus FC - offizielle Bestätigung des Transfers, Vertragslaufzeit, Statistiken aus Salzburg und Beschreibung des Spielerprofils (Link)
- Juventus FC, Investor Relations - offizielle finanzielle Bedingungen des Transfers, Zahlungsmodalitäten und maximale Bonuszahlungen (Link)
- Bayer 04 Leverkusen - Bestätigung des Wechsels zu Juventus, Angaben zur Nachwuchskarriere und Aussage von Simon Rolfes (Link)
- Bayer 04 Leverkusen - Informationen zur Aktivierung der Rückholoption aus Salzburg und Einschätzung der Entwicklung des Spielers (Link)
- Juventus FC - Kaderliste der ersten Mannschaft für die Sommertournee nach Hongkong und Perth (Link)
- Juventus FC - Bestätigung der Vertragsverlängerung von Trainer Luciano Spalletti bis 2028 (Link)
- Fußballverband von Bosnien und Herzegowina - offizielles Spielerprofil und Statistik der Länderspieleinsätze (Link)
- FIFA - Bericht über Alajbegovićs Tor gegen Katar und Angabe zu seinem Alter unter den Torschützen der Weltmeisterschaften (Link)
- FIFA - Übersicht über die Spieler, die die Weltmeisterschaft 2026 geprägt haben, und Bestätigung des historischen Einzugs von Bosnien und Herzegowina in die K.-o.-Phase (Link)