Füchse Berlin überrollte MT Melsungen und sicherte sich praktisch den zweiten Platz in der Bundesliga
Füchse Berlin machte einen großen Schritt in Richtung Teilnahme an der Handball-Champions-League, nachdem es in der Schlussphase der Ligasaison der deutschen Handball-Bundesliga MT Melsungen klar mit 39:28 besiegt hatte. Das Spiel wurde in der Rothenbach-Halle in Kassel ausgetragen, und die Berliner Mannschaft nutzte das Auswärtsspiel beim frisch gekürten Sieger der EHF European League, um den Kampf um den zweiten Platz nahezu zu entscheiden. Laut einem Bericht der Agentur dpa, den Die Welt übernahm, gingen die Füchse unter Druck in die Begegnung, weil ihnen ein Sieg praktisch den entscheidenden Vorteil gegenüber der SG Flensburg-Handewitt gebracht hätte. Nach 60 Minuten war der Vorsprung groß genug, dass sich die Frage des zweiten Platzes vor der letzten Runde fast ausschließlich auf die Theorie reduzierte. Die Mannschaft von Nicolej Krickau gewann nicht nur die Punkte, sondern verbesserte zusätzlich die Tordifferenz, die in der Schlussphase der Meisterschaft eines der entscheidenden Elemente der Tabelle ist.
Das Ergebnis von 28:39 zeigt, wie sehr sich das Spiel nach der Anfangsphase veränderte, in der Melsungen der Berliner Abwehr Probleme bereitete. Der Gastgeber versuchte im ersten Abschnitt, physischen Handball und einen Angriff mit sieben Feldspielern durchzusetzen, weshalb die Gäste einige Zeit nur schwer in ihren Rhythmus fanden. Dennoch spielten die Füchse die Schlussphase der ersten Halbzeit deutlich konkreter und gingen mit einer 18:16-Führung in die Pause. Nach dem Seitenwechsel verlagerte sich das Spiel vollständig auf die Seite der Gäste, die das Tempo erhöhten, technische Fehler bestraften und sich mit einer Serie von Treffern ins leere Tor auf einen uneinholbaren Abstand absetzten. Laut demselben Bericht führte Berlin nach ungefähr 42 Minuten mit 28:20, womit das Duell praktisch entschieden war.
Gidsel führte den Angriff an, der Wechsel im Tor brachte die Gäste in Schwung
Der erfolgreichste Spieler der Füchse war Mathias Gidsel mit neun Treffern, während Lasse Andersson und Tobias Gröndahl jeweils sechs hinzufügten, berichtet Die Welt unter Berufung auf dpa. Der Berliner Angriff wirkte im zweiten Abschnitt deutlich flüssiger, und die Geschwindigkeit im Umschaltspiel wurde zum entscheidenden Unterschied zwischen den beiden Mannschaften. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit Melsungens Sieben-gegen-sechs-Taktik begannen die Gäste, die Abwehrmitte besser zu schließen und schneller in Richtung gegnerischer Zuspiele herauszutreten. Ein solcher Ansatz brachte ihnen einfache Tore, besonders wenn der Gastgeber das Tor leer ließ, um im Angriff eine Überzahl zu schaffen. In der Schlussphase hielt Füchse den hohen Vorsprung routiniert und ließ nicht zu, dass die Heimmannschaft in die Begegnung zurückkehrte.
Ein wichtiger Moment ereignete sich bereits in der ersten Halbzeit, als Dejan Milosavljev nach einem schwächeren Start in die Partie durch Lasse Ludwig ersetzt wurde. Laut dem dpa-Bericht sammelte Ludwig bald nach seiner Einwechslung mehrere Paraden und half Berlin, sich erstmals auf drei Tore abzusetzen. Dieser Wechsel war nicht nur statistisch, sondern auch psychologisch wichtig, weil die Gästeabwehr die Sicherheit erhielt, die ihr in der Anfangsphase gefehlt hatte. Bis dahin hatte Melsungen es geschafft, das Tempo zu verlangsamen und die Füchse außerhalb ihrer gefährlichsten Zone zu halten, doch nach Ludwigs Paraden begann sich das Kräfteverhältnis zu verändern. Berlin bekam die Möglichkeit zu laufen, und genau in diesem Segment wurde der Unterschied zwischen den Mannschaften immer deutlicher.
Melsungen verhielt sich in der ersten Halbzeit nicht wie eine Mannschaft, die nach dem europäischen Triumph aus dem Wettkampfrhythmus gefallen war. Die heimischen Handballer gingen fest in die Zweikämpfe, suchten Lösungen über den zusätzlichen Spieler im Angriff und hielten das Spiel lange genug offen, damit in der Halle der Eindruck von Ausgeglichenheit bestehen blieb. Doch nach der Pause häuften sich die Fehler, die Berlin ohne Zurückhaltung bestrafte. Jeder verlorene Angriff der Hausherren hatte zusätzliches Gewicht, weil die Gäste schnell über die Mittellinie gingen und ihre Aktionen oft abschlossen, bevor sich die Abwehr von Melsungen formieren konnte. In einem solchen Rhythmus fiel es dem Gastgeber immer schwerer, mit der körperlichen und mentalen Intensität des Gegners Schritt zu halten.
Der zweite Platz ist Berlin nun fast nicht mehr zu nehmen
Der Sieg in Kassel hat wegen der Tabelle an der Spitze der Bundesliga ein besonderes Gewicht. Nach den Daten, die Die Welt im Spielbericht veröffentlichte, hat Füchse Berlin nach diesem Triumph vor der letzten Runde zwei Punkte Vorsprung auf die SG Flensburg-Handewitt und sogar eine um 65 Treffer bessere Tordifferenz. Die offiziellen Tabellenregeln der DAIKIN Handball-Bundesliga besagen, dass Mannschaften bei gleicher Punktzahl zunächst nach der Tordifferenz eingeordnet werden und erst danach nach dem direkten Vergleich, falls auch die Tordifferenz gleich ist. Gerade deshalb hat der große Unterschied zugunsten Berlins fast entscheidende Bedeutung. Flensburg müsste in der letzten Runde eine außergewöhnlich hohe Wende in der Tordifferenz schaffen, was in der Praxis ein schwer vorstellbares Szenario ist.
Der Schlussplan erhöht die Dramatik zusätzlich, weil Berlin und Flensburg in der letzten Runde direkt aufeinandertreffen. Formal ist der zweite Platz noch nicht vollständig abgeschlossen, aber für eine Veränderung der Reihenfolge wäre ein Ergebnis nötig, das einen sehr deutlichen Sieg Flensburgs einschließt. Im Handball sind große Wendungen möglich, doch ein Unterschied von 65 Treffern vor nur einem Spiel stellt ein gewaltiges Polster dar. Deshalb kann der Berliner Sieg in Kassel als der Moment angesehen werden, in dem die Füchse den Status des Vizemeisters praktisch gesichert haben. Neben dem Prestige in der heimischen Meisterschaft hat dieser Status auch europäischen Wert, weil er die Tür zum stärksten Klubwettbewerb öffnet.
Laut der offiziellen Seite der DAIKIN Handball-Bundesliga endet die 60. Saison der deutschen Elite-Handballmeisterschaft in dieser Woche mit einem Doppelprogramm, und der 33. Spieltag konnte den Kampf um den zweiten Platz sowie wichtige Positionen am Tabellenende entscheiden. In diesem Kontext war das Duell in Kassel eine der wichtigsten Begegnungen der Schlussphase. SC Magdeburg befand sich bereits in der Position des Meisters, während die Gruppe der Klubs dahinter einen möglichst guten europäischen Status suchte. Berlin sendete mit dem Sieg gegen Melsungen eine klare Botschaft, dass es die Saison als erster Verfolger Magdeburgs beenden will. Gleichzeitig ließ es Flensburg sehr wenig Raum für eine Rückkehr in das Rennen.
Melsungen zwischen europäischem Jubel und ungewöhnlicher Rechnung
Eine besondere Ebene erhielt die gesamte Partie durch die Tatsache, dass MT Melsungen nur wenige Tage zuvor die EHF European League gewonnen hatte, den ersten großen Pokal der Vereinsgeschichte. Nach offiziellen Informationen der EHF holte Melsungen beim Finalturnier in Hamburg den Titel unter herausragender Mitwirkung von Torwart Nebojša Simić, der zum wertvollsten Spieler der Finalrunde gewählt wurde. Dieser europäische Erfolg veränderte den Kontext der letzten Ligaspiele, weil Melsungen in der heimischen Liga bereits aus dem Kampf um die absolute Spitze heraus war, mit dem europäischen Pokal aber zusätzliche Möglichkeiten für die nächste Saison eröffnet hatte. Gerade deshalb hatte die Begegnung gegen Berlin einen ungewöhnlichen Hintergrund, der über den klassischen Kampf um Punkte hinausging. Die Niederlage der Gastgeber sieht auf den ersten Blick schwer aus, doch im breiteren europäischen Kontext behielt Melsungen die Chance auf einen Auftritt in der Champions League.
Deutsche Medien hoben die ungewöhnliche Situation hervor, in der Melsungen davon profitieren konnte, Berlins zweiten Platz nicht zu gefährden. Bild führte unter Berufung auf Gespräche und Aussagen aus der Übertragung von Dyn an, dass es vor dem Spiel eine Diskussion darüber gegeben habe, wie sich verschiedene Ausgänge in der Bundesliga und in europäischen Wettbewerben auf Melsungens Chance auf die Champions League auswirken könnten. Laut diesem Bericht sagte Kapitän Timo Kastening, dass das Thema in der Mannschaft präsent gewesen sei, Trainer Roberto García Parrondo daraus aber keine zentrale Geschichte gemacht habe und dass das Team im sportlichen Geist gespielt habe. Dyn-Fachkommentator Stefan Kretzschmar bewertete, Melsungen habe das Spiel nicht sichtbar abgeschenkt, sondern eine sehr gute erste Halbzeit gespielt, während die Füchse im zweiten Abschnitt Fehler bestraften. Solche Aussagen sind wichtig, weil sie Zweifel abschwächen, die natürlich entstehen, wenn sich sportliche und administrative Interessen auf ungewöhnliche Weise verflechten.
Das Spiel zeigte, dass Melsungen die Begegnung nicht passiv eröffnete. Der Gastgeber war im ersten Abschnitt kämpferisch, taktisch unangenehm und präzise genug, um Berlin unter Druck zu halten. Dennoch trat Melsungen laut dem Bericht von Bild ohne mehrere wichtige Spieler an, darunter Nebojša Simić, Timo Kastening, Erik Balenciaga, David Mandić und Vlad Kulesch, was die Rotation zusätzlich verengte. Dieser Mangel an Breite war besonders in der zweiten Halbzeit zu spüren, als die Berliner Beschleunigung begann, den Gastgeber zu brechen. Dimitri Ignatow sagte laut Bild-Angaben für Dyn, die Mannschaft habe im zweiten Abschnitt nicht mehr die Kraft gehabt, das Tempo der Füchse zu stoppen, was an der Art und Weise, wie der Abstand wuchs, klar zu sehen war.
Das veränderte europäische Format erhöht den Wert der Schlussphase
Der Kampf um den zweiten Platz in der Bundesliga ist zusätzlich wichtig wegen der Reform der Männer-EHF-Champions-League ab der Saison 2026/27. Die Europäische Handballföderation gab bekannt, dass der Wettbewerb auf 24 Klubs erweitert wird und die Plätze nach einem neuen System verteilt werden. Laut EHF werden die zehn bestplatzierten nationalen Föderationen, darunter auch Deutschland, jeweils einen garantierten Platz haben, und jede dieser Föderationen kann bis zu zwei zusätzliche Aufstiege aus der EHF European League in die EHF Champions League beantragen. Die EHF erklärte außerdem, dass die Zahl der Klubs aus einer Föderation auf höchstens drei begrenzt ist. Das bedeutet, dass die Abschlusstabelle der Bundesliga, europäische Titel und EHF-Entscheidungen über zusätzliche Plätze gemeinsam ein sehr komplexes Bild formen.
In einem solchen System ist der zweite Platz in Deutschland nicht nur ein symbolischer Erfolg, sondern ein starkes Argument im Verfahren der europäischen Positionierung. Die Bundesliga gilt traditionell als eine der stärksten nationalen Handballmeisterschaften, und Klubs aus Deutschland spielen regelmäßig eine wichtige Rolle in den Schlussphasen der europäischen Wettbewerbe. Die EHF teilte in ihrer Mitteilung zum neuen Format mit, dass 24 Mannschaften in sechs Gruppen zu je vier eingeteilt werden, worauf die Hauptrunde, das Viertelfinale und das Finalturnier EHF FINAL4 folgen. Die Auslosung für die neue Saison ist für den 26. Juni 2026 geplant, was bedeutet, dass sich das endgültige europäische Bild bald nach dem Ende der nationalen Meisterschaften und der aktuellen Champions League formen wird. Für Berlin ist der Sieg in Kassel deshalb mehr als ein einzelner Ligaerfolg: Er bringt den Klub vor den europäischen Entscheidungen in eine sehr günstige Position.
Melsungens Titel in der EHF European League ist ebenfalls Teil dieses breiteren Bildes. Die EHF hält in ihren Informationen zur Finalrunde fest, dass der Klub den ersten großen Pokal der Geschichte gewann, und dieser Erfolg erhöht seine internationale Relevanz. Dennoch hat wegen der Begrenzung der Zahl der Klubs pro Föderation und möglicher zusätzlicher Plätze jede Kombination von Ergebnissen ihre Folgen. Genau deshalb zog die Begegnung mit Berlin ungewöhnliche Aufmerksamkeit auf sich, weil die Niederlage, der zweite Platz des Gegners und Melsungens europäischer Status paradoxe, aber reale Szenarien eröffnen konnten. Die endgültige Bestätigung der Teilnehmer der EHF Champions League wird von offiziellen Entscheidungen und vom Abschluss der verbleibenden Wettbewerbe abhängen.
Berlin brach das Spiel im zweiten Abschnitt mit Tempo
Aus handballerischer Sicht war der Schlüssel zum Sieg der Füchse der Übergang von einem langsameren, körperlichen Duell in ein Spiel mit hohem Tempo. Solange Melsungen das Spiel verlangsamen und mit einem zusätzlichen Spieler angreifen konnte, wirkte Berlin nicht völlig komfortabel. Doch als die Abwehr der Gäste begann, Räume wegzunehmen, und Ludwig mit seinen Paraden einen Impuls gab, änderte sich der Rhythmus. Die Füchse gingen immer häufiger in die zweite Welle und in den Gegenstoß, wobei Gidsel, Andersson und Gröndahl die Lücken in der Abwehr der Gastgeber nutzten. Der Abstand wuchs schrittweise, aber nach dem 28:20 gab es keine realistische Rückkehr mehr.
Ein solcher Verlauf bestätigt, wie gefährlich es im modernen Handball ist, lange sieben gegen sechs gegen eine Mannschaft zu spielen, die genug Geschwindigkeit und Präzision für Treffer ins leere Tor besitzt. Melsungen gewann mit dieser Taktik in der ersten Halbzeit die Kontrolle über den Rhythmus und zwang Berlin, breiter zu verteidigen, als es wollte. Allerdings verwandelte sich jeder Ballverlust im zweiten Abschnitt in einen fast sicheren Treffer der Gäste. Während dem Gastgeber die Energie ausging und die Berliner Bank zusätzliche Sicherheit gewann, wurde der Unterschied in der Qualität des Umschaltspiels entscheidend. Letztlich spiegelte das Ergebnis mit elf Toren Unterschied realistisch die Dominanz der Gäste im zweiten Abschnitt wider.
Für Füchse Berlin kommt dieser Sieg in einem wichtigen Teil der Saison, unmittelbar vor den letzten Verpflichtungen in der Meisterschaft und dem europäischen Höhepunkt. Laut dem Bericht der Die Welt kann sich die Mannschaft nun mit einem großen Vorsprung in der Tabelle auf den letzten Heimauftritt gegen Flensburg konzentrieren. Diese Begegnung besitzt weiterhin sportlichen Wert, doch Berlin muss nicht mehr mit demselben Druck hineingehen wie vor dem Auswärtsspiel in Kassel. Außerdem stärkt ein Sieg mit einem solchen Abstand den Eindruck von Stabilität vor den abschließenden Herausforderungen. Wenn es nicht zu einer außergewöhnlichen Wende kommt, werden die Füchse die Saison als zweite Mannschaft der stärksten deutschen Liga und mit einer sehr festen Grundlage für die Rückkehr in Europas Handball-Elite beenden.
Quellen:
- Die Welt / dpa-infocom GmbH – Bericht vom Spiel MT Melsungen - Füchse Berlin 28:39, Torschützen, Verlauf der Begegnung und Tabelle vor der letzten Runde (Link)
- DAIKIN Handball-Bundesliga – offizieller Kontext der Schlussphase der Saison, Spielplan des 33. Spieltags und Regeln für die Tabellenreihung (Link)
- DAIKIN Handball-Bundesliga – offizielle Regeln der Tabellenreihung bei gleicher Punktzahl (Link)
- European Handball Federation – Bestätigung des neuen Systems und der Verteilung der Plätze für die EHF Champions League und die EHF European League ab der Saison 2026/27 (Link)
- EHF European League – Informationen zum Titel von MT Melsungen bei den Winamax EHF Finals 2026 und zum ersten großen Pokal des Klubs (Link)
- Bild / Dyn – Aussagen und zusätzlicher Kontext zur ungewöhnlichen europäischen Rechnung, zu Ausfällen im Kader von Melsungen und zu Reaktionen nach dem Spiel (Link)