McGregor wartet nach dem Abbruch bei UFC 329 auf die Untersuchungsergebnisse und fordert die Annullierung von Holloways TKO-Sieg
Conor McGregor hat ein neues Update zu der Verletzung seines rechten Beins veröffentlicht, die er im Hauptkampf der Veranstaltung UFC 329 gegen Max Holloway erlitten hatte. Die Veranstaltung fand am 11. Juli 2026 in der T-Mobile Arena in Las Vegas statt. Der irische Kämpfer erklärte, dass er vor weiteren medizinischen Schritten auf die Ergebnisse der bildgebenden Untersuchung warte, nachdem er bereits bestätigt hatte, dass eine Operation erforderlich sein werde. Die genaue Diagnose war bis zum 16. Juli nicht offiziell bekannt gegeben worden, sodass weiterhin unklar ist, ob es sich um eine Verletzung des vorderen Kreuzbands, des Meniskus oder um eine andere Art von Knieschaden handelt. UFC-Chef Dana White sagte nach der Veranstaltung, die Ärzte vermuteten einen Riss des vorderen Kreuzbands, betonte jedoch, dass er kein Arzt sei und die Untersuchung die endgültige Antwort liefern werde. Gleichzeitig behauptet McGregor, dass der Abbruch nach nur 69 Sekunden nicht als technischer K.-o.-Sieg für Holloway gewertet bleiben dürfe, sondern als Kampf ohne Wertung beziehungsweise als "No Contest".
Das offizielle Ergebnis wurde bislang nicht geändert. Laut UFC-Statistik gewann Holloway durch technischen K. o. nach 1:09 Minuten der ersten Runde, wodurch ihre direkte Bilanz nun bei jeweils einem Sieg liegt. McGregor gewann ihr erstes Aufeinandertreffen im Jahr 2013 durch einstimmige Entscheidung der Punktrichter. Dieses Mal konnte sich der Kampf taktisch nicht entfalten, weil das rechte Bein des Iren unmittelbar nach seinem ersten Angriff nachgab. Obwohl McGregor die Verletzung als ungewöhnlich und plötzlich beschreibt, macht die Tatsache, dass der Kampf fortgesetzt wurde, Holloway erlaubte Schläge ausführte und der Ringrichter entschied, dass McGregor sich nicht mehr sicher verteidigen konnte, eine Änderung des Ergebnisses nach den im professionellen MMA geltenden Regeln wenig wahrscheinlich.
Die Verletzung ereignete sich in den ersten Sekunden des Comeback-Kampfs
McGregor eröffnete den Kampf aggressiv, stürmte auf Holloway zu und versuchte, mit dem linken Bein einen gesprungenen Drehkick auszuführen. Laut dem Bericht der Associated Press und den Aufnahmen des Kampfs belastete er bei der Landung sein rechtes Knie unglücklich, woraufhin seine Stabilität sofort fraglich wurde. Er versuchte noch, den Schlagabtausch fortzusetzen und mehrere Angriffe auszuführen, landete jedoch mehrfach auf dem Boden. Holloway setzte daraufhin erlaubte Schläge am Boden ein, während Ringrichter Mike Beltran beobachtete, ob McGregor sich intelligent verteidigen und den Kampf fortsetzen konnte. Nach einem weiteren Versuch aufzustehen, bei dem McGregor erneut den Halt verlor, brach Beltran den Kampf ab.
Holloway sagte später, er habe den Ringrichter während des Kampfs darauf hingewiesen, dass sein Gegner verletzt sei. Nach seinen Angaben wollte McGregor weitermachen, doch es wurde immer deutlicher, dass er weder normal stehen noch auf die Angriffe reagieren konnte. Der Amerikaner äußerte nach seinem Sieg die Hoffnung auf eine schnelle Genesung seines Rivalen, und auf seinen Erfolg folgte nicht der Jubel, der normalerweise nach einem Sieg in einem großen Hauptkampf zu sehen ist. Dieses Ende ließ die Frage offen, was ohne die Verletzung geschehen wäre, doch der offizielle Eintrag bewertet keine hypothetische Entwicklung des Kampfs, sondern die Umstände zum Zeitpunkt des Abbruchs.
UFC 329 war McGregors erster Auftritt seit mehr als fünf Jahren. Sein vorheriger Kampf endete im Juli 2021, als er gegen Dustin Poirier einen Bruch des linken Beins erlitt und durch technischen K. o. verlor. Das Comeback gegen Holloway war daher als Test nach einer langen Pause und einer komplizierten Genesung dargestellt worden, endete jedoch mit einem neuen gesundheitlichen Problem, diesmal am rechten Bein. Nach der Veranstaltung wies McGregor Behauptungen zurück, er sei bereits verletzt in das Oktagon gegangen. Er erklärte, dass er während der Vorbereitung und unmittelbar vor dem Kampf problemlos Tritte, Sprünge und Belastungen ausgeführt habe und das Problem plötzlich aufgetreten sei.
Die Untersuchung soll vor der Operation das Ausmaß des Schadens klären
McGregor erklärte in seinem jüngsten Beitrag, dass er die Ergebnisse der Untersuchung seines Beins am 16. Juli erwarte. Anschließend sollten die Einzelheiten der geplanten Operation und der Rehabilitation bekannt werden. Einige Tage zuvor hatte er bestätigt, dass er sich einem chirurgischen Eingriff unterziehen und danach eine vorbereitende Genesungsphase absolvieren werde, bevor er zum Training zurückkehre. ESPN berichtete, dass der Kämpfer weiterhin plane, den letzten Kampf seines aktuellen Vertrags mit der UFC zu bestreiten. Ohne eine offizielle Diagnose lässt sich jedoch nicht zuverlässig bestimmen, wie lange er ausfallen wird oder wann er wieder für einen professionellen Auftritt bereit sein könnte.
Whites anfängliche Einschätzung einer möglichen Verletzung des vorderen Kreuzbands blieb lediglich ein vorläufiger Verdacht. McGregor erwähnte in seinen Beiträgen auch die Möglichkeit eines anderen Schadens, darunter ein Problem mit dem Meniskus, doch keine dieser Optionen wurde öffentlich medizinisch bestätigt. Der Unterschied ist wichtig, weil die Art des Eingriffs, der Umfang der Rehabilitation und die Prognose für die Rückkehr davon abhängen, welche Strukturen des Knies beschädigt wurden und ob zusätzliche Verletzungen vorliegen. Deshalb sind Aussagen über die genaue Dauer seiner Pause bislang spekulativ. Ein verlässlicherer Zeitrahmen könnte erst nach der Veröffentlichung der Befunde, der Operation und den ersten Kontrolluntersuchungen bekannt werden.
Das neue Problem belastet die späte Phase von McGregors sportlicher Karriere zusätzlich. Am 16. Juli ist er 38 Jahre alt, hat eine lange Pause hinter sich und nun zwei aufeinanderfolgende Comeback-Geschichten erlebt, die von schweren Beinverletzungen geprägt waren. Dennoch hat er seinen Rücktritt nicht öffentlich angekündigt. Im Gegenteil: In seinen Nachrichten nach UFC 329 wiederholte er, dass er zurückkehren und seine vertraglichen Verpflichtungen erfüllen wolle. Die endgültige Entscheidung wird wahrscheinlich nicht nur von seinem Wunsch abhängen, sondern auch von den medizinischen Einschätzungen, den Fortschritten der Rehabilitation sowie der Bereitschaft der UFC und der zuständigen Kommission, ihm erneut eine Kampflizenz zu erteilen.
Warum McGregor einen "No Contest" fordert
McGregor ist der Ansicht, dass Holloway die ursprüngliche Verletzung nicht direkt verursacht habe und das Ergebnis wegen des ungewöhnlichen Abbruchs annulliert werden müsse. In seiner jüngsten Nachricht forderte er, den offiziellen TKO-Sieg in einen "No Contest" umzuwandeln, und erwähnte außerdem die Rückerstattung der Einsätze an die Wettenden. Sein Argument beruht auf der Behauptung, der Kampf sei durch ein plötzliches körperliches Versagen und nicht durch Holloways überlegene Technik oder einen Schlag beendet worden, der den Kampf aus eigener Kraft entschieden habe. Eine solche Auslegung ist aus der Perspektive des verletzten Kämpfers nachvollziehbar, insbesondere weil der Kampf nur wenig mehr als eine Minute dauerte. Die sportlichen Regeln bestimmen das Ergebnis jedoch nicht ausschließlich nach dem ersten Moment der Verletzung, sondern auch danach, was vor dem offiziellen Abbruch geschah.
Holloway griff nach McGregors Straucheln weiterhin mit legalen Schlägen an, und der Ringrichter beendete den Kampf erst, als er zu dem Schluss kam, dass der Ire nicht wirksam weitermachen konnte. Das ist für die derzeitige Einstufung des Ergebnisses entscheidend. Die einheitlichen Regeln der gemischten Kampfkünste sehen einen technischen K. o. vor, wenn der Ringrichter einen Kampf abbricht, weil sich ein Teilnehmer nicht intelligent verteidigt oder ein medizinisches Problem die Fortsetzung unmöglich macht. Ein "No Contest" ist in der Regel mit einem vorzeitigen Abbruch infolge einer versehentlichen Verletzung oder eines unbeabsichtigten Fouls verbunden, wenn noch kein ausreichender Teil des Kampfs für eine technische Entscheidung absolviert wurde. In diesem Fall wurde kein Foul von Holloway festgestellt, und seine Schläge nach dem Sturz waren Teil einer erlaubten Kampfhandlung.
McGregors Antrag hängt deshalb nicht nur davon ab, ob er beweisen kann, dass sein Knie ohne einen direkten Schlag von Holloway nachgab. Für eine Änderung des Ergebnisses müsste ein regulatorischer Grund für die Feststellung vorliegen, dass bei der ursprünglichen Entscheidung die Regeln falsch angewendet wurden oder neue Tatsachen aufgetaucht sind, die die offizielle Beurteilung wesentlich verändern. Nach den öffentlich zugänglichen Informationen wurde eine solche Entscheidung nicht getroffen, und die Nevada Athletic Commission hat auch nicht bekannt gegeben, dass sie ein Verfahren zur Annullierung des Ergebnisses führt. Bis dahin bleibt Holloways Sieg durch technischen K. o. gültig.
Über das Ergebnis entscheidet nicht allein die UFC
Obwohl McGregor seine Forderung öffentlich an die UFC und deren Führung richtet, fällt das offizielle Ergebnis eines in Las Vegas ausgetragenen Kampfs in die Zuständigkeit der Nevada Athletic Commission. Die Vorschriften des Bundesstaats übertragen dieser Kommission die leitende und regulatorische Befugnis über professionelle Kampfsportveranstaltungen in Nevada. Die UFC führt eigene Statistiken, Ranglisten und Verträge, kann jedoch ein offizielles Ergebnis, das von einem lizenzierten Ringrichter und der Regulierungsbehörde festgestellt wurde, nicht eigenständig umschreiben. Für eine mögliche Änderung wäre daher ein formelles Verfahren vor der Kommission erforderlich und nicht lediglich eine Entscheidung des Veranstalters.
Die Regeln unterscheiden zwischen Verletzungen, die durch erlaubte Aktionen entstehen, und Verletzungen, die mit einem absichtlichen oder versehentlichen Foul verbunden sind. Verhindert ein absichtliches Foul sofort die Fortsetzung, kann der Verursacher disqualifiziert werden. Beendet ein versehentliches Foul den Kampf vor der vorgeschriebenen Anzahl abgeschlossener Runden, ist ein "No Contest" möglich; nach einer ausreichenden Anzahl von Runden kann das Ergebnis durch eine technische Entscheidung auf Grundlage der Punktrichterzettel festgestellt werden. Im Kampf McGregor gegen Holloway wurde weder ein unerlaubter Schlag gemeldet noch ein versehentliches Foul vom Ringrichter angezeigt. Das offizielle Ende folgte auf die Verletzung, die Stürze und Holloways legale Schläge, was aus regulatorischer Sicht für das bestehende TKO-Ergebnis spricht.
Das bedeutet nicht, dass eine Änderung rechtlich oder verfahrenstechnisch völlig unmöglich ist. Kämpfer können Entscheidungen von Kommissionen anfechten, und Regulierungsbehörden können Ergebnisse überprüfen, wenn Regeln falsch angewendet wurden, Probleme bei der Arbeit der Offiziellen vorlagen, verbotene Handlungen erfolgten oder andere nachweisbare Gründe bestehen. Allein die Tatsache, dass sich ein Sportler bei einer eigenen Bewegung verletzt hat, reicht jedoch in der Regel nicht aus, um eine Niederlage aufzuheben, wenn der Gegner legal handelte und der Abbruch während eines aktiven Kampfs erfolgte. Bislang gibt es keine öffentliche Bestätigung, dass McGregor in Nevada formell Einspruch eingelegt hat. Seine Forderung bleibt daher vor allem öffentlicher Druck und Ausdruck seiner Unzufriedenheit.
Eine ungewöhnliche Verbindung zu ihrem ersten Kampf
McGregor und Holloway trafen erstmals im August 2013 bei UFC Fight Night 26 in Boston aufeinander. McGregor gewann damals durch einstimmige Entscheidung, obwohl er sich während des Kampfs das vordere Kreuzband im linken Knie verletzte. Laut dem damaligen Bericht von ESPN hielt ihn die Verletzung ungefähr neun Monate vom Wettkampf fern. Dieses Detail wurde vor dem Rückkampf häufig hervorgehoben, weil beide Begegnungen mit einem schweren Knieproblem für McGregor endeten, jedoch mit völlig unterschiedlichen Ergebnissen: 2013 konnte er alle drei Runden beenden, während die Verletzung 2026 zu früh auftrat und zu schwer war, um weiterzukämpfen.
In den dreizehn Jahren zwischen ihren Kämpfen gewannen beide UFC-Titel und wurden zu zwei der bekanntesten Namen ihrer Generation. McGregor war Champion im Feder- und Leichtgewicht, während Holloway jahrelang den Titel im Federgewicht hielt und sich den Ruf eines Kämpfers mit außergewöhnlich hohem Schlagvolumen und großer Widerstandsfähigkeit erarbeitete. Der Rückkampf bei UFC 329 wurde im Weltergewicht bis 170 Pfund ausgetragen, deutlich über der Gewichtsklasse ihres ersten Aufeinandertreffens. Der Kampf sollte daher die Frage beantworten, wie sich ihre Fähigkeiten und ihre körperliche Vorbereitung nach mehr als einem Jahrzehnt verändert hatten. Wegen des Abbruchs nach 69 Sekunden blieb diese Antwort aus.
Holloway ließ nach dem Kampf die Möglichkeit eines dritten Aufeinandertreffens offen, mit dem die sportliche Bilanz von 1:1 entschieden werden könnte. Ein solches Szenario ist derzeit jedoch nur eine Möglichkeit. Bevor über einen neuen Gegner gesprochen werden kann, muss McGregor eine endgültige Diagnose erhalten, sich dem Eingriff und der Rehabilitation unterziehen und beweisen, dass er wieder ohne ein inakzeptables Risiko trainieren und kämpfen kann. Die UFC muss außerdem beurteilen, ob eine Trilogie angesichts des Alters, der Gewichtsklasse und der sportlichen Pläne beider Kämpfer sinnvoll ist. Holloway bleibt unterdessen offiziell der Sieger des Rückkampfs und kann seinen eigenen Weg fortsetzen, ohne auf McGregors Genesung warten zu müssen.
Die wichtigste Frage ist nicht mehr der Eintrag in der Statistik
Die Debatte über einen "No Contest" sorgt für Aufmerksamkeit, weil sie McGregors Sieg-Niederlage-Bilanz, Holloways Statistik und die Art beeinflusst, wie der Kampf in Erinnerung bleiben wird. Der medizinische Befund wird jedoch einen wesentlich größeren Einfluss auf den weiteren Verlauf seiner Karriere haben als eine mögliche Änderung eines einzelnen Eintrags im offiziellen Protokoll. Sollte eine schwere Bandverletzung bestätigt werden, wird die Rehabilitation einen langwierigen und kontrollierten Prozess erfordern, insbesondere für einen Sportler, der auf explosive Richtungswechsel, Beintritte und Stabilität im Kontakt angewiesen ist. Sollte der Schaden begrenzter sein, könnte eine schnellere Rückkehr möglich sein, doch auch dann gibt es keine Garantie, dass McGregor rasch wieder eine Kampflizenz erhält.
Bis zur Veröffentlichung der Befunde ist es am genauesten, von einer schweren Verletzung des rechten Knies zu sprechen, deren genaue Art noch nicht bestätigt ist. McGregor hat eine Operation und ein weiteres Comeback angekündigt, White hat den anfänglichen Verdacht der Ärzte auf eine Verletzung des vorderen Kreuzbands wiedergegeben, und Holloway ist offiziell als Sieger durch technischen K. o. eingetragen. Der Antrag auf Annullierung des Ergebnisses hat bislang weder von der UFC noch von der Nevada Athletic Commission öffentlich bestätigte Unterstützung erhalten. Die nächste konkrete Entwicklung sollten die medizinischen Befunde sein. Danach wird klarer werden, wie realistisch McGregors Plan ist, noch einen UFC-Kampf zu bestreiten, und ob überhaupt eine ernsthafte Diskussion über ein drittes Aufeinandertreffen mit Holloway beginnen kann.
Quellen:
- UFC - offizielle Seite der Veranstaltung UFC 329 und eingetragenes Ergebnis des Kampfs McGregor gegen Holloway (Link)
- Associated Press - Bericht über den Verlauf des Kampfs, den Abbruch, die Aussagen von Max Holloway und die erste Einschätzung von Dana White (Link)
- talkSPORT - McGregors jüngstes Update zur Untersuchung des Beins und seine Forderung nach einer Änderung des Ergebnisses (Link)
- ESPN - Bestätigung der geplanten Operation, der Rückkehrabsicht und des letzten Kampfs im Rahmen seines aktuellen UFC-Vertrags (Link)
- Association of Boxing Commissions and Combative Sports - einheitliche MMA-Regeln zu technischen K.-o.-Siegen, Verletzungen, Fouls und Kämpfen ohne Wertung (Link)
- Nevada Legislature - Vorschriften zur Zuständigkeit der Nevada Athletic Commission für Kampfsportveranstaltungen im Bundesstaat Nevada (Link)
- ESPN - Geschichte des ersten Kampfs zwischen McGregor und Holloway sowie die Knieverletzung aus dem Jahr 2013 (Link)