Carlos Alcaraz setzte seine große Serie fort und erreichte sein fünftes US-Open-Viertelfinale
Carlos Alcaraz setzte seine Titelverteidigung bei den US Open mit einem überzeugenden Sieg gegen Tommy Paul fort und zog in New York unter die letzten Acht ein. Am 6. September gewann der Spanier im Arthur Ashe Stadium mit 6:4, 6:3, 6:4 und beendete die Partie nach zwei Stunden und 21 Minuten. Laut dem offiziellen Bericht der US Open baute der 23-jährige Alcaraz mit diesem Sieg seine Serie auf 18 Grand-Slam-Siege in Folge aus, davon 11 in Flushing Meadows. Gleichzeitig erreichte er das fünfte US-Open-Viertelfinale seiner Karriere und bestätigte damit, dass er nach einer mehrmonatigen Pause wegen einer Verletzung am rechten Handgelenk wieder das Niveau erreicht hat, das für die entscheidenden Phasen der größten Turniere erforderlich ist. In den ersten vier Runden des diesjährigen Turniers verlor er nur einen Satz.
Paul startete gut, Alcaraz übernahm in der Schlussphase des ersten Satzes die Kontrolle
Tommy Paul, die Nummer 20 der Setzliste und eine der größten amerikanischen Hoffnungen im Herrenfeld, ging ohne übermäßigen Respekt vor dem Titelverteidiger in die Partie. Dem Bericht der Veranstalter zufolge fand der Amerikaner in den ersten Spielen seinen Rhythmus beim Aufschlag und sorgte mit präzisen Schlägen sowohl mit der Vorhand als auch mit der Rückhand mehrfach für starke Reaktionen des Publikums. Alcaraz erhöhte jedoch nach und nach den Druck auf den Aufschlag seines Gegners und schaffte im achten Spiel des ersten Satzes das entscheidende Break. Zwei Spiele später beendete er den Satz mit 6:4 und veränderte damit die Dynamik der Begegnung. Bis dahin hatte Paul gezeigt, dass er das Tempo in den Ballwechseln mitgehen konnte, doch es wurde für ihn zunehmend schwieriger, seine Aufschlagspiele ohne zusätzlichen Druck durchzubringen.
Die offizielle Statistik der US Open zeigt, dass gerade der Return auf Pauls Aufschlag einer der größten Vorteile von Alcaraz war. Der Spanier erspielte sich während der Partie 14 Breakchancen und nutzte vier davon. Diese hohe Zahl an Möglichkeiten ist auch deshalb wichtig, weil Paul über einen ausreichend kraftvollen ersten Schlag verfügt, um Punkte über kürzere Phasen zu kontrollieren, besonders auf einem schnellen Hartplatz. Alcaraz ließ ihm dennoch nur wenige ruhige Aufschlagspiele, verlängerte häufig die Ballwechsel und zwang ihn zu einem zusätzlichen Schlag. Dadurch verlagerte er die Begegnung schrittweise in einen Bereich, in dem seine Defensive, seine Bewegung und seine Fähigkeit zum plötzlichen Übergang von der Verteidigung in den Angriff immer stärker zur Geltung kamen.
Der zweite Satz brachte noch stärkeren Druck des Titelverteidigers
Nach dem Gewinn des ersten Satzes setzte Alcaraz im gleichen Rhythmus fort. Die US Open berichten, dass er zu Beginn des zweiten Durchgangs zunächst sicher seinen Aufschlag hielt und Paul anschließend sofort den Aufschlag abnahm, womit er unter Einbeziehung der Schlussphase des ersten Satzes vier Spiele in Folge gewann. Dem Amerikaner gelang es, ein verlorenes Aufschlagspiel zurückzuholen und den Lauf von Alcaraz kurzzeitig zu bremsen, doch er konnte das Kräfteverhältnis nicht umkehren. Der Spanier übte in den wichtigen Punkten weiterhin Druck aus, hielt seinen Vorsprung und beendete den zweiten Satz nach 49 Minuten Spielzeit mit 6:3. In einer Partie, in der er bei eigenem Aufschlag keine längeren Krisen durchstehen musste, war genau diese Kontrolle über den Spielstand entscheidend.
Für Alcaraz war besonders wichtig, dass es ihm gegen einen Spieler mit Pauls Profil gelang, Aggressivität und Geduld miteinander zu verbinden. Paul ist für seine schnelle Bewegung, seine flachen Schläge und seine Fähigkeit bekannt, den Ball früh zu nehmen, weshalb passives Spiel gegen ihn in der Regel keinen Erfolg bringt. Alcaraz wechselte deshalb häufig das Tempo, griff tief hinter der Grundlinie an und nutzte anschließend kürzere Bälle und Richtungswechsel, um das Feld zu öffnen. Der offizielle Bericht der US Open beschrieb seine Vorstellung als seine bis dahin souveränste im Turnier, und die Schlussphase des Matches unterstrich zusätzlich das Selbstvertrauen, mit dem er spielte.
Der dritte Satz endete mit demselben Ergebnis wie der erste, 6:4, und Alcaraz ließ nicht zu, dass sich das Match zu einem längeren körperlichen Kampf entwickelte. Dem Bericht der Veranstalter zufolge erreichte er nach einer spektakulären Vorhand den Matchball, während Paul den letzten Punkt mit einem Fehler beim Return beendete. Damit war das Duell in drei Sätzen abgeschlossen, ohne zusätzliche Komplikationen, die vor dem Viertelfinale unnötig Energie hätten kosten können. Bei einem Grand-Slam-Turnier, bei dem die Herrenmatches über drei Gewinnsätze gespielt werden, haben solche Siege einen zusätzlichen Wert, weil sie körperliche Reserven für die letzten Runden bewahren. Für einen Spieler, der gerade erst nach einer langen Pause zurückgekehrt ist, ist das ein besonders wichtiger Faktor.
Achtzehn Grand-Slam-Siege in Folge
Das Ergebnis von Alcaraz gegen Paul erhält durch eine Serie, die sich über zwei Grand-Slam-Saisons erstreckt, zusätzliches Gewicht. Laut den offiziellen Angaben der US Open war der Sieg im Achtelfinale sein 18. Grand-Slam-Sieg in Folge. Die Serie umfasst den Triumph bei den US Open 2025 und den Gewinn der Australian Open 2026, während er Roland Garros und Wimbledon in diesem Jahr wegen seiner Verletzung am rechten Handgelenk nicht spielte. Er reiste nach New York, ohne seit April ein Pflichtspiel bestritten zu haben, weshalb seine Rückkehr deutlich mehr Ungewissheit mit sich brachte, als es die aktuelle Ergebnisserie vermuten lässt. Vier Runden später sind diese Fragen zumindest teilweise durch die Art und Weise in den Hintergrund gerückt, wie er bis in die Schlussphase des Turniers vorgedrungen ist.
Die Veranstalter der US Open erinnern daran, dass Alcaraz in diesem Jahr in Melbourne seinen siebten Grand-Slam-Titel gewann und zum jüngsten Mann der Geschichte wurde, der den Karriere-Grand-Slam komplettierte, also alle vier größten Turniere gewann. In New York versucht er nun, eine weitere große Trophäe hinzuzufügen und den 2025 gewonnenen Titel zu verteidigen. Die offiziellen Turnierdaten führen außerdem an, dass er in seiner Karriere 26 ATP-Titel gewonnen hat, während er vor diesen US Open den Status eines erst kürzlich entthronten Weltranglistenersten innehatte. In der aktuellen ATP-Weltrangliste während des Turniers wird er als Nummer drei der Welt geführt, obwohl er im Tableau als Nummer zwei gesetzt ist. Ein solches Ergebnisprofil erklärt, warum er auch nach einer mehrmonatigen Pause als einer der wichtigsten Titelkandidaten gilt.
Rückkehr nach der Verletzung ohne Vorbereitungsturnier auf nordamerikanischem Hartplatz
Einer der interessantesten Aspekte seines Auftritts in New York ist die Tatsache, dass er ohne die übliche Sommervorbereitung bei nordamerikanischen Hartplatzturnieren zu den US Open zurückkehrte. Laut einer speziellen Analyse auf der offiziellen Website der US Open hat seit der Umstellung des Turniers auf Hartplatz im Jahr 1978 kein Sieger im Herrenwettbewerb den Titel gewonnen, ohne zuvor mindestens ein nordamerikanisches Hartplatzturnier zwischen Wimbledon und New York bestritten zu haben. Aufgrund seiner Genesung von der Verletzung hatte Alcaraz keine solche Vorbereitung. Sollte er den Titel erneut gewinnen, würde er damit eine Serie beenden, die fast ein halbes Jahrhundert andauert.
Dieser Umstand macht seinen Weg durch die ersten vier Runden noch bemerkenswerter. In der ersten Runde besiegte er Roman Safiullin in drei Sätzen, anschließend verlor er gegen Jaime Faria seinen bislang einzigen Satz im Turnier, drehte die Partie jedoch und gewann in vier Sätzen. In der dritten Runde bezwang er Wu Yibing mit 6:3, 6:4, 6:1, bevor er auch gegen Paul wieder ohne Satzverlust zum Sieg kam. Vor dem Achtelfinale betonten die US Open, dass sich Alcaraz von Match zu Match besser fühle, und nach dem Sieg gegen Paul wurde dieser Trend auch durch das Ergebnis bestätigt. Statt nach vier Monaten Pause seine Form in langen und ungewissen Begegnungen suchen zu müssen, hatte der Spanier bislang den größten Teil seiner Zeit auf dem Platz die Kontrolle.
Fünfter Einzug unter die besten Acht in New York
Mit dem Sieg gegen Paul erreichte Alcaraz laut den Angaben der US Open das 15. Grand-Slam-Viertelfinale seiner Karriere. In New York ist es sein fünfter Einzug unter die besten Acht, was zusätzlich bestätigt, wie gut ihm die Bedingungen im USTA Billie Jean King National Tennis Center liegen. Sein einziger früherer Auftritt bei den US Open, bei dem er nicht mindestens das Viertelfinale erreichte, war 2024, als ihn Botic van de Zandschulp in der zweiten Runde überraschend besiegte. In allen anderen New Yorker Turnieren kam er weit, darunter mit zwei Titelgewinnen. Nach dem diesjährigen Achtelfinale steht seine Bilanz bei den US Open laut offiziellen Angaben der Veranstalter bei 28-3 Siegen und Niederlagen.
Diese Statistik ist besonders beeindruckend, weil Alcaraz seinen ersten großen Durchbruch auf der Grand-Slam-Bühne gerade in New York schaffte. Seine Fähigkeit, auf Hartplatz einen kraftvollen ersten Schlag, Verteidigung aus beinahe unmöglichen Positionen und außergewöhnlich effizientes Spiel am Netz zu verbinden, macht ihn zu einem schwer vorhersehbaren Gegner. Im Match gegen Paul musste er nicht sein gesamtes Repertoire für ein Fünf-Satz-Match zeigen, doch es war deutlich zu erkennen, dass ihm eine große Anzahl taktischer Lösungen zur Verfügung steht. Wenn Paul versuchte, den Ballwechsel zu beschleunigen, konnte Alcaraz im Punkt bleiben; sobald sich Raum öffnete, ging der Spanier zum Angriff über. Genau diese Vielseitigkeit ist einer der Hauptgründe dafür, dass er sich in New York erneut in der Schlussphase befindet.
Pauls Weg endete im Achtelfinale
Für Tommy Paul bedeutet die Niederlage, dass er weiter auf sein erstes US-Open-Viertelfinale warten muss. Der amerikanische Tennisspieler, der im Turnier an Position 20 gesetzt war, wurde laut seinem offiziellen US-Open-Profil vor der Partie als Nummer 21 der Welt geführt. Sein bestes Ergebnis bei einem Grand-Slam-Turnier bleibt das Halbfinale der Australian Open 2023, während er in New York auch in den vergangenen Jahren die zweite Turnierwoche erreicht hatte. In dieser Saison zeigte er vor den US Open eine gute Form auf nordamerikanischem Hartplatz, darunter einen Sieg über den topgesetzten Alexander Zverev auf dem Weg ins Viertelfinale von Cincinnati. Deshalb stellte das Duell mit Alcaraz für den Titelverteidiger einen ernsthaften Test dar und nicht nur eine formale Hürde im Tableau.
Paul hatte auf dem Weg ins Achtelfinale einen deutlich anspruchsvolleren Weg als Alcaraz. Die ersten beiden Matches gewann er jeweils in vier Sätzen, in der dritten Runde musste er gegen Alexander Bublik über die volle Distanz von fünf Sätzen gehen. Diese Partie gewann er mit 6:4, 3:6, 6:7, 6:1, 6:3. Vor dem Duell mit Alcaraz hoben die US Open außerdem hervor, dass Paul bereits Erfahrung aus großen Matches gegen den Spanier bei Grand-Slam-Turnieren, Masters-1000-Turnieren und Olympischen Spielen hatte. Trotzdem fand er in New York nicht genügend Möglichkeiten für eine Wende, nachdem er die Schlussphase des ersten Satzes verloren hatte. Im offiziellen Turnierbericht heißt es, dass dies der siebte Sieg von Alcaraz in Folge gegen Paul war.
Nächster Gegner noch nicht bekannt
Alcaraz trifft im Viertelfinale auf den Sieger der Begegnung zwischen Ben Shelton und Stefanos Tsitsipas. Zum Zeitpunkt der Fertigstellung dieses Artikels war dieses Achtelfinalmatch noch nicht beendet. Die offiziellen US Open weisen darauf hin, dass Alcaraz gegen beide möglichen Gegner eine positive beziehungsweise perfekte Bilanz hat: Shelton besiegte er in allen drei bisherigen Begegnungen, Tsitsipas in allen sechs. Eine solche Statistik kann ihm zusätzliches Selbstvertrauen geben, doch ein Grand-Slam-Viertelfinale bringt einen anderen Druck mit sich, besonders in New York, wo das Publikum die Atmosphäre stark beeinflussen kann.
Shelton würde als amerikanischer Spieler mit einem außergewöhnlich kraftvollen Aufschlag eine völlig andere Herausforderung als Paul darstellen, während Tsitsipas mehr Erfahrung in den Schlussrunden großer Turniere und ein offensives Spiel mit einhändiger Rückhand mitbringt. Alcaraz hat gegen beide bereits gezeigt, dass er sein Spiel durchsetzen kann, doch nun erreicht er den Teil des Turniers, in dem die Unterschiede zwischen den führenden Spielern noch kleiner werden. Für seine Vorbereitung ist wichtig, dass er das Achtelfinale in drei Sätzen und ohne langwierige körperliche Erschöpfung beendete. Nach einer viermonatigen Pause bleibt die Erholung zwischen den Matches genauso wichtig wie das eigentliche Tennisniveau.
Die Titelverteidigung geht in ihre anspruchsvollste Phase
Für Alcaraz wird das Viertelfinale der erste Schritt in der Schlussphase des Turniers sein, in der es keinen Raum mehr für schwächere Abschnitte gibt. Obwohl die Ergebnisse der ersten vier Runden überzeugend aussehen, entwickelt sich seine Leistung nach der Rückkehr weiterhin von Match zu Match. Nach dem Sieg gegen Paul betonten die US Open, dass sich der Spanier im Verlauf des Turniers schrittweise seiner Bestform nähere, und auch seine eigenen Aussagen nach den vorherigen Runden deuteten auf ein immer besseres Gefühl auf dem Platz hin. Gegen Paul zeigte er zudem, dass er auch dann gut reagieren kann, wenn der Gegner stark in die Partie startet, ohne Panik und ohne plötzlichen Leistungsabfall. In der Schlussphase eines Grand-Slam-Turniers ist das oft genauso wichtig wie die Zahl der direkten Gewinnschläge oder der gewonnenen Aufschlagspiele.
In New York entwickelt sich nun auch die größere Geschichte einer möglichen Titelverteidigung nach einer ungewöhnlich langen Pause. Alcaraz begann die Saison als Sieger der Australian Open, anschließend hielt ihn eine Verletzung im Frühjahr und Sommer von Turnieren fern, darunter Roland Garros und Wimbledon. Die direkte Rückkehr bei den US Open stellte deshalb sowohl körperlich als auch wettkampftechnisch ein Risiko dar. Nach vier Runden hat dieses Risiko bislang keine sichtbaren Spuren im Ergebnis hinterlassen: Er hat nur einen Satz verloren und seine Grand-Slam-Siegesserie ist auf 18 angewachsen. Die Frage lautet nicht mehr, ob Alcaraz nach der Pause wieder mit den Besten konkurrieren kann, sondern ob er dieses Niveau für drei weitere Siege halten und seinen Titel beim letzten Grand-Slam-Turnier der Saison verteidigen kann.
Quellen:
- US Open - offizieller Bericht zum Match Alcaraz - Paul, Ergebnis, Spieldauer, Breakball-Statistik und Kontext von Alcaraz' Grand-Slam-Serie (Link)
- US Open - offizielle Vorschau auf das Achtelfinale, Angaben zu den gesetzten Spielern, Pauls Weg durch das Turnier sowie Alcaraz' Verletzung und seine vorherigen Grand-Slam-Ergebnisse (Link)
- US Open - Analyse von Alcaraz' Rückkehr nach einer viermonatigen Pause und des historischen Kontexts eines Starts ohne nordamerikanisches Hartplatz-Vorbereitungsturnier (Link)
- ATP Tour - Bericht über Alcaraz' Sieg gegen Paul bei den Australian Open 2026 und Kontext ihrer Grand-Slam-Rivalität (Link)