Der Trainer der kroatischen U-21-Fußballnationalmannschaft, Ivica Olić, veröffentlichte am 8. September den Kader für die letzten drei Qualifikationsspiele zur Europameisterschaft 2027, zu einem Zeitpunkt, an dem Kroatien in Gruppe H den ersten Platz belegt und den direkten Einzug in die Endrunde selbst in der Hand hat. Laut der offiziellen Mitteilung des Kroatischen Fußballverbands kommt die Nationalmannschaft am 21. September in Zagreb zusammen und bestreitet anschließend innerhalb von elf Tagen die Spiele gegen Ungarn, die Ukraine und Litauen. Die erste Begegnung steht am 26. September in Varaždin auf dem Programm, die zweite am 2. Oktober gegen die Ukraine in Miskolc in Ungarn, während der Qualifikationszyklus am 6. Oktober mit dem Auswärtsspiel gegen Litauen in Druskininkai endet. Olić berief 23 Spieler in den Hauptkader, neun weitere erhielten eine Vorberufung, wobei die Mannschaft die Schlussphase der Qualifikation ohne mehrere Fußballer bestreiten muss, die verletzungsbedingt nicht zur Verfügung stehen.
Kroatien führt die Gruppe H an und ist ungeschlagen
Laut der aktuellen Tabelle des Kroatischen Fußballverbands hat Kroatien nach fünf ausgetragenen Spielen 13 Punkte und eine Tordifferenz von +10. Die Türkei ist mit 11 Punkten aus sechs Begegnungen Zweiter, die Ukraine mit acht Punkten aus sechs Spielen Dritter, Ungarn hat drei Punkte aus fünf Einsätzen und Litauen zwei Punkte aus sechs Partien. Diese Konstellation verschafft Olićs Mannschaft vor dem letzten Qualifikationsfenster eine sehr starke Ausgangsposition, insbesondere weil Kroatien auch ein Spiel weniger als die Türkei und die Ukraine absolviert hat. Zudem ist die Mannschaft die einzige in der Gruppe, die nach fünf Auftritten noch ungeschlagen ist.
Die bisherigen Ergebnisse zeigen auch, warum Kroatien die Tabellenführung übernommen hat. Die Qualifikation begann am 9. September 2025 mit einem 1:1 gegen die Türkei in Trabzon, anschließend gewann Kroatien in Velika Gorica mit 1:0 gegen die Ukraine und mit 4:0 gegen Litauen. Im November 2025 folgte ein 2:0-Auswärtssieg gegen Ungarn in Budapest, und im März 2026 besiegte Kroatien die Türkei in Osijek mit 3:0. In diesen fünf Qualifikationsspielen erzielte die Mannschaft elf Tore und kassierte nur eines, und zwar im ersten Spiel gegen die Türkei.
Nach der Bekanntgabe des Kaders betonte Olić, dass die Nationalmannschaft die Schlussphase der Qualifikation erreicht habe und der gesamte Fokus nun auf dem nächsten Spiel gegen Ungarn liege. Der Trainer ist überzeugt, dass drei weitere Punkte die kroatische Position zusätzlich stärken und der Mannschaft ermöglichen würden, auch in den abschließenden Auswärtsspielen ihre Qualifikation selbst zu kontrollieren. Dieser Ansatz folgt einer klaren sportlichen Logik: Ein Sieg in Varaždin würde Kroatien vor den Begegnungen mit der Ukraine und Litauen auf 16 Punkte bringen und gleichzeitig den Spielraum der Konkurrenten für eine Wende an der Tabellenspitze weiter verkleinern.
Vier Punkte aus drei Spielen würden den ersten Platz sichern
Aus der aktuellen Tabelle und den UEFA-Regeln ergibt sich, dass Kroatien vier Punkte aus den verbleibenden drei Begegnungen für den sicheren Gruppensieg reichen würden, unabhängig von allen anderen Ergebnissen. Kroatien würde dann mit mindestens 17 Punkten abschließen, genauso viele, wie auch die Türkei maximal erreichen kann. Bei Punktgleichheit vergleicht die UEFA zunächst die Ergebnisse der direkten Duelle, und Kroatien holte in den beiden Spielen gegen die Türkei vier Punkte: In Trabzon endete die Partie 1:1, während Kroatien in Osijek mit 3:0 gewann. Das bedeutet, dass Kroatien bei einem Szenario mit jeweils 17 Punkten im direkten Vergleich im Vorteil wäre.
Die Ukraine, die derzeit acht Punkte aus sechs Spielen hat, kann maximal 14 Punkte erreichen. Für den ersten Platz würde daher selbst die maximale eigene Ausbeute nicht ausreichen, sofern Kroatien nicht gleichzeitig einen deutlichen Ergebniseinbruch erlebt. Genau deshalb wird das Spiel zwischen der Ukraine und Kroatien am 2. Oktober in Miskolc eines der Schlüsselduelle in der Schlussphase der Gruppe sein. Für die kroatische Nationalmannschaft bleibt die grundlegende Rechnung jedoch einfach: Ein gutes Ergebnis gegen Ungarn kann bereits vor den beiden abschließenden Auswärtsspielen die Tür zur direkten Qualifikation öffnen.
Das UEFA-Qualifikationsformat erhöht die Bedeutung des ersten Platzes zusätzlich. Nach den Wettbewerbsregeln qualifizieren sich die Sieger aller neun Qualifikationsgruppen sowie der beste Gruppenzweite direkt für die Endrunde. Die übrigen acht zweitplatzierten Nationalmannschaften müssen in die Play-offs um die letzten vier Plätze. Der Erfolg in der Gruppe bedeutet daher nicht nur die Qualifikation für die Europameisterschaft, sondern auch das Vermeiden zweier zusätzlicher Spiele mit hohem Risiko im November.
Fünf wichtige Ausfälle, drei Spieler erholen sich von Kreuzbandverletzungen
Das größte Problem vor dem Zusammenkommen sind die Verletzungen. Der HNS gab Olićs Bestätigung weiter, dass Leon Grgić, Teo Barišić und Anton Matković weiterhin nicht zur Verfügung stehen, weil sie sich von Kreuzbandverletzungen erholen. Auch Filip Krušelj und Ante Kavelj werden bei diesem Lehrgang verletzungsbedingt fehlen. Es handelt sich um Ausfälle, die mehrere Mannschaftsteile betreffen und dazu führen, dass der Trainerstab die Schlussphase der Qualifikation mit einer etwas anderen Rollenverteilung vorbereiten muss.
Olić erklärte zugleich, dass er mehrere neue und etwas jüngere Spieler in den Kader aufgenommen habe, die sich ihre Berufung durch ihre Leistungen im Verein verdient hätten. Das ist besonders bei einer U-21-Nationalmannschaft wichtig, deren Kaderstruktur sich schneller verändert als im Seniorenfußball und in der sich die Entwicklung eines Spielers innerhalb einer einzigen Saison sehr schnell auf die Hierarchie im Team auswirken kann. Im Aufgebot stehen Fußballer aus kroatischen Vereinen, aber auch Spieler, die in England, Portugal, Tschechien, Griechenland und Österreich aktiv sind, wodurch Olić eine Mannschaft mit unterschiedlichen Vereins- und Wettbewerbserfahrungen zur Verfügung steht.
Zum Torhüteraufgebot gehören Toni Silić von Hajduk, Anthony Pavlešić von Sigma Olomouc und Luka Savatović von Lokomotiva. Die Abwehrreihe bilden Moreno Živković von Rijeka, Luka Hodak und Šimun Hrgović von Hajduk, Niko Šepić und Raul Kumar von Istra 1961, Branimir Mlačić von Watford, Dominik Prpić von Porto sowie Ivano Kolarik von Osijek. Es handelt sich um eine Gruppe, in der Spieler mit Erfahrung aus dem laufenden Qualifikationszyklus mit jüngeren Optionen kombiniert werden, die in der Schlussphase ihre Chance erhalten.
Die meisten Optionen gibt es im Mittelfeld
Den zahlenmäßig größten Teil von Olićs Kader bilden die Mittelfeldspieler. Berufen wurden Lovro Zvonarek von Estrela da Amadora, Luka Vrbančić von Osijek, Branko Pavić von Rijeka, Ivan Canjuga von Varaždin, Adriano Jagušić von Panathinaikos, Ivan Katić von Lokomotiva, Adrian Segečić von Portsmouth, Domagoj Bukvić von Osijek, Marin Šotiček von Hajduk und Fabijan Krivak von Sigma Olomouc. Diese Auswahl bietet dem Trainerstab mehr Möglichkeiten für Veränderungen zwischen den Spielen, was wichtig sein wird, weil Kroatien innerhalb kurzer Zeit drei sportlich anspruchsvolle Begegnungen bestreitet.
Besonders wertvoll ist die Tatsache, dass einige Mittelfeldspieler bereits erhebliche Einsatzzeit in diesem Qualifikationszyklus gesammelt haben. Marin Šotiček erzielte im ersten Spiel gegen die Türkei in Trabzon den Treffer zum 1:1, nur drei Minuten nach der türkischen Führung, und sicherte Kroatien damit zum Auftakt der Qualifikation einen Punkt. Fabijan Krivak, Lovro Zvonarek, Adriano Jagušić und weitere Mittelfeldspieler waren ebenfalls bereits Teil der Mannschaft, die in fünf Qualifikationsspielen nur ein Gegentor kassierte und sich die Tabellenführung erarbeitete.
Im Angriff stehen Antonio Verinac von Austria Lustenau und Fran Topić von Dinamo im Hauptkader. Die Zahl der klassischen Stürmer ist damit geringer als die Zahl der Spieler in den anderen Mannschaftsteilen, doch mehrere der berufenen Mittelfeld- und Flügelspieler können offensive Rollen übernehmen. In der Schlussphase der Qualifikation kann das auch wegen der Anpassung an unterschiedliche Gegnertypen wichtig sein: Ungarn wird in Varaždin wahrscheinlich ein Ergebnis anstreben, das die Mannschaft im Kampf um eine bessere Platzierung hält, während die Spiele gegen die Ukraine und Litauen einen anderen taktischen Kontext haben werden.
Neun Spieler erhielten eine Vorberufung
Auf der Liste der Vorberufungen stehen Antonio Rajić von Kustošija, Marko Zebić von Rudeš, Ivan Cvetko und Filip Mažar von Slaven Belupo, Stjepan Davidović von Korona Kielce, Kristijan Čabrajić, Lovre Kulušić und Matija Subotić von Lokomotiva sowie Šimun Mikolčić von Osijek. Die Vorberufungen verschaffen dem Trainerstab zusätzlichen Handlungsspielraum für den Fall neuer Verletzungen, gesundheitlicher Probleme oder veränderter Verfügbarkeiten der Spieler vor und während des Lehrgangs. Das ist besonders in einem Zyklus mit drei Spielen und Reisen in drei Länder innerhalb von etwas mehr als einer Woche wichtig.
Der Kader zeigt auch eine starke Vertretung von Spielern aus kroatischen Vereinen. Hajduk stellt im Hauptkader Toni Silić, Luka Hodak, Šimun Hrgović und Marin Šotiček, während Osijek Luka Vrbančić, Ivano Kolarik und Domagoj Bukvić stellt. Rijeka ist mit Moreno Živković und Branko Pavić vertreten, Istra 1961 mit Niko Šepić und Raul Kumar und Lokomotiva mit Luka Savatović und Ivan Katić. Hinzu kommen Spieler aus mehreren europäischen Ligen, darunter Dominik Prpić von Porto, Branimir Mlačić von Watford und Adrian Segečić von Portsmouth.
Die erste Hürde ist Ungarn, danach folgen die Ukraine und Litauen
Das erste Spiel des abschließenden Zyklus findet am 26. September um 17:00 Uhr in Varaždin statt. Der HNS nennt das Stadion NK Varaždin als Austragungsort, Gegner ist Ungarn, das Kroatien im ersten direkten Duell in Budapest mit 2:0 besiegte. Ungarn hat derzeit drei Punkte aus fünf Spielen und liegt deutlich hinter der Spitze, kann aber gerade wegen seiner Tabellenposition ohne denselben Druck spielen wie der Tabellenführer. Für Kroatien wird es daher entscheidend sein, den Qualitäts- und Ergebnissvorteil in die Kontrolle des Spiels umzusetzen, ohne den Gegner zu unterschätzen.
Das zweite Spiel wird am 2. Oktober um 18:00 Uhr in Miskolc ausgetragen, wo die Ukraine formell als Gastgeber auftritt. Kroatien gewann das erste direkte Duell in Velika Gorica mit 1:0 und geht somit auch in diesem Paar mit einem positiven Ergebnis aus der ersten Begegnung in die Schlussphase. Die Ukraine hat acht Punkte und kann rechnerisch noch auf 14 kommen, weshalb ihre Herangehensweise auch vom Ergebnis des Spiels gegen die Türkei am 26. September abhängen wird. Für Olićs Mannschaft könnte die Begegnung in Miskolc der Moment sein, in dem die direkte Qualifikation bestätigt wird, sofern sie zuvor ihre Aufgabe gegen Ungarn erfüllt.
Die Qualifikation endet am 6. Oktober um 19:00 Uhr in Druskininkai gegen Litauen. Kroatien gewann das erste Spiel gegen Litauen mit 4:0, während die litauische Nationalmannschaft derzeit mit zwei Punkten und einer Tordifferenz von -11 Letzter ist. Dennoch bringen die letzten Qualifikationsspiele häufig zusätzliche Unsicherheit mit sich, weil die Mannschaften mit sehr unterschiedlichen Zielen in sie gehen und ein Ergebnis gleichzeitig die Platzierung mehrerer Nationalteams beeinflussen kann. Im Idealfall wird Kroatien mit bereits gesichertem ersten Platz nach Litauen reisen, doch die aktuelle Rechnung bedeutet, dass sich die Mannschaft diese Möglichkeit zunächst auf dem Platz erarbeiten muss.
Die direkte Qualifikation würde die Rückkehr zur EM ohne Play-offs bringen
Die Endrunde der U-21-Europameisterschaft 2027 wird gemeinsam von Albanien und Serbien ausgerichtet. Die UEFA gab bekannt, dass das Turnier vom 16. Juni bis 3. Juli 2027 stattfinden und 16 Nationalmannschaften umfassen wird. Albanien und Serbien sind als Gastgeber automatisch qualifiziert, während die übrigen 14 Teilnehmer über die Qualifikationsgruppen und die Play-offs ermittelt werden. Die Endrunde wird in vier Gruppen mit jeweils vier Nationalmannschaften ausgetragen, wobei die beiden besten Teams jeder Gruppe das Viertelfinale erreichen.
Für die kroatische U-21-Nationalmannschaft hätte die direkte Qualifikation nach dem Ausgang des vorherigen Qualifikationszyklus zusätzliches Gewicht. Kroatien beendete die Qualifikation zur EM 2025 als Gruppenzweiter und erreichte die Play-offs, schied jedoch im November 2024 nach einem dramatischen Duell über zwei Spiele und einem Elfmeterschießen gegen Georgien aus. Die UEFA verzeichnet, dass Kroatien das Rückspiel in Rijeka nach Verlängerung mit 3:2 gewann, womit das Gesamtergebnis 3:3 lautete, ehe Georgien das Elfmeterschießen mit 7:6 für sich entschied. Deshalb nahm Kroatien nicht an der Endrunde 2025 in der Slowakei teil.
Kroatiens letzter Auftritt bei einer U-21-EM-Endrunde war 2023 in Rumänien und Georgien. Damals verlor die Mannschaft in der Gruppenphase mit 0:2 gegen die Ukraine und mit 0:1 gegen Spanien und spielte 0:0 gegen Rumänien, was nicht für den Einzug ins Viertelfinale reichte. Die aktuelle Generation hat nun die Chance, Kroatien wieder unter die 16 besten europäischen Nationalmannschaften dieser Altersklasse zu bringen, und der Gewinn der Qualifikationsgruppe würde es ermöglichen, dieses Ziel ohne zusätzliche Spiele im November und ohne die Unsicherheit der Play-offs zu erreichen.
Spielplan der Schlussphase der Qualifikation
- 26. September 2026 um 17:00 Uhr: Kroatien - Ungarn, Varaždin
- 2. Oktober 2026 um 18:00 Uhr: Ukraine - Kroatien, Miskolc, Ungarn
- 6. Oktober 2026 um 19:00 Uhr: Litauen - Kroatien, Druskininkai, Litauen
Die Nationalmannschaft kommt am 21. September in Zagreb zusammen, wo die unmittelbare Vorbereitung auf das Spiel gegen Ungarn beginnt. Olićs Botschaft vor dem Lehrgang ist klar: Statt im Voraus zu rechnen, möchte der Trainerstab die Konzentration auf das jeweils nächste Duell richten. Kroatien hat sich mit seinen bisherigen Leistungen eine Situation erarbeitet, in der es nicht von fremden Ergebnissen abhängig ist, muss den letzten Schritt jedoch in drei Spielen bestätigen, die innerhalb kurzer Zeit ausgetragen werden. Der erste Platz in Gruppe H bleibt der einfachste und sicherste Weg zur Europameisterschaft 2027, und bereits die Begegnung in Varaždin kann der Schlussphase eine entscheidende Richtung geben.
Quellen:
- Kroatischer Fußballverband - offizielle Bekanntgabe des Kaders, Informationen zu Verletzungen, Lehrgang und Spielplan (Link)
- Kroatischer Fußballverband - aktuelle Tabelle der Gruppe H und Angaben zum nächsten Spiel der kroatischen U-21-Nationalmannschaft (Link)
- HNS Ergebnisse - offizielle Ergebnisse der kroatischen U-21-Nationalmannschaft im aktuellen Qualifikationszyklus (Link)
- UEFA - aktueller Stand der Qualifikation zur U-21-Europameisterschaft 2027 und Qualifikationsformat (Link)
- UEFA - Wettbewerbsreglement, Kriterien bei Punktgleichheit in der Qualifikationsgruppe (Link)
- UEFA - offizielle Informationen zur Endrunde 2027 in Albanien und Serbien, Termine und Wettbewerbsformat (Link)
- UEFA - Bericht über die Play-offs zur EM 2025 einschließlich des Ausscheidens Kroatiens gegen Georgien nach Elfmeterschießen (Link)
- UEFA - Ergebnisse der U-21-EM-Endrunde 2023 und Kroatiens Abschneiden in der Gruppenphase (Link)