Trey Parker und Matt Stone übernehmen Verantwortung für jahrelange Verzögerung des Films mit Kendrick Lamar
Trey Parker und Matt Stone, die Schöpfer von "South Park", haben öffentlich die Verantwortung für die jahrelange Verzögerung ihres gemeinsamen Filmprojekts mit Kendrick Lamar übernommen, einer abendfüllenden Realfilm-Komödie, die in Branchenkreisen und Werbematerialien unter dem Arbeitstitel "Whitney Springs" auftaucht. In einer Erklärung, die The Ankler am 9. September 2026 veröffentlichte, entschuldigten sich Parker und Stone bei Lamars Unternehmen pgLang und Paramount und erklärten, das Projekt sei nicht aufgegeben worden. "Wir übernehmen die volle Verantwortung für die Verzögerung im Zeitplan dieses Films", erklärten sie und fügten hinzu, dass sie die Geduld ihrer Partner schätzten. Als Gründe nannten sie Verpflichtungen im Zusammenhang mit "South Park" und persönliche Lebensumstände, betonten zugleich jedoch, dass sie weiterhin an den Film glaubten. Nach den derzeit verfügbaren Informationen wurde kein neuer Premierentermin bekannt gegeben.
Die Erklärung der beiden Autoren ist wichtig, weil sie erstmals so unmittelbar den Status eines Projekts erläutert, das sich bereits seit 2022 in Entwicklung befindet und dessen geplanter Veröffentlichungstermin inzwischen mehrfach geändert wurde. Der Film war zunächst als Kinostart von Paramount Pictures vorgesehen und erhielt später den Termin 4. Juli 2025, einen symbolischen Zeitpunkt am amerikanischen Unabhängigkeitstag. Im März 2025 wurde die Premiere auf den 20. März 2026 verschoben, bevor Paramount den Film im November desselben Jahres vollständig aus seinem Veröffentlichungskalender entfernte. Damals teilten Park County, die Produktionsfirma von Parker und Stone, und pgLang gemeinsam mit, dass sie an der Fertigstellung des Films arbeiteten. Fast ein Jahr später verfügt das Projekt weiterhin über keinen offiziell bestätigten Veröffentlichungstermin, doch die jüngste Erklärung der Autoren weist die Schlussfolgerung eindeutig zurück, der Film sei abgesagt worden.
Projekt bereits 2022 angekündigt
Die Zusammenarbeit zwischen Kendrick Lamar, seinem langjährigen Partner Dave Free sowie Parker und Stone wurde erstmals im Januar 2022 offiziell angekündigt. Laut der damaligen Mitteilung, über die Pitchfork berichtete, sollten Lamar und Free den Film über pgLang produzieren, während Parker und Stone über ihre Produktionsfirma Park County mit dem Projekt verbunden waren. Das Drehbuch schrieb Vernon Chatman, ein langjähriger Mitarbeiter von "South Park" und Autor mit Erfahrung in Fernsehsatire und unkonventioneller Komödie. Paramount Pictures sollte den Kinovertrieb übernehmen, während Paramount+ als zukünftige Streaming-Plattform des Films genannt wurde. Bereits die ursprüngliche Ankündigung deutete darauf hin, dass das Studio das Projekt als bedeutende Zusammenarbeit von Autoren aus zwei unterschiedlichen kreativen Bereichen betrachtete.
In der ersten offiziellen Beschreibung der Handlung hieß es, der Film folge einem jungen schwarzen Mann, der in einem Museum für lebendige Geschichte als Darsteller einer versklavten Person arbeitet und erfährt, dass die Vorfahren seiner weißen Freundin einst seine eigenen Vorfahren besessen hatten. Diese Beschreibung deutete von Anfang an klar auf einen satirischen Umgang mit der amerikanischen Geschichte der Sklaverei, dem Erbe des Rassismus und dem heutigen Verhältnis zum historischen Gedächtnis hin. Spätere Berichte von The Ankler aus dem September 2026 nennen eine etwas veränderte Version der Prämisse, der zufolge die zentrale Figur mit dem heuchlerischen und rassistischen Bürgermeister einer Stadt im Mittleren Westen der USA aneinandergerät, der von Parker gespielt werden soll. The Ankler berichtet außerdem, dass der Film neue, bislang unveröffentlichte Musik von Lamar enthält. Paramount hat nicht alle diese Einzelheiten öffentlich bestätigt, weshalb sie weiterhin als Informationen aus Branchenquellen und nicht als endgültige offizielle Inhaltsangabe behandelt werden sollten.
Von großen Ankündigungen bis zum Verschwinden aus dem Kalender
Neue Aufmerksamkeit erhielt das Projekt auf der CinemaCon in Las Vegas im April 2024, als der damalige Chef von Paramount Pictures, Brian Robbins, dem Publikum den Produktionsbeginn ankündigte und Chatmans Drehbuch außerordentlich lobte. Laut einem Bericht von The Hollywood Reporter, den Yahoo aufgriff, bezeichnete Robbins es als eines der lustigsten und originellsten Drehbücher, die das Studio gelesen habe, und kündigte die Kinopremiere für den 4. Juli 2025 an. Paramount positionierte das Projekt damals öffentlich als originelle Realfilm-Komödie, und das Studio stellte später klar, dass es das Werk in dieser Phase nicht als Musical bezeichnete. Die Produktion begann anschließend, und Berichte aus dem Jahr 2024 zeigten, dass der Film in Kalifornien gedreht wurde.
Im März 2025 gab Paramount bekannt, dass die Veröffentlichung auf den 20. März 2026 verschoben werde. TheWrap berichtete damals, dass die Terminpläne der wichtigsten kreativen Beteiligten eines der Probleme darstellten: Lamar hatte umfangreiche musikalische Verpflichtungen und eine Tournee, während Parker und Stone gleichzeitig an "South Park" arbeiteten. Diese Erklärung passte zur späteren Aussage der Autoren selbst, dass ihre Fernsehverpflichtungen zur Verzögerung beigetragen hätten. Eine weitere Verschiebung folgte jedoch im November 2025, als Paramount den Film ohne Ersatztermin aus dem Veröffentlichungsplan nahm. Variety zitierte damals eine gemeinsame Mitteilung von Park County und pgLang, wonach der Film erneut verschoben werde und das Team intensiv an seiner Fertigstellung arbeite.
Dieser Schritt verstärkte die Unsicherheit um das Projekt, weil es selbst einen ungefähren Vertriebstermin verlor. In der Filmbranche bedeutet die Entfernung eines Titels aus dem Kalender nicht zwangsläufig eine Absage, insbesondere wenn ein Projekt bereits gedreht wurde oder sich tief in der Postproduktion befindet, doch gewöhnlich zeigt sie, dass das Studio nicht mehr bereit ist, öffentlich einen konkreten Termin zu versprechen. Bei "Whitney Springs" besteht genau darin nun der entscheidende Unterschied: Es gibt klare Aussagen, dass an dem Film gearbeitet wurde und seine Autoren ihn fertigstellen wollen, doch es gibt keine öffentlich bestätigte Information darüber, wann die endgültige Version vorführbereit sein wird. Die Entschuldigung von Parker und Stone dient daher als Bestätigung für den Fortbestand des Projekts, nicht jedoch als neue Vertriebsankündigung.
"Whitney Springs" ist weiterhin ein Arbeitstitel
Auch der Name "Whitney Springs" selbst war jahrelang Gegenstand von Unklarheiten. Paramount veröffentlichte lange keinen offiziellen Titel, und einige Branchenmedien verwendeten Formulierungen wie "die unbetitelte Komödie von Trey Parker, Matt Stone und Kendrick Lamar". Dennoch führt die Marketingdatenbank Marketing Partnerships, in der Paramount Home Entertainment als US-amerikanischer Vermarkter des Projekts genannt wird, den Film unter dem Titel "Whitney Springs". Auf derselben Seite, die zuletzt am 5. Mai 2026 aktualisiert wurde, werden Kendrick Lamar, Dave Free, Trey Parker und Matt Stone als Produzenten sowie Vernon Chatman als Drehbuchautor genannt. Im Feld für den US-Veröffentlichungstermin steht derzeit "TBD", also ein Termin, der noch festgelegt werden muss.
Interessant ist auch die Genrebezeichnung. Obwohl Paramount das Projekt 2024 als originelle Realfilm-Komödie beschrieb und damals klarstellte, dass es nicht als Musical präsentiert werde, nennt die aktuelle Marketingseite die Kategorie "Comedy/Musical". Auch The Ankler und Variety beschreiben den Film im September 2026 als Musikkomödie, und The Ankler berichtet, dass er originale, unveröffentlichte Lieder von Lamar enthält. Das muss nicht bedeuten, dass das Projekt während der Produktion sein Genre vollständig verändert hat; möglicherweise handelt es sich um eine Komödie mit starker musikalischer Ausrichtung, während die Terminologie in den verschiedenen Marketingphasen uneinheitlich war. Solange Paramount keinen endgültigen Trailer, keine Inhaltsangabe und keine offiziellen Produktionsangaben veröffentlicht, bleibt die genaue Genredefinition teilweise offen.
Großes Budget steigert das Interesse der Branche zusätzlich
The Ankler berichtete am 9. September 2026, Paramount habe für das Projekt bereits eine finanzielle Verpflichtung von mehr als 100 Millionen Dollar durch eine Vereinbarung übernommen, die das Medium als "negative pickup" bezeichnet, also ein Modell, bei dem ein Studio den Ankauf und Vertrieb eines fertiggestellten Films zu vorher festgelegten finanziellen Bedingungen im Voraus vereinbart. Dieselbe Quelle betont, dass sich die Schätzungen der Gesamtkosten unter Personen, die mit der Vereinbarung vertraut sind, unterscheiden: Eine Person schätzt sie auf rund 150 Millionen Dollar, während eine andere von einer Spanne zwischen 70 und 80 Millionen Dollar spricht. Da Paramount kein offizielles Budget veröffentlicht hat, sollte keine dieser Zahlen als bestätigter endgültiger Kostenbetrag dargestellt werden.
Falls die Schätzungen einer Investition im neunstelligen Bereich annähernd zutreffen, ist leicht nachvollziehbar, warum die langwierige Postproduktion und der unbestimmte Veröffentlichungstermin in Hollywood Aufmerksamkeit erregen. Ein solches Budget entspricht nicht dem Profil eines kleinen, experimentellen Projekts, das ein Studio unauffällig zurückstellen kann, sondern setzt erhebliche Erwartungen an Vertrieb, Marketing und Kapitalrendite voraus. Gleichzeitig ist das Thema des Films politisch und historisch sensibel, und ein satirischer Umgang mit dem amerikanischen Erbe der Sklaverei erfordert wahrscheinlich eine sorgfältige Balance des Tons. The Ankler schreibt, dass frühere Versionen des Films überarbeitet wurden, doch ohne eine öffentlich verfügbare Endfassung lässt sich nicht unabhängig beurteilen, in welchem Maß kreative Änderungen zur Verzögerung beigetragen haben.
Verpflichtungen rund um "South Park" bleiben ein entscheidender Faktor
Parker und Stone nannten in ihrer Erklärung "South Park" ausdrücklich als einen der Gründe dafür, dass sich der Zeitplan des Films in die Länge gezogen habe. Diese Aussage erhält durch den aktuellen Sendeplan der Serie zusätzlichen Kontext. Laut einer offiziellen Mitteilung von Comedy Central und Paramount wird die 29. Staffel von "South Park" am 16. September 2026 Premiere feiern, nur eine Woche nach ihrer Entschuldigung im Zusammenhang mit dem Film. Neue Episoden sind außerdem für den 30. September, den 14. und 28. Oktober sowie den 11. und 25. November geplant. Parker und Stone bleiben ausführende Produzenten der Serie und ihre wichtigsten kreativen Autoren, während die Produktion für einen außergewöhnlich kurzen Entstehungszyklus der Episoden und schnelle Reaktionen auf aktuelle Ereignisse bekannt ist.
Gerade diese Arbeitsweise von "South Park" ist wichtig, um den Zeitdruck zu verstehen, unter dem der Spielfilm entsteht. Seit ihrer Premiere im Jahr 1997 basiert die Serie auf der Fähigkeit, Ereignisse aus Politik und Populärkultur innerhalb äußerst kurzer Fristen in Episoden umzusetzen. Ein Realfilmprojekt mit großem Budget, Musik, Schauspielern, Drehorten und umfangreicher Postproduktion funktioniert völlig anders und lässt sich nur schwer an den Rhythmus einer wöchentlichen animierten Satire anpassen. Die neue Erklärung von Parker und Stone erkennt im Grunde erstmals öffentlich an, dass diese beiden Produktionswelten nicht ohne Folgen für den Filmzeitplan miteinander vereinbart werden konnten.
Kendrick Lamar ist im Projekt nicht nur ein musikalischer Name
Obwohl Lamar international vor allem als Musiker bekannt ist, bestand seine offizielle Rolle bei diesem Projekt von Beginn an in der eines Produzenten. Gemeinsam mit Dave Free entwickelt er den Film über pgLang, das Unternehmen, das sie 2020 gründeten und das an der Schnittstelle von Musik, Film, Design und anderen kreativen Formaten tätig ist. Pitchfork berichtete bereits 2022, dass es sich um die erste Zusammenarbeit dieser Autorengruppe an einem abendfüllenden Spielfilm handelt. Laut dem aktuellen Bericht von The Ankler hat Lamar für den Film außerdem Originalmusik aufgenommen, die bislang nicht veröffentlicht wurde, was das Publikumsinteresse über den klassischen Filmmarkt hinaus zusätzlich steigert.
Für Paramount bleibt das Projekt ohne Termin, aber nicht ohne Status
Die wichtigste Tatsache für das Publikum am 11. September 2026 ist, dass der Film keinen bestätigten Premierentermin hat. Marketing Partnerships unter Paramount Home Entertainment führt ihn ausdrücklich mit dem Vermerk "TBD", und die jüngsten öffentlichen Erklärungen von Parker und Stone nennen keinen neuen Termin. Variety berichtete nach ihrer Entschuldigung außerdem, dass Vertreter von Paramount zunächst keinen weiteren Kommentar abgegeben hätten. Das bedeutet, dass derzeit nicht zuverlässig behauptet werden kann, ob der Film 2027, später oder über ein verändertes Vertriebsmodell in die Kinos kommen wird.
Dennoch unterscheiden die verfügbaren Informationen diesen Fall vom vollständigen Verschwinden eines Projekts. Der Film verfügt über ein Drehbuch, Produzenten, eine mehrjährige Produktionsgeschichte, offiziell beteiligte Unternehmen und eine dokumentierte Marketingpräsenz, und Parker und Stone erklären nun offen, dass sie weiterhin an ihn glauben. Mit ihrer Entschuldigung versuchen sie zudem nicht, die Verantwortung auf das Studio oder pgLang abzuwälzen, sondern räumen ausdrücklich ein, dass Verpflichtungen und Umstände auf ihrer Seite die Verzögerung verursacht haben. Für ein Projekt, das seit Jahren von einer Reihe von Terminverschiebungen begleitet wird, ist dies bislang das konkreteste öffentliche Signal dafür, dass das Kreativteam weiter auf eine Fertigstellung hinarbeiten will, auch wenn es noch nicht bereit ist zu sagen, wann das Publikum den Film tatsächlich sehen kann.
Die weitere Entwicklung wird vor allem von der Fertigstellung des Films und einer neuen Vertriebsentscheidung von Paramount abhängen. Angesichts der von Branchenquellen genannten Investitionshöhe, der Beteiligung eines der bedeutendsten zeitgenössischen Musiker und des Rufs von Parker und Stone als Autoren provokativer Satire bleibt "Whitney Springs" ein ungewöhnlich hochkarätiger Titel ohne Veröffentlichungstermin. Vorerst besteht die einzige gesicherte Neuigkeit darin, dass das Projekt nicht für tot erklärt wurde: Seine wichtigsten Autoren haben sich öffentlich für die Verzögerung entschuldigt, die Verantwortung übernommen und erklärt, dass sie es weiterhin fertigstellen wollen.
Quellen:
- The Ankler - Bericht vom 9. September 2026 über den Status des Projekts, die Erklärung von Parker und Stone, den Arbeitstitel, die Handlung, die Musik und Budgetschätzungen (Link)
- Variety - Bericht vom 10. September 2026 über die Entschuldigung von Parker und Stone sowie die Bestätigung, dass sie das Projekt weiterhin als aktiv betrachten (Link)
- Variety - Bericht vom November 2025 über die Entfernung des Films aus Paramounts Kalender und die Erklärung von Park County und pgLang, dass sie an der Fertigstellung des Projekts arbeiten (Link)
- TheWrap - Bericht vom März 2025 über die Verschiebung der Premiere auf den 20. März 2026 und die Produktionsverpflichtungen der wichtigsten Autoren (Link)
- Pitchfork - ursprüngliche Projektankündigung vom Januar 2022, Produzenten, Drehbuchautor, grundlegende Inhaltsangabe und Paramounts Vertriebsplan (Link)
- Marketing Partnerships / Paramount Home Entertainment - aktueller Eintrag für "Whitney Springs", Status des Veröffentlichungstermins, Genre und Liste der Produzenten (Link)
- Paramount Press Express - offizielle Ankündigung der 29. Staffel von "South Park" und Zeitplan der neuen Episoden im Jahr 2026 (Link)