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MT Melsungen gewinnt EHF European League nach Finaldrama gegen THW Kiel in Hamburg

MT Melsungen gewann die EHF European League Men 2025/26 mit 24:23 gegen THW Kiel im Finale von Hamburg. Eine dramatische Schlussphase, der entscheidende Treffer von David Mandić und starke Paraden von Nebojša Simić brachten den ersten Europapokal der Klubgeschichte

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MT Melsungen gewinnt EHF European League nach Finaldrama gegen THW Kiel in Hamburg Karlobag.eu / Illustration

MT Melsungen bezwang den THW Kiel und gewann die erste europäische Trophäe in der Vereinsgeschichte

MT Melsungen gewann die EHF European League Men 2025/26 nach einem dramatischen 24:23-Sieg gegen den THW Kiel im Finale der Winamax EHF Finals 2026, das am Sonntag, dem 31. Mai 2026, in der Barclays Arena in Hamburg ausgetragen wurde. In einem rein deutschen Finale entschieden Abwehrreihen, Torhüter und die letzten Angriffe über den Ausgang, und die Mannschaft von Trainer Roberto Parrondo erzielte den größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Dem offiziellen Bericht der Europäischen Handballföderation zufolge ist dies die erste Trophäe von MT Melsungen überhaupt, nicht nur auf internationaler Bühne, sondern auch im Sinne eines Wettbewerbs bei den Senioren. Die EHF beschrieb den Sieg als Höhepunkt eines Wochenendes, an dem Melsungen zunächst den Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt ausschaltete und anschließend im Finale einen der erfolgreichsten deutschen Vereine besiegte.

Das Finale endete mit 24:23 für MT Melsungen, nachdem es zur Halbzeit 13:12 für die Mannschaft aus Nordhessen gestanden hatte. Der THW Kiel hatte in der Anfangsphase einen leichten Vorteil und führte in der 12. Minute mit 6:4, und laut offizieller EHF-Beschreibung lag Kiel letztmals beim 10:9 in der 20. Minute vorn. Danach drehte Melsungen den Rhythmus der Begegnung, stützte sich auf eine starke Abwehr und auf Torhüter Nebojša Simić, der dem Spiel bereits im ersten Abschnitt eine andere Richtung gegeben hatte. Kiel kam mehrfach aus Rückständen zurück, glich auch in der Schlussphase aus, konnte aber in einem Zeitraum, in dem jeder Fehler das Gewicht des Gewinns oder Verlusts des europäischen Titels hatte, nicht die Führung übernehmen.

Mandićs Tor und Simićs Paraden entschieden die Schlussphase

Dem EHF-Bericht zufolge war die Schlussphase besonders dramatisch, weil Kiel 55 Sekunden vor dem Ende durch Lukas Laube zum 23:23 ausglich. Melsungen fand im nächsten Angriff über David Mandić die Lösung, dessen Treffer zum 24:23 das letzte Tor der Partie blieb. Der THW Kiel hatte noch eine Gelegenheit, doch der direkte Freiwurf von Eric Johansson landete im Block von Melsungen. Damit wurde der Sieg bestätigt, der in der Hamburger Halle sofort großen Jubel bei Spielern und Fans auslöste.

Einer der Schlüsselmomente ereignete sich zwei Minuten vor dem Ende, als Nebojša Simić beim Stand von 23:22 für Melsungen einen Siebenmeter von Lukas Zerbe parierte. WELT, unter Berufung auf dpa, nennt genau dieses Detail als Wendepunkt der Schlussphase, während der offizielle EHF-Bericht hervorhebt, dass Simić im selben Zeitraum zunächst zwei aufeinanderfolgende Versuche stoppte und anschließend auch den Siebenmeter parierte. Die EHF gab bekannt, dass der Torhüter von Melsungen im Finale 11 Paraden verzeichnete, während er im gesamten Finalturnier 27 Paraden sammelte und zum wertvollsten Spieler der Winamax EHF Finals 2026 gewählt wurde. In einem Spiel mit wenigen Toren war dieser Unterschied entscheidend, denn jeder gehaltene Angriff veränderte das psychologische Gleichgewicht.

Auf der anderen Seite hatte auch Kiel Unterstützung im Tor. Die EHF führt an, dass Andreas Wolff nach 20 Minuten durch Gonzalo Perez de Vargas ersetzt wurde, der den THW nach der Pause mit einer Serie von Paraden im Spiel hielt. Dennoch reichte auch seine Leistung nicht aus, damit Kiel das Finale drehen konnte. Die Angriffe beider Mannschaften trafen auf außergewöhnlich aggressive und disziplinierte Abwehrreihen, sodass in den ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit jede Seite nur jeweils vier Tore erzielte. Ein solcher Rhythmus kam Melsungen stärker entgegen, das auch unter Druck die minimale Führung halten konnte.

Kristopans und Zerbe am treffsichersten, doch die Mannschaftsstruktur entschied

Die offiziellen EHF-Daten zum Finale führen an, dass Lukas Zerbe mit fünf Treffern der beste Torschütze des THW Kiel war, während Dainis Kristopans mit vier Treffern bei MT Melsungen am erfolgreichsten war. Dieselbe Angabe veröffentlichte auch WELT im Bericht nach dem Finale. Allerdings war die Partie nicht von großen individuellen Zahlen geprägt, sondern von kollektiver Disziplin, Abwehr und Fehlerkontrolle. Melsungen baute nach dem anfänglichen Rückstand geduldig seine Angriffe auf, während Kiel im weiteren Verlauf mehrfach ins Risiko gehen musste, um einen Durchbruch durch die Abwehrmauer zu finden.

Die EHF hob in der Analyse des Finales besonders den taktischen Ansatz von Roberto Parrondo hervor, der Melsungen auf die Abwehr als grundlegende Waffe ausrichtete. Dieser Ansatz erwies sich schon am Vortag im Halbfinale gegen die SG Flensburg-Handewitt als erfolgreich, kam gegen Kiel aber voll zur Geltung. In einem Spiel, in dem es keine großen Torserien gab, erhielten jeder Ballgewinn, jeder Block und jede Parade den Wert eines Treffers. Deshalb brach Melsungen weder auseinander, als Kiel in der 55. Minute zum 21:21 ausglich, noch als Laube in der letzten Minute zum 23:23 traf.

Für den THW Kiel ist die Niederlage zusätzlich schmerzhaft, weil es sich um einen Verein handelt, der an Trophäen gewöhnt ist, doch die Saison 2025/26 endete für die Mannschaft von Filip Jicha ohne europäischen Jubel. WELT schreibt, dass Kiel danach in einer Saison ohne Titel blieb, die als nach Vereinsmaßstäben erfolglos beschrieben wurde. Der deutsche Nationalspieler Lukas Zerbe sagte nach der Begegnung laut demselben Bericht, die Niederlage sei äußerst bitter, der Mannschaft könne er aber nichts vorwerfen, weil sie bis zur 60. Minute gekämpft habe. Jicha betonte in den EHF-Aussagen nach dem Finale, dass beide Mannschaften außerordentlich kämpferisch gespielt hätten und dass Handball manchmal grausam sei, weil es in einem solchen Spiel nicht zwei Sieger geben könne.

Hamburg richtete erneut die Endrunde des zweiten europäischen Wettbewerbs aus

Die Winamax EHF Finals 2026 wurden am 30. und 31. Mai in Hamburg ausgetragen, und nach Angaben der Internationalen Handballföderation handelt es sich um die Abschlussveranstaltung der EHF European League Men, des zweithöchsten europäischen Vereinswettbewerbs. Die IHF gab vor dem Turnier an, dass die Teilnehmer MT Melsungen, Montpellier Handball, SG Flensburg-Handewitt und THW Kiel waren. Die Halbfinalspiele wurden am 30. Mai ausgetragen, das Spiel um Platz drei und das Finale am 31. Mai, und die abschließende Begegnung begann um 18 Uhr mitteleuropäischer Zeit. WELT berichtete, dass das Finale in der Barclays Arena von 12.200 Zuschauern verfolgt wurde.

Hamburg war damit erneut das Zentrum der Endrunde eines Wettbewerbs, in dem deutsche Vereine eine außergewöhnlich starke Kontinuität aufweisen. WELT erinnerte in der Turniervorschau daran, dass die Endrunde 2026 dieselben Halbfinalpaarungen brachte wie im Jahr zuvor: Flensburg gegen Melsungen sowie Kiel gegen Montpellier. Der Unterschied lag im Ausgang. Im Jahr 2025 verlor Melsungen gegen Flensburg nach Verlängerung und wurde Vierter, während es 2026 zunächst mit einem 37:30-Sieg Revanche gegen Flensburg nahm und anschließend Kiel im Finale bezwang.

Der Halbfinalsieg gegen den Titelverteidiger war ein wichtiger psychologischer Schritt. Dem EHF-Bericht zu dieser Begegnung zufolge erreichte Melsungen gegen Flensburg das erste internationale Finale der Vereinsgeschichte, mit besonders wichtigen Rollen von Kristopans und Simić. WELT schreibt, dass Kristopans in diesem Halbfinale neun Tore erzielte, während Simon Pytlick mit acht Treffern der Beste bei Flensburg war. Melsungen hatte damals bereits gezeigt, dass es das Finalturnier nicht als Gelegenheit für eine Überraschung betrachtete, sondern als Wettbewerb, in dem es Spiele gegen die stärksten Gegner kontrollieren konnte.

Erste Trophäe und möglicher Weg in die Champions League

Das größte sportliche Gewicht des Finales liegt nicht nur im Ergebnis von 24:23, sondern in der Tatsache, dass MT Melsungen zum ersten Mal eine Trophäe in die Höhe stemmte. Die EHF betonte, dass es sich um den ersten nationalen oder internationalen Titel in der Vereinsgeschichte handelt. Für eine Mannschaft, die in den vorangegangenen Saisons häufig in der Spitzengruppe präsent war, aber ohne endgültige Bestätigung durch einen großen Pokal blieb, stellt der Sieg in Hamburg einen Wendepunkt dar. Aus Vereinssicht ist es ein Ergebnis, das die Wahrnehmung von Melsungen im deutschen und europäischen Handball verändert, weil es gegen den THW Kiel erzielt wurde, einen Verein mit großer Tradition und klarer Siegeridentität.

Neben dem Titel hob die EHF auch eine mögliche zusätzliche Belohnung hervor: Melsungen könnte in der nächsten Saison in der EHF Champions League spielen, wenn die Füchse Berlin das TruckScout24 EHF FINAL4 2026 nicht gewinnen. Auch WELT führte an, dass der Triumph in der European League Melsungen den Weg in den europäischen Elitewettbewerb öffnen kann. Diese Möglichkeit gibt dem Finale einen zusätzlichen wettbewerblichen Kontext, auch wenn der europäische Titel selbst bereits einen historischen Erfolg darstellt. Im Handball, besonders in der deutschen Bundesliga, hängt die Platzierung an der Spitze oft von sehr kleinen Unterschieden ab, sodass eine europäische Trophäe sowohl den sportlichen Status als auch die Attraktivität des Vereins in künftigen Spielzeiten beeinflussen kann.

Für Kiel bedeutet die Niederlage dagegen eine verpasste Gelegenheit, die Saison mit einem europäischen Titel zu retten. WELT schreibt, dass der THW nach der Niederlage auch über den eigenen europäischen Status in der nächsten Saison nachdenken müsse, während die EHF in den Aussagen nach der Begegnung Jichas Einschätzung übermittelte, dass die Mannschaft trotz großen Kampfes leer und traurig zurückgeblieben sei. Kiel erreichte das Finale durch einen 29:28-Sieg gegen Montpellier im Halbfinale, in einer Begegnung, in der laut WELT die Schlussphase und eine starke Torhüterleistung von Andreas Wolff entscheidend waren. Doch im Finale gegen Melsungen gingen die Schlüsseldetails auf die andere Seite.

Flensburg wurde Dritter, Montpellier blieb ohne Medaille

Der Abschlusstag in Hamburg brachte nicht nur das Finale. Im Spiel um Platz drei besiegte die SG Flensburg-Handewitt Montpellier Handball mit 32:30, nachdem es zur Halbzeit 16:16 gestanden hatte. WELT schreibt, dass Flensburg den Spielplan früh ändern musste, weil Niclas Kirkelokke bereits in der sechsten Minute nach einem Foul an Valentin Porte die Rote Karte erhielt. Trotzdem gelang es der deutschen Mannschaft im weiteren Verlauf, die Kontrolle zu übernehmen und Bronze zu sichern.

Dieses Ergebnis rundete ein Turnier ab, in dem drei der vier Teilnehmer deutsche Vereine waren, und auch die europäische Trophäe blieb erneut in Deutschland. Dennoch gehörte die Geschichte des Finalwochenendes Melsungen. Der Verein, der ein Jahr zuvor in Hamburg ohne Finale geblieben war, besiegte nun in derselben Halle sowohl den Titelverteidiger als auch den THW Kiel. Sportlich gesehen ist das eine seltene Wende innerhalb nur einer Saison, und historisch gesehen ein Moment, der in Melsungen als erster großer Titel in Erinnerung bleiben wird.

Der Jubel nach dem Schlusspfiff zeigte, wie viel die Trophäe den Spielern und Fans bedeutete. WELT beschreibt, wie die Spieler auf dem Feld der Barclays Arena tanzten, während der Fanblock den größten Erfolg der Vereinsgeschichte feierte. Die EHF wiederum hob hervor, dass die Goldmedaillen und der Pokal von den Mitgliedern des EHF-Exekutivkomitees Stefan Lovgren und Božidar Đurković an Melsungen überreicht wurden. In einem Spiel, in dem die Abwehrreihen stärker waren als die Angriffe und der Unterschied auf ein Tor zusammenschrumpfte, fand Melsungen genügend Ruhe für den letzten Wurf und genügend Stärke für die letzte Abwehraktion.

Quellen:
- EHF Home of Handball – offizieller Bericht über das Finale, das Ergebnis von 24:23, die erste Trophäe von MT Melsungen, die Rolle von Nebojša Simić und die Schlussphase der Partie (Link)
- EHF European League – offizielle Spielseite THW Kiel - MT Melsungen mit dem Finalergebnis und Daten zum Wettbewerb (Link)
- EHF Home of Handball – Bericht über das Halbfinale MT Melsungen - SG Flensburg-Handewitt und den Einzug Melsungens in sein erstes internationales Finale (Link)
- WELT/dpa – Bericht aus Hamburg über das Finale, die Zuschauer, den Verlauf der Schlussphase und das Spiel um Platz drei (Link)
- Internationale Handballföderation – Vorschau und Grunddaten zu den EHF Finals Men 2026, Teilnehmern, Spielplan und dem Status der EHF European League als zweitem europäischen Vereinswettbewerb (Link)

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Schlagwörter MT Melsungen THW Kiel EHF European League Handball Finale in Hamburg Nebojša Simić David Mandić Winamax EHF Finals
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