Global Tourism Resilience Day: Anerkennung für Edmund Bartlett und Fokus auf die Widerstandsfähigkeit des Tourismus vor der ITB in Berlin
Der Tourismus gehört zu den sensibelsten Wirtschaftssektoren: Schon wenige Tage politischer Instabilität, eine neue Gesundheitsbedrohung, ein extremes Wetterereignis oder eine Unterbrechung des Flugverkehrs reichen aus, damit Reisen sich verlangsamen und die Einnahmen von Destinationen abrupt sinken. Genau deshalb haben die Vereinten Nationen den 17. Februar zum Global Tourism Resilience Day erklärt – einem Tag, der der Stärkung der Fähigkeit des Tourismus gewidmet ist, Schocks zu überstehen und sich schneller zu erholen, bei gleichzeitiger Förderung nachhaltiger Entwicklung sowie der Zusammenarbeit von öffentlichem und privatem Sektor.
Die diesjährige Würdigung erhielt einen starken symbolischen Rahmen durch die Auszeichnung, die in Nairobi dem jamaikanischen Tourismusminister Edmund Bartlett verliehen wurde. Laut Mitteilung der Organisatoren erhielt Bartlett den Global Tourism Resilience Lifetime Achievement Award, einen Preis für das Lebenswerk, der für den langjährigen Beitrag zur Entwicklung des Konzepts der „Widerstandsfähigkeit des Tourismus“ und dessen praktischer Anwendung vergeben wird. Wenige Wochen nach der Zeremonie in Kenia soll Bartlett zudem Ehrengast eines Dinner- und Networking-Events in Berlin sein, das im Vorfeld der größten Tourismusmesse der Welt, der ITB, vom World Tourism Network und eTurboNews organisiert wird.
Warum der Global Tourism Resilience Day wichtig ist und was die UN genau vermittelt
Die Vereinten Nationen betonen in ihrer Erläuterung, dass der Tourismus Krisen außergewöhnlich stark ausgesetzt ist – von Naturkatastrophen und Klimaextremen bis hin zu Pandemien und wirtschaftlichen Störungen. Die Idee des Tourism Resilience Day ist einfach: Staaten und Branche sollten im Voraus Mechanismen aufbauen, mit denen Risiken besser gemanagt, Verkehr und Einnahmen nach einem Schock schneller stabilisiert und vielfältigere sowie nachhaltigere Tourismusprodukte entwickelt werden.
Die UN-Resolution, mit der der 17. Februar als Global Tourism Resilience Day festgelegt wurde, wurde am 6. Februar 2023 angenommen und hebt die Notwendigkeit hervor, dass Mitgliedstaaten nationale Strategien zur Erholung nach Unterbrechungen entwickeln und zugleich die öffentlich-private Zusammenarbeit stärken. In der Praxis bedeutet das auch eine bessere Vorbereitung von Destinationen: von Krisenkommunikation und Sicherheitsstandards bis hin zu digitalen Lösungen, die eine schnellere Rückkehr der Nachfrage ermöglichen, sowie die Anpassung des touristischen Angebots an neue Umstände.
Nairobi 2026: Konferenz und Preisverleihung im Zentrum der afrikanischen Tourismusszene
Die diesjährige Konferenz zur Widerstandsfähigkeit des Tourismus findet in Nairobi im Zeitraum 16.–18. Februar 2026 im Kenyatta International Convention Centre (KICC) statt, und die Gastgeberrolle Kenias unterstreicht zusätzlich das wachsende Interesse afrikanischer Destinationen an Krisenmanagement, Diversifizierung und nachhaltigem Wachstum. Laut mehreren Berichten internationaler Tourismusmedien bringt das Treffen Regierungsvertreter, Branchenakteure, Sicherheitsexperten, Fachleute für Klimapolitik und Entwicklung sowie Organisationen zusammen, die Standards für einen „widerstandsfähigeren“ Tourismus erarbeiten.
Bei dieser Veranstaltung erhielt Edmund Bartlett nach Angaben der Organisatoren eine Auszeichnung für sein Lebenswerk im Bereich der touristischen Resilienz. In den Begründungen wird seine Rolle bei der Popularisierung des Resilienzkonzepts als öffentliche Politik – nicht nur als Kommunikationsslogan – sowie bei der Förderung internationaler Vernetzung von Destinationen und Institutionen hervorgehoben, die an Prävention und Erholung von Krisensituationen arbeiten.
Edmund Bartlett und die Institutionalisierung der „Widerstandsfähigkeit des Tourismus“
Bartlett wird in den letzten Jahren häufig als einer der bekanntesten Namen in der globalen Debatte über die Widerstandsfähigkeit des Tourismus genannt, vor allem durch Initiativen, die staatliche Politik, Wissenschaft und Branche verbinden. Laut offiziellen Informationen des Global Tourism Resilience and Crisis Management Centre (GTRCMC) wurde das Zentrum 2018 gegründet und arbeitet als internationaler Think Tank mit Sitz auf Jamaika, mit Büros und Partnern in mehreren Regionen, darunter Afrika, Kanada und der Nahen Osten.
Das GTRCMC erklärt, die zentrale Mission des Zentrums bestehe darin, Tourismusakteuren zu helfen, sich auf Krisen vorzubereiten, sie zu managen und sich schneller zu erholen – mit einer Reihe von Leistungen und Arbeitsfeldern von Klimaresilienz bis zu Sicherheits- und digitalen Herausforderungen. Parallel dazu zeigen Dokumente und Mitteilungen von UN-Gremien auch die politische Dimension des Prozesses: Jamaika gehörte zu den wichtigsten Befürwortern der Resolution, mit der der Tourism Resilience Day in den UN-Kalender aufgenommen wurde, und Bartlett stellte den Resolutionsentwurf in der Generalversammlung vor.
Berlin vor der ITB: Dinner des World Tourism Network als politisch-wirtschaftliches Signal
Während in Nairobi Resilienz aus der Perspektive von Krisenmanagement und Transformation diskutiert wird, wird Berlin Anfang März traditionell zum Zentrum des globalen Tourismusgeschäfts. Nach Angaben der Organisatoren findet die ITB Berlin 2026 vom 3. bis 5. März statt, und besonderes Gewicht erhält die Messe dadurch, dass sie ihr 60-jähriges Jubiläum feiert.
In diesem Kontext kündigte das World Tourism Network seinen ersten offiziellen ITB Networking Dinner-Abend in Berlin am 2. März 2026 an, einen Tag vor der Eröffnung der Messe, mit Bartlett als Ehrengast. Laut Veröffentlichungen von WTN und eTurboNews ist das Ziel des Dinners, einen Teil der globalen Branche in einem informelleren Format zu vernetzen, zugleich aber auch die Themen hervorzuheben, die die Messe dominieren werden: Risikomanagement, Zusammenarbeit zwischen Destinationen, Investitionen in Resilienz sowie Politik des nachhaltigen Wachstums.
In der Branche selbst sind solche Veranstaltungen nicht nur protokollarisch. Networking im Vorfeld der ITB dient oft als Plattform, auf der bilaterale Initiativen vereinbart, Partnerschaften zwischen Destinationen und Reiseveranstaltern geschlossen sowie Informationen über Sicherheits- und Markttrends ausgetauscht werden. Die Wahl Bartletts als zentrale Person des Abends – nach der Auszeichnung in Nairobi – wird auch als Bestätigung interpretiert, dass die „Widerstandsfähigkeit des Tourismus“ zu einem der Hauptthemen der globalen Tourismuspolitik wird und nicht nur ein Fachbegriff bleibt.
Was „Widerstandsfähigkeit des Tourismus“ in der Praxis bedeutet: von Klimarisiken bis digitale Sicherheit
Im weitesten Sinne bedeutet touristische Resilienz die Fähigkeit einer Destination und der Branche, in einer Krise weiter zu funktionieren, Schäden zu begrenzen und sich mit möglichst wenigen langfristigen Folgen zu erholen. Die UN betont in ihren Materialien die Bedeutung von Planung und Diversifizierung, und Fachinstitutionen wie das GTRCMC konkretisieren dies mit Werkzeugen: Krisenprotokolle, Trainings, Kommunikationsstandards, Datenerhebung und -analyse sowie Szenarioplanung.
Besonders hervorgehoben werden Klimarisiken. Touristische Destinationen erleben immer häufiger extreme Wetterereignisse, und die Folgen sind vielfältig: Schäden an Infrastruktur, Unterbrechung von Leistungen, Veränderungen der Saisonalität und steigende Versicherungskosten. Resilienz in diesem Segment bedeutet Investitionen in sicherere Infrastruktur, bessere Frühwarnsysteme sowie die Entwicklung von Produkten, die nicht ausschließlich an eine Saison oder einen Attraktionstyp gebunden sind.
Eine zweite Resilienzebene betrifft Sicherheit und digitale Risiken. Nach der Pandemie hat sich die Digitalisierung des Reisens beschleunigt – von Buchungen bis Identitätsprüfungen – und bringt neue Verwundbarkeiten mit sich. In diesem Bereich wird zunehmend über Cybersicherheit im Tourismus, Schutz von Reisedaten und Business Continuity bei IT-Ausfällen gesprochen. Das GTRCMC nennt unter seinen thematischen Schwerpunkten auch Sicherheits-, Cyber- und digitale Resilienz.
Die dritte Ebene ist sozioökonomisch: Destinationen, die von einer einzigen Einnahmequelle und einer einzigen Marktnische abhängen, sind anfälliger für Schocks. Die UN-Botschaft zur Diversifizierung zielt direkt auf solche Situationen, indem sie die Entwicklung verschiedener Produkte und Märkte fördert, mit stärkerer Einbindung lokaler Gemeinschaften und kleiner Unternehmer, damit Risiken verteilt und die Widerstandsfähigkeit der lokalen Wirtschaft erhöht wird.
Jamaika, Kenia und die breitere Geopolitik des Tourismus
In der Geschichte der Tourismusresilienz wird auch eine breitere Geopolitik sichtbar. Jamaika, ein Inselstaat, dessen Haushalt stark an Reisen gekoppelt ist, versucht, Resilienz als globalen Standard und als Thema zu setzen, das regionale Rahmen übersteigt. Kenia erhält als Gastgeber der Konferenz in Nairobi die Chance, sich als regionaler Hub für Gespräche über Krisenmanagement, Nachhaltigkeit und die Entwicklung touristischer Angebote zu profilieren.
Nach Informationen des GTRCMC in Ostafrika wurde ein regionales Zentrum innerhalb des GTRCMC-Netzwerks im November 2019 an der Kenyatta University gegründet, was zusätzlich erklärt, warum ein Teil der Aktivitäten und Veranstaltungen gerade nach Nairobi verlagert wird. Solche Institutionen versuchen, politische Entscheidungen mit operativen Lösungen zu verknüpfen: wie Destinationen reagieren sollen, wenn ein „Schwarzer Schwan“ eintritt, und wie man sich vorbereitet, damit die Auswirkungen solcher Ereignisse gemildert werden.
Was bei der ITB Berlin 2026 erwartet wird und wo das Resilienzthema hineinpasst
Die ITB Berlin versammelt traditionell Tausende Aussteller und Fachleute und ist der Ort, an dem nationale Tourismusorganisationen, Hotelgruppen, Technologieunternehmen und Investoren zusammenkommen. Der Messeveranstalter erklärt, dass die Struktur der ITB auch nach Marktsegmenten gegliedert ist, darunter Reistechnologie, Geschäftsreisen und andere Nischen, die in den letzten Jahren besonders mit den Themen Risikomanagement und Nachhaltigkeit verbunden waren.
Zum 60-jährigen Jubiläum der Messe wird zusätzlich ein gesteigertes Interesse an strategischen Themen erwartet: wie sich der Sektor an den Klimawandel anpasst, wie Destinationen steigende Sicherheitsanforderungen managen und wie Erfolg gemessen wird, wenn zunehmend über Nachhaltigkeit, Tragfähigkeitsgrenzen und Verantwortung gegenüber lokalen Gemeinschaften gesprochen wird. In diesem Bild wird die „Widerstandsfähigkeit des Tourismus“ zum gemeinsamen Nenner: Es geht um die Fähigkeit, Wachstum nicht auf Fragilität aufzubauen, sondern auf Systemen, die Stöße aushalten können.
Bartletts Auftritt in Berlin – nach der Auszeichnung in Nairobi – passt in diesen Trend. Seine Botschaft über die Notwendigkeit von Zusammenarbeit, Vorbereitung und nachhaltigem Wachstum, in Aussagen, die die Organisatoren weitergeben, dient als Erinnerung daran, dass Tourismus nicht nur ein Markt ist, sondern auch öffentliche Politik, die Sicherheit, Infrastruktur, Arbeit, Umwelt und internationale Beziehungen berührt.
Quellen:- Vereinte Nationen – offizielle Beschreibung des Global Tourism Resilience Day und der Resolution A/RES/77/269 (link)- ITB Berlin – offizielle Termine und Informationen zur ITB Berlin 2026 (3.–5. März 2026) (link)- World Tourism Network – Ankündigung des ITB Networking Dinner in Berlin am 2. März 2026 (link)- eTurboNews – Ankündigung, dass Edmund Bartlett Ehrengast des WTN/eTurboNews-Dinners in Berlin ist, sowie Information zur Auszeichnung in Nairobi (link)- Breaking Travel News – Information zur Durchführung der 4. Global Tourism Resilience Day Conference & Expo in Nairobi (KICC, 16.–18. Februar 2026) (link)- Jamaica Information Service / Our Today – Details zur Konferenz in Nairobi und zum thematischen Rahmen der Veranstaltung (link)- GTRCMC – offizielle Informationen zur Gründung und Mission des Global Tourism Resilience and Crisis Management Centre (gegründet 2018) (link)
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Erstellungszeitpunkt: 2 Stunden zuvor