Eine Ausstellung über Heidi kommt in die NSK: wie ein Mädchen aus den Alpen zu einem globalen Kultursymbol wurde
Die National- und Universitätsbibliothek in Zagreb eröffnet am Donnerstag, dem 2. April 2026, um 12 Uhr die internationale Ausstellung
„Heidi: von der literarischen Heldin zur Weltikone“, ein Projekt, das in Zusammenarbeit mit der schweizerischen Heidiseum-Stiftung entstanden ist. Die Ausstellung wird im Foyer der NSK aufgebaut und ist für Besucherinnen und Besucher bis zum 17. April 2026 geöffnet, wodurch Zagreb Anfang April zu einem der Orte wird, an denen Leben und Vermächtnis einer der bekanntesten Heldinnen der Kinderliteratur erneut reflektiert werden. Es geht um eine Figur, die im Laufe von beinahe eineinhalb Jahrhunderten die Grenzen des literarischen Textes überschritten hat und Teil eines breiteren kulturellen Gedächtnisses geworden ist, präsent in Büchern, Illustrationen, Theater, Film, Comics und zeitgenössischen medialen Interpretationen. Gerade diese Mehrschichtigkeit und die Fähigkeit, das Interesse immer wieder neu zu beleben, sind der Grund, weshalb die Geschichte von Heidi heute nicht nur als Erinnerung an die Kindheit betrachtet wird, sondern auch als wichtiges Beispiel eines globalen kulturellen Phänomens. In diesem Sinne stellt die Zagreber Ausstellung nicht nur einen Überblick über das literarische Erbe dar, sondern auch eine Geschichte darüber, wie ein im 19. Jahrhundert entstandenes Werk weiterhin den Weg zu neuen Lesergenerationen findet.
Die Eröffnung der Ausstellung findet symbolisch am
2. April, dem Internationalen Kinderbuchtag, statt, der weltweit am Geburtstag von Hans Christian Andersen begangen wird. Diese Tatsache verleiht dem gesamten Programm zusätzliches Gewicht, denn die Ausstellung in Zagreb kommt nicht nur als eigenständiges kulturelles Ereignis, sondern auch als Teil eines breiteren internationalen Rahmens, der dem Lesen, der Kinderliteratur und dem Verhältnis der Gesellschaft zum Buch gewidmet ist. In einer Zeit, in der sich Lesegewohnheiten rasant verändern und klassische Werke immer häufiger in einen Dialog mit digitalen Formaten und neuen visuellen Kulturen treten, zeigt die Geschichte von Heidi, wie stark und dauerhaft eine literarische Figur sein kann, wenn sie universelle Themen in sich trägt. Naturverbundenheit, emotionale Widerstandskraft, kindliche Empathie, Einfachheit und Hoffnung sind Motive, die seit Jahrzehnten von Kultur zu Kultur weitergegeben werden. Deshalb richtet sich diese Ausstellung nicht nur an Literaturkenner oder Fachleute für Kulturerbe, sondern auch an ein breites Publikum, das in Heidi eine jener seltenen Figuren erkennt, denen es gelingt, unabhängig von der Zeit ihrer Entstehung modern zu bleiben.
Vom Roman des 19. Jahrhunderts zum Weltklassiker, der in Dutzende Sprachen übersetzt wurde
Der Roman
Heidi der Schweizer Schriftstellerin Johanna Spyri wurde erstmals 1880 veröffentlicht und bewahrt seit mehr als einem Jahrhundert den Status eines der bekanntesten Werke der Kinderliteratur weltweit. Nach Angaben der NSK wurde das Buch in mehr als 70 Sprachen übersetzt, was genug über seine außergewöhnliche internationale Reichweite sagt. Im Kern der Geschichte steht ein Mädchen aus den Schweizer Alpen, doch gerade dieser lokale, schlichte und emotional überzeugende Ausgangspunkt ermöglichte es dem Werk, über seinen eigenen geografischen und historischen Rahmen hinauszuwachsen. In der weltweiten Rezeption wurde Heidi nach und nach zum Symbol der Kindheit, der Verbundenheit des Menschen mit der Natur und des Glaubens an die Möglichkeit moralischer und persönlicher Erneuerung. Solche Motive blieben nicht nur an den literarischen Text gebunden, sondern flossen im Laufe der Jahrzehnte in andere künstlerische und populäre Formen über – von illustrierten Ausgaben bis zu Verfilmungen, die das Publikum zusätzlich erweiterten.
Die Ausstellung in Zagreb baut ihre grundlegende narrative Achse genau darauf auf. Anstatt bei bibliografischen Angaben oder bei einer sentimentalen Erinnerung an die bekannte Geschichte stehen zu bleiben, verfolgt sie den Weg einer literarischen Figur durch verschiedene Epochen, Lesegewohnheiten und mediale Transformationen. Dadurch tritt Heidi aus dem Rahmen einer Schullektüre oder eines ausschließlich kindlichen Titels heraus und wird zum Gegenstand einer breiteren kulturellen Analyse. Besonders wichtig ist, dass sich ein solcher Ansatz heute auch zeitgenössischen Interpretationen öffnet, einschließlich jener, die mithilfe neuer Technologien und künstlicher Intelligenz entstehen. Den Besucherinnen und Besuchern wird dadurch nahegelegt, dass Klassiker nicht nur in der Vergangenheit leben, sondern auch in der Weise, wie die Gegenwart sie übernimmt, anpasst und deutet.
Johanna Spyri, die Autorin des Romans, wurde 1827 geboren, und 2027 wird der 200. Jahrestag ihrer Geburt begangen. Die Zagreber Ausstellung hat deshalb auch die zusätzliche Dimension einer Einführung in dieses große Jubiläum. Sie erinnert nicht nur an die Geschichte eines einzelnen Werkes, sondern eröffnet Raum für eine erneute Lektüre des Werks einer Autorin, die hinter einer scheinbar einfachen Geschichte eine starke Spur in der europäischen und weltweiten Kinderliteratur hinterlassen hat. In Kulturpolitik und Bibliothekspraxis dienen Jubiläen oft als Anlass für ein formales Gedenken, doch ein solches Konzept zeigt, dass sie auch für ein ernsthafteres Nachdenken über literarisches Erbe, seine Weitergabe zwischen Generationen und seinen Platz im öffentlichen Raum genutzt werden können.
Die kroatische Spur: von der ersten Ausgabe bis zur Schullektüre
Einer der interessantesten Teile der Ausstellung betrifft die
Rezeption des Romans Heidi in Kroatien. Nach den von der National- und Universitätsbibliothek veröffentlichten Informationen erschien die kroatische Ausgabe bereits 1943, was zeigt, dass das heimische kulturelle Umfeld den Wert und die Anziehungskraft dieses Werkes sehr früh erkannte. Seitdem ist der Roman im kroatischen Verlagswesen, im Bildungswesen und in der Lesekultur präsent geblieben, und die Ausstellung zeigt diese Kontinuität anhand von mehr als 70 historischen Ausgaben, die in den Sammlungen der NSK aufbewahrt werden. Diese Zahl ist nicht nur als Angabe über den Umfang des Bestands wichtig, sondern auch als Zeugnis für die langfristige Präsenz eines Titels in verschiedenen Perioden der kroatischen Kulturgeschichte.
Solche Ausgaben bieten den Besucherinnen und Besuchern einen mehrfachen Wert. Einerseits zeugen sie davon, wie viel Heidi gelesen und erneut veröffentlicht wurde, andererseits offenbaren sie Veränderungen in der Buchgestaltung, in illustrativen Ansätzen und im Verständnis des jungen Publikums im Laufe der Jahrzehnte. Ein Kinderbuch ist niemals nur Text; es ist auch ein Gegenstand, ein visuelles Medium und ein Spiegel der Zeit, in der es entsteht. Deshalb kann ein Überblick über ältere und neuere Ausgaben ebenso viel über die Entwicklung der Gesellschaft und des Verlagswesens zeigen wie über den Roman selbst. In diesem Sinne überschreitet die Zagreber Ausstellung den literarischen Rahmen und greift in die Geschichte des Buchdesigns, der Lesekultur und der Haltung gegenüber der Bildung von Kindern ein.
Besonderes Gewicht hat auch die Tatsache, dass
Heidi seit 1960 auf der Schullektüreliste im Unterricht der kroatischen Sprache steht. Das bedeutet, dass der Roman seit Jahrzehnten im institutionellen Aufwachsen zahlreicher Schülergenerationen präsent ist. Bücher, die in die Schullektüre aufgenommen werden, nehmen oft einen doppelten Charakter an: Für manche bleiben sie eine schöne Erinnerung, für andere Pflichtlektüre, doch in beiden Fällen werden sie Teil des gemeinsamen kulturellen Gedächtnisses. Gerade deshalb ist es interessant zu beobachten, wie die Figur Heidi in Kroatien nicht nur in der privaten Leseerfahrung blieb, sondern auch in das Bildungssystem übersiedelte und dadurch zusätzliche gesellschaftliche Stabilität erhielt. Diese Tatsache erklärt, warum die Ausstellung auch mit dem Interesse erwachsener Besucherinnen und Besucher rechnen kann, die darin einen Teil ihres eigenen schulischen und lesebezogenen Aufwachsens erkennen werden.
Schweizer Archive und UNESCO-Anerkennung
Neben kroatischen Ausgaben werden in der Ausstellung auch deutsche Ausgaben sowie Übersetzungen aus dem Heidi-Archiv präsentiert. Gerade dieses internationale Segment ist wichtig für das Verständnis der tatsächlichen Reichweite dieser Geschichte. Nach Angaben der UNESCO wurden das
Heidi-Archiv und das Johanna-Spyri-Archiv in das Register
Memory of the World eingetragen, also in das UNESCO-Programm zum Schutz des dokumentarischen Erbes von weltweiter Bedeutung. In den offiziellen UNESCO-Materialien wird hervorgehoben, dass es sich um eine Sammlung handelt, die die außergewöhnliche Reise des Romans Heidi durch die Welt von den ersten Veröffentlichungen 1880 und 1881 bis zu seinem Status als globales transmediales Phänomen dokumentiert. Damit wurde international bestätigt, dass es sich nicht nur um ein populäres Buch handelt, sondern auch um dokumentarisches Material von breiterem kulturellem und historischem Wert.
Die Bedeutung dieser Eintragung liegt nicht nur im Prestige des UNESCO-Labels. Das Programm Memory of the World ist auf die Bewahrung und Zugänglichkeit dokumentarischen Erbes ausgerichtet, das nationale Grenzen überschreitet und universellen Wert besitzt. Wenn sich die Archive zu Heidi und Johanna Spyri in einem solchen Register befinden, bedeutet das, dass es sich um Material handelt, das nicht nur für die Schweiz oder für die Geschichte der Kinderliteratur wichtig ist, sondern auch für das globale Verständnis von kulturellem Austausch, Verlagswesen, Übersetzung und der Weitergabe literarischer Figuren zwischen verschiedenen Gesellschaften. Das verleiht der Zagreber Ausstellung zusätzliches Gewicht: Sie präsentiert nicht nur einen populären Titel, sondern auch ein materielles Erbe, das im internationalen Schutzsystem anerkannt ist.
Die Zusammenarbeit mit der Heidiseum-Stiftung ist in diesem Zusammenhang besonders wichtig. Heidiseum befasst sich mit der Bewahrung, Erforschung und Präsentation des mit Heidi und Johanna Spyri verbundenen Erbes, und solche Institutionen spielen heute eine Schlüsselrolle dabei, dass literarisches Erbe nicht in Archiven verschlossen bleibt, sondern für die breite Öffentlichkeit sichtbar wird. In Zagreb treffen somit kroatische Bestände und die schweizerische Infrastruktur des Kulturerbes aufeinander, was dieser Ausstellung einen internationalen Charakter verleiht – nicht nur thematisch, sondern auch durch die tatsächliche kulturelle Zusammenarbeit dahinter. In einer Zeit, in der kulturelle Einrichtungen immer stärker nach Projekten suchen, die nationale Tradition mit europäischen und globalen Kontexten verbinden können, ist gerade ein solches Kooperationsmodell besonders wertvoll.
Heidi außerhalb des Buches: Illustrationen, Film, Theater und neue Deutungen
Eine der wichtigen Botschaften der Ausstellung ist, dass die Geschichte von Heidi nicht nur auf den Ursprungstext reduziert werden kann. Von den ersten illustrierten Ausgaben über Theater- und Filmwerke bis hin zu Comicversionen und zeitgenössischen Lesarten mit Unterstützung künstlicher Intelligenz hat sich die Figur Heidi als außergewöhnlich anpassungsfähig an verschiedene Epochen und Medien erwiesen. Diese Anpassungsfähigkeit ist kein Zufall. Kinderliteratur, die Jahrzehnte überdauert, besitzt fast immer einen festen emotionalen Kern, aber auch genügend Offenheit, damit verschiedene Kulturen sie aus ihrer eigenen Perspektive lesen können. Heidi ist darin beinahe ein schulbuchmäßiges Beispiel: Für die einen ist es eine Geschichte des Heranwachsens, für andere eine Erzählung über Natur und Freiheit, für Dritte ein Narrativ über Familie, Gemeinschaft und die Rückkehr zu einfachen Werten.
Diese Breite der Deutungen erklärt, warum Heidi im 20. und 21. Jahrhundert ständig neue Formen der Präsenz in der Populärkultur gefunden hat. Jede Verfilmung, jede illustrative Poetik oder jede Theateradaption wirft eigentlich die Frage auf, wie ein klassisches Werk zu einem zeitgenössischen Publikum sprechen kann. Eine Ausstellung, die solche Transformationen in den Vordergrund stellt, zeigt, dass kulturelles Erbe kein toter Katalog ist, sondern ein lebendiges Netz von Interpretationen. Zugleich öffnet sich damit auch Raum für eine Diskussion darüber, wie das digitale Zeitalter unser Verhältnis zur Klassik verändert. Wenn Heidi heute auch mithilfe künstlicher Intelligenz interpretiert wird, muss das keine Entfernung vom Original bedeuten, sondern kann auch ein Zeichen dafür sein, dass alte Werke in einen neuen Kreis des Lesens, Verarbeitens und Visualisierens eintreten.
Für Bibliotheken und kulturelle Einrichtungen ist das eine wichtige Botschaft. Sie sind nicht mehr nur Orte der Aufbewahrung von Beständen, sondern auch Orte der Vermittlung zwischen historischem Erbe und zeitgenössischem Publikum. Die Ausstellung in der NSK kann deshalb auch als Beispiel dafür gelesen werden, wie eine Bibliothekseinrichtung an ein klassisches Werk nicht nur als an einen Buchtitel herangeht, sondern auch als an ein kulturelles Ereignis, das Generationen von Leserinnen und Lesern, Künstlerinnen und Künstlern sowie Übersetzerinnen und Übersetzern geprägt hat. Ein solcher Ansatz ist besonders relevant in einem Moment, in dem immer häufiger darüber gesprochen wird, dass Klassiker Kindern und Jugendlichen auf eine Weise vermittelt werden müssen, die inhaltlich treu, aber interpretativ offen und ansprechend ist.
Kulturelle Diplomatie und öffentliches Interesse an Kinderliteratur
Die Ausstellung wird unterstützt von der
Botschaft der Schweiz in Zagreb, der
Botschaft Kroatiens in Bern sowie dem
Ministerium für Kultur und Medien der Republik Kroatien. Dieser Unterstützungsrahmen zeigt, dass das Projekt über die Ebene einer einzelnen Bibliotheksausstellung hinausgeht. Einerseits handelt es sich um ein kulturelles Ereignis, das Kinderliteratur und bibliothekarisches Erbe bekräftigt, andererseits auch um ein Beispiel kultureller Diplomatie, in der ein literarischer Klassiker zu einer Brücke zwischen zwei Ländern wird. Die Schweiz zeigt der Welt durch Heidi einen Teil ihrer eigenen kulturellen Identität, während Kroatien durch die Ausstellung seine eigene Tradition des Lesens, Übersetzens und Bewahrens des Bucherbes hervorhebt. Eine solche Verbindung ist nicht häufig, aber gerade deshalb von zusätzlichem Wert.
Im öffentlichen Raum bleibt Kinderliteratur manchmal unterschätzt, weil sie als etwas Selbstverständliches oder ausschließlich mit den frühen Lesejahren Verbundenes wahrgenommen wird. Doch die Rezeptionsgeschichte von Heidi zeigt das Gegenteil. Werke für Kinder haben oft eine langfristigere und tiefere kulturelle Wirkung als zahlreiche Bücher, die zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung für ein erwachsenes Publikum bestimmt waren. Sie prägen die ersten Lesegewohnheiten, gelangen in das Bildungssystem, begleiten die Entwicklung von Illustration und Verlagswesen und werden durch familiäre und schulische Erfahrung weitergegeben. Wenn ein solches Werk eine internationale Ausstellung in einer Nationalbibliothek erhält, ist das auch eine Erinnerung daran, dass Kinderliteratur kein Randthema ist, sondern ein wichtiger Teil der Kulturgeschichte.
Dabei ist bezeichnend, dass die Ausstellung gerade in jener Institution eröffnet wird, die die größten kroatischen Bibliotheksbestände bewahrt und in ihrem Bestand mehr als 3,6 Millionen Medieneinheiten hat. Die Rolle der NSK ist hier nicht nur organisatorisch, sondern auch symbolisch: Es handelt sich um einen Raum, in dem nationales Gedächtnis, wissenschaftliche Arbeit und öffentliche Kultur aufeinandertreffen. Eine Ausstellung über Heidi in einem solchen Umfeld erhält eine zusätzliche Bedeutungsebene, weil sie zeigt, wie ein weltbekannter Text zugleich als literarisches Phänomen, als Gegenstand der Denkmalpflege und als Teil des schulischen und lesebezogenen Alltags betrachtet werden kann.
Was Besucherinnen und Besucher in Zagreb erwarten können
Nach der Ankündigung der National- und Universitätsbibliothek können Besucherinnen und Besucher die Ausstellung vom 2. bis 17. April 2026 in den Räumen der Bibliothek besichtigen, und die Bibliothek selbst ist für Bürgerinnen, Bürger und Nutzerinnen, Nutzer werktags regelmäßig von 8 bis 21 Uhr und samstags vormittags geöffnet, mit dem Hinweis, dass im Vorfeld der Osterfeiertage einzelne Abweichungen der Öffnungszeiten möglich sind. Für das Publikum bedeutet das in der Praxis einen ausreichend breiten Zeitrahmen für einen Besuch, aber auch einen guten Grund, die Ausstellung gerade in der ersten Aprilhälfte zu besuchen, wenn im internationalen Kontext die Bedeutung des Kinderbuchs und des Lesens zusätzlich betont wird. Angesichts des Themas und der Bandbreite des ausgestellten Materials ist mit Interesse verschiedener Besuchergruppen zu rechnen: von Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften bis hin zu Eltern, Bibliothekarinnen und Bibliothekaren, Übersetzerinnen und Übersetzern, Literaturforscherinnen und -forschern sowie allen, die mit Heidi aufgewachsen sind.
Der Wert einer solchen Ausstellung liegt nicht nur darin, dass sie seltene und historisch wichtige Ausgaben versammelt, sondern auch darin, dass sie Leserinnen, Lesern und Besucherinnen, Besuchern ermöglicht, eine bekannte Geschichte aus einer anderen Perspektive zu sehen. Anstelle bloßer Nostalgie eröffnet sich ihnen eine Erzählung darüber, wie ein Buch die Grenzen von Sprache, Staat und Medien überschreitet, wie es Teil des kollektiven Gedächtnisses wird und wie kulturelle Institutionen es neuen Generationen erneut sichtbar machen. Genau darin liegt auch der breitere Sinn des Projekts. Heidi in Zagreb ist nicht nur ein Ausstellungstitel, sondern auch ein Anlass für Gespräche über Lesen, Übersetzung, Bildung, Bewahrung des Kulturerbes und die Rolle von Bibliotheken in einer Zeit, in der Klassiker ihre Aktualität immer wieder neu beweisen müssen.
Am Ende zeigt die Zagreber Ausstellung, dass die dauerhafte Stärke eines literarischen Klassikers nicht nur an der Zahl verkaufter Exemplare, Verfilmungen oder Übersetzungen gemessen wird, sondern auch an der Fähigkeit, Jahrzehnte nach seiner Entstehung unter verschiedenen gesellschaftlichen und kulturellen Umständen relevant zu bleiben. Heidi ist genau ein solches Beispiel: eine Figur, die in den Alpen des 19. Jahrhunderts entstand und im 21. Jahrhundert in Schulen, Bibliotheken, familiären Erinnerungen und internationalen Registern des Kulturerbes präsent ist. In Zagreb wird diese lange und vielschichtige Geschichte vom 2. bis 17. April durch Ausgaben, Übersetzungen, Archivmaterial und zeitgenössische Deutungen in einer Ausstellung nachvollziehbar sein, die Literatur, kulturelles Erbe und öffentliches Interesse am Buch verbindet.
Quellen:- National- und Universitätsbibliothek in Zagreb – offizielle Ankündigung der Ausstellung „Heidi: von der literarischen Heldin zur Weltikone“ und Angaben zu Dauer, Eröffnung, Inhalt und Partnern (Link)
- National- und Universitätsbibliothek in Zagreb – englische Veranstaltungsankündigung mit der zusätzlichen Information, dass die Eröffnung am Internationalen Kinderbuchtag stattfindet und dass die Ausstellung Teil eines breiteren Programms zur Präsentation des Werks Heidi ist (Link)
- UNESCO – Seite des Programms Memory of the World und Eintragung der Archive von Heidi und Johanna Spyri in das dokumentarische Erbe von weltweiter Bedeutung (Link)
- UNESCO / UNESDOC – Dokument über Nominierungen mit Beschreibung der Sammlung Heidi- and Johanna Spyri Archives und ihrer internationalen Bedeutung (Link)
- IBBY – offizielle Seite des Internationalen Kinderbuchtags mit der Angabe, dass er am 2. April, dem Geburtstag von Hans Christian Andersen, begangen wird (Link)
- National- und Universitätsbibliothek in Zagreb – Informationen für Besucherinnen und Besucher und Öffnungszeiten der Bibliothek mit besonderen Hinweisen für die Feiertagszeit Anfang April 2026 (Link)
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Erstellungszeitpunkt: 2 Stunden zuvor