Destinations International hat die Stipendiaten des Programms Pathways to Success für 2026 bekannt gegeben, acht Studierende erhalten finanzielle und mentorische Unterstützung für den Einstieg in den Tourismus
Destinations International, der internationale Verband, der Organisationen zusammenführt, die für das Management und die Förderung von Destinationen zuständig sind, hat am 8. April 2026 eine neue Generation von Stipendiaten im Rahmen des
Pathways to Success Scholarship & Professional Development Program bekannt gegeben. Es handelt sich um eine Initiative, die von der Destinations International Foundation unterstützt wird und deren Ziel es ist, den Zugang zu Bildung, beruflicher Entwicklung und Karrieremöglichkeiten für Studierende zu erweitern, die sich auf Berufe im Tourismus und im Gastgewerbe vorbereiten. Die diesjährige Bekanntgabe ist auch deshalb wichtig, weil sie zeigt, wie sich der Sektor der Tourismusdestinationen immer offener der langfristigen Entwicklung von Fachkräften zuwendet, anstatt die Frage der Arbeitskräfte ausschließlich durch die kurzfristigen Bedürfnisse des Marktes zu betrachten. In der Praxis bedeutet das, dass den Studierenden nicht nur Geld für Studiengebühren angeboten wird, sondern auch der Zugang zu einem professionellen Netzwerk, das oft darüber entscheidet, ob jemand nach dem Studium tatsächlich in der Branche bleibt. Damit verwandelt sich das Stipendienmodell in ein breiteres Entwicklungsinstrument für künftige Beschäftigte und für die Destinationen selbst, die sie halten wollen.
Laut der offiziellen Bekanntgabe wurden für den Jahrgang 2026
acht Studierende von akkreditierten Hochschulen in den Vereinigten Staaten und Kanada ausgewählt. Jeder von ihnen kann bis zu
8.000 US-Dollar pro Jahr für Ausbildungskosten erhalten, und zusätzlich haben sie Anspruch auf ganzjähriges Mentoring, Zugang zu Fachworkshops und Kontakte zu Menschen aus dem Sektor des Destinationsmanagements. Das Programm umfasst auch die Teilnahme an der Jahreskonvention von Destinations International, die in diesem Jahr vom
21. bis 23. Juli 2026 in Portland, Bundesstaat Oregon stattfinden wird. Gerade diese Verbindung aus finanzieller Unterstützung und direktem Kontakt mit der Branche ist es, wodurch sich Pathways to Success von klassischen Stipendien unterscheiden will, die meist mit einer einmaligen Zahlung ohne weitere professionelle Begleitung enden.
Wer sind die Stipendiaten für 2026
Auf der Liste der diesjährigen Stipendiaten stehen Studierende von Universitäten aus mehreren US-Bundesstaaten, aber auch aus Kanada, was bestätigt, dass das Programm tatsächlich auf den breiteren nordamerikanischen Raum ausgeweitet wurde. Die bekannt gegebenen Empfänger sind:
- Christell Miranda Lopez, University of the District of Columbia
- Elise Tyson, Morgan State University
- Gabrielle Nembhard, Delaware State University
- Kristelle Soto, University of Central Florida
- Pasindu Perera, South Dakota State University
- Samya Drakeford, Delaware State University
- Semiyah Smith, University of Arkansas at Pine Bluff
- Wut Yee Kyi Pyar, University of Waterloo
Schon die Zusammensetzung der Liste zeigt, dass die Organisatoren nicht nur auf eine Art von Bildungseinrichtungen oder einen geografischen Kreis gezielt haben. Unter den Ausgewählten sind Studierende von öffentlichen Universitäten, historisch bedeutenden afroamerikanischen Hochschulen und großen regionalen Bildungszentren, und die Präsenz der kanadischen University of Waterloo bestätigt zusätzlich den internationalen Anspruch des Programms. Für die Studierenden selbst bedeutet das eine größere Sichtbarkeit innerhalb eines Sektors, der traditionell stark auf lokale Netzwerke, Praktika und Empfehlungen angewiesen ist. Für Destinationsorganisationen wiederum eröffnet eine solche Auswahl die Möglichkeit, künftige Fachkräfte schon vor Abschluss ihres Studiums zu erkennen und sie durch Praktika, Mentoring und erste berufliche Engagements in lokale touristische Ökosysteme einzubinden.
Wie das Programm entstanden ist und was sich gegenüber dem früheren Modell geändert hat
Pathways to Success ist nicht aus dem Nichts entstanden. Destinations International erklärt offen, dass es sich um eine erweiterte und inhaltlich weiterentwickelte Version des früheren
HBCU Scholarship-Programms handelt, das auf Studierende historisch schwarzer Colleges und Universitäten in den USA ausgerichtet war. Das neue Modell hat die Idee einer besseren Zugänglichkeit und größerer Chancen beibehalten, gleichzeitig aber den Kreis der Bewerber erheblich auf alle Vollzeitstudierenden akkreditierter Einrichtungen in den USA und Kanada erweitert, die Hospitality oder Tourism Management studieren. Damit hat die Organisation ihren Schwerpunkt auf Inklusivität beibehalten, das Programm jedoch als breitere Plattform für die Entwicklung künftiger Fachkräfte im Tourismus und im Destinationsmanagement positioniert.
Wichtig ist dabei auch die Symbolik. Während der frühere Stipendienrahmen in erster Linie auf die Korrektur struktureller Ungleichheiten beim Zugang zur Branche ausgerichtet war, versucht Pathways to Success nun, diese Dimension mit dem allgemeinen Problem des Fachkräftemangels und dem Bedarf an klareren Karrierewegen im Tourismus zu verbinden. Destinations International betont in seinen Materialien, dass der Sektor des Destinationsmanagements im akademischen Umfeld oft unterrepräsentiert ist, sodass Studierende zwar häufig das Gastgewerbe, den Luftverkehr oder die Veranstaltungsorganisation kennen, aber weniger verstehen, wie destination organizations, convention and visitors bureaus sowie Tourismusverbände und verwandte Einrichtungen funktionieren. Deshalb bietet das Programm nicht nur ein Stipendium, sondern auch eine „Sichtbarkeit des Sektors“, der für Studierende bis zum Studienabschluss außerhalb ihres Blickfelds bleiben kann.
Was das Stipendium tatsächlich umfasst, außer Geld für Studiengebühren
Die offizielle Programmbeschreibung zeigt, dass die finanzielle Unterstützung nicht die einzige und vielleicht nicht einmal die wichtigste Komponente ist. Zusätzlich zum Geld für Studiengebühren erhalten die ausgewählten Studierenden ganzjähriges Mentoring, gezielte Formen der beruflichen Weiterbildung, Networking mit Menschen aus der Branche und die Möglichkeit, an Veranstaltungen von Destinations International teilzunehmen. Die Organisation betont, dass der Sinn eines solchen Ansatzes darin besteht, den Studierenden zu helfen, ihr Studium nicht nur mit einem Abschluss zu beenden, sondern auch mit einem grundlegenden beruflichen Netzwerk, einem klareren Gefühl dafür, welche Karrieren auf sie warten und welche Rolle ihre lokalen Gemeinschaften dabei spielen können. In der Sprache der Branche wird dies oft als „career readiness“ bezeichnet, konkret bedeutet es jedoch, dass junge Menschen Zugang zu Mentoren, Panels, Kontakten und Erfahrungen erhalten, die sie sonst nur sehr schwer allein erwerben könnten.
Nach den auf der Website des Programms veröffentlichten Regeln konnten sich Vollzeitstudierende bewerben, die mindestens neun Leistungspunkte in einschlägigen Lehrveranstaltungen belegen, einen Notendurchschnitt von mindestens 3,0 haben und finanzielle Bedürftigkeit sowie Führungsqualitäten nachweisen können. Zusammen mit dem Bewerbungsformular waren ein Essay von 500 bis 800 Wörtern über berufliche Ambitionen, ein zwei- bis fünfminütiges Video zum Thema, warum der Bewerber eine Karriere im Gastgewerbe und Tourismus gewählt hat, ein Lebenslauf sowie eine Empfehlung eines Hochschulvertreters erforderlich. Die Bewerbungsfrist war der
20. Januar 2026 um 17 Uhr Eastern Time, und die Kandidaten sollten laut den veröffentlichten Regeln bis zum
31. März 2026 über die Ergebnisse informiert werden. Eine solche Struktur des Auswahlverfahrens deutet darauf hin, dass nicht nur akademischer Erfolg gefragt war, sondern auch Motivation, die Fähigkeit zur öffentlichen Präsentation und eine klare berufliche Ausrichtung.
Botschaft der Organisation: in Menschen investieren heißt in die Widerstandsfähigkeit von Destinationen investieren
Der Präsident und Chief Executive Officer von Destinations International, Don Welsh, sagte in der offiziellen Bekanntgabe, dass Investitionen in die neue Generation von Führungskräften in Destinationen entscheidend für die langfristige Stärke und Nachhaltigkeit der Branche seien. Im gleichen Ton hob die Vorsitzende der Stiftung, Martha J. Sheridan, die auch Meet Boston leitet, hervor, dass die Unterstützung solcher Programme die Schaffung einer stärkeren und zukunftsfähigeren Belegschaft bedeutet. Auch wenn solche Aussagen zur Standardsprache institutioneller Mitteilungen gehören, ist es wichtig zu bemerken, dass hier nicht nur von einzelnen studentischen Erfolgen die Rede ist. Der Schwerpunkt liegt darauf, dass Destinationen, Städte und regionale Tourismusorganisationen Menschen brauchen, die die Gemeinschaft, die Besucherökonomie und die Art und Weise verstehen, wie Tourismus die lokale Entwicklung beeinflusst.
Das ist besonders wichtig in einem Moment, in dem sich Tourismus und Reisen erneut als starker wirtschaftlicher Motor bestätigen, gleichzeitig aber immer häufiger auf Fragen nach Nachhaltigkeit, Akzeptanz in der Gemeinschaft und der Qualität der Arbeitsplätze stoßen. Die U.S. Travel Association gibt in ihren neuesten Daten an, dass Reisen in den USA etwa
15 Millionen Arbeitsplätze unterstützen und rund
1,3 Billionen Dollar an Ausgaben erzeugen. Gleichzeitig warnt der World Travel & Tourism Council, dass dem globalen Reise- und Tourismussektor bis 2035 mehr als
43 Millionen Arbeitskräfte fehlen könnten, wenn Strategien für Rekrutierung, Bindung und Entwicklung der Arbeitskräfte nicht gestärkt werden. In einem solchen Rahmen gewinnen Programme wie Pathways to Success auch eine breitere Bedeutung: Sie sind nicht nur Philanthropie oder ein Marketinginstrument, sondern eine der Möglichkeiten, mit denen die Branche versucht, organisiert auf das Problem der künftigen Arbeitskräfte zu reagieren.
Warum gerade der Sektor des Destinationsmanagements wichtig ist
Wenn von Karrieren im Tourismus die Rede ist, denkt die Öffentlichkeit meist zuerst an Hotels, Restaurants, Fluggesellschaften, Reisebüros oder Veranstalter. Destinations International ist jedoch in einem Segment tätig, das für die breitere Öffentlichkeit weniger sichtbar, für das Funktionieren des touristischen Systems aber außerordentlich wichtig ist. Es geht um Organisationen, die die Vermarktung von Orten, die Entwicklung von Geschäfts- und Kongressreisen, die Beziehungen zur lokalen Gemeinschaft, die Zusammenarbeit mit Verkehrsträgern, Hoteliers und kulturellen Institutionen koordinieren sowie die immer wichtigere Aufgabe übernehmen, nachzuweisen, dass der Tourismus den Einwohnern und nicht nur den Besuchern einen echten Nutzen bringt. Nach Angaben der Organisation selbst vereint Destinations International fast
1.000 Mitglieder und Partner aus verschiedenen Teilen der Welt, sodass das Stipendienprogramm nicht nur eine Hilfe für Studierende, sondern auch ein potenzieller Kanal für künftige Beschäftigung innerhalb eines breiten professionellen Netzwerks ist.
Gerade deshalb betont die Organisation in der Beschreibung von Pathways to Success ständig lokale Verbindungen und „place-based careers“, also Karrieren, die in den Gemeinschaften verwurzelt sind, aus denen die Studierenden kommen. Die Botschaft ist klar: Der Destinationssektor braucht nicht nur Menschen, die Reisen verkaufen können, sondern auch solche, die die Identität eines Ortes, die Bedürfnisse der Einwohner, öffentliche Politik, Zugänglichkeit, Nachhaltigkeit und die wirtschaftlichen Auswirkungen der Besucherökonomie verstehen. Für Städte und Regionen, die den Tourismus ohne Konflikte mit der Gemeinschaft entwickeln wollen, ist das eine immer wichtigere Kompetenz. In diesem Sinne kann ein Stipendium, das einen Studierenden zur Jahreskonvention bringt und ihn mit Fachleuten aus der Branche vernetzt, eine längerfristige Wirkung haben, als man allein aus der Höhe der finanziellen Unterstützung schließen könnte.
Portland als Treffpunkt von Stipendiaten und Branche
Auch der Ort, an dem die Stipendiaten die Möglichkeit bekommen werden, den Sektor aus der Nähe kennenzulernen, ist nicht unwichtig. Die Jahreskonvention von Destinations International für 2026 ist für Portland in Oregon vom 21. bis 23. Juli angekündigt und wird im Oregon Convention Center stattfinden. Die Organisation kündigt an, dass die Veranstaltung auf praktische Lösungen für aktuelle Herausforderungen von Destinationsorganisationen ausgerichtet sein wird, vom Umsatzwachstum und Vertrauen der Gemeinschaft bis hin zum Aufbau widerstandsfähigerer Teams und messbarer Ergebnisse. Für die Stipendiaten bedeutet das, dass sie nicht an einem symbolischen feierlichen Empfang teilnehmen werden, sondern an einer Veranstaltung, auf der echte geschäftliche und entwicklungspolitische Probleme der Branche diskutiert werden.
Ein solches Format kann besonders wertvoll für Studierende sein, die noch keinen intensiveren Kontakt mit dem professionellen Umfeld hatten. Zwischen akademischer Theorie und der ersten Anstellung besteht oft eine Lücke, die nicht allein durch den Unterricht überbrückt werden kann. Konferenzen, Mentorentreffen und informelle Gespräche mit Menschen, die Destinationsorganisationen leiten, sind oft der Ort, an dem Studierende zum ersten Mal ein konkreteres Bild davon erhalten, was diese Arbeit tatsächlich ist: wie stark sie Beziehungen zum öffentlichen Sektor, zu Geschäftspartnern, zur Gemeinschaft und zu Daten umfasst und wie viel klassisches Marketing darin steckt. In diesem Sinne ist die Teilnahme an der Konvention nicht nur ein Zusatz zum Stipendium, sondern eines seiner operativ wichtigsten Elemente.
Ein breiteres Signal an die Branche: Stipendien als Instrument zur Rekrutierung und Bindung von Talenten
Die Bekanntgabe von acht Namen mag für sich genommen wie eine Nachricht mit begrenzter Reichweite wirken, doch im professionellen Kontext sendet sie eine Botschaft, die über eine Generation von Stipendiaten hinausgeht. Destinations International zeigt damit, dass es versucht, die Frage des Humankapitals früher zu lösen, bereits in der Bildungsphase, anstatt erst später auf den Mangel an Arbeitskräften und Kompetenzen zu reagieren. Das ist ein Ansatz, der im Tourismus lange Zeit nicht ausreichend entwickelt war. Die Branche rechnete jahrzehntelang damit, dass die Attraktivität von Reisen, Veranstaltungen und der Arbeit mit Menschen von selbst eine ausreichende Zahl neuer Beschäftigter sichern würde. Heute ist klar, dass das nicht mehr ausreicht, insbesondere in Segmenten, die eine Kombination aus Management-, Kommunikations-, Analyse- und Entwicklungswissen erfordern.
Deshalb lohnt es sich, Pathways to Success auch als eine Art Test für zukünftige Modelle der Talententwicklung im Tourismus zu betrachten. Wenn die Stipendiaten nach dem Studium tatsächlich einen Platz in Destinationsorganisationen, Kongressbüros, Tourismusverbänden, im Gastgewerbe oder in verwandten Sektoren finden, wird das Programm eine messbare Wirkung nicht nur auf ihre einzelnen Karrieren, sondern auch auf das Ansehen der Branche unter Studierenden haben. Wenn sich andererseits zeigt, dass weder Mentoring noch Networking noch finanzielle Unterstützung junge Menschen im Sektor halten können, wird das ein Signal dafür sein, dass die Probleme tiefer liegen und nicht allein mit Stipendien gelöst werden können. Vorerst glaubt Destinations International jedoch offensichtlich, dass sich durch die Kombination von Geld, Mentoring und professioneller Exponierung ein nachhaltigerer Einstiegspfad in eine Branche aufbauen lässt, die noch immer nach einem neuen Gleichgewicht zwischen Wachstum, lokalem Interesse und personeller Stabilität sucht.
Quellen:- Destinations International – offizielle Bekanntgabe der Stipendiaten des Programms Pathways to Success für 2026 (Link)- Destinations International – offizielle Seite des Programms Pathways to Success mit Beschreibung der Vorteile, Kriterien und der Liste der Stipendiaten (Link)- Destinations International – Bekanntgabe zur Öffnung der Bewerbungen für das Programm und zum breiteren Rahmen der Entwicklung der Arbeitskräfte im Sektor (Link)- Destinations International – offizielle Seite der Jahreskonvention 2026 mit den Daten und dem Standort in Portland (Link)- Destinations International – Seite über die Organisation und den Umfang ihrer Mitgliedschaft (Link)- Destinations International Foundation – offizielle Seite über die Stiftung und ihre Rolle in Forschung, Talententwicklung und Interessenvertretung (Link)- U.S. Travel Association – Überblick über aktuelle Daten zu den wirtschaftlichen Auswirkungen des Reisens in den USA (Link)- World Travel & Tourism Council – Bekanntgabe und Bericht über die Zukunft der Arbeitskräfte im Tourismus und den möglichen globalen Arbeitskräftemangel bis 2035 (Link)
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Erstellungszeitpunkt: 5 Stunden zuvor