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Deutschland organisiert Evakuierungen aus dem Persischen Golf, während die ITB Berlin unter den Folgen der Luftraumschließungen leidet

Erfahre, wie Deutschland über Riad und Maskat Bürger zurückholt, die im Luftverkehrschaos im Golf feststecken, und warum das World Tourism Network Unterstützung auch für internationale Delegierte der ITB Berlin fordert – in einer Phase, in der Luftraumschließungen Reisepläne verändern. Wir liefern die wichtigsten Informationen zu Flugausfällen und möglichen Lösungen.

Deutschland organisiert Evakuierungen aus dem Persischen Golf, während die ITB Berlin unter den Folgen der Luftraumschließungen leidet
Photo by: Domagoj Skledar - illustration/ arhiva (vlastita)

Deutschland organisiert Evakuierungen aus dem Golf, während die ITB Berlin im Schatten des Luftverkehrschaos eröffnet

Die deutsche Bundesregierung hat Vorbereitungen für Sonderflüge eingeleitet, um ihre Staatsangehörigen aus der Region des Persischen Golfs zurückzuholen, die dort nach der abrupten Schließung von Lufträumen und einer Welle von Flugstreichungen gestrandet sind. Als zentrale Rückkehrpunkte werden Riad in Saudi-Arabien und Maskat in Oman genannt, Länder, deren Luftkorridore derzeit besser zugänglich sind als jene in den Golfstaaten, wo die größten Drehkreuze vorübergehend lahmgelegt sind. Parallel dazu ruft das World Tourism Network (WTN) aus Berlin die deutschen Behörden öffentlich dazu auf, die Hilfe nicht nur auf deutsche Reisende zu beschränken, sondern – soweit möglich – auch internationalen Tourismusfachleuten logistische und konsularische Unterstützung zu gewähren, die aufgrund der Krise „auf halbem Weg“ zum oder vom größten Tourismusfachmessen der Welt, der ITB Berlin, geblieben sind.

Luftraum wird geschlossen, Drehkreuze stehen still: warum das Problem entstand

Nach Berichten mehrerer internationaler Medien hat die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten eine Reihe von Staaten dazu veranlasst, ihre Lufträume vorübergehend zu schließen oder einzuschränken, was in kurzer Zeit die größte Welle von Störungen im globalen Luftverkehr seit den Pandemiejahren ausgelöst hat. Am schnellsten waren die Folgen in der Golfregion zu spüren, die in den letzten Jahrzehnten zu einem der wichtigsten globalen Transit-„Drehkreuze“ gewachsen ist: Eine große Zahl von Reisenden zwischen Europa und Asien, Afrika oder Australien ist gerade auf Umstiege in Dubai, Abu Dhabi oder Doha angewiesen.

Unter solchen Umständen haben einige Fluggesellschaften Flüge vorübergehend eingestellt oder die Zahl der Verbindungen drastisch reduziert, während die Routen anderer Unternehmen weit weg von Risikogebieten umgeleitet wurden, was die Reisen verlängerte und zusätzlichen Druck auf die Flughäfen ausübte, die betriebsfähig blieben. Für Reisende bedeutete das mehrtägiges Warten, Unsicherheit bei Ersatzflügen und komplexe Kombinationen von Landtransport zu alternativen Abflugorten.

Plan aus Berlin: Rückkehr über Riad und Maskat

Der deutsche Repatriierungsplan basiert auf der Einschätzung, dass Riad und Maskat – zumindest in dieser Phase der Krise – realistische „Ausgangspunkte“ aus der Region sind. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul betonte nach Angaben deutscher Medien, dass Sicherheit oberste Priorität habe und Gespräche sowie operative Vorbereitungen laufen, damit Flugzeuge zu diesen Zielen entsandt werden können. Im selben Zusammenhang wird auch die Bereitschaft der Lufthansa erwähnt, bei Bedarf Kapazitäten für Flüge bereitzustellen, die Bürger nach Deutschland zurückbringen würden.

Ein wichtiger Bestandteil dieses Modells ist die Tatsache, dass viele Reisende in Ländern wie den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar festsitzen, wo die wichtigsten Flughäfen für weltweite Verbindungen entscheidend sind. Wenn solche Drehkreuze stillstehen, ist der Dominoeffekt global spürbar: Streichungen greifen auf Flüge aus Europa und Asien über, und die Warteschlangen für Umbuchungen wachsen auch auf anderen Kontinenten. Deshalb werden in Krisensituationen häufig „passierbare“ Korridore durch Staaten gesucht, die noch reguläre oder zumindest eingeschränkte Operationen aufrechterhalten können.

Tourismusbranche unter Druck: Die ITB Berlin beginnt mitten in der Krise

All dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem in Berlin vom 3. bis 5. März 2026 die ITB Berlin stattfindet, die führende weltweite B2B-Tourismusmesse, die in diesem Jahr ihr 60-jähriges Jubiläum begeht. Die Organisatoren hatten zuvor eine starke internationale Beteiligung angekündigt, mit Tausenden von Ausstellern und einem Fokus auf Diskussionen über Nachhaltigkeit, technologische Veränderungen und die Widerstandsfähigkeit der Branche. Doch die aktuelle Krise testet nun genau das, worüber auf den Bühnen der Messe gesprochen wird: wie verletzlich der globale Tourismus ist, wenn Luftkorridore „geschlossen“ werden und logistische Ketten unterbrochen sind.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, warnte öffentlich, dass Krieg und sicherheitspolitische Eskalation direkte Folgen für Reisen hätten und dass viele Passagiere sowie ein Teil der Messeteilnehmer an internationalen Flughäfen blockiert geblieben seien. Nach seinen Worten stellt sich die Frage, inwieweit die Störungen die diesjährige ITB und den touristischen Verkehr nach Berlin beeinträchtigen werden – für eine konkrete Einschätzung sei es, wie auch die städtische Tourismusorganisation erklärt, noch zu früh.

Appell des World Tourism Network: Hilfe auch für Nicht-Residenten

In diesem Kontext appelliert das WTN, ein Netzwerk, das Teile der Tourismusindustrie zusammenbringt und von Berlin aus tätig ist, an die deutsche Bundesregierung, neben der Repatriierung eigener Bürger auch eine breitere Form der Unterstützung für Tourismusfachleute aus anderen Ländern zu prüfen. Nach öffentlich verbreiteten Botschaften des Netzwerks handelt es sich um Aussteller, Einkäufer und Delegierte, die wegen Flugstreichungen an Transitpunkten wie Dubai, Doha oder Bahrain feststecken – ohne klaren Weg nach Berlin oder zurück nach Hause.

In der Praxis bedeutet dieser Appell nicht, dass Deutschland die Rolle eines globalen „Retters“ übernehmen sollte, sondern dass es auf der Ebene von Logistik, Information und Koordination denjenigen helfen könnte, die sich in Berlin befinden oder auf dem Weg dorthin sind und ihre Reise nicht fortsetzen können. Dazu gehören klare Informationen über mögliche Routen, Kontakte zu relevanten konsularischen Stellen, Koordination mit den Messeveranstaltern und – falls ein Teil der Teilnehmer nach Berlin kommt, später aber nicht abreisen kann – Unterstützung bei der Suche nach vorübergehender Unterkunft und alternativen Transportmöglichkeiten.

Was Reisende und Geschäftsreisende im Tourismus erwarten können

Angesichts des Ausmaßes der Störungen lautet das Schlüsselwort Ungewissheit. Auch wenn einige Fluggesellschaften versuchen, schrittweise begrenzte Flüge wieder aufzunehmen, sehen sich Reisende mit „stündlichen“ Flugplanänderungen konfrontiert und in manchen Fällen mit der Notwendigkeit, Umsteigepläne und Einstiegspunkte in Europa zu ändern. Das trifft besonders Geschäftsreisende im Tourismus, weil die ITB Berlin eine Veranstaltung ist, auf der Verträge und Arrangements für die kommenden Saisons verhandelt werden: von Fluggesellschaften und Hotelketten bis hin zu Destinationsorganisationen und Technologieanbietern.

Parallel zu den kommerziellen Herausforderungen wächst auch die Sicherheitsdimension. Luftraumschließungen werden in der Regel aufgrund einer Risikobewertung für die zivile Luftfahrt eingeführt, was bedeutet, dass sich die Reiseplanung nicht mehr nur auf Preis und Zeit reduziert, sondern auch auf die Bewertung der Route, Reiseversicherung, Visaregelungen für alternative Transitstaaten sowie Aufenthaltsbedingungen im Falle mehrtägigen Wartens.

Größere Folgen: Schlag gegen globale Logistik und Vertrauen in touristische Ströme

Tourismus ist äußerst sensibel gegenüber geopolitischen Schocks. Wenn der Passagierfluss durch die wichtigsten Drehkreuze gestört wird, greifen die Folgen auf die gesamte Kette über: von kleineren Flughäfen, die von Verbindungen abhängen, über Reiseveranstalter und Agenturen bis hin zu Hotels und Dienstleistern an den Destinationen. In den ersten Tagen solcher Krisen werden üblicherweise sprunghafte Anstiege der Kosten für Ticketänderungen, Druck auf Kundendienste sowie eine erhöhte Zahl von Anträgen auf Rückerstattung oder Umbuchung verzeichnet.

In diesem Fall ist zusätzlich wichtig, dass die Golf-Drehkreuze für den interkontinentalen Verkehr entscheidend sind. Wenn Dubai oder Doha den Betrieb einschränken, ist die Wirkung nicht lokal, sondern global: Reisende aus Asien nach Europa bleiben ohne Umstiege, und Flüge aus Europa nach Indien, Südostasien oder Australien suchen alternative Korridore. Luftverkehrsexperten warnen, dass solche Störungen oft länger dauern als die eigentliche „Schließung“ des Luftraums, weil Flugzeuge und Besatzungen wieder in den Plan zurückgeführt werden müssen und Flughäfen Rückstände abbauen.

Was derzeit bekannt ist – und was noch unklar bleibt

Auf Ebene offizieller Informationen ist bekannt, dass Deutschland Flüge nach Riad und Maskat als operative Repatriierungspunkte plant oder vorbereitet, in Abstimmung mit lokalen Behörden und kommerziellen Fluggesellschaften. Gleichzeitig berichten internationale Medien über weitreichende Einschränkungen des Luftverkehrs in mehreren Staaten der Region, mit Tausenden gestrichenen Flügen und Hunderttausenden Passagieren, die auf neue Routen warten.

Unklar bleibt vorerst der Zeitrahmen für eine Normalisierung. In ähnlichen Situationen ist der entscheidende Faktor die Sicherheitsbewertung: Selbst wenn der Luftraum formal wieder geöffnet wird, können Fluggesellschaften und Aufsichtsbehörden Beschränkungen beibehalten oder Routen weiter umleiten, bis das Risiko als akzeptabel gilt. Auch ist nicht ganz klar, wie viele internationale Delegierte es schaffen werden, rechtzeitig zur ITB Berlin zu gelangen, und ob ein Teil der Geschäftstermine auf Online-Formate verlegt oder verschoben wird.

Mögliche Hilfsmaßnahmen für ITB-Teilnehmende

In der Branche werden zunehmend pragmatische, „weiche“ Maßnahmen genannt, die weder in die Souveränität noch in die Zuständigkeiten einzelner Staaten eingreifen, aber die Folgen abmildern können:
  • zentralisierte Informationen über verfügbare Routen und den Status von Flügen, abgestimmt mit den Empfehlungen der zuständigen Stellen
  • Koordination mit dem Messeveranstalter zu Registrierungen, Verlängerung von Verpflichtungen und Möglichkeiten der digitalen Teilnahme
  • Unterstützung bei Unterkunft und administrativen Fragen für jene, die im Transit oder in Berlin länger als geplant bleiben
  • klare Kommunikation der Fluggesellschaften zu Erstattungsregeln, Ticketänderungen und Prioritäten für vulnerable Gruppen
Wie sich die Situation entwickelt, wird die tatsächliche Auswirkung auf die ITB Berlin und den breiteren Tourismusmarkt davon abhängen, wie lange die Einschränkungen des Luftraums dauern und ob stabile alternative Korridore eingerichtet werden. Für Berlin, das in der Messewoche traditionell zum Zentrum der globalen Tourismusindustrie wird, ist dies auch ein Test der Fähigkeit von Stadt und Staat, unter Krisenbedingungen eine funktionierende Infrastruktur sicherzustellen – nicht nur für die eigenen Bürger, sondern auch für internationale Partner, von denen der Tourismus in hohem Maße abhängt.

Quellen:
- Die Welt – Bericht über geplante Flüge Deutschlands nach Riad und Maskat sowie Aussagen des Außenministers ( link )
- The Guardian – Überblick über das Ausmaß des Luftverkehrschaos und die Luftraumschließungen in der Region ( link )
- Euractiv – Analyse, wie europäische Länder die Rückkehr ihrer Bürger organisieren und was die Schließungen für Reisende im Golf bedeuten ( link )
- ITB Berlin – offizielle Website und Pressematerialien zum Termin 3.–5. März 2026 und zum Messekonzept ( link )
- ITB Berlin – Pressemitteilung zum 60. Jubiläum und zum internationalen Profil der Aussteller ( link )
- eTurboNews – Bericht über den Appell des World Tourism Network, die Unterstützung auf internationale ITB-Teilnehmende auszuweiten ( link )

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Erstellungszeitpunkt: 2 Stunden zuvor

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