Županja wird im Februar wieder zur Bühne des slawonischen Erbes: 59. Šokačko sijelo den Špenzle gewidmet
Županja wird vom 6. bis 17. Februar 2026 wieder das Zentrum der slawonischen Tradition, des Gesangs und der Bräuche sein, wenn die 59. Ausgabe des Šokačko sijelo stattfindet. Die Organisatoren kündigen ein Programm mit Dutzenden von Veranstaltungen an, das neben folkloristischen und traditionellen Inhalten auch einen musikalischen Teil und einen Jahrmarkt umfasst. Das diesjährige Motto der Veranstaltung lautet
„Meine Špenzle, meine Grenzer-Kleidung“. Im städtischen Alltag bedeutet dies ein erkennbares Bild des Februars in Županja: das Hufgeklapper der Faschingsreiter, das Klimpern der Dukaten auf der Volkstracht, Schokatzen-Rufe und Aufführungen, die einstige Lebensgewohnheiten der Region an der Save wiederbeleben.
Warum Špenzle im Fokus stehen: von der Grenzeruniform zum Identitätsmerkmal
Die zentrale Geschichte des 59. Šokačko sijelo ist dem
Špenzle gewidmet, einem traditionellen Kleidungsstück, das von der männlichen und weiblichen Bevölkerung Ostslawoniens und Westsyrmiens getragen wurde und seine Wurzeln in der Zeit der Militärgrenze unter der Habsburgermonarchie hat. Ethnologische Quellen belegen, dass es sich um eine Kurzjacke handelt, meist aus Wollstoff, deren Bezeichnung sich in der Praxis von Dorf zu Dorf änderte, während sie in der Region Županja besonders als Teil der festlichen und repräsentativen Kleidung in Erinnerung geblieben ist. In den Interpretationen, die das Programm der Veranstaltung begleiten, wird die Verbindung der Špenzle mit dem Grenzererbe hervorgehoben: vom Einfluss der Uniformen und Kleidungsvorschriften bis zur späteren „Verwurzelung“ des Kleidungsstücks in der folkloristischen Tradition, wo Špenzle kein militärisches Zeichen mehr, sondern ein Symbol für Zugehörigkeit und Ästhetik sind.
Gerade deshalb ist die Wahl des Themas nicht nur eine stilistische Entscheidung, sondern ein Versuch, der Öffentlichkeit zu erklären, wie historische Schichten, Staatsgrenzen und gesellschaftliche Veränderungen auch an der Kleidung abgelesen werden können. Die Organisatoren möchten durch das diesjährige Motto zeigen, dass Kleidung gleichzeitig eine Geschichte über die Wirtschaft vergangener Jahrhunderte, über Handwerk und Fertigkeiten, über die Verfügbarkeit von Materialien, aber auch über den Stolz einer Gemeinschaft ist, die gelernt hat, ihre Besonderheiten zu bewahren. Besucher, die wegen der Veranstaltungen nach Županja kommen, möchten oft mehrere Tage bleiben, daher wird auch in diesem Jahr eine erhöhte Nachfrage nach
Unterkünften in Županja während des Šokačko sijelo erwartet.
Feierliche Eröffnung und Wahl der Šokački cvit: eine Veranstaltung, die über eine klassische Wahl hinausgeht
Die Veranstaltung wird am 6. Februar eröffnet, wenn die zentrale Feier und die Wahl der
Šokački cvit 2026 (Schokatzen-Blüte) auf dem Programm stehen. Teilnahmeberechtigt sind Mädchen im Alter von 16 bis 25 Jahren. Nach den von den Organisatoren übermittelten Regeln präsentieren sich die Teilnehmerinnen in einer zeitlich und stilistisch einheitlichen traditionellen Tracht mit entsprechendem Schuhwerk, Kopfschmuck und Frisur, passend zu Anlässen aus dem einstigen Leben. Es wird besonders hervorgehoben, dass es sich um eine Veranstaltung handelt, bei der die Kenntnis und Präsentation des Erbes bewertet wird; die Fachjury besteht aus Ethnologen, Kulturanthropologen und Folkloristen. Gemäß den angekündigten Bestimmungen ist die Teilnehmerzahl begrenzt, und der Titel kann in der Regel nicht zweimal gewonnen werden, wodurch sichergestellt werden soll, dass jede Generation ihre Vertreterin bekommt.
In Županja wird die Šokački cvit als öffentlich erkennbares Symbol für Jugend und Traditionspflege wahrgenommen, daher wird die Wahl mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt, sowohl in der Stadt selbst als auch unter den ausgewanderten Einwohnern von Županja. Solche Programme sind neben Folkloreaufführungen oft auch ein Motiv für Besucher aus anderen Teilen Kroatiens, die neben den Abendveranstaltungen auch einen Wochenendbesuch planen, weshalb im Zeitraum der Veranstaltung ein größeres Interesse an
Unterkunftsangeboten in Županja und Umgebung erwartet wird.
Fasching-Reiten und Faschingsumzug: Straßen als lebendige Bühne der Bräuche
Einer der attraktivsten Teile des Šokačko sijelo, der Jahr für Jahr eine große Anzahl von Zuschauern anzieht, ist das
Fasching-Reiten. Die Organisatoren kündigen an, dass am 8. Februar Reiter durch die Stadtstraßen ziehen und symbolisch den Beginn des Sijelo ankündigen werden. Die Rückkehr der Reiter ist eine Woche später geplant, wenn sie den großen Faschingsumzug anführen sollen. Solche Szenen, mit Trachten, Pferden und Begleitung durch Tamburitza-Musik, schaffen ein Erlebnis, das für viele Besucher die erste Begegnung mit der kontinentalen Traditionspflege in ihrer „lebendigen“ Ausführung ist.
Das Faschingssegment der Veranstaltung in Županja ist keine bloße Kulisse, sondern eine Fortsetzung von Bräuchen, die in den Dörfern und Städten Slawoniens die Rolle der sozialen Zusammenkunft, des gemeinsamen Besuchs und des öffentlichen „Eintritts“ in die Fastenzeit hatten. Das Sijelo erinnert auch in diesem Jahr durch solche Inhalte daran, dass Tradition kein statisches Bild aus einem Museum ist, sondern eine Praxis, die wiederholt, angepasst und weitergegeben wird. Für Gäste, die sowohl das Vormittags- als auch das Abendprogramm erleben möchten, ist eine praktische Option die
Unterkunft in der Nähe der Veranstaltungsorte in Županja, insbesondere an den Tagen, an denen Umzüge und Reiten stattfinden.
Festival „Šokačke pisme“ und Abend der Vokalgruppen: Tamburitza und Stimme als Identität der Region
Das diesjährige Programm umfasst auch das
21. Festival „Šokačke pisme“, das für den 8. Februar angekündigt ist. Damit betont das Sijelo zusätzlich die musikalische Dimension der Schokatzen-Kultur, in der Tamburitza, mehrstimmiger Gesang und traditionelle Lieder Schlüsselelemente der Identität sind. Einen Tag zuvor, am 7. Februar, ist ein Abend der Gesangsgruppen unter dem Titel
„Soll man singen, soll man hören“ geplant, der im Programm von Županja traditionell Interpreten versammelt, die dem vokalen Erbe gewidmet sind.
Der musikalische Teil des Šokačko sijelo umfasst nach Ankündigungen bei der Programmvorstellung in diesem Jahr auch Auftritte populärer Interpreten neben erstklassigen Tamburitza-Spielern, womit versucht wird, den traditionellen Kern mit attraktiven Inhalten für ein breiteres Publikum zu verbinden. Die Organisatoren betonen dabei, dass das Ziel darin besteht, den erkennbaren Charakter der Veranstaltung beizubehalten, aber auch zu ermöglichen, dass sich in Županja zur Zeit des Sijelo verschiedene Generationen versammeln, von Kindern und Jugendlichen bis zu den älteren Bewahrern der Bräuche.
Messe des Goldenen Fadens: Tradition, die auch wirtschaftliches Gewicht bekommt
Ein wichtiges Segment der Veranstaltung ist die
XIV. Messe des Goldenen Fadens, die gemäß der Ankündigung des Tourismusverbandes und Medienberichten vom 12. bis 15. Februar 2026 unter einem großen Zelt auf dem König-Tomislav-Platz stattfindet. Die Messe bringt Aussteller, Familienbauernhöfe, Handwerker und Vereine nach Županja und bietet Besuchern Handarbeiten, originelle Souvenirs, Goldstickereien, Ethno-Kreationen, Schmuck und verschiedene einheimische Produkte. Angekündigt ist auch eine feierliche Eröffnung am 12. Februar in den Vormittagsstunden, mit der Botschaft, dass dies ein Teil des Programms ist, der von Jahr zu Jahr an Besucherzahlen und Einfluss auf das lokale Angebot wächst.
Gerade die Messe des Goldenen Fadens zeigt, wie das Šokačko sijelo nicht nur als kulturelle Veranstaltung fungiert, sondern auch als Ereignis, das den Konsum in Gastronomie und Handel fördert und kleinen Produzenten Raum bietet, sich einem breiteren Publikum zu präsentieren. In diesen Tagen fungiert Županja als Messestadt, und für Gäste, die den Besuch der Messe mit den Abendprogrammen kombinieren möchten, ist es am praktischsten, den Aufenthalt im Voraus über eine
Unterkunft für Besucher des Šokačko sijelo in Županja zu planen.
Ausstellungen, „Glanz der goldenen Dukaten“ und Bauernfest: wenn Kleidung zum Raum der Begegnung wird
Das Programm umfasst auch Ausstellungsinhalte, die dem Publikum die Details der traditionellen Kleidung näherbringen. Angekündigt ist die Ausstellung von Volkstrachten, Gold und Fotografien
„Glanz der goldenen Dukaten“ vom Autor Zvone Ilić, die die Ästhetik und Symbolik von Schmuck und Ornamentik betont. Dukaten sind in der slawonischen Tradition nicht nur Schmuck, sondern auch ein Zeichen des Familienstatus, des Wertes und der Vererbung, weshalb Ausstellungen, die dem „Gold“ gewidmet sind, oft zu den meistbesuchten Programmen gehören.
Einen besonderen Platz nimmt auch das weithin bekannte
Bauernfest „Über die eigene Kleidung und das eigene Brot“ ein, das im Kontext von Županja als abschließendes Massenereignis beschrieben wird, bei dem Besucher in Trachten, Trachtenteilen oder Ethno-Kreationen gekleidet kommen und oft Essen und traditionelle Produkte von zu Hause mitbringen. Eine solche Praxis verwandelt den Saal oder das Zelt in eine gemeinsame Tafel und ein gesellschaftliches Ereignis, an dem die ganze Gemeinschaft teilnimmt, von Familien bis zu Vereinen, bei Musik und Tanz bis spät in die Nacht.
Treffen der Volksdichter und Buchvorstellungen: Erbe als Geschichte und nicht nur als Kostüm
Das Šokačko sijelo umfasst traditionell auch Programme, die die geschriebene und erzählerische Dimension des Erbes betonen. Angekündigt ist das
Treffen der Volksdichter, ein Treffen von Autoren, die durch Verse und Prosa slawonische Themen, Sprache, Bräuche und lokale Schicksale festhalten. Darüber hinaus können Besucher zwischen Abenden mit Buch- und Monografienvorstellungen wählen, in denen das Erbe durch Geschichten, Biografien und Forschungsarbeit interpretiert wird.
In den Ankündigungen wird besonders das Bilderbuch von Marta Huber und Mislav Lešić Đurakov
„Groß bin ich am Körper, stark bin ich an der Seele – die Geschichte des stärksten Mannes der Welt“ hervorgehoben, das Marijan Matijević gewidmet ist, einer originellen historischen Figur, auf die die Einwohner von Županja besonders stolz sind. Medienberichten zufolge lebte Matijević nach seiner Heirat in Županja und gründete dort eine Familie; in der Stadt ist ihm auch ein Wandgemälde gewidmet, was zusätzlich zeigt, wie lokale Identität auch durch persönliche Geschichten aufgebaut wird.
Organisatoren und Botschaften bei der Programmvorstellung: Kultur, Tourismus und Lokalpolitik
Bei der Vorstellung des Programms des 59. Šokačko sijelo sprachen laut Berichten von der Veranstaltung Vertreter der Stadt- und Tourismusverwaltung sowie der Organisationskomitees. Als Vorsitzender des Organisationskomitees wurde der Bürgermeister von Županja, Damir Juzbašić, hervorgehoben, während in den Ankündigungen auch der Vorsitzende des Exekutivkomitees, Damir Bačić, erwähnt wird. Der Direktor des Tourismusverbandes der Stadt Županja, Kruno Šarić, betonte die touristische Dimension der Veranstaltung und das Wachstum der Besuche in den letzten Jahren, während der Gespan der Gespanschaft Vukovar-Srijem, Ivan Bosančić, über die Bedeutung der Unterstützung traditioneller Veranstaltungen und kultureller Vereine sprach.
Solche Botschaften deuten auf einen breiteren Trend hin: Veranstaltungen der traditionellen Kultur werden immer häufiger als Teil der Kulturpolitik und der lokalen Entwicklung betrachtet, insbesondere in slawonischen Umgebungen, die die Bevölkerung halten, die Sichtbarkeit stärken und die Wirtschaft durch Ereignisse ankurbeln wollen. Das Šokačko sijelo hat dabei einen zusätzlichen Vorteil, da es auf einer starken lokalen Identität und auf Inhalten basiert, die auf der Straße, im Zelt, auf der Bühne und in den Familienhäusern „gelebt“ werden können.
Županja in 12 Tagen des Sijelo: wie Tradition weitergegeben wird und wer sie trägt
Was das Šokačko sijelo erkennbar macht, ist nicht nur die Anzahl der Aufführungen, sondern die Tatsache, dass die Träger des Programms lokale Vereine, Kultur- und Kunstvereine, Tamburitza-Ensembles, Reiter, Volksdichter und Einzelpersonen sind, die die Details der Kleidung und Bräuche kennen. In dem Jahr, in dem Špenzle im Mittelpunkt stehen, wird der Schwerpunkt zusätzlich auf das Verständnis der Kleidungsschichten, Schnitte und Verzierungen gelegt, da jedes Detail seinen Platz hat: vom Material und der Art des Nähens bis hin zu der Frage, zu welchem Anlass was getragen wird.
Die Veranstaltung verwandelt sich so in eine große Freiluftschule des Erbes, in der das Publikum durch Zuschauen, Zuhören und Mitmachen lernt. Županja wird, zumindest für diese zwölf Tage, zu einer Stadt, in der Tradition nicht durch trockene Definitionen erklärt, sondern durch Ereignisse, Gesang, Reiten, Ausstellungen und eine gemeinsame Tafel gezeigt wird. In diesem Sinne fungiert auch das diesjährige Motto „Meine Špenzle, meine Grenzer-Kleidung“ als Erinnerung daran, dass die Geschichte dieser Region in die Kleidung eingenäht ist und dass Identität am leichtesten zu verstehen ist, wenn man sie in Bewegung unter den Menschen sieht.
Quellen:- - Kroatische Zentrale für Tourismus (HTZ) – Ankündigung des 59. Šokačko sijelo und Übersicht der Schlüsselprogramme (Link)
- - HRT Radio Osijek – Bericht über die Programmvorstellung und Aussagen der Organisatoren (Link)
- - Glas Slavonije – Bericht über das Programm des 59. Šokačko sijelo (Link)
- - Glas Slavonije – Ankündigung und Details der XIV. Messe des Goldenen Fadens (Daten, Ort, Aufruf an Aussteller) (Link)
- - Gradonačelnik.hr – Zusammenfassung der Programmvorstellung, Akteure und touristischer Kontext (Link)
- - Budica.info (nach dem Tourismusverband der Stadt Županja) – Details zu Anmeldungen und Bestimmungen der Wahl der Šokački cvit (Link)
- - Hrčak (wissenschaftliche Arbeit) – ethnologischer Kontext von Špenzle/Rekle und Verbindung zur Grenzerkleidung (Link)
- - Heimatmuseum „Stjepan Gruber“ Županja – Bildungsdarstellung über Špenzle und Grenzeruniformen in Museumsprogrammen (Link)
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Erstellungszeitpunkt: 2 Stunden zuvor