Neues Handbuch für Partnerschaften im indigenen Tourismus in Edmonton vorgestellt: Fokus auf Respekt, Souveränität und langfristige Beziehungen
In Edmonton wurde während der 2026 International Indigenous Tourism Conference (17.–19. Februar 2026) ein neues kostenloses Handbuch vorgestellt, das sich an Destinationsorganisationen und Tourismusverbände richtet, die eine Zusammenarbeit mit indigenen Gemeinschaften auf eine Weise entwickeln möchten, die auf Respekt, klaren Regeln und der echten Einbindung indigener Führung basiert. Das Tool mit dem Namen
Indigenous-Led Tourism Partnership Toolkit wurde gemeinsam von
Destinations International, der
Indigenous Tourism Association of Canada (ITAC) und der
American Indigenous Tourism Association (AIT) entwickelt, mit Unterstützung der Destinations International Foundation, und wurde öffentlich als Antwort auf den häufigen Bedarf von Destinationsinstitutionen nach konkreten Leitlinien hervorgehoben, wie solche Partnerschaften ohne symbolische Gesten und kurzfristige Kampagnen angegangen werden können.
Die Konferenz findet im Edmonton Convention Centre im Zentrum von Edmonton statt, mit der Partnerrolle von Indigenous Tourism Alberta, Explore Edmonton und Travel Alberta, in dem Gebiet, das als Amiskwacîwâskahikan bekannt ist, auf dem Treaty-6-Territorium. Für Besucher, die wegen des Programms in die Stadt kommen, bleibt die Logistik ein wichtiger Teil des Erlebnisses, daher gehört auch in diesem Jahr zu den praktischen Fragen, wo man
Unterkünfte in Edmonton während der Konferenz findet und wie man möglichst nahe an den Veranstaltungsorten, kulturellen Touren und Abendprogrammen ist.
Warum das Handbuch wichtig ist und für wen es gedacht ist
Destinationsorganisationen, Convention Bureaus und verwandte Institutionen im Tourismus suchen in den letzten Jahren immer häufiger nach Wegen, indigene Geschichten, Kultur und Erlebnisse in das Angebot und die Identität einer Destination einzubeziehen. Doch der Unterschied zwischen authentischer Zusammenarbeit und oberflächlichem „Dekorieren“ einer Destinationsmarke kann entscheidend sein: Im ersten Fall bleiben die Vorteile in der Gemeinschaft, kulturelle Integrität wird bewahrt und lokale Governance wird gestärkt, während im zweiten das Risiko kultureller Aneignung, ungleicher Verträge und Reputationsschäden wächst.
Das Handbuch geht daher von der Idee aus, dass indigene Völker nicht nur „Stakeholder“ im klassischen Sinn sind, sondern
Rechtsträger und Gemeinschaften mit eigenen Formen der Governance, Protokollen und Erwartungen. Die zentrale Botschaft lautet, dass Partnerschaften im indigenen Tourismus
indigen geführt sein müssen und Destinationsinstitutionen in den Prozess mit einem Verständnis des historischen Kontexts, ungleicher Machtverhältnisse und der Verpflichtung eintreten sollten, lokale Regeln, Sprache und Entscheidungswege zu respektieren.
Kontext: die Konferenz in Edmonton und das breitere Interesse am indigenen Tourismus
Die diesjährige Ausgabe der International Indigenous Tourism Conference in Edmonton versammelt laut den Organisatoren eine große Zahl von Betreibern, Unternehmern, Behördenvertretern und Industriepartnern sowie internationale Delegationen aus mehreren Regionen. Das Programm betont Networking, Plenarvorträge und Workshops, aber auch kulturelle Touren und Veranstaltungen, die lokale Gemeinschaften durch Essen, Musik und Begegnungen mit Traditionsträgern präsentieren. In den einleitenden Teilen der Konferenz wird besonders das Protokoll der lokalen Völker hervorgehoben, einschließlich zeremonieller Elemente und der Programmführung gemeinsam mit Ältesten und kulturellen Darbietenden.
Für viele Besucher, insbesondere diejenigen, die zum ersten Mal nach Edmonton kommen, ist es in der Praxis wichtig, Zeitplan, Transport und Aufenthalt abzustimmen, daher werden neben offiziellen Informationen häufig auch Tipps gesucht wie etwa, wo
Unterkünfte nahe dem Konferenzort in Edmonton sind und wie einfach es ist, die Orte der kulturellen Touren zu erreichen.
Was das Handbuch konkret bringt: von der „Absicht“ zu operativen Schritten
Das Handbuch ist als praktischer Leitfaden angelegt, der versucht, die Lücke zwischen gutem Willen und tatsächlicher Umsetzung zu überbrücken. Im Mittelpunkt stehen Schritte, die Destinationsorganisationen helfen, eine Zusammenarbeit aufzubauen, die Bestand hat, messbare Wirkungen hat und indigene Entscheidungsstrukturen nicht umgeht.
In Kürze werden folgende Bereiche betont:
- Vorbereitung und Lernen: vor dem ersten „geschäftlichen“ Gespräch wird eine gründliche Vorbereitung empfohlen, das Kennenlernen der Geschichte des Gebiets, der heutigen Governance-Strukturen und lokaler Protokolle sowie die Bereitschaft zuzuhören und den Ansatz zu korrigieren.
- Anerkennung von Souveränität und Governance: indigene Gemeinschaften und ihre Institutionen werden als Rechtsträger behandelt, unter Respektierung der Art, wie sie Entscheidungen treffen und Entwicklungsprioritäten festlegen.
- Touristische „Bereitschaft“ nach Definition der Gemeinschaft: das Handbuch ermutigt dazu, dass Kapazitäten und Entwicklungstempo nicht von außen vorgegeben werden, sondern dass die Gemeinschaften selbst bestimmen, was sie wollen, wann und unter welchen Bedingungen.
- Formalisierung der Beziehung: als Beispiele werden Memorandums of Understanding und ähnliche Rahmen genannt, die helfen können, Erwartungen, Rollen und Verantwortlichkeiten klar zu halten und Beziehungen stabiler zu machen.
- Einbindung im gesamten Destinationssystem: betont wird, dass eine indigene Partnerschaft nicht nur eine Marketing-„Geschichte“ ist, sondern Teil von Destinations-Governance, Beschaffung, Besucherbildung, Vor-Ort-Services und Kommunikation in Krisensituationen.
- Besucherbildung: vorgeschlagen werden Strategien, die Gästen helfen, Verhaltensregeln, kulturelle Sensibilitäten und den Kontext des Ortes, den sie besuchen, zu verstehen, damit Reisen verantwortungsvoller und sinnvoller wird.
Besonders wichtig ist die Botschaft, dass Erfolg nicht an der Zahl der Posts oder einmaligen Kampagnen gemessen wird, sondern an der Qualität der Beziehungen, der fairen Verteilung der Vorteile und daran, wer das Narrativ kontrolliert. In der Praxis bedeutet das auch, dass bei Promotion und Verkauf berücksichtigt werden muss, wer das Recht hat, bestimmte Geschichten, Symbole und Orte zu repräsentieren, und wie kulturelle Güter und Wissen geschützt werden.
Wirtschaft und gesellschaftliche Wirkungen: wachsendes Interesse, aber auch Bedarf an Regeln
Die Veröffentlichung des Handbuchs erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Organisationen auf beiden Seiten der Grenze die zunehmende wirtschaftliche Bedeutung des indigenen Tourismus betonen. In Kanada verzeichnete der indigene Tourismussektor im Jahr 2023 laut einer Analyse des Conference Board of Canada, die für ITAC erstellt wurde, eine starke Gesamtwirkung durch Einnahmen und Arbeitsplätze, mit Daten, die häufig als Argument angeführt werden, dass die Entwicklung langfristig unterstützt und richtig strukturiert werden sollte. Auf der anderen Seite hebt AIT in seinen Materialien den Umfang indigener Unternehmeraktivität im Tourismus in den USA und die Verbindung zu einer großen Zahl von Beschäftigten hervor und betont, dass es sich um ein Segment mit klarem Potenzial, aber auch sensiblen kulturellen Dimensionen handelt.
Gerade deshalb lautet die Botschaft des Handbuchs nicht „schneller und mehr“, sondern „vorsichtiger und gerechter“. Tourismus kann Raum für Beschäftigung, die Stärkung lokaler Unternehmen und internationale Sichtbarkeit öffnen, doch ohne klare Standards und gleichberechtigte Partnerschaften riskiert er, alte Muster zu reproduzieren, in denen die lokale Gemeinschaft am wenigsten von ihrer eigenen Kultur und ihrem Raum profitiert.
Authentizitätsstandards und „The Original Original“ als Beispielmodell
Im kanadischen Kontext entwickelt ITAC seit Jahren Modelle, die Besuchern und Partnern helfen sollen, authentische, indigen geführte Produkte von solchen zu unterscheiden, die nur Motive nutzen. Ein Werkzeug, das dabei in breiteren Kommunikationsmaßnahmen des Sektors erwähnt wird, ist das Akkreditierungsprogramm „The Original Original“, gedacht als Kennzeichnung, die indigenes Eigentum und Standards operativer Qualität hervorhebt. Die Logik ist einfach: Wenn eine Destinationsinstitution ein Angebot mit indigenen Erlebnissen aufbauen will, muss sie wissen, wie Authentizität überprüft wird, wie eine Zusammenarbeit fair vertraglich geregelt wird und wie eine Situation vermieden wird, in der indigene Kultur zum Dekor wird.
Was das für Destinationen außerhalb Nordamerikas bedeutet
Obwohl das Handbuch durch eine kanadisch-amerikanische Partnerschaft entwickelt wurde, ist seine Nutzbarkeit breiter, weil es universelle Fragen von Machtverhältnissen, Eigentum an Geschichten und dem Recht der Gemeinschaften auf ihre eigene Entwicklung behandelt. Tourismusverbände, Destinationsmarketing-Organisationen und Städte, die mit indigenen Völkern oder Minderheitengemeinschaften arbeiten möchten, können daraus zwei zentrale Lektionen ziehen: erstens, dass Zusammenarbeit nicht mit einer Kampagne beginnt, sondern mit einer Beziehung; zweitens, dass der beste Schutz vor Fehlern gerade ein transparenter Prozess ist, mit klaren Rollen und langfristigen Verpflichtungen.
Für Reisende und Delegierte, die in diesem Zeitraum nach Edmonton kommen, ist die Stadt in diesen Tagen zugleich Konferenzzentrum und Ort der Begegnung mit lokaler Identität, daher überrascht es nicht, dass in praktischen Guides häufig auch
Unterkünfte für Besucher in Edmonton gesucht werden, die einen einfachen Zugang zu Programmen ermöglichen, aber auch Zeit, die Stadt außerhalb des offiziellen Zeitplans kennenzulernen.
Verantwortung von Destinationsinstitutionen: vom Marketing hin zur Governance
Einer der sensibelsten Punkte im Tourismus ist die Grenze zwischen Promotion und dem Management von Auswirkungen. Das Handbuch besteht daher darauf, dass die indigene Stimme nicht auf eine „Geschichte für eine Broschüre“ beschränkt sein darf, sondern in der Entscheidungsfindung präsent sein muss: in der Art, wie Reiserouten gestaltet werden, in Verträgen mit Lieferanten, in Verhaltensregeln für Besucher, in der Schulung von Mitarbeitenden und Guides und sogar darin, wie die Destination kommuniziert, wenn es zu Konflikt oder Krise kommt. In der Praxis bedeutet das mehr Arbeit „hinter den Kulissen“, aber auch eine geringere Wahrscheinlichkeit, dass die Destination einen Fehler macht, der später schwer zu beheben ist.
In Edmonton zeigt sich dieser Ansatz auch durch das Konferenzformat, das neben geschäftlichen Inhalten kulturelle Touren und Begegnungen einschließt und deutlich macht, dass sich indigener Tourismus nicht in Fotos erschöpft, sondern in Beziehungen, Regeln und dem Verständnis des Ortskontexts.
Quellen:- Destinations International – Seite zum Handbuch „Indigenous-Led Tourism Partnership Toolkit“ mit Beschreibung der Ziele und Zugang zur Ressource (link)- Edmonton Convention Centre – offizielle Angaben zu Termin und Details der International Indigenous Tourism Conference 17.–19. Februar 2026 (link)- PAX News – Ankündigung und Kontext der Konferenz in Edmonton, einschließlich Programm und erwarteter Teilnehmerzahl (link)- Indigenous Tourism Association of Canada / Conference Board of Canada – „Indigenous Tourism Sector Impact in Canada“ (Januar 2025), zentrale Wirtschaftskennzahlen für 2023 (link)- American Indigenous Tourism Association – Forschung und Berichte zum wirtschaftlichen Effekt indigener Tourismusunternehmen in den USA (Überblick) (link)- American Indigenous Tourism Association – Informationsblatt mit Zahlen zu Beitrag und Beschäftigung im Jahr 2020 (link)
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Erstellungszeitpunkt: 2 Stunden zuvor