ITF Slovakiatour in Bratislava: Slowaken suchen mehr als Sonne und Meer – wachsendes Interesse an Campingplätzen, Radfahren und „versteckten“ kroatischen Reisezielen
Das kroatische Tourismusangebot stieß auf dem slowakischen Markt erneut auf große Resonanz bei der internationalen Tourismusmesse ITF Slovakiatour, die vom 29. bis 31. Januar 2026 in Bratislava stattfand, parallel zur Gastronomiemesse Danubius Gastro, einer der wichtigsten Veranstaltungen für das Gastgewerbe und die Lebensmittelindustrie in der Slowakei. Am kroatischen Stand, organisiert von der Vertretung der Kroatischen Zentrale für Tourismus (HTZ) in der Slowakei, versammelten sich slowakische Medien, Reiseveranstalter und Partner aus dem Tourismussektor, wobei sich die Gespräche um die Erwartungen für die kommende Saison, Änderungen der Reisegewohnheiten und die Art und Weise drehten, wie kroatische Reiseziele auf die steigende Nachfrage nach aktivem und inhaltlich reicherem Urlaub reagieren können.
Slowakische Gäste reisen meist auf dem Landweg nach Kroatien, was die kurze Entfernung zur Adria zu einem der wichtigsten Wettbewerbsvorteile gegenüber entfernteren Mittelmeerzielen macht. Genau deshalb wurden auf der Messe neben Inhalten und Unterkünften oft praktische Fragen besprochen: Routenplanung, Staus in der Hochsaison, Möglichkeiten für Aufenthalte in der Nebensaison und die Kombination mehrerer Regionen in einer Reise.
Fokus der Messe: Reiseplanung, aber auch Trends in der Gastronomie
Die ITF Slovakiatour in Bratislava ist ein traditioneller Ort, an dem sich Reiseziele, Reiseveranstalter und das Publikum treffen, das bereits in den Wintermonaten den Frühling und Sommer plant. Die diesjährige Ausgabe gewann durch die parallele Durchführung der Messe Danubius Gastro zusätzlich an Gewicht, sodass ein Teil der Besucher gleichzeitig Inspiration für Reisen und Neuheiten aus der Gastronomie suchte. Eine solche Kombination ermöglicht laut Veranstalter den Besuch mit einer einzigen Eintrittskarte und bringt ein Publikum zusammen, das Kroatien immer häufiger als Erlebnisziel und nicht nur zum Baden und Sonnenbaden wahrnimmt.
Für die kroatischen Aussteller ist dies ein wichtiger Rahmen: Ein Reisender, der sich für Gastronomie interessiert, sucht oft gleichzeitig nach lokalen Produkten, Veranstaltungen und authentischen Orten, was zum wachsenden Interesse an weniger bekannten Reisezielen passt. In diesem Sinne war der Messeauftritt nicht nur eine Werbung für bekannte Orte, sondern auch eine Gelegenheit, die Vielfalt des Angebots hervorzuheben – von Campingplätzen und Radtourismus bis hin zu Ausflügen ins Hinterland und Erlebnissen auf dem Kontinent.
Kroatischer Stand: Medien, Reiseveranstalter und Treffen mit Minister Rudolf Huliak
Nach Angaben der HTZ wurde die kroatische Ausstellungsfläche von Vertretern zahlreicher slowakischer Medien besucht, und zahlreiche Reiseveranstalter nahmen an der Veranstaltung teil. Unter den Gästen waren der Sekretär des Verbandes der Reisebüros SACKA Radoslav Oliver Košik und der Vertreter der Botschaft der Republik Kroatien in der Slowakei Mirko Boch. Es fand auch ein kurzes Arbeitstreffen mit Rudolf Huliak statt, dem slowakischen Minister für Tourismus und Sport, was die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus in den bilateralen Beziehungen und den Erfahrungsaustausch im Management der Tourismusentwicklung zusätzlich hervorhob.
Solche Treffen am Rande von Messen haben meist ein sehr konkretes Ziel: die Sichtbarkeit des Reiseziels auf dem Markt zu erhalten und die Zusammenarbeit mit wichtigen Vertriebspartnern, aber auch in der Kommunikation mit der Öffentlichkeit zu festigen. Für Kroatien, das in Mitteleuropa einen starken Kreis treuer Gäste hat, bedeutet die Kontinuität der Präsenz auf Messen wie der Slovakiatour in der Praxis eine stabilere Nachfrage und eine bessere Vorbereitung auf die Saison.
Slowakischer Markt an der Spitze: 2025 als ein weiteres Rekordjahr
Der Direktor der HTZ-Vertretung für Tschechien und die Slowakei, Miodrag Mlačić, betonte, dass Kroatien 2025 die erste Wahl für die Slowaken war und dass von diesem Markt aus „ein weiteres Rekordjahr in Folge“ erzielt wurde. Die HTZ schätzt, dass sich die positiven Trends auch 2026 fortsetzen werden, wobei die Slowakei seit Jahren eine stabile Position unter den zehn wichtigsten Quellmärkten für den kroatischen Tourismus einnimmt.
Im weiteren Kontext schloss der kroatische Tourismus das Jahr 2025 mit mehr als 21,8 Millionen Ankünften und 110,1 Millionen Übernachtungen ab, was laut Daten des eVisitor-Systems das bisher höchste Niveau ist. Solche Ergebnisse verleihen den Einschätzungen zusätzliches Gewicht, dass sich die Nachfrage aus den mitteleuropäischen Märkten, einschließlich der Slowakei, auch im Jahr 2026 fortsetzen wird.
Besonders wichtig ist, dass in der Kommunikation gegenüber Märkten wie dem slowakischen immer häufiger das ganzjährige Potenzial betont wird. Wenn Kroatien das Wachstum ohne zu großen Druck auf die meistbesuchten Reiseziele in der Hochsaison beibehalten möchte, ist die logische Richtung die Stärkung des Angebots außerhalb von Juli und August sowie eine stärkere Inwertsetzung der kontinentalen Regionen und Erlebnisse im Hinterland.
Was Slowaken am meisten suchen: Campingplätze, Radfahren und weniger bekannte Orte
Obwohl die Adria weiterhin der stärkste Magnet ist, betonen die Organisatoren des Auftritts, dass die Messebesucher in diesem Jahr besonders nach Informationen über Campingplätze, Radrouten und sogenannte weniger bekannte Orte suchten. Dieser Wandel ist kein Zufall: Reisepreis, Flexibilität der Unterkunft und der Wunsch nach einem „authentischen“ Erlebnis sind immer wichtigere Motive bei der Wahl des Reiseziels.
Campingplätze sind dabei nicht mehr ausschließlich ein Synonym für Basisinfrastruktur. Im kroatischen Angebot wächst der Anteil an Campingplätzen mit höherem Serviceniveau, Mobilheimen, Einrichtungen für Familien und Aktivurlaub sowie Konzepten, die Natur und Komfort kombinieren. In Gesprächen auf der Messe bezog sich das Interesse besonders auf das Camping in der Nähe von Nationalparks, an der Küste, aber auch im Landesinneren, wo sich das Angebot an Flüssen und Seen entwickelt.
Radfahren ist das zweite Thema, das sich als „Schlüsselwort“ des Gesprächs aufdrängte. Der slowakische Markt ist traditionell dem Straßen- und Freizeitradsport zugeneigt, und Kroatien hat in diesem Segment den Vorteil eines vielfältigen Reliefs – von leichteren Küstenrouten bis zu anspruchsvolleren Anstiegen im Hinterland. Dabei werden immer häufiger Informationen über markierte Wege, Servicepunkte, fahrradfreundliche Unterkünfte und Möglichkeiten zur Kombination von Radfahren mit Gastronomie und lokaler Kultur gesucht.
Die dritte Kategorie des Interesses bezieht sich auf weniger bekannte Orte. In der Praxis bedeutet dies, dass ein Teil der Gäste die am stärksten belasteten Punkte in der Hochsaison meiden und Reiseziele finden möchte, die ein ruhigeres Tempo, lokale Veranstaltungen, Naturattraktionen und Erlebnisse außerhalb der Standardrouten bieten. Bei solchen Anfragen werden oft konkrete Empfehlungen für Kurzreisen, Autorouten, Pläne für mehrtägige Aufenthalte und Inhalte gesucht, die mit dem Baden kombiniert werden können, aber nicht ausschließlich davon abhängen.
Warum sich die Nachfragestruktur ändert
Die Änderung des Interesses der Messebesucher fügt sich in einen breiteren europäischen Trend ein. Nach Jahren, in denen der Schwerpunkt auf dem klassischen „Sommerurlaub“ lag, suchen immer mehr Reisende einen aktiven, thematischen oder erlebnisorientierten Urlaub. Ein zusätzlicher Anreiz sind auch die klimatischen Bedingungen: Ein Teil der Touristen verteilt die Reisen auf die Vor- und Nachsaison, wenn die Bedingungen für Bewegung, Sport und Aufenthalt in der Natur angenehmer sind.
Für Kroatien eröffnet dies die Frage nach einer gleichmäßigeren regionalen Entwicklung des Tourismus. Wenn sich ein Teil der Nachfrage von der Hochsaison auf Zeiträume außerhalb von Juli und August verlagert und wenn sich das Interesse auf kontinentale Gebiete und weniger bekannte Küstenorte ausbreitet, vergrößert sich der Raum für eine bessere Verteilung der Einnahmen und eine Entlastung der meistbesuchten Reiseziele. In der Praxis erfordert dies Investitionen in Infrastruktur, öffentlichen Verkehr, Instandhaltung von Wegen, Standards auf Campingplätzen und Management der Besucherströme.
Zusätzlich sind Märkte wie der slowakische oft sensibel für das Preis-Leistungs-Verhältnis. Deshalb ist die Botschaft über die Vielfalt des Angebots wichtig: Einem Gast, der mit dem Auto anreist und einen längeren Aufenthalt plant, ist es nicht egal, ob er Inhalte außerhalb des Strandes bekommt, ob er die lokale Gastronomie erleben kann, ob das Reiseziel für Radfahrer und Wanderer eingerichtet ist und ob es Optionen für Familien- oder „haustierfreundlichen“ Urlaub gibt.
Rolle der Reiseveranstalter und Medien: vom Verkauf von Arrangements bis zur Gestaltung von Erwartungen
Die Teilnahme von Reiseveranstaltern und Medien am kroatischen Stand zeigt, dass der slowakische Markt nicht nur auf individuelle Buchungen setzt. Obwohl der Online-Verkauf stark ist, bevorzugt ein Teil der Reisenden weiterhin die Sicherheit einer organisierten Reise, insbesondere wenn sie mehrere Reiseziele kombinieren oder außerhalb der Hauptsaison reisen.
Medien haben in diesem Prozess eine doppelte Rolle: Einerseits informieren sie über Neuigkeiten, Sicherheits- und Logistikfragen, andererseits prägen sie die Wahrnehmung des Reiseziels durch Geschichten über Erlebnisse, „versteckte“ Orte und Trends wie Radfahren oder Camping. Genau deshalb haben Auftritte wie dieser in Bratislava oft eine Wirkung, die über die Messetage selbst hinausgeht – Themen und Inhalte fließen in Beiträge, Reiseführer und Empfehlungen ein, die das Publikum bei der Reiseplanung nutzt.
In praktischer Hinsicht sammeln Reiseveranstalter auf Messen Informationen über neue Hotels und Campingplätze, Verkaufsbedingungen, Verfügbarkeit von Inhalten und Kooperationsmöglichkeiten mit lokalen Partnern. Wenn dazu noch mediale Sichtbarkeit kommt, entsteht eine Kombination, die frühere Buchungen fördern, aber auch die Struktur der Nachfrage verändern kann: zum Beispiel einen Teil der Gäste in die Nebensaison oder auf aktive Produkte umleiten, die die Abhängigkeit von der kurzen Sommerspitze verringern.
Was im Jahr 2026 zu erwarten ist: Erhalt des Interesses und Ausbau des Angebots
Botschaften der ITF Slovakiatour deuten auf ein weiterhin starkes Interesse an Kroatien hin, aber auch auf eine Änderung der Prioritäten eines Teils der Reisenden. Wenn sich die Trends bestätigen, wird ein stärkerer Fokus auf Paketen erwartet, die Aktivurlaub, Campingplätze höherer Kategorien, Themenrouten und Inhalte außerhalb der Hauptsaison beinhalten. Für kroatische Reiseziele bedeutet dies die Chance, neben dem Meer und dem weiterhin starken Angebot die Qualitätsprodukte im Landesinneren, auf Inseln außerhalb der Hauptströme und im Hinterland, das Natur, Kultur und Gastronomie bieten kann, auszubauen.
Gleichzeitig stehen öffentliche Institutionen und der Tourismussektor vor der Herausforderung der Nachhaltigkeit: Das Wachstum der Nachfrage muss mit dem Erhalt des Raums, der Kontrolle des Drucks auf die Infrastruktur und klaren Qualitätsstandards einhergehen. Der Erfolg auf der Messe in Bratislava ist daher nicht nur ein Marketingergebnis, sondern auch eine Erinnerung daran, dass Wettbewerbsfähigkeit zunehmend durch ein ganzjähriges Angebot, intelligentes Destinationsmanagement und Produkte aufgebaut wird, die den neuen Gewohnheiten der Reisenden entsprechen.
Quellen:- Kroatische Zentrale für Tourismus – Pressemitteilung zum Auftritt bei der ITF Slovakiatour in Bratislava und Interesse an Campingplätzen, Radfahren und weniger bekannten Orten (Link)
- Incheba Expo Bratislava – offizielle Seite der Messe ITF SLOVAKIATOUR & DANUBIUS GASTRO 2026 mit den Veranstaltungsterminen (Link)
- Kroatische Zentrale für Tourismus – offizielle Ergebnisse des Tourismusjahres 2025 (eVisitor) (Link)
- Kroatische Zentrale für Tourismus – Veröffentlichung zu den Ergebnissen des slowakischen Marktes und den Zahlen der Ankünfte/Übernachtungen im Jahr 2025 (bis Ende November) (Link)
- Ministerium für Tourismus und Sport der SR – offizielle Informationen zur Ministeriumsleitung (Link)
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Erstellungszeitpunkt: 4 Stunden zuvor