Im Zeitraum vom 26. bis 29. März 2025 fand in der malerischen Schweizer Stadt Luzern eine innovative Konferenz mit dem Namen Moverence statt, die dem regenerativen Tourismus gewidmet ist. Dieses einzigartige Ereignis versammelte mehr als 60 herausragende Tourismusexperten aus 17 europäischen Ländern, die durch einen dynamischen und interaktiven Ansatz die Möglichkeiten der Implementierung regenerativer Prinzipien im modernen Tourismussektor erforschten. Den Teilnehmern bot sich die Gelegenheit, Beispiele bester Praktiken zu analysieren, neue Konzepte zu entwickeln und die gegenseitige Zusammenarbeit mit dem Ziel langfristiger Nachhaltigkeit und einer ganzheitlichen Entwicklung touristischer Destinationen zu stärken.
Regenerativer Tourismus: Ein neues Paradigma im Tourismussektor
Regenerativer Tourismus stellt eine Weiterentwicklung traditioneller nachhaltiger Modelle dar, indem der Fokus von der Reduzierung negativer Auswirkungen auf die aktive Verbesserung von Ökosystemen und sozialen Strukturen verlagert wird. Dieser Ansatz betont die Bedeutung interner Werteveränderung, der Angleichung von Einstellungen und Verhaltensweisen sowie der Integrität als grundlegende Voraussetzungen für eine echte grüne Transformation. Im Gegensatz zu klassischen nachhaltigen Modellen, die sich auf die Minimierung von Schäden konzentrieren, zielt regenerativer Tourismus darauf ab, Raum, Gemeinschaften und Volkswirtschaften in einem besseren Zustand zu hinterlassen als vor der touristischen Aktivität.
Dynamisches Format der Moverence-Konferenz
Der Name "Moverence" entstand aus der Kombination der Wörter "Move" (Bewegung) und "Conference" (Konferenz), was das dynamische Format der Veranstaltung unterstreicht. Jeden Morgen starteten die Teilnehmer in Luzern zu verschiedenen Standorten in der Zentralschweiz, wo sie regenerative Projekte aus erster Hand studierten. Das Programm umfasste Besuche der UNESCO-Biosphäre in Entlebuch, des innovativen gastronomischen Zentrums CULINARIUM ALPINUM in Stans und des Restaurants Wiesner Mysterion in Bramboden. Dieser Ansatz ermöglichte den Teilnehmern direkte Erfahrungen und ein tieferes Verständnis regenerativer Praktiken vor Ort.
Kroatien unter den Pionieren des regenerativen Tourismus
Zu den Teilnehmern der Konferenz zählten auch zwei Vertreterinnen aus Kroatien, die Direktorinnen der Touristischen Gemeinschaft der Stadt Sveti Ivan Zelina und der Touristischen Gemeinschaft der Stadt Dugo Selo. Ihre aktive Teilnahme am Programm und der Austausch von Erfahrungen zeugen von dem wachsenden Interesse kroatischer Destinationen an der Implementierung regenerativer Prinzipien im Tourismus. Nach der Konferenz betonte die Direktorin von TZG Sveti Ivan Zelina, dass regenerativer Tourismus mit einer inneren Werteveränderung, der Angleichung von Einstellungen und Verhaltensweisen sowie Integrität beginnt, welche die Schlüsselvoraussetzungen für eine echte grüne Transformation darstellen.
Inspirierende Vorträge führender Experten
Die Moverence-Konferenz lud renommierte Experten im Bereich des regenerativen Tourismus ein. Unter ihnen hob die Gründerin des Sozialunternehmens Conscious.Travel die Bedeutung des Übergangs von der Theorie zur Praxis und der Implementierung der Prinzipien des regenerativen Tourismus in konkrete Projekte hervor. Der Mitbegründer der Initiative Regenerative Tourism Initiative sprach über die Gründe für den Glauben an regenerativen Tourismus, während der Autor eines Buches über regenerative Entwicklung die Argumente für die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels im Tourismus weiter untermauerte.
Lernen durch Erfahrung und sektorübergreifende Zusammenarbeit
Während der dreitägigen Konferenz besuchten die Teilnehmer mehrere Schlüsselorte: Neubad in Luzern, Landgasthof Hotel Drei Könige in Entlebuch, Wiesner Mysterion in Bramboden und CULINARIUM ALPINUM in Stans. Diese Besuche hinterließen einen besonderen Eindruck, da sie den Teilnehmern die Gelegenheit boten, Beispiele bester Praktiken im regenerativen Tourismus direkt zu erleben und zu analysieren. Anstelle klassischer Vorträge war das Konferenzprogramm um Bewegung und Interaktion herum konzipiert, was den Teilnehmern direkte Erfahrungen und ein tieferes Verständnis der Themen ermöglichte.
Eines der zentralen Ziele war der Besuch in Entlebuch, dem ersten UNESCO-Biosphärenreservat in der Schweiz. Während dieses Besuchs hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, Erfahrungen darüber zu hören, wie durch Gemeinschaft und Erzählung eine starke touristische Identität aufgebaut werden kann, wobei betont wurde, dass echte Veränderung eintritt, wenn sich Menschen verbinden und gemeinsam an nachhaltigen Lösungen arbeiten.
Über die Bedeutung der Zusammenarbeit sprach die Leiterin der Tourismuskoordination im Netzwerk Netzwerk Schweizer Pärke und betonte, dass gemeinsame Anstrengungen zur Entwicklung des regenerativen Tourismus beitragen. Ein Vertreter der akademischen Gemeinschaft präsentierte seine Forschungsarbeit sowie den innovativen Rahmen Regenerative Canvas zur Förderung einer nachhaltigen Transformation im Hotelgewerbe.
Eine Marketingprofessorin an der Universität St. Gallen präsentierte Beispiele regenerativen Erzählens in der Praxis – wie grünes Marketing dargestellt werden kann und wie (nicht) Nachhaltigkeit kommuniziert wird. Ein bekannter Koch, bekannt als "der Zauberer aus Entlebuch", teilte seine interpretative Geschichte über Kreativität und Kochen als eine Form der Kunst und als einen Weg, sich tief mit der Natur zu verbinden, indem er mit unkonventionellen Ressourcen experimentierte und diese zu einzigartigen Gerichten kombinierte.
Am letzten Tag der Konferenz besuchten die Teilnehmer das CULINARIUM ALPINUM, ein ehemaliges Kapuzinerkloster in Stans, das heute als Zentrum des alpinen kulinarischen Erbes dient und Restaurant, Hotel, Bildungs- sowie Konferenzzentrum vereint. In diesem einzigartigen Raum, in dem Tradition auf Innovation trifft, wurden Methoden zur Verknüpfung der lokalen Gastronomie mit der nachhaltigen Entwicklung der Region vorgestellt. Den Teilnehmern wurden konkrete Beispiele gezeigt, wie Kulinarik als Motor der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung wirken kann, insbesondere in alpinen Regionen mit einem reichen, aber oft vernachlässigten Erbe.
Während dieses inspirierenden Besuchs gingen die Redner auf die Schlüsselrolle der Erhaltung lokaler Zutaten, alter Rezepte und Saisonalität als Werkzeuge für ein nachhaltiges touristisches Angebot ein. Im Mittelpunkt stand auch der Wissenstransfer zwischen den Generationen, die Einbeziehung der lokalen Bevölkerung in Gastgewerbeprojekte und die Stärkung der Identität der Gemeinschaft durch kulinarische Tradition. In diesem Zusammenhang wurden auch Pläne zur Erweiterung von Bildungsprogrammen vorgestellt, die junge Köche und Studierende von Gastgewerbeschulen mit lokalen Produzenten und dem Erbe der Region verbinden.
Die Teilnehmer machten sich zudem mit innovativen Ansätzen zur Organisation von Unterkunftskapazitäten vertraut, die über herkömmliche Hotelmodelle hinausgehen und auf der Bewahrung des architektonischen Erbes sowie der Umnutzung alter Gebäude in funktionale Räume beruhen, die der lokalen Geschichte gerecht werden. Anhand von Beispielen aus dem Sextantio-Projekt wurde gezeigt, wie durch die Revitalisierung verlassener Dörfer nachhaltige touristische Zonen geschaffen werden können, die den Gästen ein einzigartiges Erlebnis bieten und gleichzeitig Gemeinschaften stärken sowie die Rückkehr der Bevölkerung in ländliche Gebiete fördern.
Besonderer Wert wurde auf die Symbiose von Natur und Kultur in der Planung und Verwaltung von Destinationen gelegt, wodurch eine übermäßige touristische Ausbeutung vermieden und eine ausgewogene Entwicklung gefördert wird. Die Teilnehmer konnten aus erster Hand erleben, wie eine tiefe Verbundenheit mit dem Raum, seinen Menschen und ihren Geschichten ein emotionales Erlebnis formt, das auch auf die Besucher übergeht.
Genau diese emotionale Komponente, basierend auf Authentizität, Vertrauen und gegenseitigem Lernen, wurde als Kern des regenerativen Tourismus hervorgehoben. Durch direkte Gespräche und Workshops im Ambiente des CULINARIUM ALPINUM wurden zahlreiche Themen zur Rolle von Nahrung und kulturellem Erbe in der Transformation touristischer Destinationen eröffnet, die widerstandsfähig gegenüber klimatischen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen sein wollen.
Im Abendprogramm hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, Gerichte zu probieren, die ausschließlich aus lokalen Zutaten zubereitet wurden, wobei Produkte kleiner regionaler Produzenten hervortraten, was die Idee zusätzlich bestätigte, dass regenerativer Tourismus keine abstrakte Theorie, sondern eine reale Praxis ist, die in jedem Detail erlebt, geschmeckt und gefühlt werden kann.
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Erstellungszeitpunkt: 24 Stunden zuvor